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Dienstag, 13. März 2018

5 Dinge, die...

... ich in 5 Jahren gelernt habe!


Heute soll es am Tag nach meinem 5. Diabetesjubiläum darum gehen, was ich in diesen fünf Jahren mit Diabetes und Blog gelernt habe. Vor zwei Jahren zu meinem dritten Blogjubiläum habe ich euch schon einmal drei Dinge aufgeschrieben, die ich nach drei Jahren Blog gelernt habe. Den Text könnt ihr hier nachlesen.
Natürlich habe ich noch weitaus mehr in den vergangenen fünf Jahren gelernt. Ich würde sogar behaupten, dass sich vieles für mich geändert hat und ich ein ganz anderer Mensch bin, als noch vor fünf Jahren. Aber irgendwie auch nicht. Ihr wisst bestimmt, was ich meine. Heute soll es aber um 5 spezielle Punkte gehen und bevor ich hier nun noch lange um den heißen Brei herum schreibe, kommen hier die fünf Dinge, die ich in fünf Jahren mit dem Diabetes (und Blog) an meiner Seite gelernt habe:

1. Egal, ob Krankheit, Menstruationsbeschwerden, schlechte Laune, Hunger oder, oder, oder: Der Diabetes ist nicht an allem schuld. Aber er hat auf vieles einen (mehr oder weniger großen) Einfluss, das habe ich erst allmählich im Laufe der letzten Jahre gelernt. Inzwischen nehme ich beispielsweise die Pille nicht mehr, was vieles in meinem Alltag verändert hat. Ich zeichne meinen Zyklus genau auf und habe mittlerweile einen besseren Überblick darüber, was mich im Laufe eines Zyklus so erwarten kann und wo mein Diabetes Einfluss nimmt. Ich weiß aber, dass er nicht schuld ist an eventuellen Menstruationsbeschwerden und wie ich diesen besser entgegenwirken kann. Natürlich gibt es Situationen, in denen wir ohne die chronische Krankheit nicht stecken würden. Und ich bin mir sicher, dass mir noch viele mehr davon in meinem Leben mit Diabetes über den Weg laufen werden. Dennoch: Der Diabetes ist nicht der Sündenbock für alles und es hilft, sich das klar zu machen.

2. Wichtige Themen müssen angesprochen werden, egal ob es weh tut und egal ob ich mich zum Affen mache. Egal ob bei der Diabetologin, in der Beziehung oder im Blogkontext. Zyklus, Transparenz auf Blogs, Sprache, Werbung, Wechseljahre, Plastikvermeidung, etc. pp. Ich werde nicht müde, diese Themen immer wieder in die Köpfe der Menschen zu rufen und Aufmerksamkeit dafür zu schaffen. Irgendjemand muss die unbequemen Themen ansprechen, sonst verändert sich halt auch nichts und offenbar ist das in diesem Leben eben eine meiner Aufgaben.

3. Mit dem Diabetes in einem Boot sitzen hilft ungemein. Darüber schrieb ich im Jahr 2014 bereits und meine Meinung ist nach wie vor die Selbe geblieben. Wenn man nicht permanent versucht, sich gegen die Krankheit zu wehren (sie geht sowieso nicht von alleine weg), dann lebt es sich einfach entspannter. Das ist natürlich viel leichter gesagt als getan. Es war aber auch für mich enorm viel Arbeit, überhaupt an diesen Punkt zu kommen und mir dieses Mindset nun beizubehalten ist ein stetiger Prozess, gerade an schlechten Tagen.

4. Wir sind Magneten, aber ich möchte mehr sein. Wie Ilka schon in ihrem Post Anfang Februar bemerkte, geht die Diabetes-Blogger-Szene gerade durch eine eher, ich nenne es "interessante" Phase. Firmen entdecken nach und nach das günstige Marketingpotential von Diabetes-Bloggern, laden zu Veranstaltungen ein und stellen kostenfrei Dinge zur Verfügung. Irgendwie ging das alles so schnell, dass wir uns nicht mal einig darüber sein können, wo nun Werbung anfängt und wo sie aufhört. Das wiederum nimmt uns unsere Authenthizität, was mich sehr ärgert. Ja, im Grunde kann und soll erstmal jede und jeder machen, wie sie oder er denkt. Am Ende stopft man uns jedoch alle unter einen Hut und wenn daraufhin jemand an meiner Authentizität oder meinen Fähigkeiten zweifelt, ärgert mich das natürlich enorm. Ich möchte nämlich mehr sein als ein Magnet. Ich möchte mit meinen Erfahrungen und Erlebnissen helfen und weiß, dass ich dazu im Stande bin. Wie ich schon im Post gestern schrieb: Es macht mich stolz, dass meine Stimme hier gehört wird und ich damit so viele Menschen inspirieren und mich jeden Tag von euch inspirieren lassen kann. Ich finde es großartig, dass die Industrie nach wie vor mit uns Patienten sprechen und von unseren Erfahrungen profitieren will. Aber ich hoffe, dass in der Zukunft wieder weniger Marketing und mehr wirkliche Arbeit mit uns stattfindet, denn wir sind bereit dazu und im Stande, gemeinsam Großes zu leisten. Man muss uns nur mit ins Boot holen!

5. Auch die psychische Gesundheit ist wichtig und darf nicht vernachlässigt werden. Auch die psychische Gesundheit ist wichtig und darf nicht vernachlässigt werden. Auch die psychische Gesundheit ist wichtig und darf nicht vernachlässigt werden. Diabetes ist eine unsichtbare Krankheit, so sind es aber zum Beispiel auch Depressionen. Bei Menschen mit Diabetes ist viel häufiger auch eine Depression mit im Spiel, als das bei stoffwechselgesunden Menschen der Fall ist. In der Arbeit mit meiner Therapeutin habe ich festgestellt wie wichtig psychische Gesundheit ist, wie viel Einfluss diese auf den Diabetes haben kann und umgekehrt und wie viel Zeit die Auseinandersetzung damit aber auch brauchen kann. Niemals ist das aber verschwendete Zeit, auch das musste ich lernen. Gebt euch die Zeit, die ihr braucht. Immer. Wenn ihr auf das Leben zurückschauen werdet, ist das Einzige, was noch wichtig sein wird: unsere Zeit und unsere Gesundheit. Das vergessen wir im Alltag oft.

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Montag, 12. März 2018

Happy Birthday to me!

Happy 5th Birthday to me!



Unfassbar! Ich feiere heute schon mein 5. Diabetesjubiläum! Und es geht mir gut, besser als die letzten Jahre. Seit bereits fünf Jahren lebe ich nun mit der chronischen Krankheit Diabetes mellitus Typ 1 an meiner Seite, habe seit dem keinen Tag Urlaub vom Diabetes gehabt, aber auch viel gelernt - über mich, über das Leben (mit chronischer Krankheit) und über andere Menschen. Aber dazu komme ich in einem gesonderten Post morgen nochmal.

Wenn ihr mich schon eine Weile verfolgt dann wisst ihr bestimmt, dass ich mein Diabetesjubiläum laut und gerne feiere, weil es für mich die Bedeutung eines zweiten Geburtstages hat, eine zweite Chance quasi. Vor vielen Jahren wäre ich mit Diabetes vermutlich gestorben oder hätte nur eine geringe Lebenserwartung gehabt. Aber ich bin hier und es geht mir gut (auch, weil ich das Privileg habe, hier gesundheitlich versorgt zu sein). Deswegen feiere ich den Tag meiner Diagnose und mein Leben. Die letzten fünf Jahre sind wirklich unfassbar schnell an mir vorbeigezogen. Ich kann mich noch an meinen Diagnosetag erinnern, als wäre er erst gestern gewesen. Ohne Wissen über Diabetes, mit viel Angst und Ungewissheit in die Zukunft, nicht weit von der ersten unangenehmen Unterzuckerung entfernt. Heute sitze ich hier, fünf Jahre später, und bin ein anderer Mensch. Ich bin mit dem Diabetes erwachsen geworden. Wir beide haben uns angefreundet, wir leben miteinander in meiner kleinen weichen Körper-WG.

2013 habe ich hier auf meinem virtuellen zu Hause #icaneateverything schon sehr viel über mein Leben mit Diabetes geschrieben und hatte die Möglichkeit, schon früh eine Menge tolle andere Menschen mit Diabetes kennen lernen zu dürfen. Auch mein Blog feiert 2018 das 5. Jubiläum. Am 24.3.2013 ging der erste Post hier online, nicht mal zwei Wochen nach meiner Diagnose. Seit dem hat sich auch hier vieles getan, wir sind mehr geworden in der Online-Diabetes-Welt. Wir sind lauter geworden. Mutiger. Offener. Wir teilen unsere Geschichten und schreiben täglich ganz neue, immer mit Diabetes an unserer Seite. Ich bin dankbar für unser großes Netz aus Menschen mit Diabetes und es ist ein riesiges Privileg, das wir unseres nennen dürfen. Es macht mich stolz, dass meine Stimme hier gehört wird und ich damit so viele Menschen inspirieren und mich jeden Tag von euch inspirieren lassen kann. Ich finde es großartig, dass die Industrie nach wie vor mit uns Patienten sprechen und von unseren Erfahrungen profitieren will. Aber ich hoffe, dass in der Zukunft wieder weniger Marketing und mehr wirkliche Arbeit mit uns stattfindet, denn wir sind bereit dazu und im Stande, gemeinsam Großes zu leisten. Man muss uns nur mit ins Boot holen!

Nie hätte ich vor fünf Jahren gedacht, dass ich im Internet auch offen über meinen Zyklus und meine Menstruation sprechen würde. Aber diese Themen sind eben auch Teil meines Alltages mit Diabetes und mit der Zeit habe ich bemerkt, wie sehr diese Aspekte auch bei anderen den Alltag beeinflussen und welche Probleme sie uns machen können. Deswegen mache ich mich inzwischen stark dafür, spreche immer und immer wieder darüber.  Außerdem versuche ich, Bewusstsein für Bodypositivity und gegen Bodyshaming und Diätkultur zu schaffen, weil ich hier wirklich ein riesengroßes gesellschaftliches Problem sehe. Auch das Thema Sprache und Transparenz liegt mir sehr am Herzen - zwei Themen, die uns hier wohl scheiden und eine Diskussion, die ich heute im Rahmen dieses Textes nicht aufrollen möchte. Dennoch: Sprache verändert die Gesellschaft und wir sind als Blogger verpflichtet, transparent zu bleiben. Dessen müssen wir uns bewusst werden und sein und ich werde meine Klappe nicht halten, bis alle verstanden haben, warum das wichtig ist, auch wenn ich mich damit unbeliebt mache.


