Donnerstag, 31. Dezember 2015

Ein letztes zu 2015....

Liebe Menschen,
wie letztes Jahr wollte ich gerne zum Schluss noch DANKE an euch sagen!

DANKE für ein großartiges Jahr 2015!
DANKE, dass ihr 2015 wieder mit mir durch Höhen und Tiefen gegangen seid und mich auf meinem Weg begleitet habt. 
DANKE an alle, die mitlesen, kommentieren, mitdiskutieren, Infos teilen!
DANKE für die tollen Events und Tagungen, bei denen ich in diesem Jahr dabei sein durfte!
DANKE für alles, was ich lernen und neu erleben konnte.
DANKE für euren endlosen Support!



Auf dass 2016 ein tolles Jahr für uns alle wird.
DANKE!
xoxo
Bis 2016!

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Tschüssi 2015! Reicht jetzt auch mit dir!

Hey hey alle zusammen!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, der Jahreswechsel ist nicht mehr aufzuhalten. Zu Silvester hin werde ich immer extrem nachdenklich und melancholisch. Ich lasse das vergangene Jahr Revue passieren und frage mich, was das kommende Jahr für mich zu bieten hat.

2016 wird wirklich spannend. Werde ich irgendwann hoffentlich endlich meine Bachelorarbeit abgegeben haben (bitte fragt nicht mehr, ich sag euch auf allen Kanälen, wenns soweit ist, das verspreche ich hoch und heilig :D), stehe ich vor einem komplett leeren Blatt. Das ist super spannend, aber auch total angsteinflößend.
Das Jahr 2015 bot große Aufs und Abs für mich. Ich bin durch gefühlt alle möglichen Emotionen und Phasen durch und so langsam geht es wieder bergauf für mich. Ganz langsam, Schritt für Schritt. Ich bin dieses Jahr dankbarer denn je für mein kleines, feines Supportnetz und die Menschen darin, mit denen ich zu tun haben darf. Nun freue ich mich sehr, dass das Jahr endlich bald vorbei ist und hoffe, dass sich mit dem neuen Jahr einiges ändern kann. Ich möchte das alte Jahr abschütteln und wie ein Phönix aus der Asche steigen. Ich will wieder Routine in meinem Leben, für meinen Diabetes und mich. Denn das letzte Jahr hat weder mir noch meiner Therapie gut getan.

Ein weiteres, dieses Mal eher leises Blogjahr vergeht. Trotzdem war ich keinesfalls still. Ich hatte viel zu sagen, auch einiges unbequemes in diesem Jahr. Dennoch freue ich mich, dass ihr weiterhin mit mir auf meiner Reise dabei wart und seid. Und wie an jedem Jahresende möchte ich euch kurz vor Schluss noch meinen Jahresrückblick auftischen.

Ich wünsche mir und euch ein großartiges neues Jahr!  Auf dass es mal wieder alles, was bisher passiert ist, toppen kann!





Im Januar war ich wieder zu Gast auf dem T1Day in Berlin.

Autsch! Im Februar bin ich in der Dusche umgekippt, habe beschlossen, dass wir bei uns selbst anfangen müssen, wenn wir wollen, dass über Diabetes in den Medien korrekt berichtet wird und habe Leute gesucht, die künstlerisch freiberuflich arbeiten UND Diabetes haben (suche ich übrigens immer noch!!!)!
Außerdem habe ich mein Bananenbrotrezept perfektioniert! OMNOMNOM!

Im März habe ich meinen zweiten Diabetesgeburtstag gefeiert. Schön zu sehen, dass viele von euch diesen Spaß inzwischen auch für sich angenommen haben und mitmachen! :) Außerdem war ich mit Roche in Bayern beim alljährlichen Mediendialog, wo zum ersten Mal auch Blogger mit von der Partie waren! Es war ein super interessantes Wochenende und eine tolle Möglichkeit, mit dem Team von Roche in Kontakt zu kommen!
Den Diabetes annehmen vs. sich damit abfinden - auch darüber habe ich im März philosophiert! Und hatte viele spannende Diskussionen mit euch! Danke!

"Auf auf in die Schweiz!", hieß es im April - dort war ich mit den anderen Mitgliedern des #mylifeDN unterwegs, um die Produktionsstätte der bald erscheinenden Ypsopump zu besuchen!

Im Juni tauchte ich ganz langsam aus der Versenkung auf. Im August bin ich umgezogen und im September hat meine Therapie begonnen. Außerdem durfte ich zusammen mit anderen Bloggern dank Roche nach Stockholm zum diesjährigen EASD reisen!

Im Oktober entschied ich, dass es Zeit ist, sich weniger stressen zu lassen. Ich durfte erneut Gast sein bei der alljährlichen Diabetes Charity Gala, die im Tipi am Kanzleramt stattfand. Ein wundervoller Abend, den ich mit lieben Menschen verbringen durfte. Außerdem betonte ich im Oktober während der Diabetes Blog Woche, wie wichtig mir bestimmte Menschen in meinem Leben sind und warum (Shoutout an Katharina, Bente, Lu und Ilki und all die anderen da draußen - ihr seid großartig!). 1+1=2 und zusammen ist man weniger allein!

Der November war geprägt vom Weltdiabetestag am 14.11. und dem kollektiven Blutzuckermessen, aber auch von den Anschlägen in Paris. Ich habe am 14.11. vier Menschen ohne Diabetes den Blutzucker gemessen und erklärt, was die verschiedenen Zahlen bedeuten.

Im Dezember war ich allumfassend in Weihnachtsstimmung. Trotzdem ging es mir eher schlecht als recht. Und auch über Weihnachten war ich krank. Ich freue mich auf das kommende Jahr und all die Erlebnisse und Abenteuer, die wir gemeinsam haben werden!

Achso, natürlich darf das Essen nicht vergessen werden! :) Auch 2015 habe ich der Welt gezeigt, dass ich als junge Frau mit Typ-1-Diabetes alles essen darf! Und es gab wirklich mal wieder sehr viel hervorragendes Essen in diesem Jahr. Es freut mich außerdem zu sehen, dass auch ihr den Hashtag #icaneateverything fleißig für eure leckeren kulinarischen Ausflüge benutzt. Weiter so! We can eat everything!

xo



Tag Time! Diabetes Type YOU!

Leuteee!
Ihr wisst doch, ich LIEBE Tags!

Ein Tag ist ein kleiner Fragenkatalog zu einem bestimmten Thema, den man beantworten und dann an andere Blogger weitergeben kann, man tagged sich quasi gegenseitig und erfährt mal was Persönliches über die anderen.
Letztes Jahr im März hab ich selbst einen kleinen Diabetes-Tag in die Welt gesetzt.
Im Mai 2014 fühlte ich mich inspiriert, beim "Was ich vermisse"-Tag mitzumachen.
Und im Februar diesen Jahres habe ich mit großem Spaß an Katharinas Hypo-Tag mitgemacht!

Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich endlich zum Type YOU Tag von Sassi und Marcel getagged wurde, nämlich von der liebsten Ilka! DANKE :*

#1 Wie alt bist du und wie lange hast du Diabetes?
Ich bin 25 Jahre alt und habe seit März 2013 Diabetes, also seit bald drei Jahren! Wie die Zeit vergeht. Es ist mir, als wäre es gestern gewesen, dass ich mir zum ersten Mal die Nadel in den Bauch gehauen habe!



#2 Penste noch oder pumpste schon?

Nach wie vor arbeite ich mit Pens. Meine beiden Babies sind die Lilly Humapen Savvio in rosa und hellblau. Zwar bin ich dem Gedanken an eine Pumpe nach wie vor nicht abgeneigt, möchte mich damit aber beschäftigen, wenn ich mich voll und ganz darauf einlassen kann und nicht nebenbei Bachelorarbeit oder Lebensplanung dazwischen schreien. Auch warte ich irgendwie noch auf "mein" Pumpensystem. Alle Pumpen auf dem Markt sind top, keine Frage. Dennoch fehlt mir überall etwas und "die eine Pumpe" lässt nach wie vor auf sich warten. Solange ich also mit den Pens zurecht komme, kann ich noch etwas warten, auch wenn ich von der Therapieform überzeugt bin.

