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Freitag, 1. August 2014

Über den Diabetes bloggen: Gefährlich? Lebensgefährlich?

Moin zusammen!

Nach dem CAMP D habe ich mir in letzter Zeit sehr viele Gedanken gemacht zum Thema bloggen und mit Diabetes online sein.
Es war absolut genial, ein Teil des CAMP Ds 2014 gewesen sein zu dürfen und mit so vielen tollen, engagierten Menschen sprechen zu können. Gleichzeitig fiel mir allerdings auf, dass sich die wenigsten online über ihren Diabetes austauschen, wissen, dass man in Blogs seine Erlebnisse und Erfahrungen mit anderen Teilen kann und bei "uns" in der #dedoc hier online im Moment sehr viel passiert. Woran liegts?
Auf dem Workshop, den ich auf dem CAMP D besucht habe, bekam ich bereits eine erste Ahnung. Eigentlich ging es darum, wie man sein Tagebuch am besten mit seinem Diabetologen vernetzen kann. Plötzlich stand das Thema Blogs im Raum. Ein junger Herr aus dem Publikum brachte es ins Rollen: Diabetesblogs sind gefährlich, weil sich Patienten potentielle Erfahrungen und Ideen der jeweiligen Blogger für ihre eigene Therapie zu Eigen machen könnten und dann schlimme Dinge passieren könnten. Breites Nicken. Ähm. Hallo, 2014. In der ersten Reihe waren 5 oder 6 Blogs persönlich vertreten. Wir konnten nur schmunzeln.
Die Blogs entstehen, weil Patienten ihre Erfahrungen, Erlebnisse, Ideen und Geschichten mit Diabetes mit anderen Diabetikern teilen möchten, nicht weil wir die regelmäßigen Therapiegespräche mit euren Diabetologen ersetzen oder Sprechstunden unnötig machen wollen. Bente bloggt zum Beispiel, weil sie Diabetikern zeigen möchte, dass Reisen und Typ 1 Diabetes funktioniert! Man muss nur wissen, wie. Oder Ilka & Finn schreiben, weil sie zeigen möchten, dass heutzutage ein fast normales Leben mit der Krankheit möglich ist. Und sie waren lange allein auf weiter Flur.
Das sind Erlebnisse und Geschichten, die euch kein Arzt (vor allem kein Diabetologe, der selber keinen Diabetes hat) geben kann, und es gibt sie hier, online. Nichts, was wir verfassen, sind Therapieempfehlungen für euch. Alles, worüber ich hier schreibe, setzt sich aus meinen eigenen Erlebnissen und Erfahrungen zusammen. Unsere Blogs sollen, wollen und dürfen keine medizinischen Ratschläge geben. Und selbst wenn sie sie geben dürften und würden: Würdet ihr einfach so ohne Absprache mit eurem Diabetologen eine Methode an euch anwenden, die ihr auf einem Blog aufgeschnappt habt? Ich denke ihr verfügt über einen gesunden Menschenverstand. Hier gehts um Austausch, um gleich sein, ums Teilen und gemeinsam Ähnliches erleben. Hier gehts um uns, um das #WIR.

Was meint ihr? Woran liegt es, dass der Onlineaustausch vielleicht so verpöhnt ist? Wir machen mittlerweile alles online - warum nicht über unsere Krankheit sprechen?


:)

1 Kommentar:

  1. Also ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das der wirkliche Grund ist sich nicht im Web auszutauschen. Mir klingt das eher nach einer vorgeschobenen Begruendung. Ich habe eher den Verdacht, dass nach wie vor grosse Scheu davor besteht sich ueber das Internet zu "outen" mit so einer persoenlichen Geschichte wie Diabetes.
    Mir ist es viel angenehmer, meine Umwelt, weiss was ich habe und es waere mir viel zu anstrengend mich zu verstecken. Im Gegenzug kann ich zeigen, dass ich an allem teilnehmen kann und das ohne Probleme. So gerade wieder erlebt, als ich in meiner neuen Firma angefangen habe. Alles ganz normal.

    Mir persoenlich haben die Blogs sehr geholfen, das alles zu akzeptieren und damit umgehen zu koennen. Eben weil hier Menschen ihre praktischen Erfahrungen im taeglichen Leben mitteilen und zeigen, dass es funktioniert.
    Kein vernuenftiger Mensch laesst sich seine Therapieentscheidungen uebers Internet abnehmen und ich denke, das Menschen die in der Lage sind Diabetes zu managen auch in der Lage sind sich im Internet auszutauschen ohne darueber den Link zu ihrem Diadoc zu vernachlaessigen oder gar Therapieaenderungen auf anraten wildfremder Menschen vorzunehmen, deren fachlicher Background oft nicht bekannt ist.

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