Für viele von euch da draußen klingt es möglicherweise immer noch komisch, dass ich diesen Tag feiere. Aber es geht hierbei nicht um die Diagnose, sondern den Tag, an dem mir eine neue Chance gegeben wurde. Ich wäre jetzt nicht hier, wo ich stehe, wenn es die Diagnose nicht für mich gegeben hätte und dafür bin ich sehr dankbar.
Heute ist ein guter Tag. Es geht es um mich und die Arbeit, die ich 24/7 leiste. Um mich, die jeden Tag mit dem Diabetes lebt. Denkt immer daran: Feiert euch mal für das, was ihr jeden Tag machen müsst, klopft euch auf die Schulter, gönnt euch etwas, denn ihr habt es verdient!

Für viele hat der Tag der Diagnose nicht so eine leichte Bedeutung. Immer noch haben nicht alle Menschen weltweit Zugang zu Insulin, Messgeräten und ordentlichen Schulungen, Ärzten und Beratungsstellen. Das dürfen wir nicht vergessen und auch dafür setze ich mich ein. Insulin zum Leben ist immer eine gute Adresse, die bei uns allen zumindest abgespeichert sein sollte.

Es gibt noch viel zu tun, zu sehen, zu sagen und zu erleben und ich freue mich darauf! x







Freitag, 25. August 2017

Eine ungewohnte Situation

Hamburg. Ich saß mit einer Freundin in einem Café. Wir waren zum Mittagessen verabredet. Es gab Risotto mit Pfifferlingen. Ich spritzte meine entsprechenden Einheiten Insulin zum Essen. "Ich finde das sooo cool, dass du das einfach machst! Nadel rein, fertig! Richtig gut!". Moment mal - hatte meine Freundin mir gegenüber grade Anerkennung für das für mich ganz normale Insulinspritzen ausgesprochen? Das ist neu für mich, das ist ungewohnt. Normalerweise bekomme ich, wenn überhaupt, ausschließlich Sätze zu hören wie: "Also ich könnte das ja nicht!" oder "Das tut doch bestimmt weh, oder?", oder Leute verziehen schmerzhaft ihr Gesicht. Aber auf so eine ermächtigende und positive Art und Weise habe ich das selbst bisher noch nicht erlebt. Und ja, ich könnte das jetzt einfach so stehen lassen, es nicht so wichtig nehmen und weiterleben. Aber ich finde das schon eine eher besondere Reaktion von jemandem, der selbst sonst gar keine Berührungspunkte mit dem Thema Diabetes hat. 

Ein paar Wochen später treffen wir uns wieder, zum Frühstück. Es gibt Shakshuka und viel, viel Brot. Ich stelle am Pen meine Einheiten ein und spritze. "Das ist echt richtig gut, wie du das einfach so machst! Zack, rein! Finde ich echt klasse.", sagte sie wieder. Ich hielt kurz inne und freute mich ein Bisschen. Es tat einfach mal gut, sowas zu hören. Es bestätigte mich in allem, was ich hier schon verbloggt habe in den letzten vier Jahren. Manche von euch wären an dieser Stelle vielleicht schon genervt, ja, ich kann es geradezu hören, wie genervt ihr zum jetzigen Zeitpunkt von meiner Freundin sein würdet. Weil sie schon wieder das Gleiche gesagt hat, mich schon wieder so darauf angesprochen hat. Ist es nicht irgendwann mal gut? Müssen wir da ständig drüber sprechen? Und ich finde, da ist der Haken in unserer Gesellschaft. Wir ermächtigen und ermutigen und bewundern und komplimentieren uns viel zu selten gegenseitig, und wenn es dann mal jemand ehrlich und auf eine ganz natürliche Art und Weise macht, kann es schnell zu viel werden, wenn man mit so einer positiven und bewundernden Art konfrontiert wird. Aber wenn solche Sätze von Herzen kommen, spürt man das, und dann dürfen die ruhig direkt ins eigene Herz hinein. 

Ein paar Tage später. Wir treffen uns abends bei einer anderen Freundin, sind am Ende zu viert und trinken gemeinsam Wein. Vier wundervolle Frauen sitzen am Tisch, jede anders, jede hat ganz andere Erfahrungen gemacht und Zeiten erlebt, und doch und vielleicht gerade deswegen kommen wahnsinnig inspirierende Gespräche zustande. Was zu knabbern gibt's natürlich auch. Irgendwann messe ich und spritze, und meine Freundin hat dafür irgendwie immer ein Radar. Andere Menschen würden das gar nicht mitbekommen, weil es doch eigentlich super schnell geht, so zumindest meine bisherigen Erfahrungen. "Entschuldige, aber ich muss es dir wieder sagen. Ich weiß, ich sage es oft. Aber es ist einfach so. Ich finde es so klasse, dass du das hier einfach so machst und dann der Abend direkt weitergeht. So, als wäre es nichts.", sprudelte es aus ihr heraus. Auch die anderen Ladies, die vorher gar nicht wussten, was bei mir Sache ist, stimmten mit ein. So viel Anerkennung und Bestätigung für meine Insulinabgabe auf ein Mal gab's noch nie. Und es fällt mir nach allem, was ich im Leben selbst erlebt habe, auch wirklich schwer, das einfach so anzunehmen und mir einfach auch mal selbst auf die Schulter zu klopfen. Für mich ist es normal, aber für die Frauen, die hier sitzen, mit all ihren eigenen Alltagsproblemen und Normalitäten, ist es absolut cool, wie ich meine chronische Krankheit so locker zu meistern scheine. Natürlich kriegen sie die schlechten Tage nicht mit oder seltener, die Tage, an denen ich mich vielleicht echt nur widerwillig spritze, weil ich das Gefühl habe, dass es sowieso nur wie Wasser wirkt oder die Tage, in denen ich mit Traubenzucker in der Hand einschlafe. Aber genau für diese Tage packe ich mir die ganze Anerkennung in eine imaginäre Truhe und bewahre sie mir dann dafür auf.

Ehrlich gemeinte Anerkennung stärkt ungemein. Nicht nur für den Augenblick, sondern eben auch für spätere Zeitpunkte. Glorifizierung schafft allerdings Distanz. Der Grad zwischen ehrlich gemeinter Bewunderung und Anerkennung und Glorifizierung ist schmal und es liegt an uns, in entsprechenden Situationen zu erkennen, wie es vom Gegenüber gemeint ist. Ich bin kein Superstar oder keine Heldin, weil ich mich täglich mit meiner chronischen Krankheit beschäftigen muss. Ich bin aber auch kein Opfer, das nur mit Samthandschuhen angefasst werden darf. Dennoch finde ich es in einem freundschaftlichen Rahmen schön, wenn man sich gegenseitig ehrliche Anerkennung ausspricht oder sich sagt, dass man sich gegenseitig toll findet, wenn es die Situation anbietet. Und das nicht nur zu Weihnachten oder zum Valentinstag. Wir können nie genug positive Vibes haben, gerade heutzutage. Unsere Zeit hier auf der Erde ist begrenzt und es könnte jeden Tag vorbei sein. Sagt eurem Gegenüber, dass ihr sie oder ihn klasse findet, wenn ihr es denkt und fühlt. Sprecht eure Anerkennung aus und behaltet sie nicht für euch. Ihr füllt damit die Batterien eures Gegenübers auf und stärkt eure gemeinsame Bindung. Und das ist etwas Tolles.


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Liebe Freundin, wenn du das liest: Hör bitte niemals auf so zu sein, wie du bist!

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Montag, 15. Mai 2017

Die Lösung ist so einfach, wie sie schwer zu ertragen ist

Das Leben läuft nach seinem eigenen Programm ab. Jeder Tag ist anders, und dennoch gibt es im Alltag Dinge, die wir (aus Routine) vorhersagen können und von denen wir wissen, dass sie passieren werden. Sowas kann uns ein gutes Gefühl geben, weil wir uns in der Routine und mit dem Wissen sicher fühlen können. Aber gerade weil das Leben nach seinem eigenen Programm abläuft, gibt es viele Dinge, die wir einfach nicht oder nur sehr bedingt beeinflussen können.

Den Diabetes zum Beispiel. Klar, bis zu einem gewissen Grad sind wir dafür verantwortlich, dass die Werte passen, dass wir alles, was wir brauchen, immer mit uns herumschleppen, bloß nichts vergessen und alles richtig machen. Aber selbst wenn wir 1000% vorbildliche Patienten wären, kann der Diabetes einem trotzdem immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen (das ist übrigens nicht nur mit dem Diabetes so, das ist das gleiche Spiel mit sämtlichen anderen chronischen Krankheiten und vor allem auch mit der psychischen Gesundheit!). Unsere Körper sind keine Maschinen und so wird aus Routine schnell mal das große unerwartete Chaos ohne Licht am Ende des Tunnels. Und was mache ich dann? Gibt es irgendwelche Tipps, wie man das schlimme Unerwartete leichter erträglich machen kann oder wie man sich für solche unerwarteten Fälle besser vorbereiten kann?


Klare Antwort: Nein. Man wächst da rein, so wie man in alles reinwächst, was einem das Leben bietet, und dann wird man hoffentlich allmählich lockerer und die Sachen werden immer einfacher.
Ich schwöre, Leute, das ist wie mit diesem "Erwachsenwerden": Früher dachte ich, dass ich mit Mitte 20 das Leben verstanden haben werde, ich alles unter Kontrolle haben werde und alles einfacher sein wird. Heute weiß ich: All die Fragen und Probleme, die mich schon immer beschäftigt haben, werden mich mein ganzes Leben lang beschäftigen, nur dass ich immer besser damit umgehen kann, weil ich dazugelernt habe und immer weiter dazulerne.
Natürlich kann ich für ein paar Stunden außer Haus für den Fall der Fälle immer zwei Ersatzpens, einen Insulinvorrat für vier Wochen und fünf Extra-Sensoren einpacken und für immer einen schweren Koffer mit mir herumtragen. Und trotzdem passiert am Ende irgendetwas total Unerwartetes, auf dass ich mich gar nicht vorbereiten konnte. Aber das ist okay! Denn daran wird nichts zugrunde gehen.

