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Mittwoch, 1. November 2017

Re: Die Kurve nach der Pizza

Liebe Leute!

Es ist November, der Weltdiabetestag ist um die Ecke. Aber darum soll es heute und hier (noch) nicht gehen. Vergangene Woche postete ich ein Bild auf meiner Blog-Facebookpage und auf Instagram. Es zeigte mein Sensor-Messgerät und eine relativ gerade Linie auf dem Display. Dazu die Zahl 123, welche meinen damaligen Nüchternwert beschrieb. Am Abend zuvor gab es relativ spät Pizza bei mir. Ob die jetzt aus einer Pappverpackung kam, wie jemand unter dem Bild mutmaßte, ob ich sie unterwegs irgendwo im Gehen gegessen habe oder ob ich eben einfach spät abends noch in einem italienischen Restaurant saß, ist an dieser Stelle übrigens wirklich total egal. Fakt ist: Es gab Pizza und das zu relativ später Stunde. Eigentlich mein Absoluter Endgegner, vor allem in dieser Kombination. Vielleicht sogar der Endgegner von vielen von uns. 'Ne Menge Kohlenhydrate, aber auch ein fettiger, eiweißhaltiger Belag sorgen dafür, dass jede Pizza anders zu berechnen ist und jeder von uns selbst jedes Mal neu austarieren muss, wie er sie am ehesten behandelt, um nicht mit schwindelerregend hohen Werten aus dem Ganzen heraus zu kommen.


Egal ob auf Instagram oder auf Facebook, als Kommentar oder Nachricht, eure Reaktionen waren ungefähr gleich: Wie machst du das? Was ist dein Geheimrezept? Wie spritzt du für Pizza?

Eines vorab: Ihr glaubt doch hoffentlich nicht, dass das immer so aussieht bei mir, weil ich euch ein Mal ein tolles Bild meiner Kurve gezeigt habe (weil ich extrem stolz darauf war)? Ich wünschte zwar, dass ich jede Pizza so toll meistern könnte, in der Realität sieht es aber leider oft anders aus. Denn, wie schon gesagt (und es tut mir leid, wenn ich damit jetzt einige Diabetesneulinge demotivieren sollte, aber): Jede Pizza ist anders. Alle Pizzen sind unterschiedlich groß, haben unterschiedlich dicken Boden, sind belegt mit unterschiedlich viel Käse und sonstigen Zutaten und haben teilweise auch Zucker in der Tomatensoße. Von der Pappverpackung einer TK-Pizza bekommt man ja immerhin noch die Nährwerttabelle gratis dazu, aber die Pizza vom Imbiss oder aus dem Restaurant hat diese leider nicht in die obenauf gedruckt. Dazu gesellt sich mein jeweiliger eigener aktueller Zustand. Denn auch, wenn viele DiabetologInnen und DiabetesberaterInnen Menschen mit Diabetes am liebsten immer noch gleich und nach Schema F behandeln wollen, wissen wir, dass eben nicht nur Ernährung und Sport eine große und wichtige Rolle in der Therapie spielen und wir eben nicht alle gleich sind. Meine eigenen Erfahrungen und die, die andere Menschen mit Diabetes mit mir geteilt haben, sprechen Bände. So viel mehr muss bei der modernen Therapie heutzutage beachtet werden. Nicht umsonst arbeiten viele Menschen zum Glück inzwischen daran, Therapie zu individualisieren. Wie habe ich mich die letzten Tage ernährt, wie waren meine Werte über die letzten Tage, wie insulinempfindlich bin ich deswegen im Moment und wo in meinem Zyklus befinde ich mich eigentlich gerade? Das alles sind auch Dinge, die eigentlich im Alltag beachtet werden müssen, damit eine gute Therapie gewährleistet werden kann. Und jetzt mal Hand aufs Herz: Wer trackt das alles im Alltag und schafft es, all diese Dinge in seiner Therapie unter einen Hut zu bringen und trotzdem noch ein Leben zu haben?