#3 Was war dein schönstes Diabetes-Erlebnis und wie beschreibt sich deine schlimmste Erinnerung?
Wirklich schlimme Erinnerungen habe ich mit meinem Diabetes zum Glück bisher nicht gesammelt. Anfang des Jahres bin ich mal in der Dusche umgekippt, wobei da immer noch im Raum steht, ob das überhaupt eine Hypo war oder nicht. Großartig mehr ist da wirklich noch nicht passiert - ich klopfe auf Holz!
Meine schönsten Erlebnisse schließen immer auch andere Typ-1-Diabetiker mit ein. Zusammen ist man einfach weniger allein - und das ist toll. Egal ob wir zusammen in Hamburg einen Cocktail trinken oder im Flugzeug gemeinsam in ein anderes Land reisen, ohne euch da draußen wäre das alles längst nicht so spaßig. Und jetzt werd ich gleich emotional, deswegen halte ich an dieser Stelle inne ;)

#4 Misst du noch oder scannst du schon?
Das leidige Thema. Im Moment messe ich kaum. Die Routine, der psychische Zustand, ihr habt es mitbekommen.  Da wäre so ein FGM oder CGM ja schon ganz sinnvoll. Leider kann ich mir das als Studentin nicht leisten. CGM übernimmt die Krankenkasse super selten und die Kostenübernahme fürs FGM steht ja ab nächstem Frühjahr schon wieder in den Sternen.
Würde ich denn, wenn ich könnte? Ich war eine der ersten in Deutschland, die das Scan-System testen durften. Es hat mir sehr gefallen. Dennoch ist es mir zusammen mit der nicht verlässlichen Haltbarkeit, dem Bestellsystem und dem Preis einfach in der Gesamtheit zu anstrengend. Da würde ich momentan eher auf ein CGM setzen wollen, welches mich zusätzlich noch vor Hypers und Hypos warnen kann.

#5 Dein liebster Hypohelfer?
Capri Sonne, generell Saft, mag ich gerne für unterwegs. Geht recht schnell und ist ganz einfach. Traubenzucker geht gar nicht, ging noch nie, da stimme ich vielen von euch da draußen zu. Zu Hause, wenn die Hypo kommt, schleich ich mich in die Küche und stopfe zitternd alles in mich hinein, was die kleinen Patscherchen fassen können. Mehr Saft, Brot, Joghurt mit zu viel Honig, Nutella.

#6 Tagebuch schreiben, in einer App dokumentieren oder „Fuck off“?
Im Moment leider definitiv ein sehr lautes "FUCK OFF!", das muss ich allerdings zum neuen Quartal hin dringend ändern. Ich finds ja selbst scheiße. WIE ich das dann mache, muss ich mir noch überlegen.

#7 Familie nervend oder helfend?

Familie macht sich Sorgen. Natürlich. Das rührt mich zu tiefst, aber hilft eigentlich niemandem. Schöner sind die Momente, in denen dein gegenüber wortlos aufsteht und dir Saft holt, weil du grade unterzuckerst.

#8 Warum bloggst du oder liest Diabetes-Blogs?
Ich begann mit dem Bloggen, weil mit meiner Diagnose 2013 viele Fragen aufkamen und ich ein enormes Maß an Austausch-Wut und Schreibwut in mir entflammt habe und es damals nicht super viel anderes auf deutsch zu lesen gab. Ich lese über die Erfahrungen anderer, vergleiche sie mit meinen, kann daraus lernen, vor allem Dinge, über die mir meine Diabetologin vielleicht nicht so viel erzählen kann.
Mein Blog ist meine Spielwiese. Hier entscheide ich, um was es geht, auch wenn die Themen mal unbequem oder nachdenklich sind. Ich will offen mit euch sein und nichts beschönigen, aber auch nichts schlimmer machen, als es ist. Ich möchte euch auch anregen, euch Gedanken über den Umgang mit eurer Krankheit und eurem Körper zu machen und zeigen, dass wir mit Diabetes machen können, was wir wollen. Ich bin eine junge Frau und ich lasse mir von dem Mist nicht mein Leben versauen! Der Diabetes muss mir hinterher laufen, nicht umgekehrt! Diese Reise möchte ich mit euch teilen. Außerdem möchte ich mich für Menschen mit Diabetes einsetzen, Informationen weitergeben und mit euch Essen genießen! :)

#9 Diabetes als Sportbremse? Oder wie vereinigst du die beiden Dinge?
Diabetes und Sport ist eine Wissenschaft für sich, und für jeden anders. Dennoch gilt auch hier: Übung macht den Meister. Sport und Diabetes gehen sehr gut zusammen und wenn man es raus hat, kann es sogar Spaß machen! :)


#10 Wie offensiv gehst du mit deinem Diabetes um?
Hier schließe ich mich Ilkas Antwort an: Hätte ich diesen Blog, wenn ich nicht offen mit meinem Diabetes umgehen würde?
Ich bin definitiv gegen die Methode, den Diabetes aus Angst vor den Reaktionen anderer Menschen zu verstecken. Das tut dir, deiner Psyche und deinem Diabetes nicht gut. Sei informiert, informier andere korrekt. Mach ihnen keine Angst, sondern erkläre ihnen mit Geduld deine Krankheit, wenn sie fragen. Sei nicht bockig, wenn sie etwas nicht sofort verstehen. Keiner verlangt, dass du im Restaurant auf den Tischen tanzend dein Insulin spritzt. Aber versteck dich nicht! Denn du bist du!

#11 Wenn du einen Wunsch frei hättest…
Weihnachten war doch grade erst! ;)
Also das mit der Heilung hab ich mir direkt nach der Diagnose abgeschminkt. Ehrlich gesagt war das aber nie ein Gedanke von mir. Ich war vor zwei Jahren froh, dass ich endlich wusste, was mit mir los war und dass es mir mit Insulin wieder besser ging. Ich wünsche mir, dass jeder Diabetiker auf der Welt die für ihn passende Therapie erhalten kann und naja, lieber Weihnachtsmann, wenn ich mir jetzt noch eine Sache wünschen dürfte, wäre es auf jeden Fall ein CGM-System zum dauerhaft Tragen, dass ohne Murren von meiner Krankenkasse übernommen wird. Das wäre schön.

Ich tagge Matthias von Typ 1 Live und Lea von Insulea
Have fun!


xoxo

Samstag, 24. Oktober 2015

Ich kann damit gut leben! Ausrufezeichen!

Manchmal sehe ich mich noch als Diabetes-Frischling. Schließlich ist es erst gut zweieinhalb Jahre her, dass ich zum ersten Mal in meiner Diabetes-Praxis saß.

Die Diabetes-Diagnose war für mich ein Schlag in die Fresse. 

Ich hatte keine Ahnung von Diabetes und seinen verschiedenen Formen. Wieso auch? Es hat mich bisher nie tangiert und ich war nicht gezwungen, mir Gedanken darüber zu machen. Irgendwie war ich aber im Frühjahr 2013 auch ganz schön froh über die Diagnose. Am ersten Tag mit Insulin hatte ich so viel Energie, ich hätte die ganze Welt Umarmen können! Nun wusste ich endlich, was mit mir falsch läuft und warum es mir monatelang so schlecht ging. Trotzdem war ich natürlich voller Fragen, Zweifel und Angst. Es gab viel zu lernen. Sehr viel. Ich war 22 und hatte sehr große Panik, mein Leben, wie ich es über Jahre gelebt habe, aufgeben zu müssen.

So war es aber nicht, durfte ich ganz schnell feststellen. Oder vielleicht doch, aber es war nicht schlimm. Eher hat mein Leben einfach einen neuen weiteren Aspekt bekommen. Ich kann damit gut leben.

Ich darf als Mensch mit Diabetes alles essen, nur muss ich Insulin dafür spritzen.
Wenn ich meinen Diabetes gut behandle, behandelt er mich auch besser.
Mein Diabetes geht vermutlich nie wieder weg, deswegen muss ich ihn mit in mein Boot holen.
Wenn ich meinen Diabetes ignoriere, geht es uns beiden damit nicht gut.
Wenn mein Umfeld Fragen hat, beantworte ich sie geduldig, um Vorurteile zu bekämpfen.
Es ist ganz schön spannend zu sehen, was Essen für eine Auswirkung auf den Blutzucker hat.
Es muss nicht immer Traubenzucker in der Tasche sein. Saft oder anderer Süßkram hilft gegen tiefe Werte und Langeweile!
Ich darf Sport machen! Ich muss keine Angst davor haben.
Wenn ich Sport mache, muss ich auf den Blutzucker achten. Das kann eine Wissenschaft für sich sein.
Je mehr Wissen ich aufsauge, desto sicherer und selbstbewusster fühle ich mich mit dem Diabetes.
Überhaupt bedeutet Diabetes haben, dass das Lernen niemals aufhört.
Mit Diabetes ist man plötzlich die verantwortungsvolle Person. Wer sonst im nahen Umfeld kümmert sich selbst um den Blutzucker?
Oft weiß mein Arzt weniger über meinen Diabetes, als ich. Ist ja auch logisch, wir sind schließlich 24/7 zusammen.
Über die neuste Technik und Therapiemöglichkeiten informiert zu sein hilft mir, zu wissen, was überhaupt geht.
Die Diabetestherapie kann immer optimiert werden, aber soll niemals stressen.
Ich will nicht wie ein rohes Ei behandelt werden.
Mein nahes Umfeld korrekt darüber zu informieren, was sie im Ernstfall tun müssen, hilft, ihnen die Angst etwas zu nehmen.
Schönes Diabetes-Equipment hilft mir viel. Schließlich muss ich es jeden Tag mehrmals in die Hand nehmen, da sollte es wenigstens meinem Geschmack etwas entsprechen.
Eine gewisse Selbstironie hat übrigens noch niemandem geschadet. 