Es gab Zeiten, da haben mich solche Situationen wütend und traurig gemacht und ich wusste nicht, wie ich mit dem "Versagen" meinerseits umgehen sollte. Irgendwann habe ich auch für mich verinnerlicht, dass ich einfach nicht alles perfekt machen kann, weil ich kein Roboter bin. Ich konnte lernen, damit umzugehen, indem ich vor allem auch darüber geschrieben habe. Das war mein erster Schritt in die richtige Richtung. Und dann war alles raus und ich konnte allmählich lockerer werden, besser mit mir selbst umgehen, solche Momente nicht als versagt abstempeln und daraus lernen. Und so mache ich es auch jetzt noch.

Vielleicht klinge ich jetzt kitschig, weil ich das Folgende verinnerlicht habe. Vielleicht ist es aber auch nur ein Ergebnis dieses "Erwachsenwerdens": Alles ist ein Prozess und der Weg ist das Ziel. Vielleicht wird es auf dem Weg nebliger, aber das Lenken wird einfacher ("Life gets foggier, but steering gets a little easier" - das fand ich ein wunderschönes Bild zum Älterwerden generell, das passt aber auch hier und heute ganz gut, finde ich! Aus dem Pitchfork-Interview mit Feist im April: http://pitchfork.com/features/interview/10057-hard-feelings-a-conversation-with-feist/). Wenn wir das verstanden haben, geht's eigentlich mit dem Rest. Oder?

Habt alle eine schöne Woche!

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PS: Dieser Blogpost wurde inspiriert vom heutigen Thema der jährlichen Diabetes Blog Week von Bitter Sweet Diabetes. Ich nehme zwar nicht offiziell teil, aber habe mir dennoch vorgenommen, täglich einen Post zum Tages-Thema zu schreiben.

Samstag, 8. April 2017

Mir wird kotzübel...

Darf ich mich freuen? Seit der Basalinsulinumstellung läuft es bei mir echt ganz gut. Ich bin gerade endlich mal wieder höchstmotiviert, und die dazu passenden Werte-Kurven auf meinem Bildschirm zu sehen gibt mir unglaublich viel. Die sind nämlich spitze, also sehr gleichmäßig! Ich bin endlich, endlich über 70% der Zeit in meinem Zielbereich. Das tut sooo gut! Und es hält die Motivation natürlich oben und spornt mich an, genau so weiter zu machen, wie ich es jetzt gerade tue. Es fühlt sich gut an, ich habe Energie und schlafe weitaus besser. Und das alles nur, weil ich das Basalinsulin gewechselt und an meiner Unterzuckerungsangst und meinen Gewohnheiten gearbeitet habe. Das hat lange gedauert und wegen dieser habe ich immer erst lange nach den Mahlzeiten für mein Essen gespritzt, was oft zu sehr ausgeprägten Spitzen und viel Zeit mit hohen Werten geführt hat. Mittlerweile spritze ich meistens vor dem Essen - zwar immer noch vorsichtig, aber es wird von Tag zu Tag besser. Ich werde mutiger und lerne meinem Körper und meinem Kopf wieder zu vertrauen.

Trotzdem schaffe ich es leider nicht immer. Zum Beispiel wenn ich unterwegs bin, etwas aus der Hand esse, es kalt ist oder ich mit Freunden unterwegs bin und wir uns dem schnellen und stressigen Takt der Außenwelt fügen, so dass ich nirgends kurz mal runter kommen und den Pen auspacken kann. In solchen Momenten wünsche ich mir dann eine Pumpe, denn mit einem Pen unterwegs schnell zu spritzen, ohne kurz den schnellen Augenblick zu unterbrechen, gerade wenn man mehrere Lagen Kleidung trägt, das funktioniert fast nicht (wie ihr wisst, bin ich einer Pumpe ja tendentiell sowieso nicht abgeneigt, ich habe nur "mein" Modell noch nicht gefunden). Irgendwann vergesse ich dann, dass ich eigentlich noch spritzen muss und spüre nur noch, wie mich eine plötzliche Übelkeit überkommt. Körper gewöhnen sich ja so schnell um! Ein paar Wochen mit guten Werten und ZACK! wird mir bei Werten über meinem Zielbereich übel. Vor einigen Wochen noch hielt ich Stunden mit hohen Werten aus, ohne auch nur irgendetwas zu bemerken. Nun also wird es wirklich schnell unangenehm für mich, wenn ich es einmal vergesse, direkt zu spritzen. 

Da fällt mir direkt ein: Hat jemand schon Erfahrungen sammeln können mit dem neuen superschnellen Insulin Fiasp? Wenn ja, berichtet gerne! Ist es wirklich so schnell? Weil das in einer solchen Situation natürlich unglaublich fix aus der Situation helfen könnte... 

Ich fühle mich irgendwie wieder wie eine Anfängerin, und naja, nach vier Jahren ist das vielleicht auch manchmal noch okay. Jetzt heißt es also weiterhin dranbleiben, nicht nachlassen und weiter optimieren, um meine Therapie endlich mal wieder so richtig auf die Reihe zu bekommen! Kennt ihr das? Wird euch auch so schnell so unglaublich übel? 

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Freitag, 28. Oktober 2016

Spät essen verkorkst die Kurve - Einschränkung oder Kompromiss?

Als ich heute Morgen aufgewacht bin, mein Messgerät in die Hand nahm und erneut eine glatte Nachtkurve darauf erblickte, war es für mich klar: Ab jetzt nicht mehr später als 20.30Uhr essen und erst recht keine Mitternachtssnacks mehr - das ist dann wohl die Lösung!
Das schockierte mich zu allererst tatsächlich selbst, war ich doch eigentlich immer die, die sich nicht vom Diabetes einschränken lassen oder Kompromisse wegen der Krankheit eingehen wollte und es eigentlich auch nicht für notwendig hielt. Und jetzt weiß ich grade auch nicht weiter.

In den letzten Wochen habe ich diesbezüglich sehr viel ausprobiert, weil meine Nachtkurven wirklich nicht mehr schön waren. Teilweise zu hoch, teilweise zu tief, teilweise alles durcheinander. Ich habe spät gegessen, ich habe früh gegessen, viel, wenig, Snacks am späten Abend oder nicht. Hab alles durch. Um am Ende jetzt natürlich das sagen zu können, was sowieso total logisch ist: Spätes Essen verkorkst die Nachtkurve und eine verkorkste Nachtkurve sorgt für schlechten Schlaf und ein schlechter Schlaf sorgt für einen miesen Tag. Tja, scheiße.
Ich hab mir die eigentlich logische Lösung selbst erarbeitet, und hier steh ich nun wie der letzte Trottel und denke nur an ein Wort: "Einschränkung" - etwas der guten Werte, der guten Kurve wegen sein lassen, was sonst eigentlich Teil von mir war. Finde ich natürlich erstmal nicht so toll. Ich möchte wegen des Diabetes nichts aufgeben müssen, was "normale Menschen" machen können. Sollte ich nun aber. Denn die Nacht-Kurven sind super und ich schlafe so wirklich signifikant besser. Es ist ein Wunder, dass nach fast vier Jahren mit Diabetes mein Basalbedarf für die Nacht doch am Ende irgendwo gleich geblieben ist und meine Kurven nachts so wunderschön sein können, wenn ich nicht mehr spät esse.

Wo ist also mein Problem? Na, sagte ich doch schon! Ich möchte mich nicht von meinem Diabetes einschränken lassen. Oder nenne ich es einfach "Kompromiss"? Kompromiss klingt da natürlich erstmal schöner.

Was ist der Unterschied zwischen einer Einschränkung und einem Kompromiss?

Ein Kompromiss wird beschrieben als "Übereinkunft durch gegenseitige Zugeständnisse", eine Einschränkung wird als "Begrenzen von etwas/ unter Beifügung einer Bedingung einen Freiraum reduzieren" beschrieben.
Ein Kompromiss ist also das Ergebnis von auf einander zu gehen und einer Übereinkunft, während eine Einschränkung als Begrenzung oder Freiraumreduzierunng ist. Das macht ziemlich klar, wieso ich nie Einschränkungen bezüglich des Diabetes in Kauf nehmen wollte, oder? Ich möchte nicht, dass diese Krankheit, für die ich nichts kann, meinen Freiraum einschränkt. Und ein Kompromiss ist nicht möglich, da der Diabetes und ich uns nicht drüber unterhalten können. Ich kann nur in meinem Kopf ein Gespräch mit ihm führen und mit ihm ausmachen, dass, sofern ich abends nicht mehr spät esse, er mir jede Nacht Spitzenwerte besorgt. Aber so läuft das halt am Ende auch nicht, denn der Diabetes macht, was er möchte. Selbst wenn ich also in Zukunft dem nachkomme, muss es nicht heißen, dass der Diabetes mitspielt und mir gute Werte beschert, denn da gehört leider noch viel mehr dazu.

Und, wer ist also am Ende der Arsch? Ich natürlich. Weil ich mich einschränken muss um gute Werte zu bekommen. Inzwischen tun mir die Nächte aber wirklich gut und ich merke, dass "gute" Nächte sich auch in meinem Alltag positiv auswirken. Also werde ich jetzt versuchen, nicht mehr spät zu essen und auch wenn ich es liebe - mein Mitternachtssnack muss weichen.

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Donnerstag, 13. Oktober 2016

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint - 5 gut gemeinte Kommentare, die Menschen mit chronischen Krankheiten nicht hören wollen



Die Worte, die wir sagen oder schreiben, haben eine Bedeutung. Sprache ist wichtig und Sprache kann Dinge im Kopf des Gegenübers verändern. Sprache kann verletzen. Und auch wenn dir selbst Sprache egal ist, kann es bei jemand anderem vieles kaputt machen oder in den Medien ein falsches Bild weitergeben. Und ich werde nicht aufhören, darüber zu schreiben, bis es in der Welt angekommen ist!

Wenn ich neue Menschen kennen lerne und sie herausfinden, dass ich mit mindestens einem, oft mehreren Koffern an chronischen Gesundheitsproblemen, physisch und psychisch, durchs Leben gehe, höre ich oft Kommentare von ihnen, die sie meistens oberflächlich nett meinen. Die meisten dieser Kommentare sind wohl entweder als Kompliment oder Ermutigung von ihnen gedacht, aber leider merkt man oft, dass sie sich keinerlei tiefere Gedanken dazu gemacht haben. 

