Moin, meine Lieben!
Aus aktuellem Anlass machte ich mir die letzten Tage ein paar Gedanken. Nach einer kleinen Diskussion in einer der bekannten Facebook-Gruppen zum Thema Diabetes wurde ich privat von einer jungen Dame angeschrieben. Sie beschwerte sich bei mir, war genervt davon, dass ich den Diabetes anscheinend durch eine "rosa Brille" sehe. Sie sagte mir, dass Diabetes verdammt nochmal eine Krankheit ist und das Leben damit sehr qualvoll enden wird. Man kann noch so gut damit umgehen, es werden höchstwahrscheinlich immer Folgeschäden auftreten. Sie kann dem Ganzen absolut nichts Gutes abgewinnen. Neulinge würden generell auch viel zu positiv damit umgehen. Okaaay...
Ich wollte mit ihr an dieser Stelle ersteinmal nicht weiter diskutieren, da ich den Eindruck hatte, dass sie in ihren Meinungen sehr gefestigt ist.
Dennoch möchte ich es euch als Diskussionsgrundlage geben und mir weiter dazu meine Gedanken machen.
Bei mir ist die Diagnose nun etwas über ein Jahr her, ich zähle also vermutlich noch zu den Neulingen, kenne aber mittlerweile Diabetiker, die haben schon über fünf, zehn oder schon über 20 Jahre lang diese Krankheit an ihrer Seite. Das sind definitiv keine Neulinge mehr. Natürlich geht der Gedanke an Folgeschäden immer mit auf unseren Wegen, egal, wie lange der Diabetes schon mit dabei ist. Dennoch versucht jeder von uns die Krankheit zu akzeptieren und sie als Teil des Lebens zu sehen, mit all ihren Problemen und Situationen.
Sollte es mir als Neuling, die 22 Jahre lang ohne Krankheit gelebt hat, nicht viel schwerer fallen, mein neues Leben zu akzeptieren? Und verdammt - trotzdem freue ich mich meines Lebens. Scheiße :D Wenn ich jetzt erzähle, dass ich damit sogar gut lebe, nach wie vor nicht den Spaß und die Leidenschaft am Kochen verloren habe und mich davon nicht in meinen Träumen und Plänen beeinflussen lasse, müsste man vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Durch die "rosa Brille" schaue ich nicht. Aber man muss ja auch nicht jeden verdammten Tag an den eigenen Tod denken und darüber philosophieren, wie es einem mit 40, 50 oder 70 vermutlich gehen wird. Und man muss sich erst Recht nicht einschränken und selbst limitieren. Lieber lasse ich es mir gut gehen, versuche meine Therapie so gut wie möglich an mein Leben anzupassen und meine Werte im Auge zu behalten, alles mit regelmäßiger Absprache mit den Ärzten.
Und, hey - trotzdem kann man es auch einfach mal laufen lassen. Ein Jahr auf Weltreise, mal ein halbes Jahr nicht beim Doc, es geht alles, wenn man auf sich hört und auf sich Acht gibt.
Ich finde, es gibt wirklich schlimmere Krankheiten, die einen treffen können. Und ich finde erst recht, dass ich mir davon nicht mein Leben kaputt machen lassen sollte. Ich lebe, ich treibe Sport, ich schlemme, ich reise, ich lache. MIT Diabetes.
Was denkt ihr darüber? Wie lebt ihr mit Diabetes? Findet ihr, ich sehe das alles zu positiv? Müsste ich mich täglich an meinen vermutlich qualvollen Tod erinnern?
Ich bin gespannt auf eure Gedanken, bitte teilt sie mit mir!
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