Aber nochmal zurück zu dem, was ich eigentlich sagen wollte: Puh, Leute! Fragt mich bitte nie nach Spritz-Anleitungen! Ich dachte wirklich, wir sind darüber hinaus. Ich habe nie verstanden, wie Menschen mit Diabetes sich im Internet unter Bildern von Kuchen oder Pizza erzählen, wie viel sie dafür jeweils spritzen würden und andere das teilweise einfach so leichtsinnig übernehmen. Leute, das kann ganz schnell gefährlich werden! Macht euch das bitte bewusst. Das sind Dinge, die ihr zum Beispiel mit euren DiabetologInnen und DiabetesberaterInnen besprechen könnt, wenn sie euch im Alltag bewegen. Fragt sie beim nächsten Besuch, was sie euch zum Thema Pizza raten können, erzählt von euren Erlebnissen und tastet euch dann immer wieder ran. Aber ich bin keine Diabetologin. Ich kenne mich mit meinem eigenen Diabetes ganz gut aus, wage ich jetzt zu behaupten. Aber euer Diabetes ist nicht meine Baustelle.

Dieses Bild habe ich nicht gepostet, um darunter zu erzählen, wie genau ich für welche Pizza gespritzt habe. Denn das bringt einfach schlichtweg niemandem von euch etwas und kann sehr gefährlich sein! Ich habe es gepostet, weil ich stolz darauf war, dass mein Plan aufgegangen ist und ich das mit der Welt teilen wollte. Weil ich damit vielleicht etwas in euch bewegen wollte, ihr euch möglicherweise deswegen mal mit dem Thema Blutzuckerspitzen nach Pizza beschäftigen wollt oder mal wieder (mit eurer DiabetologIn) an eurer eigenen Therapie tüftelt, damit eure eigenen Werte so aussehen können. Weil ich Gleichgesinnte finden wollte, denen es mit Pizza ähnlich geht, die sich über solche Kurven auch freuen können, die sich für mich mit mir freuen, die ähnliches berichten können. Das ist für mich der Sinn hinter diesem Blog, und auch hinter jedem Bild oder Text, den ich poste. Stichwort Community.

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Dienstag, 22. August 2017

Tief, tiefer, am tiefsten

Im Moment bin ich manchmal tatsächlich täglich überrascht, wie gut ich das aktuell wieder mit meinen Werten hinkriege. Selbst Pizza ist gerade kein Problem für mich und meinen Blutzucker. Vor einigen Wochen schrieb ich noch, wie jeder Zyklus irgendwie anders meine Werte durcheinander bringt. Aber siehe da: Seit der letzten Periode läuft es irgendwie auf magische Weise. Oder liegt's auch an meinem Zutun? Vermutlich ist es eine Mischung aus Beidem.

Überrascht bin ich, weil ich wegen Zyklus und anderen spaßigen Dingen in den letzten Monaten schon irgendwie fast aufgegeben hatte, was das Herumprobieren und Verändern meiner Therapie angeht. Das ist manchen von euch jetzt vielleicht wieder ein Bisschen zu ehrlich, aber ich hatte einfach wirklich anderes im Kopf. Und ja, das ist nicht gerade vorbildlich für jemanden mit einer chronischen Krankheit. Aber wir alle kennen vermutlich solche Phasen, in denen es einfach Wichtigeres gibt und der Diabetes total in den Hintergrund rückt. Umso glücklicher bin ich gerade darüber, dass jene Phase nun endlich, zumindest vorerst, vorbei zu sein scheint. Ich betrachte meine Werte und kann es teilweise kaum fassen. Ich mache Dinge wieder richtig! Ich kann doch noch Kohlenhydrate schätzen! Es geht mir gut! Endlich mal wieder normale Werte und keine Berg- und Talfahrt auf dem Bildschirm. Zwar ist mein HbA1c gleich geblieben. Dennoch: das war eines unserer Therapieziele, den HbA1c halten und diesen nur ganz langsam senken. Das ist wie mit allen anderen Dingen im Leben: schnell schnell ist nie die gesündere Möglichkeit, egal um was es geht. Alles langsam verändern. 