Ich bin mir sicher, dass sich diese Kommentare nicht nur auf einen Typ-1-Diabetes übertragen lassen, sondern dass viele mit chronischen Krankheiten ein Lied davon singen können. Deswegen habe ich heute mal ein paar dieser Kommentare zusammengefasst und versucht, Alternativen dafür zu finden.



1. "Du siehst gar nicht krank aus!"

Ja, weil nicht ohne Grund viele chronische Krankheiten auch oft einfach "unsichtbare Krankheiten" genannt werden. Ein Mensch kann von außen komplett gesund aussehen, im Inneren aber mit einer oder mehreren chronischen Krankheiten leben. Es kann auch sein, dass die Person sich sowieso schon komplett scheiße fühlt, weil sie alles gibt, um nicht krank auszusehen. Vielleicht sind unter Tonnen von Make up die Augenringe versteckt, die sie hat, weil sie wegen der Krankheit jede Nacht mehrmals aufstehen muss. Irgendwo könnte sich ein Kathether oder ein Port verstecken, den sie für die lebensrettenden Medikamente benötigt. Es mag für außenstehende überraschend zu hören sein, aber viele kranke Menschen sehen nicht krank aus. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie es nicht sind.
Mögliche Alternative: "Ich weiß, dass du dich vermutlich nicht gut fühlst, aber du siehst heute echt toll aus!"


2. "Du bist doch noch so jung!"

Egal, ob es sich um meine psychischen Dinge oder um den Diabetes handelt, immer wieder bekomme ich diese Kommentare, meist von Menschen ü50, die oft wohl keine Ahnung haben, dass -Überraschung- auch junge Menschen krank werden können. Dennoch, so etwas zu jemandem zu sagen macht absolut keinen Sinn und hat keinen Wert. Im Gegenteil: Meistens macht es mich einfach selbst traurig.
Mögliche Alternative: "Es tut mir leid, dass du das alles bereits in so einem zarten Alter mitmachen musst!"


3. "Aber du bist doch so hübsch!"

Was? Und was genau hat das eine mit dem anderen zu tun? Als wenn eine für dich ästhetisch anziehende Person nicht krank werden kann. Und weiter: Was sagt das über die Person aus, die so etwas sagt? Dass sie daraus schließt, dass Menschen, die nicht ästhetisch anziehend für die Person sind, automatisch krank sind oder mit chronischen Krankheiten durchs leben gehen? Und dass es viel schlimmer ist, wenn jemand, der dir äußerlich gefällt, krank ist? Es ist sicher irgendwo eigentlich als Kompliment gemeint, aber zeugt leider von Ignoranz.
Mögliche Alternative: Versuch das Kompliment doch einfach mal nicht gleichzeitig mit der Krankheit zu verbinden, oder lass es einfach direkt. 


4. "Ich könnte damit ja nicht leben!"

Nett. Noch so ein Satz, der oberflächlich vielleicht als Kompliment für Stärke gemeint ist, aber zwischen den Zeilen so viel mehr aussagt. Nämlich, dass das Leben eines chronisch Kranken Menschen scheiße sein muss. Niemand sagt, dass es toll ist, mit einer Krankheit zu leben. Wir feiern nicht täglich eine Party, weil es so viel Spaß macht. Dennoch haben wir vielleicht dadurch weniger Schwierigkeiten, uns an etwas anzupassen und können täglich daran zu wachsen.
Mögliche Alternative: "Du scheinst wirklich eine sehr starke Person zu Sein!"


5."Ich bin mir sicher, dass alles gut werden wird!"

Ich habe das Gefühl, dieser Satz wird oft benutzt, wenn das Gegenüber vielleicht keine Ahnung hat, was sonst noch zu sagen sein könnte. Eigentlich meint auch dieser Satz es gut, aber er kann gleichzeitig so unpassend sein, dass es sich für die kranke Person anfühlt, als wenn das Gegenüber die Krankheit trivialisieren und alles, was sich um die Krankheit dreht, klein machen möchte. Nicht jede chronische Krankheit hat eine gute Prognose, nicht jede Krankheit hat einen positiven Verlauf und nicht alles wird immer irgendwann gut werden. Der Satz unterschätzt komplett das mögliche Ausmaß des eigenen Krankseins. Versteht mich nicht falsch - Optimismus ist etwas Großartiges, aber es gibt einfach viel treffendere Sätze, die man einer kranken Person sagen kann, um mit all dem zu sympathisieren, durch das sie durch muss und zu zeigen, dass man versteht, dass es sich um eine Krankheit handelt und kein Spiel.
Mögliche Alternative: "Ich hoffe, alles wird okay werden und schicke dir gute Gedanken!"


Was sind weitere Sätze, mit denen ihr so konfrontiert wurdet - und habt ihr mögliche Alternativen für diese? 



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Montag, 10. Oktober 2016

Passen "wir" da überhaupt rein? - EASD 2016


-Die Reise- und Übernachtungskosten wurden von Roche übernommen und auch mein Ticket zum EASD wurde von Roche organisiert. Ich darf frei entscheiden, ob und wie ich über dieses Event berichte.-


Der EASD (European Association for the Study of Diabetes) trifft sich einmal im Jahr in einer europäischen Stadt zum großen Meetup in der jeweiligen Messe, wo es dann in wissenschaftlichen Sitzungen um neuste Studienerkenntnisse geht, es Vorträge, eine Posterausstellung zu Studien und eine große Industrieausstellung gibt. Dieses Jahr fand der EASD in München statt.

Normalerweise ist der EASD eine Veranstaltung für Fachpublikum. Glücklicherweise bekam ich trotzdem inzwischen schon zum dritten Mal die Möglichkeit, Teil des Ganzen zu werden, weil Firmen den Rahmen des EASD nutzen, um Bloggerevents oder Pressekonferenzen zu veranstalten und mich einige davon erneut dazu eingeladen haben.

Wollen die uns überhaupt?

Jedes Jahr zum EASD mache ich mir aber wieder die gleichen Gedanken: Wollen "die" "uns" Patienten überhaupt dort vor Ort haben, beim EASD? Wie schon gesagt, eigentlich ist es eine Veranstaltung nur für Fachpublikum: Ärzte, Medizinjournalisten, Pharmaindustrie, etc. Das bin ich alles nicht, und das werde ich auch nie sein, da das schlichtweg einfach nicht meinem Berufsfeld entspricht. Und ich möchte auch nicht so tun, als wäre ich das alles. Aber was mache ich dann da beim EASD, jedes Jahr wieder? Warum ist es so interessant für mich, warum sollte ich dort vor Ort sein? Wenn ich teilweise nicht mal verstehe, worum es in den Vorträgen oder wissenschaftlichen Sitzungen überhaupt geht, obwohl es mich betrifft, warum sollte ich in ein Flugzeug steigen und den EASD besuchen?

Es gibt zusätzlich zum EASD ein immer größeres, den EASD begleitendes Programm, welches Patientenvertreter, Blogger, und Verbraucher auf vielen Ebenen am Ort des Geschehens zusammenbringt. München war ein paar Tage lang eine Stadt voller Gleichgesinnter. Und ich merke: Ich muss mir keine Gedanken machen, denn es ist richtig und wichtig, dass ich hier bin!

Es ist 2016 und wir brauchen den Austausch!

Hallo, es mittlerweile 2016 und ich bin nicht mehr gewillt Gräben zu graben und von "denen" und "uns" zu sprechen. Denn um die Therapie voranbringen zu können braucht es mehr, wir müssen aufeinander zugehen. Nicht mehr von oben herab auf Patienten schauen, sondern sich auf eine Ebene stellen und reden. Es braucht den Austausch und die Diskussion zwischen Fachpublikum und Menschen mit Diabetes, um einen entscheidenden Schritt weiter gehen zu können. Wer das noch nicht verstanden hat, ist nicht nur ein kleines Bisschen spät dran. Und deswegen passe ich dort rein. Denn je größer der Haufen passionierter, dynamischer und engagierter Menschen mit Diabetes aus aller Welt wird, der mit dem Fachpublikum regelmäßig in Kontakt kommt und für das einsteht, was Menschen mit Diabetes im echten Leben brauchen, desto erfolgreicher bringen wir alle gemeinsam unsere Therapie und die Forschung rund um Diabetes voran.

Vielleicht fühle ich mich manchmal nicht unbedingt gewollt auf einer solchen Veranstaltung. Ich habe oft das Gefühl, dass Ärzte, Journalisten oder anderes Fachpublikum ein wenig Scheu vor Bloggern und aktiven, lauten, engagierten und passionierten Patienten im Raum haben. Denn die können schnell mal unbequeme Fragen stellen oder herausfordernd sein.
Auch wenn sie kein Fachpublikum sind, sind Menschen mit Diabetes vor Ort bei solchen Events wichtig! Und auch, wenn "wir Blogger" euch da draußen am Ende vielleicht nur einen kleinen Bruchteil dessen zeigen können, was in solchen aufregenden Tagen passiert, versuchen wir es wenigstens, euch Leser da draußen mitzunehmen. Ich kann und will euch nicht jeden einzelnen Vortrag und jede neue Studienerkenntnis präsentieren. Ich kann und will euch mitnehmen auf meine Reise und mit euch zusammen jeden Tag versuchen, etwas an der Kommunikation zwischen Pharma, Arzt und Patient zu verbessern. Kleine Schritte.

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Montag, 5. September 2016

Der Diabetesherbst geht los

Leute! Es ist September. Und was bedeutet das? Der Herbst kommt, richtig. Ich habe diese Woche Geburtstag, auch korrekt. Endlich wieder Kürbissuppe, ja, das ist auf jeden Fall die Wahrheit. Aber auf was möchte ich denn eigentlich gerade hinaus? Es folgt: Meine kleine Ankündigung zum diesjährigen EASD.

