Mittwoch, 29. Oktober 2014

Hier hat sich das keiner ausgesucht...

Typ 1, Typ 2, Typ x. Diabetes kommt in vielen Formen und Farben. Ich lese immer wieder in Facebook-Gruppen und sonstigen dunklen Ecken des WWW, dass sich Menschen mit Typ-1-Diabetes über Menschen mit Typ-2-Diabetes aufregen und sie öffentlich diskriminieren. Und ich möchte heute mal was klarstellen und hau es direkt raus:
KEINER HAT ES SICH AUSGESUCHT.

Diabetes kommt schleichend und unbemerkt und niemand hat ihn vorher persönlich zu sich eingeladen.
Wir sollten dringend aufhören, unsere Typen gegeneinander auszuspielen, unseren Typ als den "besseren" darzustellen oder Menschen mit einem anderen als unserem eigenen Typ Diabetes öffentlich zu diskriminieren.
Stattdessen sollten wir an einigen Punkten arbeiten:

1. Weiter sachlich und nicht wertend aufklären.
Wenn wir anderen von unserem Diabetes erzählen, können wir die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Typen aufzeigen, von Alltag berichten, Fragen beantworten.

2. Menschen mit Typ 2 nicht die Schuld in die Schuhe schieben.
Genauso wie wir uns das nicht ausgesucht haben, haben sich das Menschen mit Typ-2-Diabetes auch nicht ausgesucht. Schaltet mal euer Gehirn an, bevor ihr den Mund aufmacht oder in die Tasten haut. Und Menschen mit Typ-2-Diabetes können übrigens auch nichts dafür, dass sich die Nicht-Diabetiker in eurem eigenen Umfeld nicht mit Diabetes auskennen und deshalb falsche Aussagen machen. Da kann keiner was dafür, vielleicht allerhöchstens ihr selbst, weil ihr nicht genug aufklärt -> Siehe Punkt 1.

3. Gemeinsam handeln.
Es gibt rund 350.000 Menschen mit Typ 1 in Deutschland und ungefär 7 Mio. Menschen mit Typ 2. Für beide Typen gelten teilweise unterschiedliche Ziele in Therapie und Leben, teilweise ähnliche - aber nur, wenn wir versuchen, uns in eine gleiche Richtung zu begeben und zusammenzuschließen, anstatt uns gegenseitig zu diskriminieren, können wir uns Gehör da draußen verschaffen, was wichtig ist.

Bin gespannt, was ihr dazu sagt.
In diesem Sinne, bis bald!
 


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Montag, 27. Oktober 2014

Unsichtbar/ Gar nicht so unsichtbar... oder einfach mal das glatte Image glattes Image sein lassen und Mensch werden