Die für mich verrückteste Veränderung momentan ist, dass mein Körper wahnsinnig empfindlich auf das gespritzte Insulin reagiert, sobald ich generell bessere Werte halten kann. Das ist vermutlich bei vielen von uns so, überrascht mich aber jedes Mal wieder. Vor allem nach so einer Phase, wie ich sie jetzt hatte: mit vielen auch teilweise wirklich wahllos gespritzten und auch größeren Wutboli, die den Blutzuckerwert einfach nicht in den Zielbereich bringen wollten und vielen verzweifelten Stunden an der Wasserflasche und auf der Toilette, weil das Insulin einfach nur wirkte wie Wasser. Aber jetzt, jetzt wirkt es wieder. Und zwar gewaltig.

Letzte Nacht wachte ich gegen 2 auf und ich konnte bis 4 nicht mehr schlafen. Das lag zunächst einmal an einer heftigen Unterzuckerung, von deren Symptomen ich glücklicherweise aufgewacht bin. Zittern, schwitzen, ihr kennt das sicher. Ich checkte meinen Blutzuckerwert: LO. Ok. Das passte so ungefähr exakt zu meinem Körpergefühl. Zügig versuchte ich die Unterzuckerung mit flüssigem Zucker zu behandeln. Die Zähne waren natürlich schon geputzt, toll. Ich war genervt und müde. Und mit wenig Zucker war es auch nicht getan. Ne Viertelstunde später war ich immer noch ähnlich tief. Mehr Zucker. Viertelstunde später immer noch ähnlich tief. Noch mehr Zucker. Ich hatte echt die Schnauze voll und war müde. Die letzte Insulinabgabe fand vor 20Uhr abends statt. Das machte alles überhaupt keinen Sinn. Oder doch? 

Gegen 3Uhr ging es langsam Richtung Normalwert. Endlich. Schlafen ging trotzdem erst einmal nicht mehr. Jetzt hatte ich ja wieder super viel Treibstoff im Körper, ich stand quasi im Bett. Um 4Uhr dämmerte es draußen. Irgendwann habe ich es irgendwie wieder geschafft, einzuschlafen. Der Wecker klingelte um 8 das erste Mal, natürlich bin ich da nicht aufgestanden. Das ist ein Luxus, den ich mir im Moment glücklicherweise leisten kann. Geholfen hat es heute aber nicht wirklich. Der Tag war trotzdem durch für mich. Und ich musste mich eher versuchen oben zu halten.

Jetzt muss ich die nächsten Tage abwarten, geizig sein mit dem Insulin, vor allem abends, und dann schauen, ob sich dieses Spektakel wiederholen wird. Und vergleichen, Notizen machen, Schlüsse daraus ziehen. Also alles wieder von vorn. Bis es vielleicht wieder nicht mehr ausreicht. Im Moment ist es ein Spiel, welches ich nicht mehr so gerne spielen möchte. Wir können gerne hier an diesem Punkt bleiben, das Insulin normal wirken und meine Werte gut lassen, echt. Ich hätte damit kein Problem. Ich kann den nächsten Zyklus, in dem es wieder anders sein wird, aber schon beinahe riechen. Ein ewiges Hin und Her. Fast ein Bisschen wie damals mit der bescheuerten Remissionsphase. Wie lange noch? Und wie bei meinem letzten Eintrag wieder die Frage: Wie viel können wir leisten? 