EASD? Genau, im September findet immer der EASD statt! Bereits die letzten beiden Jahre durfte ich live dabei sein, wenn sich die European Association for the Study of Diabetes Mitte September für ein paar Tage in einer europäischen Stadt trifft, um Fachvorträge zu besuchen, Studienergebnisse auszutauschen und zu entdecken, was die Industrie an Neuheiten liefern wird.
So werde ich am 12. September nach München reisen, um dort für einige Tage auf dem EASD und den Veranstaltungen drum herum Gast zu sein. Es wird spannend, so viel kann ich bereits verraten. Ich wurde im Vorfeld von einigen Pharmafirmen eingeladen, und auch die Blood Sugar Lounge ist mit ihrem roten Sofa am 14. September vor Ort in München, ich habe also für meine Tage dort ein volles Programm, wenn ich mal nicht auf dem Messegelände sein werde, wo der EASD in diesem Jahr stattfinden wird. Außerdem plane ich, pro Tag in München natürlich mindestens eine Breze zu essen.

Was ich aber noch geplant habe für diesen EASD ist anders und für mich sehr neu und habe ich so noch kein Jahr auf dem EASD gemacht. Ich will euch jetzt noch nicht allzu viel verraten, aber ich bin wirklich schon extrem aufgeregt und nervös, ob das denn alles so klappen wird, wie ich mir das jetzt gerade im Moment vorstelle. Ich bereite gerade sehr viel vor, weil ich ja direkt vor dem EASD noch in Geburtstagsurlaub sein werde und während der Zeit alles schon in trockenen Tüchern sein muss. Ich mache mir Notizen, überlege hin und her und wäge ab.




Ich weiß, ich weiß, das ist jetzt hier alles noch sehr vage und hat keinen wirklichen Informationsmehrwert für euch, noch nicht! Aber darum soll es hier jetzt auch nicht gehen. Dies hier ist lediglich ein kleiner Teaser, der euch darauf vorbereiten soll, das hier auf dem Blog, auf Facebook, Twitter, usw. einiges in der Woche des EASD kommen wird und es auch danach viel mehr an Programm hier geben soll, was mir großen Spaß bereiten wird, WENN mein Experiment denn glückt.
Und jetzt zum Schluss noch meine Frage an euch: Was interessiert euch? Was wollt ihr gerne von den Konferenzen sehen? Oder aus München? Oder von mir?
Drückt mir die Daumen! Your baby's got a secret...

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Dienstag, 5. Juli 2016

Diabetes-Dienstag!

Moin!


Ab heute gibt es wieder regelmäßig den Diabetes-Dienstag hier auf dem Blog! Der Diabetes-Dienstag stellt einen kurzen Round Up zu meiner vergangenen Diabeteswoche dar. Auf Snapchat (mein Name dort: kaesefondue) findet ab heute ebenfalls regelmäßig der Diabetes-Dienstag statt. Dort erkläre ich ab jetzt immer Dienstags Diabetes-Dinge für meine Follower ohne Diabetes, sinniere über meine Werte, schätze BEs oder ärgere mich über meinen Blutzucker. Wenn ihr auf Snapchat seid, schaut doch mal vorbei! Ich würde mich freuen.

Jetzt aber erst einmal weiter mit dem schriftlichen Teil. Diabetes-Dienstag sind 7 Fragen über meine letzten 7 Tage. Ganz easy. Wer Lust hat, macht jeden Dienstag mit. Auf Facebook, auf dem eigenen Blog, auf Twitter, in den Kommentaren. Ich lade alle ein!

Welches war dein höchster Wert in den letzten 7 Tagen und warum? HI. Kein Kommentar. Geht ja gut los hier.

Welcher war dein niedrigster Wert in den letzten 7 Tagen und warum? 50mg/dl. Nächtliche Unterzuckerung, weil ich das mit dem Insulin und dem Sport gerade noch nicht so gut hinbekomme.

Wie ging es dir die letzten 7 Tage über? Körperlich super. Das tägliche Laufen tut mir sehr gut und spornt an. Ansonsten eher aufgeregt. Die nächsten zwei Wochen ist viel los. Bezüglich meiner Arbeitsstörung läuft es eher semi, aber meinen nächsten Termin habe ich am Mittwoch.

Was waren die am schwersten einschätzbaren Broteinheiten diese Woche? Pierogi vermutlich.

Wie aktiv warst du die letzten 7 Tage? Laufen, laufen, laufen, it is! Ich war jeden Tag eine Stunde laufen im Wald. Dazu in regelmäßigem Abstand Muskeltraining und etwas Yoga.

Welche Schwierigkeiten könnten in den nächsten 7 Tagen auf dich zukommen?  Konzerte in großen Hallen, Festival im Zelt.

Was war am schönsten diese Woche? Dass ich es geschafft habe, jeden Tag zu laufen.





Wir lesen uns hier oder auf Facebook oder sehen uns auf Snapchat!
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Sonntag, 3. Juli 2016

Es läuft...

Ich laufe endlich wieder.
Ich laufe, tatsächlich sechs Mal die Woche.

Auspowern fühlt sich toll an!
Jeden Morgen um 9 Uhr laufe ich los, für eine Stunde. Bei mir um die Ecke ist ein Wald, es dauert zwei Minuten zu Fuß, bis ich ihn erreiche. Dort laufe ich. Rain or Shine, ich laufe. Laufe, laufe, laufe und nutze den Wald als kostenloses Open-Air-Fitnessstudio. Es tut verdammt gut. Endlich ein Stück Routine, endlich ein Stück Alltag.
Leute, ich, als ungefähr faulster Mensch der Welt, sage euch: Es gibt wirklich wenig Dinge, die sich SO gut anfühlen, wie sich bei guter Musik richtig auszupowern!

Während dem Laufen geht es mir gut. Danach geht es mir auch gut. Ich unterzuckere ja sowieso eher selten, wie ihr vielleicht mitbekommen habt. Denn eine Unterzuckerung gilt es für mich grundsätzlich immer zu vermeiden. Unterzuckerungen sind für mich das Schlimmste. Grade nachts, wenn ich schon geschlafen habe, machen Unterzuckerungen mich echt fertig. Leider unterzuckere ich im Moment häufiger nachts, davon berichtete ich auch diese Woche bereits. Dass das nervt, weil ich - trotz Tragen eines Sensors - natürlich von ebendiesem nicht geweckt werde, erzählte ich euch auch.

So. Und was machen wir nun? Klar ist: Ich hab keinen Bock, nachts immer zu Unterzuckern, weil durch den Sport plötzlich alles im Körper durcheinander ist. Klar ist wohl auch: Ich brauche an bestimmten Stellen wirklich weniger Insulin. Klar ist ebenfalls: Bewegung, Sport tut dem Körper gut, egal ob Typ 1 oder nicht. Ich versuche generell immer mindestens 10.000 Schritte pro Tag zu gehen. Jetzt kommen noch viele weitere dazu. Das ist toll! Weniger ist also keine Option. Klar ist außerdem: Macht man regelmäßig Sport, bemerkt man am und im Körper wirklich  recht schnell eine Veränderung.

Alles toll, jetzt muss ich nur noch ausloten, wo und wann ich wie viel weniger Insulin brauche! Wenn es mal so einfach wäre, wie es klingt. Das ist für mich die schwierigste Übung. Denn nerven und Zeit für Tests habe ich im Moment eigentlich wirklich eher weniger. Aber da es die Unterzuckerungen dringlichst zu vermeiden gilt, muss ich da wohl jetzt durch...

Dienstag, 28. Juni 2016

Ich habe keine Lust mehr, Unterzuckerungen zu verschlafen

Immer öfter habe ich in letzter Zeit nächtliche Unterzuckerungen. 2014 war das etwas, was mich häufiger aufgesucht hat. Damals habe ich sie gesehen, weil ich für kurze Zeit einen Dexcom-CGM-Sensor trug und so die Kurve beobachten konnte und ab und an nachts von dem Gerät geweckt wurde. Ich änderte etwas am Basal. Und tatsächlich - lange hatte ich die nicht mehr, wie ich seit Februar immer morgens zufrieden auf dem Display meines Flash-Glucose-Messsystems beobachten konnte. Aber, wie gesagt, in letzter Zeit besuchen sie mich wieder häufiger, und so richtig habe ich den Grund dieses Mal noch nicht herausfinden können.

Ich hasse Unterzuckerungen.

Unterzuckerungen sind eigentlich das, was ich am aller meisten zu vermeiden versuche. Denn für mich gibt es (bisher) kein schlimmeres Gefühl. Ich kann stundenlang mit zu hohen Werten durch die Gegend laufen, aber eine Unterzuckerung geht gar nicht, macht mir Panik und lässt mich in einen Überlebens-Modus verfallen. Und das passiert im Moment halt leider zu oft für meinen Geschmack. Letzte Nacht bin ich um halb 4 wirklich wach geworden, weil ich endlich kapierte, was los war, nachdem ich etwa eine Stunde lang zitternd in einer Art Dämmermodus halb wach lag. Ich nahm mein Messgerät. 50mg/dl zeigte es an. So tief war ich lange nicht. Es fühlte sich allein deshalb noch beschissener an. Ich stand auf, ging in die Küche und begann zu essen und zu trinken, weil ich wie in Trance nur Überleben als Ziel hatte. Apfelmus, Schokoriegel, Brote, Milch mit flüssigem Zucker. Dann wieder ins Bett, als es sich endlich besser anfühlte und das Zittern weg war. Wieder eingeschlafen, zum Glück.
Heute morgen fühlte ich mich wie vom Laster überfahren. Klar, ich muss ewig mit der Unterzuckerung dagelegen haben, und das ganze nächtliche Überlebens-Essen steckt der Körper auch nicht so einfach weg.

Jetzt zum CGM wechseln?

Müde bin ich immer noch - oder schon wieder? Ich bin einfach Geräte leid, die sich nicht meinem Leben und meinen Bedürfnissen anpassen, wie das bei einer chronischen Krankheit im Jahre 2016 langsam der Fall sein sollte. Das große, alte Thema. Ich war ziemlich nachdenklich heute. Nach dem positiven Entscheid zum Thema CGM vor zwei Wochen überlege ich im Moment hin und her. Soll ich weg vom Flash-Glucose-Messsystem und versuchen, einen Antrag zum CGM bei meiner Krankenkasse durchzubekommen? Macht das Sinn? Immer öfter ärgert mich das Flash-Glucose-Messsystem im Moment. Alles ist ausbaufähig. Das Pflaster hält bei mir einfach nicht so gut, grade jetzt im Sommer. Und einen fast abfallenden Sensor knapp zwei Wochen künstlich mit Tape am Arm zu fixieren macht auf Dauer einfach keinen Spaß. Es nervt. Es macht müde. Und das System weckt mich nicht. Stattdessen liege ich
stundenlang nachts im Dämmermodus im Bett und realisiere erst (aber zum Glück irgendwann) nach Ewigkeiten, was los ist.