Grün gepunktete Menschen mit Diabetes?
Gibts nicht :D
Foto von mir beim Spritzen: Kaspar Achenbach,
grüne Punkte von mir :)
Wenn ich erzähle, dass ich Diabetes habe, kommt meistens von meinem Gegenüber der Satz:"Echt? Du siehst gar nicht so aus!". Wie sieht man denn mit Diabetes aus? Grün gepunktet, blau gestreift oder mit ganz ganz kleinen Mündern? Soll man damit auffallen, womöglich noch ein Warnschild um den Hals tragen? Echt mal, Diabetes sieht man einem Menschen eben nicht einfach so an. Das beginnt schon, bevor man überhaupt die Diagnose erhalten hat. Diabetes schleicht sich ungefragt in dein Leben ein, egal ob Typ 1 oder 2. Ich habe über drei Monate mit den Symptomen gelebt und sie in mein Leben integriert, bevor ich langsam (als letzte Person in meinem Umfeld) skeptisch wurde und zum Arzt ging. Die Symptome sind unsichtbar. Man sieht halt einfach nicht krank aus. Und jetzt kann man es die meiste Zeit immernoch nicht sehen. Es ist unsichtbar, aber wenn ich mich nicht richtig therapiere, kann es zu fiesen Komplikationen kommen.
Manchmal, für eine kurze Zeit, wird es sichtbarer. Wenn ich zum Beispiel meinen Blutzucker messe oder mir Insulin spritze.  Hätte ich eine Pumpe, wäre es noch ein wenig sichtbarer. Manche sind strikt gegen Pumpen, weil sie nach Außen hin nicht krank aussehen wollen. Aber ganz ehrlich, wer ist heutzutage eigentlich nicht irgendwie krank oder hat irgendwas? Ich kenne niemanden, der nicht irgendeine Nahrungsmittelunverträglichkeit, ständige Erkältung, Knie- oder Handgelenksprobleme, Rückenprobleme, schlechte Augen, schlechten Schlaf, Depressionen oder sonst irgendwas hat. Wir wollen nach außen hin immer unser perfektes glattes Image wahren und können so nie wir selbst sein, nur allein unter unserer Decke, das ist doch traurig. Ich will keine glatten Oberflächen. Ich will bergige Hügel voller Geschichten, die es zu erforschen gilt und mit denen man kommunizieren kann. Ich will, dass mich die Menschen um mich herum so akzeptieren, wie ich bin. Und ich möchte sie so akzeptieren, wie sie sind. Sie sollen ganz offen mit mir sein und ich versuche, so offen wie möglich mit ihnen zu sein. Und wenn das nicht funktioniert, dann interessieren mich diese Menschen einfach nicht großartig. Ist doch viel cooler, zu zeigen, dass man mit einer Krankheit leben kann und aktiv sein kann, als die Krankheit nach außenhin zu verstecken. Wir als Menschen mit Diabetes können das auch echt als Stärke nutzen! Wir sind selbstständig, arbeiten 24/7, kennen uns mit den Inhaltsstoffen in unserem Essen aus und sind Experten im Wissen zu Insulin und co - und werden dafür nicht einmal bezahlt.
Ein Freund von mir hat Thrombose, und er hat es mir erst dieses Wochenende erzählt. Ich wusste gar nicht so viel darüber, aber jetzt weiß ich wieder ein wenig mehr und ich danke ihm dafür, dass er es mir erzählt hat. Und Thrombose kann man auch nicht sehen.

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Sonntag, 26. Oktober 2014

Immer wieder sonntags...

Hallo!

Eine stressige Woche geht zu Ende mit einem wundervollen Wochenende. Ich war am Wochenende Gast auf dem legendären Community Camp und habe viel zum Thema Social Media & Community von echten Profis gelernt. Der Austausch war super, und mein Kopf ist voll. Heute reichts nur noch für Pizza bestellen und Füße hochlegen.
Ich hoffe, euch gehts gut. Wenigstens spielt mein Blutzucker in solchen Zeiten mit. Da sind wir halt irgendwie doch schon ein Team :)

PS: Bald ist Weltdiabetestag! Wer plant denn, zur Veranstaltung nach Leipzig zu kommen?


|Gesehen| FKA Twigs in concert
|Gelesen| Schiller
|Gehört| Vampyros Lesbos OST, FKA Twigs, David Bowie
|Gegessen| Schokokuchen, schlimmes Food-Court-Essen, Kürbissuppe
|Getrunken| Wasser, grünen Tee, Kaffee
|Getan| viel für die Uni gemacht, oft laufen gewesen, das grandiose Community Camp in Berlin besucht, Ausstellungen besucht (es ist gerade der Europäische Monat der Fotografie hier in Berlin!)
|Gedacht| Ich will mehr wissen.
|Gefreut| über ein superspannendes Wochenende
|Geärgert| mal wieder über mich selbst.
|Gewünscht| dass ich mein neugewonnenes Wissen anwenden kann
|Gekauft| einen Rock, Essen, grünen Tee (Gyokuro)
|Geklickt| Twitter



Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche begleiten, ein Foto ist schneller gepostet :)
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Super selbstgebasteltes Namensschild beim Community Camp in Berlin

Schokokuchen muss manchmal auch als Abendessen herhalten

Leckere Kürbissuppe - Herbst halt, wa?

Immer laufen