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Montag, 13. Februar 2017

Naja, zaubern können wir noch nicht

Vorletzte Woche war es soweit - nach fast vier Jahren mit meinem NPH-Basalinsulin habe ich ein neues Basalinsulin bekommen. Das kam so:

Im Moment treffe ich mich sehr regelmäßig mit meiner Diabetesberaterin. Ziel ist es, meinen HbA1c nach einer eher schwankenderen Phase wieder zu halten und dann irgendwann wieder zu verbessern. Schritt für Schritt. Deswegen sehen wir uns in monatlichen Abständen, besprechen meine Sensor-Kurven akribisch, rätseln und reden einfach viel über mein Leben und meinen Alltag. Hier und da experimentieren wir gemeinsam mit mehr oder weniger Insulin oder versuchen mir Teile meiner Therapie einfacher zu gestalten, so dass es mir insgesamt leichter fallen würde, im Alltag gleichmäßigere Werte halten zu können. Bei unserem letzten Treffen fiel dann auf, dass ich, obwohl ich inzwischen zwei Mal pro Tag das Basalinsulin spritze und sonst alles gleichbleibend war, gerade meine Nachtkurven, aber auch die Kurven tagsüber unter Normalbedingungen einfach nicht gleichmäßig halten kann. Das NPH-Insulin hat einfach eine eher ungleichmäßige und kurze Wirkkurve und passt so nicht mehr zu mir und dem, was ich im Alltag benötige. Also überlegten wir hin und her und entschieden, ein neues Basalinsulin zu testen, welches eine andere, viel gleichmäßigere und längere Wirkkurve hat.

Und, wie zeigt es seine Wirkung?

Ich nutze das neue Insulin nun seit ungefähr zwei Wochen und bin hin- und hergerissen. Meine Kurve spinnt total und gleichmäßig gut war bisher eine einzige Nacht, die letzte nämlich. Das trübt die Stimmung natürlich erst einmal ungemein. Zwar bin ich wahnsinnig froh darüber, dass ich meine Kurven tatsächlich dank Sensor so genau verfolgen kann, um das jetzt so beobachten zu können. Teilweise kommt es mir nun aber sogar so vor, als wären meine Werte im Durchschnitt wieder schlechter als zuvor. Was ist da los? Sollte es nicht genau andersrum sein? Bin ich zu ungeduldig? Ich hab anstrengende Tage vor mir und möchte gerade meine Energie nicht unbedingt durch schlechte Blutzuckerkurven verlieren. Auch meine Schlafqualität leidet schon enorm unter den teilweise wirklich blöden Werten. Was ist also nun zu tun? Dranbleiben, weiter machen und beobachten? Dosis erhöhen und Unterzucker riskieren? Für Experimente habe ich in einer vollgepackten Woche, in der ich viel unterwegs sein werde wirklich keine Nerven. Unterzucker möchte ich soweit es geht vermeiden, also werde ich die nächsten Tage einfach noch weiter beobachten und hoffen, dass mein Körper einfach eine Eingewöhnungsphase braucht.

Wie läuft das bei euch ab, wenn ihr ein Insulin wechselt? Kennt ihr diese Erlebnisse auch?

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Freitag, 14. November 2014

Weißt du, Frederick,...

Weißt du, Frederick, der Tag meiner Diagnose ist wie mein zweiter Geburtstag im Jahr. Und der heutige Weltdiabetestag ist ein weiterer wichtiger Tag, dem ich mich gerne annehme und den ich mit anderen Typ-1-Diabetikern zelebriere. Ein Tag, der genutzt werden soll, um die Gesellschaft weiter aufzuklären und Menschen zu danken, denen wir unser Leben zu verdanken haben.
Weißt du, Frederick, durch deine Neugier und dein großes Interesse für die Krankheit Diabetes Mellitus bist du nicht einfach nur der jüngste Medizinnobelpreisträger aller Zeiten geworden, nein, du hast dafür gesorg, dass wir alle weiterleben können. Du hast alles aufgegeben, um Tag und Nacht Versuche durchzuführen, wie ein Wahnsinniger auf der Suche nach diesem Hormon, welches den Blutzucker reguliert. Und das zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wow!
Weißt du, Frederick, wo ich ohne Insulin wäre? Nicht hier. Was würden mir meine Pens oder mein Messgerät ohne Insulin bringen? Nichts. Früher hätte ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Aber so ist das ja immer: erst, wenn es einen selbst betrifft, denkt man mal drüber nach. Und genau deswegen müssen wir uns der Sache annehmen und gegen Stigmen und Vorurteile ankämpfen, informieren und uns vernetzwerken, denn gemeinsam können wir einiges erreichen.
Weißt du, Frederick, wenn ich dich heute treffen könnte, würde ich dir vermutlich nicht einmal wissenschaftliche Fragen stellen - ich wäre viel zu nervös. Ich würde dich zu einem gemeinsamen Blutzuckermessen auffordern und du würdest vermutlich gewinnen, weil du näher am Zielwert wärst, und dann würden wir lachen.
Weißt du, Frederick, ich wünsche mir, dass es auch weiterhin solche hartnäckigen Forscher wie dich gibt und geben wird. Forscher, die nicht aufhören zu suchen, bis sie Lösungen gefunden haben.