Meckere ich auf zu hohem Niveau oder steht es mir zu, das jetzt zu versuchen? Was sind eure Gedanken dazu?

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Mittwoch, 6. April 2016

DREI JAHRE BLOG - Was ich gelernt habe

Moin!

Immer noch Geburtstag! Immer noch in pink! Dieses Mal ist aber der Blog hier an der Reihe! Ich bin etwas spät dran, aber das liegt daran, dass ich über die Osterfeiertage unterwegs war und ausnahmsweise keinen Blogpost vorbereitet habe. Am 12.03. war mein drittes Diajubiläum und nur 12 Tage später, nämlich am 24.03., feierte ich meinen dritten Bloggeburtstag! WOW! Und ich kann mich nur wiederholen: wie schnell die Zeit vergeht, ist unfassbar für mich. Was die letzten drei Jahre bei mir los war, übersteigt alles, was bisher in meinem Leben passiert ist. Und hier bin ich heute, MIT Diabetes an meiner Seite.


Dass mein Blog nur 12 Tage jünger als meine Diagnose ist, liegt daran, dass ich direkt ein riesengroßes Bedürfnis hatte, meine Erlebnisse und Gedanken mit dieser neu diagnostizierten Krankheit aufzuschreiben und in die Welt hinauszuschicken. Ich verbrachte sowieso viel Zeit mit Recherche zum Thema Diabetes im Internet. Las viel, sah mir Videos an, verstand und probierte aus. Und irgendwo musste das alles hin. Meine Schulung bekam ich erst gut vier Monate nach meiner Diagnose, und so dauerte es einige Zeit, bis ich Leute zum Austausch in meiner direkten Umgebung fand. Und obwohl ich direkt herausfand, dass einige meiner Kommilitonen auch Typ-1-Diabetes haben, reichte mir das nicht, da sie eher verschlossen mit ihrem Diabetes waren und ich zu diesem Zeitpunkt schon merkte, dass ich, im Gegensatz zu ihnen, volle Kraft voraus gehen muss. Und so entstand mein Blogbaby nur 12 Tage nach meiner Diagnose und ich hoffe, es bleibt mir noch sehr lange treu.

Happy Birthday, Blog!

Zu dieser feierlichen Angelegenheit möchte ich heute einmal notieren, was ich in dieser Zeit gelernt habe.

Drei Dinge, die ich in drei Jahren Blog gelernt habe:

1. Es ist MEIN Blog
Mein Blog ist mein Blog ist mein Blog. Hier ist mein Spielplatz, ich kann mich austoben und meine Meinung sagen. Ich kann hier die Luft rauslassen und ich entscheide, was hier passiert. Wem es gefällt, der kann bleiben und mit dabei sein. Aber ich kann und will es nicht allen recht machen. Mit meinem persönlichen Blog mache ich mich verletzlich und angreifbar und musste lernen, damit umzugehen. Dass nicht jeder mir immer zustimmt, habe ich die letzten drei Jahre oft zu spüren bekommen, aber das ist okay, weil ich niemanden zwinge, hier mitzulesen. Bloß, weil jemand meine Arbeit hier nicht mag, heißt das nicht, dass sie schlecht ist. In erster Linie schreibe ich diesen Blog mit viel Herzblut für mich. Und das ist vom ersten Tag an bis heute unverändert. Und dass diese Tatsache von anderen gewertschätzt wird, lässt mein Herz regelmäßig höher springen.

2. Community ist wichtig und muss geschätzt werden
In den drei Jahren, in denen ich hier blogge, ist die Onlinecommunity rund um den Diabetes massiv gewachsen. Als ich meinen Blog erstellte, gab es nur rund eine Hand voll deutschsprachiger Mitblogger zum Thema Diabetes. Inzwischen sind es um die 100 "KollegInnen" und es werden ständig mehr. Noch dazu wächst die Zahl der Menschen, die sich online zum Thema Diabetes informieren wollen. Das ist großartig! Das Internet bietet uns den Platz dafür und wir nutzen diesen, kommen zusammen und tauschen uns aus.
Was diese Community aber noch lernen muss: No hate, no judgement, no jealousy. Ich verstehe, dass das Thema Rund um den eigenen Diabetes für jeden einzelnen von uns sehr emotional sein kann. Deswegen muss man andere, die etwas anders machen, noch lange nicht angreifen oder beschimpfen oder ihre Meinung als falsch darstellen. Wir sind alle anders, alle unterschiedlich. Nur weil wir alle Diabetes haben, müssen wir keine best friends sein. Diabetes definiert uns nicht. Aber wir können respektvoll miteinander umgehen. Dafür müssen wir bei uns selbst anfangen, um die Community respektvoller und in sich gestützter wachsen lassen zu können. Was ich zum Beispiel teilweise in manchen Facebook-Gruppen lese, macht mich wirklich sprachlos und wenn ihr eure Mitmenschen im echten Leben auch so behandelt, na dann herzlichen Glühstrumpf!

3. Manchmal kann ich mit meinem Mini-Blogbaby etwas bewegen, und das ist toll
Hey, mal ehrlich. Ich schreibe hier, und schreibe, und schreibe. Ich lasse die Luft raus, ich beschwere mich hier, ich komme mit vielen von euch, echten anderen Menschen mit Typ 1 und Firmen in Kontakt, und wir können uns austauschen. Die Mühe, die Leidenschaft, die Arbeit, die ich seit über drei Jahren in diesen Blog stecke, kann etwas bewirken. Feedback zu bekommen, zu erfahren, dass mein Geschreibsel jemandem helfen konnte oder ich damit etwas im Kopf eines Entwicklers bewirken konnte, das sind wirklich die Kirschen-auf-dem-Eis-Momente. Eure Kommentare zu lesen, ist so wertvoll für mich. Es macht mich so froh, wenn ich erfahre, dass ich euch happy oder mutiger mit meinen Texten gemacht habe oder euch motivieren konnte. Das ist ein unfassbar schönes Gefühl. Fast so, als würde ich euch allen bei mir zu Hause ein selbstgekochtes Drei-Gänge-Menü servieren und es würde euch super gut schmecken. So einfach kann man mich glücklich machen.
Ich hoffe, dass ich mit meinen Texten einen kleinen Teil dazu beitragen kann, Menschen mit Diabetes zu motivieren, für sich selbst einzustehen, ohne zu vergessen, dass sie eine chronische Krankheit haben, sich aber nicht von dieser am Leben hindern lassen! Und ich glaube, wir sind da auf einem guten Weg.


Was erwartet ihr von einem Blog? Oder wenn ihr BloggerInnen seid: Was habt ihr bisher durchs Bloggen gelernt? :)

Habt eine wundervolle Restwoche!
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PS: Werbung ohne Kennzeichnung auf dem Blog ist IMMER NOCH NICHT COOL!

Dienstag, 26. Januar 2016

Ich scanne, und scanne, und scanne

Moin zusammen!

Es ist offiziell: Seit letzter Woche kann jeder ohne Wartezeit die FreeStyle Libre-Sensoren bestellen. Und das jetzt, wo sich doch tatsächlich immer mehr Krankenkassen aus ihrer Kostenübernahme zurückziehen, weil es einfach nicht in den Leistungskatalog kommt, weil es nicht für die Standarttherapie anerkannt ist. Nichtsdestotrotz eine coole Nachricht für alle, die schon lange darauf warten, das Teil auszuprobieren.
Ich hatte im September 2014 kurz vorm Launch bereits die Möglichkeit. Einige, die diesen Blog schon länger verfolgen, erinnern sich vielleicht noch an meine Erlebnisse und Erfahrungen von damals und den Hype um das Gerät.
Das Libre war und ist nach wie vor Talk of the Town. Auf Facebook haben sich zahlreiche Mitglieder zu Gruppen rund um das Thema Flash-Sensor zusammengetan und auch auf den Blogs ist es noch nicht still geworden (Sascha von sugartweaks.de hat zuletzt unter anderem endlich ein Mittel gegen die Ausschläge gefunden, die er durch das Pflaster bekam!).

Ich scanne wieder! - Für's Erste!

Und auch hier soll es jetzt vielleicht ab und an wieder Updates geben. Gerne hätte ich euch erzählt, dass ich inzwischen über ein Jahr stolze Sensorträgerin bin. Leider wurde das nichts. Krankenkassen, kein endloser Berg Geld und ein nicht nutzbarer Libre-Account hinderten mich daran, regelmäßige Trägerin des Sensors zu werden. Und dazu der ganze Stress im letzten Jahr und die nicht enden wollende Frage nach der Pumpe und dem CGM. Naja, wie dem auch sei. Wir haben wieder Empfang! Ich hab jetzt mein erstes Rezept eingeschickt und mir einfach trotzdem schonmal aus eigener Tasche einen Sensor bestellt, weil ich nicht abwarten konnte und weil ich seit Monaten unter anderem auf einem Wertechaos sitze. Und so scanne ich im Moment wieder! Den Sensor hab ich fest mit Kinesiotape fixiert, schließlich war ich eine von wenigen, bei denen das Pflaster nicht gut auf der Haut gehalten hat. Damit er auch so lange wie möglich durchhalten kann. Schließlich ist 40 Mal am Tag scannen, weils so viel Spaß macht, und dabei spielerisch den Wert im Auge behalten immer noch besser, als vielleicht kein bis 3 Mal am Tag zu messen und gar nichts im Auge zu haben. Hab ich Recht oder hab ich Recht? Endlich schwimmt der Wert mal wieder halbwegs permanent im Wunschbereich herum und ich kann's per Blutzuckerfernsehen beobachten. So ganz allein auf das Gerät vertrau ich zwar noch nicht, aber es motiviert mich, auch mal gegenzumessen, und das ist verdammt gut. Für mich ist es jetzt schon eine unfassbare Erleichterung von der ich hoffe, dass sie irgendwann für uns zur Standarttherapie gehören darf.

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Samstag, 24. Oktober 2015

Ich kann damit gut leben! Ausrufezeichen!

Manchmal sehe ich mich noch als Diabetes-Frischling. Schließlich ist es erst gut zweieinhalb Jahre her, dass ich zum ersten Mal in meiner Diabetes-Praxis saß.