Wenn du neu diagnostiziert bist, steck den Kopf nicht in den Sand. Die Welt da draußen ist viel zu schön und spannend, um sich jetzt zu verstecken und aufzugeben. Du wirst es schaffen.

Und wenn du Fragen hast, die dein Arzt nicht beantworten kann, ist immer auch die Community hier. Denn das ist das Schönste an der ganzen Sache: Du bist nicht allein. Ich bin nicht allein. Wir sind viele - und zusammen sind wir stark und motivierend! Es geht uns allen mal schlecht. Mal stimmt die Einstellung nicht, oder der Tag, oder der Zyklus, oder andere Umstände, alles zusammen oder nichts davon! Manchmal weiß man gar nicht, was los ist, und trotzdem stimmt der Wert oder das Gefühl nicht. Wichtig ist: wir sind alle Menschen - keine Maschinen! An manchen Tagen machst du die exakt gleichen Dinge, und deinem Blutzucker gefällt das an Tag 2 besser, als an Tag 1 oder umgekehrt. Es gibt immer Phasen, wo es mal nicht so läuft. Und auch da kommt man irgendwie wieder raus. Alles ganz normal. Wir können nur versuchen, uns ein so angenehmes Leben wie möglich mit der Krankheit zu machen, ohne uns zu stressen. Denn wenn wir dagegen ankämpfen, wird das auch der Körper merken, und somit auch der Blutzucker. Es IST Arbeit, aber wir tun sie, um zu leben. Schritt für Schritt heißt die Devise.

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Freitag, 23. Oktober 2015

Wir müssen reden! -Aber ohne Worte.

Es ist immer noch Diabetes-Blog-Woche! Am heutigen Freitag werden wir zu einem kleinen Interview aufgerufen, welches nur mit Bildern beantwortet werden soll.

Los geht's! Ich hoffe, ihr versteht meine Bildsprache :D


1. Mein Gefühl / Gedanke bei meiner Diagnose?



















2. Wie fühle ich mich an einem Tag ohne Hypos und Hypers?



















3. Was du deinem Diabetes schon immer mal sagen wolltest!





















4. Wie glaube ich, nimmt mich mein Umfeld wahr ?



















5. Mein persönlicher “Diabetes Life Hack”





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Dienstag, 20. Oktober 2015

Was denkst du dazu, Zukunftstine?

Diabetes im Jahre 2025... Was könnte bis dahin anders, was gleich sein? Wie könnten die Entwicklungen aussehen, und wie unsere Community? Das ist heute das Thema in der Diabetes-Blog-Woche. Ich träume ja gerne, also mal schauen, wie ich mir die Zukunft mit meinem Diabetes vorstelle. Weg ist er dann jedenfalls bestimmt nicht.

Ich lege meine Hoffnung lieber in eine gute Therapie

Niemand hat mir bei meiner Diagnose etwas von Heilung versprochen. Ich las bereits von vielen von euch, die vor 10, 15 oder 20 Jahren die Diagnose Diabetes Mellitus Typ 1 erhalten haben, dass es wohl "damals" gang und gebe war, eine Heilung in naher Zukunft vorauszusagen. Heutzutage macht man das (glücklicherweise?) wohl nicht mehr. Versteht mich nicht falsch, ich wäre meinen Diabetes gerne los. Ich möchte nur meine Kraft lieber in meine echte Therapie und mich als echten Menschen investieren, als mir etwas vorzumachen. Denn von einer kompletten Heilung sind wir noch entfernt. Fakt ist: Weder Zimt noch Handauflegen wird uns von unserem "Schicksal" befreien.

Was soll denn dann im Jahre 2025 so anders sein? Ich würde gerne Verbesserungen in der Therapie sehen. Ich würde gerne erleben, wie mehr auf den Patienten als Individuum eingegangen werden kann. Wie individuelle Bedürfnisse in einem wirklich schnellen Tempo erkannt und befriedigt werden können. 

Verständnis und der Patient als Individuum

Ich erhoffe mir für die Zukunft mehr Verständnis von den Ärzten und Krankenkassen (Stichwort CGM, etc.), aber gleichzeitig auch informiertere und selbstständige Patienten in allen Reihen. Ein gegenseitiges Geben und Nehmen, das wär's. Außerdem hoffe ich, dass wir als Patienten weiterhin an der De-Stigmatisierung unserer Krankheit arbeiten. Dass sich niemand mehr auf der Toilette Insulin spritzen muss, weil er oder sie sich schämt. Dass bei einem Bewerbungsgespräch offen mit dem Arbeitgeber gesprochen werden kann, und er oder sie unsere Stärken sieht, aber auch fähig ist zu verstehen, was es bedeutet, Mensch mit Diabetes zu sein. Dass niemand von uns mehr mit blöden Sprüchen konfrontiert wird. Dass wir zu starken, selbstbewussten Menschen heranwachsen, die sich und ihre Krankheit so akzeptieren und respektieren, wie sie sind. Ich wünsche mir, dass unsere Community über die nächsten 10 Jahre ein selbstbewusster, zusammenhaltender Haufen wird, der gegenüber dem Rest der Welt, den Ärzten, den Pharmas, wirklich etwas zu sagen hat und wirklich wirklich mit in Entscheidungen einbezogen wird, weil alle merken werden, dass es verdammt nochmal höchst relevant ist, was aus den Köpfen der Patienten so sprießen kann. Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam Projekte angehen und gemeinsam etwas bewegen können.

Ende der Durchsage.


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Montag, 19. Oktober 2015

1 + 1 = 2

Moin zusammen!

Für mich gab es dieses Jahr bisher nicht viele interessante oder spannende oder schöne Diabetes-Momente. Es war ein anstrengendes Jahr, und mein Diabetes musste deswegen gewaltig zurücktreten und bewegt sich auch immernoch sehr im Hintergrund, ich arbeite daran.
Weil jetzt aber Diabetesblogwoche ist und ich natürlich auch meinen Teil dazu beitragen möchte, will ich vielleicht auf einen Aspekt eingehen, der thematisch wohl auch ganz gut passen könnte.

Eins plus eins ist zwei und zusammen ist man weniger allein

Wie ihr wisst, bin ich oft und gerne in Hamburg. Dort treffe ich regelmäßig in unterschiedlichen Konstellationen auf absolute Lieblings-Menschen mit Diabetes, die mir auch dieses Jahr wieder besonders süße Diabetes-Momente bereitet haben, wo eigentlich nicht so viele waren. Diese Momente sind vielleicht auf den ersten Blick für euch gar nicht so besonders, aber für mich bedeuten sie sehr viel.

Da wäre zum einen meine Zeit mit Katharina von dem Blog Nerven aus Zuckerwatte. Wir sehen uns unregelmäßig, aber wenn, dann ist es immer sehr schön und intensiv. Ich genieße die Zeit mit Katharina sehr, weil sie sehr reflektiert ist, aber auch verträumt, und wie ich hat sie manchmal auch einen kleinen sympathischen Sprung in der Schüssel. Sie geht mit mir fettige vegane Burger essen und im Secondhandstore Platten kaufen, und ich gehe mit ihr in den Tierfachhandel, der immer einen sehr bestimmten Geruch hat, und versuche ihr beratend zur Seite zu stehen. Einmal sind wir zusammen nach Dänemark gefahren, haben den Wellen am Strand zugesehen und Milkshakes getrunken. Wir essen auch gerne Kuchen und, ach, eigentlich essen wir vieles gerne. Und wir lieben es zu backen. Diese Woche kommt Katharina zum ersten Mal zu mir in meine neue Wohnung, und natürlich werden wir die Chance nutzen und gemeinsam etwas backen. Und das finde ich sehr schön. Wir sprechen über vieles, auch fernab von Diabetes. Aber wir haben eben auch dieses Thema, dass uns beide ganz gleich berührt, ganz gleich, was sonst in unseren Leben passiert. Ich bin froh, Katharina zu kennen, denn sie erweitert meinen Blickwinkel.

Etwas, dass ich auch sehr genieße, sind die Mädelsabende mit Bente, Ilka und Lu. Obwohl wir alle Typ-1-Diabetikerinnen (?) sind, sind wir eben auch so vieles mehr. Und ich bin froh, diese drei Ladies in meinem Leben zu haben und mit ihnen Dinge zu tun, die eben andere Frauen in unserem Alter auch so tun, egal ob mit oder ohne Diabetes. Wir sind vier ganz ganz unterschiedliche Frauen, und es ist so spannend und aufregend zu sehen, was an so einem Abend alles passieren kann. Ich bin froh, dass wir uns kennen.