Frederick Banting war zu Beginn des 20. Jahrhunderts Arzt in Kanada. Er gilt zusammen mit Charles Best als Entdecker des Hormons Insulin. Er ist bis heute jüngster Medizinnobelpreisträger.

dbw


Montag, 22. Juli 2013

Sport und der T1 - Kann man hier überhaupt irgendwas "richtig" machen?

Moin Welt,

ich wollte mal ein wenig Luft rauslassen zum Thema Sport und Typ 1 (und Remission). Zumindest zu dem, was ich bisher so mitbekommen habe und was mich ärgert.
Ich betreibe momentan wirklich ernsthaft Sport. Zumindest für mich. Ich trainiere meine Ausdauer, ich baue meine Muskeln auf, ich werde weniger... das ist auf jeden Fall der Plan in meinem Kopf, und demnach trainiere ich.
Bringt das hier überhaupt irgendwas?
Jetzt habe ich oft gelesen, dass man als Diabetiker eher Probleme haben soll, abzunehmen. Im Mai dachte ich noch: "Ach, mit ein wenig Sport hier und da klappt das und ich werde schnell Erfolge sehen." Aber so langsam glaube ich da nicht mehr dran.
Ich esse vor dem Sport meine Sport-BEs mit dem Ziel, meinen Wert über 180mg/dl zu bekommen. Gehe dann ins Fitnessstudio (nein ich fahre nicht mit dem Fahrrad dorthin, ich renne nicht hin, ich gehe auch nicht auf Händen dorthin). Bis ich dort bin und wieder messe, ist der Wert oft unter 130mg/dl, das heißt, meine eigene Bauchspeicheldrüse hat mal wieder entschieden mitzuhelfen, Insulin produziert und die KH abgebaut. Das ist natürlich nicht Sinn der Sache. An dieser Stelle muss ich dann nochmal mit KH nachhelfen und hab so vor dem Sport schon zwei KH-reiche Mahlzeiten zu mir genommen. Natürlich beginnt meine BSD dann wieder damit, Insulin zu produzieren und ich mache Sport, d.h. das Insulin aus Basal und BSD wirken schneller und besser und ich könnte nach eineinhalb Stunden schon wieder was essen. Wo ist da der Sinn wenn ich Sport mache aber die ganze Zeit was essen soll, um nicht zu unterzuckern?

Ich bin wirklich voll dabei und will einfach eeendlich mal Erfolge sehen.
Wie ist das bei euch, was bemerkt ihr, was hilft?


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Donnerstag, 4. Juli 2013

MyDiabetes - Meine neuen Pens

Tach Welt!

Gestern in der Schulung haben wir über Insulin spritzen gesprochen, und meine Beraterin fragte in die Runde, was wir noch so zu Pens zu sagen hätten. Ich meinte, ich fände meine Fertigpens scheiße und möchte endlich hübsche umweltfreundliche Pens haben!