Die Diabetes-Diagnose war für mich ein Schlag in die Fresse. 

Ich hatte keine Ahnung von Diabetes und seinen verschiedenen Formen. Wieso auch? Es hat mich bisher nie tangiert und ich war nicht gezwungen, mir Gedanken darüber zu machen. Irgendwie war ich aber im Frühjahr 2013 auch ganz schön froh über die Diagnose. Am ersten Tag mit Insulin hatte ich so viel Energie, ich hätte die ganze Welt Umarmen können! Nun wusste ich endlich, was mit mir falsch läuft und warum es mir monatelang so schlecht ging. Trotzdem war ich natürlich voller Fragen, Zweifel und Angst. Es gab viel zu lernen. Sehr viel. Ich war 22 und hatte sehr große Panik, mein Leben, wie ich es über Jahre gelebt habe, aufgeben zu müssen.

So war es aber nicht, durfte ich ganz schnell feststellen. Oder vielleicht doch, aber es war nicht schlimm. Eher hat mein Leben einfach einen neuen weiteren Aspekt bekommen. Ich kann damit gut leben.

Ich darf als Mensch mit Diabetes alles essen, nur muss ich Insulin dafür spritzen.
Wenn ich meinen Diabetes gut behandle, behandelt er mich auch besser.
Mein Diabetes geht vermutlich nie wieder weg, deswegen muss ich ihn mit in mein Boot holen.
Wenn ich meinen Diabetes ignoriere, geht es uns beiden damit nicht gut.
Wenn mein Umfeld Fragen hat, beantworte ich sie geduldig, um Vorurteile zu bekämpfen.
Es ist ganz schön spannend zu sehen, was Essen für eine Auswirkung auf den Blutzucker hat.
Es muss nicht immer Traubenzucker in der Tasche sein. Saft oder anderer Süßkram hilft gegen tiefe Werte und Langeweile!
Ich darf Sport machen! Ich muss keine Angst davor haben.
Wenn ich Sport mache, muss ich auf den Blutzucker achten. Das kann eine Wissenschaft für sich sein.
Je mehr Wissen ich aufsauge, desto sicherer und selbstbewusster fühle ich mich mit dem Diabetes.
Überhaupt bedeutet Diabetes haben, dass das Lernen niemals aufhört.
Mit Diabetes ist man plötzlich die verantwortungsvolle Person. Wer sonst im nahen Umfeld kümmert sich selbst um den Blutzucker?
Oft weiß mein Arzt weniger über meinen Diabetes, als ich. Ist ja auch logisch, wir sind schließlich 24/7 zusammen.
Über die neuste Technik und Therapiemöglichkeiten informiert zu sein hilft mir, zu wissen, was überhaupt geht.
Die Diabetestherapie kann immer optimiert werden, aber soll niemals stressen.
Ich will nicht wie ein rohes Ei behandelt werden.
Mein nahes Umfeld korrekt darüber zu informieren, was sie im Ernstfall tun müssen, hilft, ihnen die Angst etwas zu nehmen.
Schönes Diabetes-Equipment hilft mir viel. Schließlich muss ich es jeden Tag mehrmals in die Hand nehmen, da sollte es wenigstens meinem Geschmack etwas entsprechen.
Eine gewisse Selbstironie hat übrigens noch niemandem geschadet. 


Wenn du neu diagnostiziert bist, steck den Kopf nicht in den Sand. Die Welt da draußen ist viel zu schön und spannend, um sich jetzt zu verstecken und aufzugeben. Du wirst es schaffen.

Und wenn du Fragen hast, die dein Arzt nicht beantworten kann, ist immer auch die Community hier. Denn das ist das Schönste an der ganzen Sache: Du bist nicht allein. Ich bin nicht allein. Wir sind viele - und zusammen sind wir stark und motivierend! Es geht uns allen mal schlecht. Mal stimmt die Einstellung nicht, oder der Tag, oder der Zyklus, oder andere Umstände, alles zusammen oder nichts davon! Manchmal weiß man gar nicht, was los ist, und trotzdem stimmt der Wert oder das Gefühl nicht. Wichtig ist: wir sind alle Menschen - keine Maschinen! An manchen Tagen machst du die exakt gleichen Dinge, und deinem Blutzucker gefällt das an Tag 2 besser, als an Tag 1 oder umgekehrt. Es gibt immer Phasen, wo es mal nicht so läuft. Und auch da kommt man irgendwie wieder raus. Alles ganz normal. Wir können nur versuchen, uns ein so angenehmes Leben wie möglich mit der Krankheit zu machen, ohne uns zu stressen. Denn wenn wir dagegen ankämpfen, wird das auch der Körper merken, und somit auch der Blutzucker. Es IST Arbeit, aber wir tun sie, um zu leben. Schritt für Schritt heißt die Devise.

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diabetes-blog-woche

Montag, 19. Oktober 2015

1 + 1 = 2

Moin zusammen!

Für mich gab es dieses Jahr bisher nicht viele interessante oder spannende oder schöne Diabetes-Momente. Es war ein anstrengendes Jahr, und mein Diabetes musste deswegen gewaltig zurücktreten und bewegt sich auch immernoch sehr im Hintergrund, ich arbeite daran.
Weil jetzt aber Diabetesblogwoche ist und ich natürlich auch meinen Teil dazu beitragen möchte, will ich vielleicht auf einen Aspekt eingehen, der thematisch wohl auch ganz gut passen könnte.

Eins plus eins ist zwei und zusammen ist man weniger allein

Wie ihr wisst, bin ich oft und gerne in Hamburg. Dort treffe ich regelmäßig in unterschiedlichen Konstellationen auf absolute Lieblings-Menschen mit Diabetes, die mir auch dieses Jahr wieder besonders süße Diabetes-Momente bereitet haben, wo eigentlich nicht so viele waren. Diese Momente sind vielleicht auf den ersten Blick für euch gar nicht so besonders, aber für mich bedeuten sie sehr viel.

Da wäre zum einen meine Zeit mit Katharina von dem Blog Nerven aus Zuckerwatte. Wir sehen uns unregelmäßig, aber wenn, dann ist es immer sehr schön und intensiv. Ich genieße die Zeit mit Katharina sehr, weil sie sehr reflektiert ist, aber auch verträumt, und wie ich hat sie manchmal auch einen kleinen sympathischen Sprung in der Schüssel. Sie geht mit mir fettige vegane Burger essen und im Secondhandstore Platten kaufen, und ich gehe mit ihr in den Tierfachhandel, der immer einen sehr bestimmten Geruch hat, und versuche ihr beratend zur Seite zu stehen. Einmal sind wir zusammen nach Dänemark gefahren, haben den Wellen am Strand zugesehen und Milkshakes getrunken. Wir essen auch gerne Kuchen und, ach, eigentlich essen wir vieles gerne. Und wir lieben es zu backen. Diese Woche kommt Katharina zum ersten Mal zu mir in meine neue Wohnung, und natürlich werden wir die Chance nutzen und gemeinsam etwas backen. Und das finde ich sehr schön. Wir sprechen über vieles, auch fernab von Diabetes. Aber wir haben eben auch dieses Thema, dass uns beide ganz gleich berührt, ganz gleich, was sonst in unseren Leben passiert. Ich bin froh, Katharina zu kennen, denn sie erweitert meinen Blickwinkel.

Etwas, dass ich auch sehr genieße, sind die Mädelsabende mit Bente, Ilka und Lu. Obwohl wir alle Typ-1-Diabetikerinnen (?) sind, sind wir eben auch so vieles mehr. Und ich bin froh, diese drei Ladies in meinem Leben zu haben und mit ihnen Dinge zu tun, die eben andere Frauen in unserem Alter auch so tun, egal ob mit oder ohne Diabetes. Wir sind vier ganz ganz unterschiedliche Frauen, und es ist so spannend und aufregend zu sehen, was an so einem Abend alles passieren kann. Ich bin froh, dass wir uns kennen.

Ihr seht, für mich sind es dieses Mal die kleinen Momente, die ich mit anderen Menschen mit Diabetes teilen kann. Weil wir eben doch ein Bisschen anders sind, und das ein Außenstehender schwieriger verstehen kann. Weil es gut tut, auch wenn wir kein einziges Wort über unseren Diabetes verlieren. Die Community macht stark und zusammen sind wir weniger allein mit unserem Diabetes und lauter mit unseren Ideen und Forderungen. Ich bin sehr froh, dass ich euch alle da draußen kenne, die Leas, die Lenas, die Alekse, die Saschas, die Matthiasse, die Maxe, die Klaeuis, die Finns, die Steffis und Staeffs, und wer da draußen sonst noch so ist. Ihr erweitert meinen Horizont und bringt mich zum Nachdenken. Und auch, wenn wir alle nicht immer einer ganz gleichen Meinung sind, wollen wir am Ende doch einfach nur das Gleiche: Gemeinsam nicht einsam sein und Erfahrungen teilen. Deswegen sind wir doch erst hier gelandet, oder?


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Freitag, 16. Oktober 2015

Mach mit! - Über kollektives Blutzuckermessen (Diabetes Charity Gala 2015)

Hallo Welt!

Gestern war es mal wieder Zeit, mich in meinen schicken Fummel zu werfen: Die alljährliche Diabetes Charity Gala fand in Berlin statt und es war ein bunter Abend mit vielen bekannten Gesichtern, moderiert von Franziska Schenk.
Das für mich Besondere an dem Abend war, dass zum ersten Mal ein großer Teil der #dedoc° die Möglichkeit bekommen hat, Teil des Galaabends zu werden. Ich sprach kurz mit Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin DiabetesDe Deutsche Diabeteshilfe, darüber und auch sie stellte fest: Wir werden mehr, die Community ist wichtig, und auch sie muss bei solchen Veranstaltungen vertreten sein. Schön zu sehen, welch starke Außenwirkung wir als Community haben können. Alles in Allem war es wieder ein toller Abend, vielen Dank für die Einladung. Ich habe mich wieder sehr wohl gefühlt. Aber ich möchte gar nicht allzu viel auf die Gala eingehen, da gibts die Tage bestimmt auf einigen Blogs was zu lesen. Ich möchte nur auf einen Punkt hinweisen: Prof. Dr. Danne hat in seiner kurzen Ansprache die Kampagne "Deutschland misst! Blutzuckerbingo" vorgestellt.