Ihr seht, für mich sind es dieses Mal die kleinen Momente, die ich mit anderen Menschen mit Diabetes teilen kann. Weil wir eben doch ein Bisschen anders sind, und das ein Außenstehender schwieriger verstehen kann. Weil es gut tut, auch wenn wir kein einziges Wort über unseren Diabetes verlieren. Die Community macht stark und zusammen sind wir weniger allein mit unserem Diabetes und lauter mit unseren Ideen und Forderungen. Ich bin sehr froh, dass ich euch alle da draußen kenne, die Leas, die Lenas, die Alekse, die Saschas, die Matthiasse, die Maxe, die Klaeuis, die Finns, die Steffis und Staeffs, und wer da draußen sonst noch so ist. Ihr erweitert meinen Horizont und bringt mich zum Nachdenken. Und auch, wenn wir alle nicht immer einer ganz gleichen Meinung sind, wollen wir am Ende doch einfach nur das Gleiche: Gemeinsam nicht einsam sein und Erfahrungen teilen. Deswegen sind wir doch erst hier gelandet, oder?


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Freitag, 16. Oktober 2015

Mach mit! - Über kollektives Blutzuckermessen (Diabetes Charity Gala 2015)

Hallo Welt!

Gestern war es mal wieder Zeit, mich in meinen schicken Fummel zu werfen: Die alljährliche Diabetes Charity Gala fand in Berlin statt und es war ein bunter Abend mit vielen bekannten Gesichtern, moderiert von Franziska Schenk.
Das für mich Besondere an dem Abend war, dass zum ersten Mal ein großer Teil der #dedoc° die Möglichkeit bekommen hat, Teil des Galaabends zu werden. Ich sprach kurz mit Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin DiabetesDe Deutsche Diabeteshilfe, darüber und auch sie stellte fest: Wir werden mehr, die Community ist wichtig, und auch sie muss bei solchen Veranstaltungen vertreten sein. Schön zu sehen, welch starke Außenwirkung wir als Community haben können. Alles in Allem war es wieder ein toller Abend, vielen Dank für die Einladung. Ich habe mich wieder sehr wohl gefühlt. Aber ich möchte gar nicht allzu viel auf die Gala eingehen, da gibts die Tage bestimmt auf einigen Blogs was zu lesen. Ich möchte nur auf einen Punkt hinweisen: Prof. Dr. Danne hat in seiner kurzen Ansprache die Kampagne "Deutschland misst! Blutzuckerbingo" vorgestellt.

Für die gute Sache: Deutschland misst! Blutzuckerbingo

"Deutschland misst! - Blutzuckerbingo" ist die Kampagne zum Weltdiabetestag am 14. November! Quasi jeder kennt den Weltaidstag, aber was ist mit dem Weltdiabetestag? Etwa ZWEI Millionen Menschen haben in Deutschland Diabetes, ohne davon zu wissen, ohne diagnostiziert worden zu sein. Das ist furchtbar schlimm. Deswegen versucht die Kampagne "Deutschland misst! - Blutzuckerbingo" Aufmerksamkeit auf diese Dunkelziffer zu lenken. Zum allerersten Mal wurde die Kampagne nämlich am gestrigen Galaabend der öffentlichkeit vorgestellt, und das positive Echo war groß. Die Kampagne soll dazu aufrufen, am 14. November landesweit kollektiv Blutzucker zu messen, egal ob Typ 1, Typ 2 oder Nichtdiabetiker, Familie oder Freunde. Sie will auf den Weltdiabetestag aufmerksam machen, über Diabetes und seine Formen aufklären, Nichtdiabetikern ihr eventuelles Diabetesrisiko näherbringen und präventiv gegen Typ-2-Diabetes vorzugehen.

Am 14. November kollektiv Blutzuckermessen - und dabei Gutes tun und darüber sprechen! 

Am Weltdiabetestag wollen wir gemeinsam unseren Blutzucker messen. Den Wert könnt ihr auf der Website oder per Telefon eintragen. Für jeden Wert spenden die Partner der Kampagne 1,-€ an Kinderfreizeiten für Kinder mit Diabetes. Cool, oder? Am Brandenburger Tor gibt es am 14.11. um 14.11Uhr einen gemeinsamen Messmob, bei dem so vielen Menschen wie möglich der Blutzuckerwert gemessen werden soll. Auch ihr könnt den Messmob in eure Stadt, eure Praxis holen, mit euren Freunden und Familien an diesem Tag über das unsichtbare Risiko Diabetes sprechen und das Wort teilen. Und das war's noch nicht. Es steckt noch so viel mehr hinter der Kampagne. Weitere Infos bekommt ihr über blutzuckerbingo.de!

Ich freue mich dieses Jahr sehr auf den Weltdiabetestag. Endlich kommt mal was in Bewegung!

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Donnerstag, 8. Oktober 2015

Gib dir mehr Zeit für dich!

Stress, Stress, Stress. Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, antworte ich meist ungefähr so: "Och, eigentlich ganz gut, viel Stress zur Zeit...". Irgendwann sagte mir eine Freundin, dass ich ja eigentlich immer im Stress bin. Ich musste darüber nachdenken, und sie hatte Recht. Tatsächlich geht es nicht nur mir permanent so, auch in meinem direkten Umfeld bemerke ich immer öfter, dass viele dauernd im Stress sind. Und so kam ich nicht umhin mich zu fragen, warum wir alle uns diese Scheiße eigentlich nonstop antun? Ich freue mich aufs Älterwerden, wirklich, aber ich möchte nicht die nächsten 40 Jahre permanent unter Stress stehen. Dafür ist mir mein Leben zu kostbar. Dass Dauerstress ein Phänomen unserer Zeit ist, muss ich euch sicher nicht erzählen. Dauerstress wirkt sich fatal auf den Körper und die Psyche aus. Es kann beginnen mit Schlafstörungen und körperlichen Schmerzen aller Art, gefolgt von Energieverlust, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen, über Mehrarbeit ("Ich muss das jetzt alles noch schaffen."), Schuldgefühlen, Stimmungsschwankungen und starken Niedergeschlagenheitsgefühlen bis zu Motivations- und Interessenverlust und suizidalen Gedanken. Leistungs- und Lebensmut schwinden, und man steuert irgendwann auf eine vollkommene Erschöfpung zu. Sehr viele Punkte dieser Liste begleiteten mich über die letzten sieben Monate, viele davon sind nach wie vor in meinem Alltag präsent und hindern mich daran, mich meinen Aufgaben zu stellen. Und ich möchte wirklich nicht, dass es mir jemals wieder so schlecht geht. Zusätzlich kann sich Stress natürlich auch auf den Blutzucker und oder die persönliche Diabetestherapie auswirken. Das konnte ich die letzte Zeit auch sehr gut an mir beobachten und nach wie vor hat mich der Stress komplett aus meiner Routine herausgerissen und fest in seinen Händen.
Genug damit, dachte ich mir. Es reicht. Ich habe mir vorgenommen, den Versuch zu starten und mich ganz bewusst weniger Stress auszusetzen. Blöd nur, dass ich jetzt gerade extrem viel zu tun habe und eigentlich nonstop arbeiten müsste, um mein Pensum zu erfüllen. Dazu kommt, dass ich eine Person bin, die sich leider extrem leicht selbst schwer unter Druck setzen kann und dies auch permanent tut. 
Ich begann vor kurzem zu meditieren. Jeden Morgen 10 Minuten. Atem zählen, das Gewicht des Körpers spüren. Das hier soll jetzt aber kein Meditationsworkshop werden. Bitte lasst mich wissen, wenn euch dieses Thema interessieren sollte. Ich habe das Gefühl, dass das Meditieren mir tatsächlich schon geholfen hat. Ich war den Tag über ausgeglichener, weniger schnell genervt und mutiger. Leider muss ich mir eingestehen, dass die tägliche Meditation ihren Weg bisher nicht in meine nicht vorhandene Alltagsroutine gefunden hat. Ich würde es gerne nochmal versuchen, ich weiß aber nicht, ob ich es schaffen kann. Im Moment ist alles sehr schwer und anstrengend für mich. Selbst die Tatsache, dass sich gerade die Jahreszeit ändert und ich mich plötzlich anders anziehen muss, bereitet mir Bauchschmerzen. Und ich bin gerade wieder gestresster, denn je. Manchmal so sehr, dass ich, wenn ich abends nach Hause komme, absolut nicht zur Ruhe kommen kann. Dazu versuche ich gerade, regelmäßig und gut zu essen. Klappt leider auch nur semi-gut bisher. Ich würde gerne wieder laufen gehen, um einen Ausgleich zu haben und mich auspowern zu können, aber ich habe Angst davor, dass meine Leistung schlecht sein wird (was sie vermutlich auch sein wird), und das demotiviert mich extrem. 
Stress, Stress, Stress. Er ist in meinem Leben, es ist mir bewusst, ich möchte was verändern. Und trotzdem wird es immer mehr. Wie entkommt ihr der Stress-Spirale? 