Und so sind wir nach der Schulung runter in die Praxis, sie hat geschaut welches Insulin ich spritze und hat mir die Pens gezeigt. Und dann durfte ich mir einfach welche aussuchen. Geworden sind es die SAVVIO Humanpens von Lilly.  Hellblau und rosa. Ich wollte nicht schon wieder schwarz und rot nehmen... das ist immer meine erste Wahl und langweilig. Hellblau ist für das Basal und rosa für das Bolusinsulin.
Die Pens machen auf jeden Fall was her. Der gute Finn hat bereits darüber berichtet.
Sie sind wirklich sehr leicht, mein Freund nannte auch als allererstes "Plastik!", aber es ist eloxiertes Aluminium, aus was die Pens sind. Dabei ist noch ein kleines Etui, allerdings weiß ich nicht, was ich damit anfangen soll, da ich es unpraktisch finde, den Pen in einem extra Etui mit mir rumschleppen zu müssen. Daher versteh ich das nicht so ganz...
Zurück zu den Pens! Leicht, hübsch, und der Knopf!
Ich musste ein paar Einheiten Insulin verprasseln, weil ich nicht geglaubt habe, dass durch so leichtes drücken da was rauskommen kann! Ich bin wie gesagt bisher nur Wegwerfpens gewöhnt und da hab ich schon ab und an verkrampft drücken müssen, damit da was passiert. Jetzt ist das Vergangenheit! :)
Ich kanns kaum erwarten die Pens zu verzieren! Der blaue soll kleine Leuchtsterne allover bekommen! Und der rosa Pen soll mit kleinen Einhörnern und Regenbögen beklebt werden :)
Jetzt muss ich solche Sticker nur noch finden!

Bin echt glücklich endlich richtige Pens zu haben! Finde es nur krass, dass die Kartuschen in der Apotheke teurer sind als die Fertigpens... oder liegt das an Lilly?

Naja, naja!

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Montag, 3. Juni 2013

Überlistet, haha! Oder so ähnlich...

Moin Welt!

Mittlerweile klappt es super mit dem Sport und dem BZ. War Donnerstag, Freitag und Sonntag im Fitnessstudio und hab jeweils 1,5h Sport gemacht. Vorher zum Frühstück den Bolus reduziert (geschätzt) und dann während dem Sport den BZ beobachtet. Zu Hause beim Mittagessen bzw Abendessen dann erstmal gar nichts gespritzt und den BZ beobachtet. Meist musste ich nicht einmal korrigieren. Dass das einerseits dem Sport und dadurch der höheren Insulinempfindlichkeit der Muskeln zu verdanken, andererseits aber auch an meiner nicht mehr zuübersehenden Remissionsphase, in der ich mich nun auch endlich befinde. Kleine Fehler werden von meiner wieder ein Bisschen arbeitenden Bauchspeicheldrüse ausgebügelt, so wie auch z.B. der Fakt, dass ich gestern Abend vergessen habe, mein Basalinsulin zu spritzen.

So werde ich jetzt erst einmal weiter verfahren und schauen, was passiert.

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Samstag, 1. Juni 2013

Nicht beachtet...

Moin Welt,
letzten Donnerstag hab ich so richtig schön viel Sport gemacht, vorher eine Sport-BE alias Banane, alles war gut, Werte top.
Dann nach Hause, Abendessen gemacht, normal gespritzt und gegessen... plötzlich wurde mir übel, und ganz schlecht, BZ-gemessen - 122mg/dl - der Wert war absolut ok. Wieso ging es mir dann so schlecht? kurz gewartet, weiter gegessen, aber es ging nicht mehr, ich ging schon mal vorsichtshalber ins Bad. dort nochmal gemessen, lag ich bei 107mg/dl. Ok, Freund, hol mir mal ne Caprisonne bitte. Die getrunken, gemessen. 88mg/dl. Jetzt hatte es auch bei mir Klick gemacht. Mit der Menge an Sport, die ich vorher gemacht hatte, hatte ich viel zu viel Insulin gespritzt, was viel schneller gewirkt hat, als sonst, also den BZ hat super schnell sinken lassen. Nochmal zwei Caprisonnen und mein restliches Essen später, ging es mir dann auch besser.