Für die gute Sache: Deutschland misst! Blutzuckerbingo

"Deutschland misst! - Blutzuckerbingo" ist die Kampagne zum Weltdiabetestag am 14. November! Quasi jeder kennt den Weltaidstag, aber was ist mit dem Weltdiabetestag? Etwa ZWEI Millionen Menschen haben in Deutschland Diabetes, ohne davon zu wissen, ohne diagnostiziert worden zu sein. Das ist furchtbar schlimm. Deswegen versucht die Kampagne "Deutschland misst! - Blutzuckerbingo" Aufmerksamkeit auf diese Dunkelziffer zu lenken. Zum allerersten Mal wurde die Kampagne nämlich am gestrigen Galaabend der öffentlichkeit vorgestellt, und das positive Echo war groß. Die Kampagne soll dazu aufrufen, am 14. November landesweit kollektiv Blutzucker zu messen, egal ob Typ 1, Typ 2 oder Nichtdiabetiker, Familie oder Freunde. Sie will auf den Weltdiabetestag aufmerksam machen, über Diabetes und seine Formen aufklären, Nichtdiabetikern ihr eventuelles Diabetesrisiko näherbringen und präventiv gegen Typ-2-Diabetes vorzugehen.

Am 14. November kollektiv Blutzuckermessen - und dabei Gutes tun und darüber sprechen! 

Am Weltdiabetestag wollen wir gemeinsam unseren Blutzucker messen. Den Wert könnt ihr auf der Website oder per Telefon eintragen. Für jeden Wert spenden die Partner der Kampagne 1,-€ an Kinderfreizeiten für Kinder mit Diabetes. Cool, oder? Am Brandenburger Tor gibt es am 14.11. um 14.11Uhr einen gemeinsamen Messmob, bei dem so vielen Menschen wie möglich der Blutzuckerwert gemessen werden soll. Auch ihr könnt den Messmob in eure Stadt, eure Praxis holen, mit euren Freunden und Familien an diesem Tag über das unsichtbare Risiko Diabetes sprechen und das Wort teilen. Und das war's noch nicht. Es steckt noch so viel mehr hinter der Kampagne. Weitere Infos bekommt ihr über blutzuckerbingo.de!

Ich freue mich dieses Jahr sehr auf den Weltdiabetestag. Endlich kommt mal was in Bewegung!

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Donnerstag, 8. Oktober 2015

Gib dir mehr Zeit für dich!

Stress, Stress, Stress. Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, antworte ich meist ungefähr so: "Och, eigentlich ganz gut, viel Stress zur Zeit...". Irgendwann sagte mir eine Freundin, dass ich ja eigentlich immer im Stress bin. Ich musste darüber nachdenken, und sie hatte Recht. Tatsächlich geht es nicht nur mir permanent so, auch in meinem direkten Umfeld bemerke ich immer öfter, dass viele dauernd im Stress sind. Und so kam ich nicht umhin mich zu fragen, warum wir alle uns diese Scheiße eigentlich nonstop antun? Ich freue mich aufs Älterwerden, wirklich, aber ich möchte nicht die nächsten 40 Jahre permanent unter Stress stehen. Dafür ist mir mein Leben zu kostbar. Dass Dauerstress ein Phänomen unserer Zeit ist, muss ich euch sicher nicht erzählen. Dauerstress wirkt sich fatal auf den Körper und die Psyche aus. Es kann beginnen mit Schlafstörungen und körperlichen Schmerzen aller Art, gefolgt von Energieverlust, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen, über Mehrarbeit ("Ich muss das jetzt alles noch schaffen."), Schuldgefühlen, Stimmungsschwankungen und starken Niedergeschlagenheitsgefühlen bis zu Motivations- und Interessenverlust und suizidalen Gedanken. Leistungs- und Lebensmut schwinden, und man steuert irgendwann auf eine vollkommene Erschöfpung zu. Sehr viele Punkte dieser Liste begleiteten mich über die letzten sieben Monate, viele davon sind nach wie vor in meinem Alltag präsent und hindern mich daran, mich meinen Aufgaben zu stellen. Und ich möchte wirklich nicht, dass es mir jemals wieder so schlecht geht. Zusätzlich kann sich Stress natürlich auch auf den Blutzucker und oder die persönliche Diabetestherapie auswirken. Das konnte ich die letzte Zeit auch sehr gut an mir beobachten und nach wie vor hat mich der Stress komplett aus meiner Routine herausgerissen und fest in seinen Händen.
Genug damit, dachte ich mir. Es reicht. Ich habe mir vorgenommen, den Versuch zu starten und mich ganz bewusst weniger Stress auszusetzen. Blöd nur, dass ich jetzt gerade extrem viel zu tun habe und eigentlich nonstop arbeiten müsste, um mein Pensum zu erfüllen. Dazu kommt, dass ich eine Person bin, die sich leider extrem leicht selbst schwer unter Druck setzen kann und dies auch permanent tut. 
Ich begann vor kurzem zu meditieren. Jeden Morgen 10 Minuten. Atem zählen, das Gewicht des Körpers spüren. Das hier soll jetzt aber kein Meditationsworkshop werden. Bitte lasst mich wissen, wenn euch dieses Thema interessieren sollte. Ich habe das Gefühl, dass das Meditieren mir tatsächlich schon geholfen hat. Ich war den Tag über ausgeglichener, weniger schnell genervt und mutiger. Leider muss ich mir eingestehen, dass die tägliche Meditation ihren Weg bisher nicht in meine nicht vorhandene Alltagsroutine gefunden hat. Ich würde es gerne nochmal versuchen, ich weiß aber nicht, ob ich es schaffen kann. Im Moment ist alles sehr schwer und anstrengend für mich. Selbst die Tatsache, dass sich gerade die Jahreszeit ändert und ich mich plötzlich anders anziehen muss, bereitet mir Bauchschmerzen. Und ich bin gerade wieder gestresster, denn je. Manchmal so sehr, dass ich, wenn ich abends nach Hause komme, absolut nicht zur Ruhe kommen kann. Dazu versuche ich gerade, regelmäßig und gut zu essen. Klappt leider auch nur semi-gut bisher. Ich würde gerne wieder laufen gehen, um einen Ausgleich zu haben und mich auspowern zu können, aber ich habe Angst davor, dass meine Leistung schlecht sein wird (was sie vermutlich auch sein wird), und das demotiviert mich extrem. 
Stress, Stress, Stress. Er ist in meinem Leben, es ist mir bewusst, ich möchte was verändern. Und trotzdem wird es immer mehr. Wie entkommt ihr der Stress-Spirale? 

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Dienstag, 24. März 2015

Meine Bachelorarbeit hat angerufen und sie möchte gerne, dass ich an ihr arbeite.

Moin!

Vielleicht wird's in nächster Zeit manchmal stiller hier. Nö, ich bin nicht weg, wo denkt ihr hin? :D Ich widme mich allerdings nur mal eben die nächsten sechseinhalb Monate meiner Bachelorarbeit! :O Deswegen bin ich zum Beispiel leider dieses Jahr auch nicht beim Lauf zwischen den Meeren dabei.

Demnächst zeig ich euch noch die Bilder meiner Serie zum Thema Diabetes und beglücke euch noch ein wenig mit frischen Säften. Außerdem versuche ich es natürlich anders als alle anderen zu machen und hoffe insgeheim, dass die nächsten Monate durchgeplanter und weniger anti-sozial, als bei meinen ehemaligen MitkommilitonInnen werden und ich auch mal Zeit für nen Blogpost dazwischenschieben kann, wenn ich das möchte.

Achso, und im Mai wartet vermutlich noch was Spannendes auf uns. Ihr konntet es vielleicht schon auf dem ein oder anderen Blog lesen, dass Bente und ich da was planen... :) Da berichte ich natürlich selbstverständlich drüber, sobald es los geht!

Und dann war ja auch noch ein Blogumzug geplant... hachja. Die Zeit, meine Lieben, die Zeit!!!

Bis dahin, meine lieben Krankheits-Buddies -

Drückt mir die Däumchen, dass ich meinen Weg durch das Chaos finde! x


Montag, 9. März 2015

Immer wieder montags... oder so

Moin!

FRÜHLING!




















Okay, zurück zum Alltag. Im Moment fällt es mir schwer, den Alltag als das anzunehmen, was er ist: Vorlauf zur Bachelorphase. Das macht mir wirklich zu schaffen. Noch dazu wurde das komplette Semester-System auf den Kopf gestellt - die Bachelorphase dauert bis Ende September. Das heißt Bachelor zum Frühling, Bachelor zum Sommer, Bachelor zum Geburtstag, alles Gute! Dass es den ganzen Sommer einnehmen sollte, war nicht geplant und nervt mich tierisch.
Der Diabetes läuft gerade so nebenbei. Ich glaube sogar ganz okay, aber eigentlich würde ich mich gerne mal der Analyse meiner Werte widmen. Und noch etwas forschen, wegen dem Umkippen in der Dusche. Im Herbst dann, vielleicht.
Und obwohl mich die ersten Sonnenstrahlen gerade sehr glücklich machen und die nächsten Wochen viele tolle Dinge passieren werden, kann ich mich nicht so richtig freuen, weil irgendwie so vieles mitschwingt...

Was ist denn sonst so gewesen?


|Gesehen| Full Metal Alchemist Brotherhood, Regular Show, Sex & The City
|Gelesen| Bachelordinge
|Gehört| Action Bronson, Helium, Will Butler, Diana Ross, Madonna
|Gegessen| Lasagne mit Spinat, japanischer Schokokuchen, Hot Dogs
|Getrunken| Wasser, Bier, Cosmopolitans, Kaffee, Tee
|Getan| versucht, in meinen Alltag zurück zu kommen, aufgeräumt, Sonne genossen, geschlafen und endlich wieder gelaufen!
|Gedacht| Hallo, ich bin Tine und ich bin jetzt offiziell als Letzte im jahr 2015 angekommen!
|Gefreut| über die Sonne und den Frühling, obwohl ich meinen Wintermantel noch nicht beiseite legen möchte.
|Geärgert| über die Änderung im System.
|Gewünscht| dass am Ende niemand weint.
|Gekauft| no money, no buys.
|Geklickt| Tweetdeck

Und Neu:
|Geschrieben| Abfinden vs. Annehmen

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Lasagna, Lasagna






Kuchen!
Endlich wieder laufen!

Frühstück.