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Donnerstag, 17. September 2015

Hej hej! EASD, #docday, Stockholm

Ich verbinde meinen Diabetes mit Bloggen. Das liegt daran, dass ich bereits kurz nach meiner Diagnose vor rund zweieinhalb Jahren mit dem Schreiben über jenes Thema begann und ich seit dem auch Kontakt zu vielen Menschen aus dem Bereich habe und somit für mich Diabetes und Bloggen einfach auf natürliche Weise zusammen gehören. Oft sage ich, das alles hätte mir ein wenig das Leben gerettet. Umso unvollständiger fühlte ich mich im letzten halben Jahr, in dem ich nicht wirklich gebloggt habe. Es war hier sehr still, sehr leer. Manchmal ist das so, da sind andere Sachen im Leben akuter, wichtiger, das ist auch voll in Ordnung, weil das hier ja mein Ding ist und ich entscheiden darf. Vieles ist passiert, es gab sehr viele Veränderungen in meinem Leben, wenig Routine. Auch meine Diabetesroutine hat total darunter gelitten.
Es ist September. Ich bin gerade 25 geworden, die Jahreszeit verändert sich. Noch zwei Mal aus- und einatmen und es ist schon wieder Weihnachten - ihr wisst selbst, wie schnell das geht. So langsam stehe ich wieder auf beiden Beinen und mein Körper und mein Geist verlangen wieder nach Routine. Und auch das kleine Diabetes-Sommerloch haben wir überstanden. Für mich läutet der EASD immer das Ende des Sommerlochs ein. Für den Diabeteskalender und dieses Jahr auch wirklich für meinen Blog und mein Leben. Es geht wieder los! She's back!

Ich wurde dieses Jahr erneut von Roche Diagnostics zum EASD geladen und zusammen mit vielen internationalen Diabetesbloggern waren es wundervoll inspirierende zwei Tage in Stockholm. Letzten Sonntag kam ich mit einiger Verspätung nachts in Stockholm an. Der Montag begann mit der alljährlichen internationalen Pressekonferenz von Roche. Im Gegensatz zum letzten Jahr allerdings gab es am Nachmittag zusätzlich zur Pressekonferenz nochmals Vorträge für die Bloggerrunde und die Vorstellung des Prototypen der "GoCARB"-App, später sind alle Blogger zusammen Essen gegangen.
Es ist wirklich, wirklich jedes Mal eine absolute Ehre Blogger aus anderen Ländern kennen lernen und sich mit ihnen austauschen zu dürfen. Ich habe einige wundervolle Menschen getroffen, mit ihnen über unsere in Deutschland wirklich beispielhaft große, aktive Onlinecommunity gesprochen und darüber, dass es sich lohnt, so etwas auch in anderen Ländern zu starten. Sehr im Gedächtnis blieb mir unter anderem die liebe Emilie von flawless diabetes aus dem wunderschönen Dänemark, die als Diabetesbloggerin dort bisher noch sehr allein auf weiter Flur ist.
Am Dienstag hatte ich Zugang zum EASD-Kongress, wo ich mir die Industrieausstellung sehr genau anschaute. Dort wurde unter anderem zum aller ersten Mal die Ypsopump von mylife der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Außerdem war ich sehr begeistert von der Kaleido.-Pumpe. Endlich scheinen sich die Firmen auch ernsthafte Gedanken über das Aussehen von Diabetes-Gerätschaften zu machen. Was ich 24/7 mit mir herumschleppen muss, soll irgendwo auch gut aussehen, zu mir und meinem Leben passen. Stichwort Lifestyle.
Nachmittags traf sich die große DOC zum ersten #docday in einem Coworking-Café in Södermalm, dem hipperen Teil Stockholms. Der #docday soll dazu da sein, ganz unabhängig und mit offener Einladung viele aus der Diabetescommunity an einem Ort zu versammeln und zum gemeinsamen Austausch und Ideen schmieden anregen. Ich bekam meine dritte Zimtschnecke in zwei Tagen (insgesamt hatte ich vier) und traf auf Blogger aus Österreich, Schweden und sogar Australien.
Abends flog ich schon wieder gen Berlin, mit einem Kopf voller Gedanken und Ideen und einem Herz voller Liebe.


Mehr Details gibts in den nächsten Tagen - oder bald bei meinen fellow Bloggerkollegen. Ich werde verlinken!

Bis dahin - ich bin wieder da! Tine.

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Sonntag, 28. Juni 2015

"I told myself to pick up the pieces and go moving on up again."


"Ich möchte gerne einen Blogpost darüber schreiben, aber ich weiß gar nicht mehr, wie das geht!", dachte ich mir heute morgen. Ist ja auch irgendwie logisch, oder? Mein letzter Post hier auf dem Blog ist vom April. Da war noch Frühling. Dieser Post soll aber gar keine Entschuldigung für meine lange Pause sein, denn das hier ist mein Spielplatz, mein Tagebuch, mein nettes Online-Zuhause, und wenn es das Leben eben grade anders möchte, dann passiert hier auch mal gar nichts. Und deswegen ist das hier ja auch ein Blog und kein Online-Magazin.

Vielmehr möchte ich euch aber erzählen, was die letzten Monate los war und was jetzt passieren wird und hoffe damit einigen von euch vielleicht helfen zu können, denen es eventuell ähnlich geht. Denn ich weiß aus eigener, aktuellster und schmerzlichster Erfahrung heraus, wie es sein kann, wenn man in eine Depression rutscht und das nicht erkennt.

Die letzten Monate waren hart

Wenn ich heute auf die letzten Wochen und Monate zurückblicke, frage ich mich wirklich, wieso ich es nicht früher selbst bemerkte, aber ich wollte es wohl nicht wahrhaben. Es ging mir schon sehr lange schlecht, richtig, richtig schlecht. Wie das alles anfing, weiß ich gar nicht mehr. Irgendwann fand ich mich wieder in einer bereits Wochen andauernden Phase des "Ich komme einfach nicht hoch, ich bin dauernd müde.". Nichts, was auf einer meiner vielen To-Do-Listen stand, war erträglich für mich. Vor jedem einzelnen Punkt hatte ich so große Angst, hegte dafür so viele Zweifel, dass ich letztendlich an meiner eigenen Fähigkeit zweifelte, die Punkte zufriedenstellend zu bearbeiten. Jeder einzelne Punkt wurde zu einer unmöglich überwindbaren Hürde für mich. Dazu befand ich mich in einem permanenten Zustand der Energielosigkeit, egal was ich tat, alles ermüdete mich, selbst der Weg von der Küche zum Badezimmer. Mein Nacken war dauerhaft angespannt, so wie ich generell, und ich knirschte wieder so stark mit den Zähnen, dass ich mir vom Zahnarzt eine Schiene besorgen musste. Ich konnte mich kaum bewegen. Auch die Dinge, die mir normalerweise Freude bereiten, ermüdeten mich und machten weder Sinn noch Spaß. Ich drückte mich davor zu kochen, backen war gar nicht mehr drin und ich hatte kaum Appetit, und spätestens da hätte mein Kopf sich einschalten müssen, oder? Ich habe nur noch mist gegessen und kaum Wasser getrunken. Aber ich hab das alles nicht als Problem wahrgenommen, sondern als Auswirkung des Stresses bezüglich meiner Bachelorarbeit, mit der ich währenddessen allerdings kaum voran kam. Ich konnte nicht lange lesen, weil ich mich überhaupt nicht auf die Texte konzentrieren konnte. Eigentlich konnte ich mich auf gar nichts mehr wirklich konzentrieren. Sogar bei Gesprächen driftete ich ab. Und die gab es selten in letzter Zeit, denn ich habe mich fast komplett zurückgezogen, mich kaum mehr mit Menschen getroffen, wenn es nicht unbedingt sein musste, und mich auch sonst nicht gemeldet. Ich wurde plötzlich regelmäßig krank, sogar eine Mandelentzündung packte mich, und lasst euch sagen: ich werde normalerweise super selten krank.
In den letzten Monaten habe ich sehr, sehr viel geweint, mich allein und verloren und absolut hilflos gefühlt, das war sehr schrecklich, aber ich wollte einfach nicht sehen, was mit mir los war. Gleichzeitig schien auch alles so egal und leer. Ich stand vor einem riesigen Berg an Dingen, die in meinem Leben gefälligst funktionieren müssen, und verzweifelte schon an den kleinsten. Und ich war damit gefühlt vollkommen allein, tief unten in einem dunklen Loch. Das ist ein richtiges Scheißgefühl, manchmal ist da auch einfach gar kein Gefühl, und ich habe mich niemandem geöffnet und allein mir die Schuld dafür gegeben. Zu guter Letzt gab es immer häufiger "Ich mess heute mal ausnahmsweise nicht so viel."-Tage, und es wurden immer, immer mehr, bis ich wirklich kaum noch meine Blutzuckerwerte gemessen habe und komplett nach Gefühl gespritzt habe. Es war alles so egal. Wenigstens habe ich noch Insulin gespritzt, könnten wir jetzt sagen. Mein direktes Umfeld hat kaum etwas davon mitbekommen, anscheinend konnte ich trotz alldem gut verbergen, das irgendetwas nicht stimmt, und so verstrich immer mehr Zeit. Kaum ein Tag war mehr normal oder schön für mich. Irgendwie habe ich schon gespürt, dass da was ganz falsch läuft, aber ich habe mich selbst dafür verantwortlich gemacht und gedacht, dass es schon irgendwann von alleine besser wird. Der Scheißhaufen war allerdings inzwischen so groß, dass ich das alleine einfach nicht hätte erkennen oder bekämpfen können.