Mann mann mann! WÄHREND dem Essen zu unterzuckern ist ja genauso nervig wie danach! Verdammt ey.
Wenigstens ist das (BE falsch einschätzen  oder IE falsch wählen) momentan mein einziger Fehler, den ich noch mache, so dass ich nicht einfach so am Tag oder Nachts unterzuckere.

Und nach dem Sport gestern gings dann auch schon besser, hab erstmal gegessen, beobachtet und dann gespritzt. 

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Dienstag, 9. April 2013

Tief, tiefer, Blutzuckerwert

Tach auch, Welt!

Vorhin nach dem Mittagessen fingen meine Hände an zu zittern, aus heiterem Himmel, und mir wurde etwas komisch. Schnell griff ich zum Messgerät, um meinen Blutzuckerwert zu messen. 79mg/dl! WTF! Tiefster Wert bisher - und wie tief! Fast schon wieder zu tief! Ähm ja... da hab ich wohl beim Mittagessen zu wenig reingehauen... Sorry Körper. Aber dann kann ich jetzt wenigstens meine After-Lunch-Lust auf Süßes befriedigen... Oder kam das etwa daher???
So fühlt sich das also mit einer 7 vorne an.

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X Faktor

Hallöchen Welt!

Heute hatte ich unter Anderem einen Termin bei meiner Diabetesberaterin. Es sollte der letzte Termin für die nächsten sechs Wochen werden, nachdem wir uns die letzten drei Wochen ca. acht Mal gesehen haben.
Nach einem kurzen Bestandsbericht meinerseits fragte mich meine Beraterin grinsend, ob ich denn bereit wäre für das mit Faktoren und Broteinheiten Experimentieren. Strahlend nickte ich, habe ich mich doch die letzten Wochen schon damit auseinander gesetzt.
Also befragte sie mich über meine Mahlzeiten: Was esse ich regulär zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen?
Grob: Morgens Knäckebrot oder Müsli mit Nüssen und Nussmilch, mittags Gemüse oder Salat mit einem Brötchen oder Kartoffeln, abends wechselt es nach Lust und Laune, mal Salat, mal Nudeln, mal viel Gemüse, mal ne Pizza oder was ganz anderes.
Aus diesen Angaben plus meiner Blutzuckerwerte konnte meine Beraterin meine ersten Faktoren über den Daumen anpeilen. Morgens ist der Faktor bei 2, mittags bei 1,75 und abends bei 1 (es ist wohl eher ungewöhnlich, dass man abends den wenigsten Insulinbedarf hat). Natürlich sind das alles für den Anfang nur Richtwerte, die ich erstens momentan erst mal anwenden MUSS(dürfen darf ich es natürlich immer), wenn die KH-Mengen beim Essen stark vom Üblichen abweichen und zweitens jetzt in den nächsten sechs Wochen ausprobieren, bewerten und gegebenenfalls nach Bedarf verändern werde.
Ne Küchenwaage sollte ich mir vielleicht mal schleunigst besorgen... Mit meinen Händen kann ich schlecht wiegen.

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Montag, 1. April 2013

I survived Paris!

Bonjour Welt!

