Dienstag, 8. August 2017

Der Status Quo

Wie geht's euch? Es ist endgültig Sommer, und wie immer bedeutet das hier bei uns in der Community ein Bisschen Leerlauf, Sommerpause. Und die Bundesliga geht wieder los (dass ich solche Dinge mal wissen würde, hätte ich auch nicht gedacht). Im Moment arbeite ich viel, bin ein wenig gestresst und kann meinen kleinen Urlaub im September kaum erwarten. Dazu kommt, dass ich viel mit meinen Blutzuckerwerten kämpfe, in beide Richtungen. Esse ich nichts, geht alles klar. Ne Lösung ist das allerdings nicht. Esse ich, ist das Chaos fast vorprogrammiert. Aber irgendwie hat grade alles eine komische Wirkung auf meinen Blutzucker. Keine oder zu viel oder zu wenig. Woran liegt das? Sind es Nachwirkungen der Pille?

Vielleicht liegt es tatsächlich an meinen aktuellen Zyklen ohne die Pille. Man sagt ja, es dauert ungefähr zwei Jahre, bis sich der Körper nach der letzten Pilleneinnahme regeneriert hat. Auch bei Katharina ist das gerade Thema. Ich bin nun fast ein Jahr runter von dem Zeug, und immer noch sehr froh darüber, dass ich den Schritt im letzten Jahr gewagt habe. Es war mit Sicherheit eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Dennoch, nur mit dem Absetzen ist es an dieser Stelle offensichtlich leider nicht getan. Ich habe zum ersten Mal schmerzhafte Perioden, und zum ersten Mal seit Ewigkeiten das Gefühl, dass wirklich auch mein Blutzucker von meinen Hormonen beeinflusst wird. Dagegen tun kann ich erstmal nicht viel, außer beobachten, notieren, korrigieren und nicht aufgeben. Dass ich mich mehr und mehr mit Menstruationstassen auseinandergesetzt habe, hilft ein Bisschen (Wenn ihr da Fragen dazu haben solltet, könnt ihr euch gerne an mich wenden. Ich bin inzwischen Profi.), aber löst nicht alle meine momentanen Probleme.
Egal, ich bereue das Absetzen nicht. Nur könnte der Alltag langsam mal angenehmer sein.

Und während Fußballfreunde wohl den ersten Statistiken entgegenfiebern, muss ich mich fragen, wie ich meine eigenen Statistiken möglichst wieder unter Kontrolle bekommen kann. Wie schon gesagt, ich beobachte, ich notiere und korrigiere. Aber ich frage mich: Wie viel können wir selbst leisten? Jeder Zyklus verläuft im Moment anders. Mal bin ich während meiner Periode super insulinempfindlich, mal wirkt das Insulin wie Wasser und ich komme nicht mehr runter von den hohen Gipfeln. Am Liebsten würde ich mich aktuell einfach an ein Closed-Loop-System anschließen lassen und mich um nichts weiter mehr kümmern müssen. Ich kann eben nur so viel tun, um meinen Blutzucker irgendwie halbwegs im Zaum zu halten. Ich kann mich nicht 24 Stunden am Tag damit auseinander setzen. Dafür reichen meine Ressourcen und Kapazitäten nicht. Ich kann nur hoffen, dass mein Körper sich irgendwann entscheidet und alles etwas vorhersehbarer wird.

Aber, haha, seit wann entscheidet sich der Diabetes für Vorhersehbarkeit?