Und dann der Wendepunkt, endlich

Bis zur letzte Woche. Letzte Woche hat mir endlich jemand, dem es bis vor kurzem vermutlich sogar ganz ähnlich ging, den Spiegel vors Gesicht gehalten. Mir ist es wie Schuppen von den Augen gefallen, und ich hatte daraufhin drei sehr, sehr dunkle Tage. Aber diese Person hat mir in dieser Zeit geholfen, berichtet und mich informiert, und dafür bin ich diesem Menschen unheimlich dankbar. Danke. Wer weiß, was sonst alles noch passiert wäre mit mir. Ich habe mich meiner Diabetologin und Diabetesberaterin geöffnet,  weil ich die Menschen mag und ich ihnen vertraue. Sie haben sich direkt um potentielle Psychotherapeuten gekümmert und ich habe sogar nächste Woche schon einen ersten probatorischen Termin. Von meiner Hausärztin habe ich Tipps bekommen, die ich versuchen kann, um erstmal nicht mehr in dieses Loch hinein zu rutschen. Jetzt muss ich nur noch den richtigen Therapeuten finden und er oder sie mich, dann geht es hoffentlich bald los. Ich bin da relativ zuversichtlich im Moment, vermutlich liegt das an meinem unfassbaren Sicherheitsnetz aus Menschen, die mir jetzt gerade unheimlich großen Support geben, obwohl ich die letzten Monate in keinster Weise für sie da war (weil ich einfach nicht konnte).
Ich versuche mich im Moment sehr dazu zu bewegen, wieder häufiger als 0-1 Mal am Tag meinen Blutzucker zu messen. Oft vergesse ich meine Utensilien noch zu Hause oder denke einfach nicht daran, alles mitzunehmen. Meine Fingerchen konnten sich in den letzten Monaten so sehr erholen, dass das Pieksen zur Zeit sogar wieder ein wenig schmerzt. Aber es wird, glaube ich. Schritt für Schritt. Messen, korrigieren. BE-Tests oder Ähnliches gehen jetzt gerade noch nicht, aber die Hauptsache ist doch erst einmal, dass ich wieder damit angefangen habe, mich um MICH zu kümmern. Ich schäme mich nicht dafür, warum sollte ich auch? Ich bin einfach nur froh, es rechtzeitig erkannt zu haben und jetzt alles in die Wege geleitet zu haben, damit es mir endlich wieder besser gehen kann. Es geht mir nach wie vor nicht gut. Es macht keinen Spaß, mit jedem Professor in der Uni einzeln darüber zu reden, was los war und warum ich nicht so konnte wie die anderen.
Jetzt komme ich also mit Diabetes und Depression im Gepäck. Und auch damit werde ich irgendwie arbeiten können.
Ich habe diese Woche einige Menschen darüber informiert, warum ich mich so lange nicht bei ihnen gemeldet habe. Mit den fürsorglichen Antworten, die ich bekommen habe, habe ich nicht gerechnet. Und damit möchte ich den Blogpost auch langsam zum Ende kommen lassen. Sie alle sagten mir unter anderem, dass es bergauf gehen wird, dass es wieder besser werden wird. Und ich weiß, dass es so sein wird.


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Sonntag, 26. April 2015

Immer wieder sonntags... Grüße!

Halli, hallo, hallöchen!

Liebe Grüße aus der schönen Schweiz. Dieses Wochenende war ich wieder mit einigen anderen Bloggern aus ganz Europa Teil des #mylifeDN-Meetings. Heute reisen wir wieder ab - es waren ereignisreiche Tage hier. Unter anderem haben wir die Produktionsstätte der Ypsopump besucht - it's getting real! Sie kommt. Außerdem hatten wir viele spannende Diskussionsrunden und haben so einiges erlebt. Wenn ich es zeitlich schaffe, werde ich in den nächsten Tagen einen kleinen Endbericht schreiben.
Und sonst so?

|Gesehen| Sabrina the teenage witch, Mad Men, Adventure Time
|Gelesen| Bachelorarbeitskram
|Gehört| Notorious B.I.G., Drake, Kendrick Lamar, Portishead
|Gegessen| Sandwiches am See, Fenchel, ziemlich gute Croissants
|Getrunken| Wasser, Bier, Wein, frischen Saft
|Getan| Bücher geschleppt, Bibliotheken besucht, in die Schweiz geflogen, gewandert, viele Fotos gemacht
|Gedacht| die mit den Beulen am Kopf kommt immer in das Zimmer mit dem Pfosten. :D
|Gefreut| über die wunderschöne Landschaft in der Schweiz und ein Wiedersehen mit vielen guten Menschen
|Geärgert| über ganz viel unnötigen Kram
|Gewünscht| kann ich noch ein Bisschen länger bleiben?
|Gekauft| Schweizer Schokolade, Insulin am Flughafen (hab meinen gesamten Supply zu Hause in Berlin vergessen...)
|Geklickt| durchs Republica-Programm, ansonsten gab es nicht viel zu sehen diese Woche.


Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche begleiten, ein Foto ist schneller gepostet :)

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Sonntag, 19. April 2015

Immer wieder sonntags...

Moin!
Bevor ich gar kein Lebenszeichen mehr gebe, will ich immerhin den Sonntagspost nicht vernachlässigen.
Gehts euch gut? Mir so lala, ich merke den Stress körperlich sehr im Moment, bin auf meinen Diabetologentermin morgen sehr gespannt.
Ansonsten laufe ich zur Zeit wieder regelmäßig, was mir gut tut, und ich entsafte viel.
Was noch?

|Gesehen| Death Note, Sabrina the teenage witch
|Gelesen| Weiterhin Bücher zu meiner Bachelorarbeit
|Gehört| Tops, Mandy More, Leon Bridges, Kendrick Lamar
|Gegessen| grünen Spargel, Ricottaklösschen, Knödel, gebackenen Feta, viel Salat
|Getrunken| Wasser, Bier, Saft
|Getan| zwischen sämtlichen Bibliotheken Berlins hin- und hergefahren, gelesen, in der Uni abgehangen, gelaufen
|Gedacht| Hoffentlich überstehe ich irgendwie die nächsten sechs Monate.
|Gefreut| über die Sonne in Berlin und neue Anziehdinge
|Geärgert| über mein noch unperfektes Zeitmanagement
|Gewünscht| dass sich meine Werte mit meinen Zeitplänen vertragen
|Gekauft| Essen, Frühlingsklamotten in sommerlichem Schwarz
|Geklickt| durch sämtliche Bibliothekskataloge
|Geschrieben| kein Blogpost diese Woche!

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Lecker Spargel!

Mein Alltag im Moment

Blumen im Fahrstuhl

Saft!

Laufstrecke

Sonntag, 12. April 2015

Öfter mal wieder sonntags...

Moin,

und einen schönen Sonntag wünsche ich euch! Alles gut?
Puh, bei mir ists grade ganz schwierig. Diese Woche verbrachte ich mit ausdrucken, lesen, ausdrucken, lesen, genervt sein, prokrastinieren und mir Gedanken machen. So ne Bachelorarbeitszeit halt. Einen geregelten Bachelorarbeitsalltag habe ich immernoch nicht, aber vielleicht beginnt der endlich mit den Kursen, die nächste Woche starten. Ich bin zwischendurch immer mal kurz ausgeknocked, sei es wegen Magen-Darm-Krankheit, Reiseblues, blöden Blutzuckerwerten, Heuschnupfen oder dem immer stattfindenden Gedankenwust in meinem Kopf. Da konzentriert zu bleiben, fällt mir momentan sehr schwer.
Ansonsten ist alles wie immer. Ich hätte nur wieder große Lust zu Laufen, jetzt, wo das Wetter so gut und alles um uns herum grün geworden ist. Vielleicht muss das ja in meinen Bachelorarbeitsalltag integriert werden!