Gestern Abend bin ich von 5 Tagen Paris wieder nach Hause gekommen.
Hatte vor dem Antritt der Reise etwas Panik, mit der zwei Wochen alten Diabetes zu verreisen. Aber, was soll ich sagen, es hat super geklappt.
Da wir im Apartement eine eigene Küche und viele Super- und Wochenmärkte drumrum hatten, konnten wir viel "zu Hause" kochen und essen und dementsprechend auch entspannt messen und spritzen.
Frühstück nahmen wir generell jeden Morgen im Apartement ein, es gab frisches Brot, Knäckebrot, Croissants und allerlei frischen Belag, mein Favorit war eine Kombination aus fruchtiger Feigenmarmelade und strengem Ziegenkäse. Lecker.
Den Tag über waren wir dann, viel zu Fuß, unterwegs in Paris. Mit dem Mittagessen wars da schon ein bisschen nerviger. Zum Beispiel gab es einmal frische Falafel im jüdischen Viertel, allerdings vom Straßenverkauf, und weit und breit keine Möglichkeit zu Sitzen.  Also musste kurzerhand zwischen zwei kleinen Straßen hockend der Blutzucker gemessen und dann im Stehen gespritzt werden. War mir nicht unangenehm, nur eben nicht so gemütlich und praktisch.
Allerdings sehr praktisch ist, dass es in manchen Supermärkten in Paris gleich Sitzplätze und Tische gibt, wo man fix seinen dort gekauften Lunch (Salat oder Sandwiches) verputzen kann. Das haben wir dann auch genutzt.
Abends gingen wir entweder in ein Restaurant oder kochten wieder in unserer Küche zu Hause. Also auch wieder sehr entspannt.
Da wir viel zu Fuß unterwegs waren, wirkte das Insulin oft besser und ich hatte meinen ersten Normalwert seit der Diagnose :) 95mg/dl!
Aber die nicht loslassende Angst zu unterzuckern war völlig unbegründet, da ich nie unter die 95mg/dl gekommen bin.
Ich habe in Paris auch wieder ein wenig mit Alkohol experimentiert, es gab Bier, Cidre und einen tollen Rotwein - aber nie kam ich zu gefährlichen Werten. Erfreulich!

Es entspannt mich wirklich enorm zu sehen, dass alles so gut funktioniert hat. Jetzt kommt noch Dresden und dann geht das Experiment "Diabetes und Studium" los!

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PS: Es piekst immer noch doll, wenn ich das Basal in den Oberschenkel spritze, und oft blutet es auch ein wenig. Und das, obwohl ich jetzt schon die Mini-4mm-Nadeln benutze! Auch am Bauch mit dem Bolus ist es alles andere als angenehm. Ich muss beim Spritzen die Luft anhalten, damit ich nicht zu doll mit der Spritze wackel und es dann wehtut oder sogar blutet. Falls jemand Tipps hat - her damit!

Sonntag, 24. März 2013

Dass was schief läuft, ist grade irgendwie normal...

Welt!

Heute Morgen ist mir was merkwürdiges passiert.
Ich wollte mir zum Frühstück meine Einheiten spritzen, hab einmal kurz nicht hingesehen und irgendwie war dann die Nadel plötzlich wieder draussen und mein Bauch voller Insulin. Das stinkt, kann ich euch sagen (ich weiß noch nicht, an was mich der Geruch von Insulin erinnert, aber irgendwie kommt der mir bekannt vor!).
Naja, ich war mir dann wirklich unsicher, ob und wie viel ich da jetzt noch hinterher spritzen soll. Kam die Hälfte an, oder vielleicht nur ein Viertel? Habe die Hälfte meiner Morgeneinheit nachgespritzt und das Beste gehofft. Tjaaa aber leider waren dann zum Mittagessen die Werte wieder über 200mg/dl. Kam dann wohl doch weniger bei der ersten Spritze an, als gedacht. Meh. Dabei war ich die letzten Tage immer sooo schön unter 200mg/dl.
Schon komisch,  wie man sich plötzlich über all das so viele Gedanken macht, sich über "tolle Werte" freut oder bei "schlechten Werten" versucht zu analysieren, woran es liegen könnte.
Trotz diesem Vorfall heute Morgen klappt das Spritzen erstaunlich gut bei mir. Und glaubt mir, wenn ihr euch jetzt sagt:"Ich könnte das nie - mich selbst spritzen!" ... Doch! Ihr könntet das. In dieser Situation könntet ihr das genau so, wie ich. Weil nämlich euer Leben, euere Gesundheit, euer Wohlbefinden dran hängt.

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