Was noch?



|Gesehen| Sex & The City, Paddington (der Film), Louie
|Gelesen| Texte für die Bachelorarbeit, und noch mehr davon.
|Gehört| Janelle Monáe, The Cure, Kate Nash, Serge Gainsbourg
|Gegessen| Brownies! (Ich hab diese hier gemacht, nur mit Süßkartoffel statt Kürbis), viel gutes Frühstück, dänisches Softeis, Tofubolognese
|Getrunken| Wasser, Bier, Tee
|Getan| gelesen, prokrastiniert, gebacken, geschlafen, krank gewesen, Urlaubsblues gehabt
|Gedacht| Mit nem guten Frühstück startet der Tag!
|Gefreut| über Brownies und Essens-Mitbringsel
|Geärgert| über die Werte, diese Woche wirklich
|Gewünscht| dass es nicht zu schnell zu warm wird
|Gekauft| Essen.
|Geklickt| Tweetdeck, ansonsten nicht so viel.
|Geschrieben| nüscht! :D

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Dienstag, 24. März 2015

Meine Bachelorarbeit hat angerufen und sie möchte gerne, dass ich an ihr arbeite.

Moin!

Vielleicht wird's in nächster Zeit manchmal stiller hier. Nö, ich bin nicht weg, wo denkt ihr hin? :D Ich widme mich allerdings nur mal eben die nächsten sechseinhalb Monate meiner Bachelorarbeit! :O Deswegen bin ich zum Beispiel leider dieses Jahr auch nicht beim Lauf zwischen den Meeren dabei.

Demnächst zeig ich euch noch die Bilder meiner Serie zum Thema Diabetes und beglücke euch noch ein wenig mit frischen Säften. Außerdem versuche ich es natürlich anders als alle anderen zu machen und hoffe insgeheim, dass die nächsten Monate durchgeplanter und weniger anti-sozial, als bei meinen ehemaligen MitkommilitonInnen werden und ich auch mal Zeit für nen Blogpost dazwischenschieben kann, wenn ich das möchte.

Achso, und im Mai wartet vermutlich noch was Spannendes auf uns. Ihr konntet es vielleicht schon auf dem ein oder anderen Blog lesen, dass Bente und ich da was planen... :) Da berichte ich natürlich selbstverständlich drüber, sobald es los geht!

Und dann war ja auch noch ein Blogumzug geplant... hachja. Die Zeit, meine Lieben, die Zeit!!!

Bis dahin, meine lieben Krankheits-Buddies -

Drückt mir die Däumchen, dass ich meinen Weg durch das Chaos finde! x


Donnerstag, 12. März 2015

Zwei Jahre!

Hallo!

Heute ist der 12. März 2015, und heute vor zwei Jahren erhielt ich meine Diabetes-Diagnose.
Ich feiere diesen Tag, weil mich ab da ein neues Leben erwartet hat. Es hat alles auf den Kopf gestellt. 
Zwei Jahre, die so schnell an mir vorbeigezogen sind, dass ich erst einmal tief Luft holen muss.

In diesen zwei Jahren habe ich unheimlich viel über mich selbst und meine Krankheit gelernt. Ich hatte das Glück, tolle Menschen kennen zu lernen, die ich mir inzwischen nicht mehr aus meinem Leben wegdenken möchte und Dinge zu erleben, die mir vor diesem Datum nie passiert wären. Zwei Jahre schon schreibe ich all meine Gedanken und Erfahrungen in diesen Blog und bin dadurch im Austausch mit Menschen auf der ganzen Welt. Und inzwischen ist das Thema auch in meinen fotografischen Projekten angekommen.
Für mich ist mein Leben mit Diabetes inzwischen "normal" geworden, ich lebe nicht anders, als ein "gesunder" Mensch. Und meistens fühle ich mich nicht krank. Meistens. (heute morgen zum Beispiel wiederum schon, ich bin mit 399mg/dl aufgewacht, hatte schon beinahe vergessen, dass ich so hoch kommen könnte und fühlte mich entsprechend zum Kotzen)

Ich werde gleich mit meiner lieben Freundin frühstücken gehen und später noch in ein Flugzeug steigen; wohin, erzähle ich euch die Tage :)


Danke, dass ihr mich hier auf meinem Weg begleitet.

&

Ich danke allen, die bei meiner Diagnose beteiligt waren - Frauenärztin, Hausärztin und Dia-Beraterin. :D
Danke an die lieben Menschen um mich herum, die mich so annehmen und unterstützen, wie ich bin.
Danke an meine zwei tollen Fotografen-Kollegen mit Typ 1, die mir immer zeigen, dass mit Diabetes alles möglich sein kann (, z.B. auch in der Ukraine mitten im Geschehen fotografieren).
Und danke fürs Insulin, Herr Banting.


Auf viele weitere bunte Jahre!

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Montag, 9. März 2015

Immer wieder montags... oder so

Moin!

FRÜHLING!




















Okay, zurück zum Alltag. Im Moment fällt es mir schwer, den Alltag als das anzunehmen, was er ist: Vorlauf zur Bachelorphase. Das macht mir wirklich zu schaffen. Noch dazu wurde das komplette Semester-System auf den Kopf gestellt - die Bachelorphase dauert bis Ende September. Das heißt Bachelor zum Frühling, Bachelor zum Sommer, Bachelor zum Geburtstag, alles Gute! Dass es den ganzen Sommer einnehmen sollte, war nicht geplant und nervt mich tierisch.
Der Diabetes läuft gerade so nebenbei. Ich glaube sogar ganz okay, aber eigentlich würde ich mich gerne mal der Analyse meiner Werte widmen. Und noch etwas forschen, wegen dem Umkippen in der Dusche. Im Herbst dann, vielleicht.
Und obwohl mich die ersten Sonnenstrahlen gerade sehr glücklich machen und die nächsten Wochen viele tolle Dinge passieren werden, kann ich mich nicht so richtig freuen, weil irgendwie so vieles mitschwingt...

Was ist denn sonst so gewesen?


|Gesehen| Full Metal Alchemist Brotherhood, Regular Show, Sex & The City
|Gelesen| Bachelordinge
|Gehört| Action Bronson, Helium, Will Butler, Diana Ross, Madonna
|Gegessen| Lasagne mit Spinat, japanischer Schokokuchen, Hot Dogs
|Getrunken| Wasser, Bier, Cosmopolitans, Kaffee, Tee
|Getan| versucht, in meinen Alltag zurück zu kommen, aufgeräumt, Sonne genossen, geschlafen und endlich wieder gelaufen!
|Gedacht| Hallo, ich bin Tine und ich bin jetzt offiziell als Letzte im jahr 2015 angekommen!
|Gefreut| über die Sonne und den Frühling, obwohl ich meinen Wintermantel noch nicht beiseite legen möchte.
|Geärgert| über die Änderung im System.
|Gewünscht| dass am Ende niemand weint.
|Gekauft| no money, no buys.
|Geklickt| Tweetdeck

Und Neu:
|Geschrieben| Abfinden vs. Annehmen

Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche begleiten, ein Foto ist schneller gepostet :)

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Lasagna, Lasagna






Kuchen!
Endlich wieder laufen!

Frühstück.

Montag, 2. März 2015

Abfinden vs. Annehmen - der Spaß geht weiter

Moin ihr, die Frau Oberlehrerin ist wieder da!

Bald muss ich mich verstecken, weil ihrs nicht mehr lesen könnt xD
Inzwischen wisst ihr ja bereits, dass manche Worte viel stärkere Bedeutungen haben, als wir vielleicht auf den ersten Blick denken und dass es mir besonders wichtig ist, dass wir Menschen mit Diabetes da auch mal drüber nachdenken und reflektieren, vor allem seit der Diskussion zum Thema Diabetes in den Medien beim Type 1 Day in Berlin vergangenen Januar.

Ich hatte selbst schon drüber geschrieben, was teilweise von euch sehr kritisch gesehen wurde. Außerdem habe ich mehrfach auf Renzas Blogposts (englisch!) aufmerksam gemacht, weil sie schon öfter darüber gesprochen hat, warum es wichtig ist, mal über die Bedeutung mancher Worte nachzudenken und sie vielleicht so nicht mehr so zu benutzen, wie man es gewohnt ist (man kann sich halt auch Mist angewöhnen!). Und zu guter Letzt kann sich jeder 24/7 bei den Leidmedien, einem großartigen Projekt der Sozialhelden, schlau machen.

Wer nicht drüber nachdenkt, darf sich echt nicht beschweren. 

Ich weiß, viele von euch sagen sich: Ich hab andere Probleme, was interessieren mich Bedeutungen von Worten? Aber beschwert euch dann bitte nicht, wenn der nächste schlecht verfasste Artikel zu einem Menschen mit Typ-1-Diabetes in eurer Tageszeitung steht oder sich Hänsel im Film Insulin spritzen muss, weil er als Kind zu viele Süßigkeiten von der Hexe bekommen hat . Das hängt im großen Medienuniversum alles irgendwie miteinander zusammen.

Heute wollte ich euch sehr gerne mal ein Beispiel aufzeigen und ich denke, an diesem sieht man relativ klar, was hinter Worten steckt. Und wahrscheinlich werdet ihr den Unterschied sehen, mir aber vielleicht auch nicht in allen Punkten zustimmen. Das ist voll okay, hört bitte auf immer zu denken, dass Diskussionen etwas Schlimmes sind! Lasst uns in eine Diskussion mit verschiedenen Meinungen starten und endlich mal drüber reflektieren! Ich würde mich freuen.

 
Abfinden (Ich habe mich mit meinem Diabetes abgefunden) vs. Annehmen (Ich habe meinen Diabetes angenommen)

ab|fin|den
  1. durch eine einmalige Geldzahlung, Sachleistung für etwas [teilweise] entschädigen
    1. sich einigen, vergleichen
    2. sich mit jemandem, etwas zufriedengeben; sich in etwas fügen 


an|neh|men
    1. etwas [gerne, ohne Bedenken] entgegennehmen, nicht zurückweisen
    2. mit etwas einverstanden sein, mit etwas übereinstimmen
    3. übernehmen
  1. seine Zustimmung geben, billigen
    1. sich etwas zu eigen machen, zulegen
    2. verblasst in Verbindung mit Substantiven, drückt aus, dass sich etwas in bestimmter Weise verändert, entwickelt
    1. aufnehmen, zulassen
    2. (umgangssprachlich) adoptieren
    3. (Zoologie) ein neugeborenes Junges als eigenes ansehen und ein entsprechendes Verhalten zeigen
  2. eindringen, haften lassen
    1. vermuten, meinen, glauben
    2. voraussetzen
  3. sich um jemanden, etwas kümmern
  4. (Sport) den zugespielten Ball in seinen Besitz, unter Kontrolle bringen
(danke, Duden.)


Ich weiß gerade ehrlichgesagt gar nicht, ob ich das jetzt erst mal so stehen lassen und gucken soll, was ihr dazu sagt, oder ob ich direkt meinen Senf zugeben soll.
Okay, heute mal kurz und knapp: Ich will mich nicht dem Diabetes fügen müssen, ich will ihn mir zu eigen machen, zulassen, mich drum kümmern, mich weiterentwickeln und es unter Kontrolle bringen. Macht Sinn, oder?

Lassen wir das für heute mal so stehen. 
Ich hoffe, ihr versteht meinen Gedankengang.

Danke für die Inspiration, R. :)

Bis bald!
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Sonntag, 1. März 2015

Immer wieder sonntags...

Moin zusammen!

Ich hoffe, euch geht es gut und ihr genießt das Wochenende. Meins bestand bisher zum Großteil aus Regale aufbauen. Jetzt bin ich ziemlich durch. Manchmal wünschte ich, es gäbe auch für meine Körperteile einen Ersatzteilautomaten xD Aber hey - endlich wieder Fußboden, endlich ein zu Hause für meine ganzen Bücher und all den Kram, der so rumflog (die letzten zwei Jahre...)! Heute werde ich mich noch ein wenig mit dem Einräumen beschäftigen aber meinem Körper definitiv ein wenig Ruhe gönnen.
Es ist schon wieder März, Leute, März! Diesen Monat kommt noch ein spannendes Event auf mich zu, und im April beginnt dann schon offiziell meine Bachelorphase. Es gibt noch einiges vorzubereiten und zu überlegen und wenn ich nur an diese Zeit denke, krieg ich ganz weiche Knie und dolles Herzklopfen. Nachdem ich bei Diabetes und Sport von der neuen Medtronic-Pumpe gelesen habe, musste ich zum ersten Mal seit einer Weile wirklich wieder über die Pumpe nachdenken. Schwieriges Thema.

Was war diese Woche sonst so los?

|Gesehen| Guardians of the Galaxy, Fullmetal Alchemist Brotherhood, Flight of the Conchords, Lego Movie, Big Hero 6
|Gelesen| Blogposts, ZEIT, zu viel zu lange auf Twitter
|Gehört| Unknown Mortal Orchestra, D'Angelo, Beyoncé, Anamanaguchi
|Gegessen| Pizza, Eis, Nudeln, Tom Kha Gai, Zimtschnecken, Rote Beete - diese Woche war gut :D
|Getrunken| Wasser. Wein. Saft. Und ne Capri Sonne.
|Getan| Umgekippt, meine Beule begrüßt, Umgeräumt, den #dedoc Tweetchat moderiert, geputzt, Kram besorgt, Regale aufgebaut
|Gedacht| Der März wird ganz cool!
|Gefreut| Endlich Regale!
|Geärgert| über meinen kleinen Zwischenfall
|Gewünscht| dass der März wirklich cool wird.
|Gekauft| Regale. Essen. Mädchentraube.
|Geklickt| Tweetdeck, IKEA.de

Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche begleiten, ein Foto ist schneller gepostet :)


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hmmm
Wichtig für die Heilerdemaske ist definitiv der Lippenstift!


Sonne in Berlin - Feb 2015

Happy Juicing!
Ersatzteilautomat.



Dienstag, 24. Februar 2015

Über Ohnmacht, Beulen und die Angst.

Moin ihr!


Ich hatte gestern ein etwas angsteinflößendes Erlebnis im Badezimmer.
Nachmittags stand ich unter der Dusche, als mir schrecklich schwindelig wurde. So ein Gefühl hatte ich noch nie. Ich ging direkt raus aus der Wanne (haben ne klassische Wannendusche) und rief meinen Freund um Hilfe. Er kam, ich erzählte, wir schlussfolgerten und daraufhin rannte er wie ein Gestörter durch die Wohnung auf der Suche nach Süßkram. Zurück kam er mit einer angefangenen Rolle Traubenzucker, die ich direkt verschlang, während ich auf dem Badezimmerboden kniete. Es ging langsam etwas besser, er ging erneut auf die Suche nach Süßkram, ich rief: "Nimm doch einfach deine Cola, verdammt!" (, aber die war leer... ).

Weil ich so schwach war, setzte ich mich kurzerhand auf die Wannenkante und ehe ich mich versah, wurde mir alles schwarz vor Augen. Scheiße, ich wurde ohnmächtig. Aufgewacht bin ich dann in der Wanne liegend, die Füße oben über der Kante, andere Hände an meinen Händen, während ich meinen Namen immer wieder gehört habe. Das war wie an die Wasseroberfläche zu tauchen, aber in einem bunten, lauten, düsteren, verwirrenden Trip.
In einen Bademantel gewickelt hab ich mich erstmal hingelegt, und dann meinen Blutzucker gemessen: 237mg/dl. Keine Pointe.

Ich habe keinen Schimmer, ob das ne Unterzuckerung war oder nicht. Mit einem Libre oder einem CGM könnte ich das jetzt feststellen, verrückt, oder? Ich meine, der Blutzucker kann ja wegen 1000 Dingen 237mg/dl hoch sein. Adrenalin, wirkender Zucker, UZ, keine UZ, wer weiß das im Nachhinein schon?
Jetzt habe ich eine blöde, richtig fette, schmerzhafte Beule am Hinterkopf und ein paar Prellungen im Rücken-Rippenbereich. Außerdem gabs gratis dazu noch ein richtig ungutes Gefühl und irgendwie ein wenig mehr Angst, als vorher. Angst davor, was alles so passieren kann. Sie liegt wie ein schwarzer Matschfleck direkt zwischen meinen Rippen.
Task 1 nach dem Vorfall wird definitiv erst einmal sein, eine gut sichtbare Hypo-Ecke in der Wohnung einzurichten. Wo ist die denn bitte in den letzten Monaten hingekrochen? Ich hatte doch immer alles da?! Joa, aber wenn man halt nie Hypos hat, eigentlich, dann gerät das halt doch in Vergessenheit. Gleiches bei allen, die so mit einem zusammenwohnen. Passiert nie was, ist man im Ernstfall nicht vorbereitet und hat viel mehr Panik, als vielleicht sein müsste. Jetzt bin ich definitiv wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen und ich habe keine Lust, so etwas bald nochmal zu erleben.

Hmm.
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