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Mittwoch, 30. Dezember 2015

Tschüssi 2015! Reicht jetzt auch mit dir!

Hey hey alle zusammen!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, der Jahreswechsel ist nicht mehr aufzuhalten. Zu Silvester hin werde ich immer extrem nachdenklich und melancholisch. Ich lasse das vergangene Jahr Revue passieren und frage mich, was das kommende Jahr für mich zu bieten hat.

2016 wird wirklich spannend. Werde ich irgendwann hoffentlich endlich meine Bachelorarbeit abgegeben haben (bitte fragt nicht mehr, ich sag euch auf allen Kanälen, wenns soweit ist, das verspreche ich hoch und heilig :D), stehe ich vor einem komplett leeren Blatt. Das ist super spannend, aber auch total angsteinflößend.
Das Jahr 2015 bot große Aufs und Abs für mich. Ich bin durch gefühlt alle möglichen Emotionen und Phasen durch und so langsam geht es wieder bergauf für mich. Ganz langsam, Schritt für Schritt. Ich bin dieses Jahr dankbarer denn je für mein kleines, feines Supportnetz und die Menschen darin, mit denen ich zu tun haben darf. Nun freue ich mich sehr, dass das Jahr endlich bald vorbei ist und hoffe, dass sich mit dem neuen Jahr einiges ändern kann. Ich möchte das alte Jahr abschütteln und wie ein Phönix aus der Asche steigen. Ich will wieder Routine in meinem Leben, für meinen Diabetes und mich. Denn das letzte Jahr hat weder mir noch meiner Therapie gut getan.

Ein weiteres, dieses Mal eher leises Blogjahr vergeht. Trotzdem war ich keinesfalls still. Ich hatte viel zu sagen, auch einiges unbequemes in diesem Jahr. Dennoch freue ich mich, dass ihr weiterhin mit mir auf meiner Reise dabei wart und seid. Und wie an jedem Jahresende möchte ich euch kurz vor Schluss noch meinen Jahresrückblick auftischen.

Ich wünsche mir und euch ein großartiges neues Jahr!  Auf dass es mal wieder alles, was bisher passiert ist, toppen kann!





Im Januar war ich wieder zu Gast auf dem T1Day in Berlin.

Autsch! Im Februar bin ich in der Dusche umgekippt, habe beschlossen, dass wir bei uns selbst anfangen müssen, wenn wir wollen, dass über Diabetes in den Medien korrekt berichtet wird und habe Leute gesucht, die künstlerisch freiberuflich arbeiten UND Diabetes haben (suche ich übrigens immer noch!!!)!
Außerdem habe ich mein Bananenbrotrezept perfektioniert! OMNOMNOM!

Im März habe ich meinen zweiten Diabetesgeburtstag gefeiert. Schön zu sehen, dass viele von euch diesen Spaß inzwischen auch für sich angenommen haben und mitmachen! :) Außerdem war ich mit Roche in Bayern beim alljährlichen Mediendialog, wo zum ersten Mal auch Blogger mit von der Partie waren! Es war ein super interessantes Wochenende und eine tolle Möglichkeit, mit dem Team von Roche in Kontakt zu kommen!
Den Diabetes annehmen vs. sich damit abfinden - auch darüber habe ich im März philosophiert! Und hatte viele spannende Diskussionen mit euch! Danke!

"Auf auf in die Schweiz!", hieß es im April - dort war ich mit den anderen Mitgliedern des #mylifeDN unterwegs, um die Produktionsstätte der bald erscheinenden Ypsopump zu besuchen!

Im Juni tauchte ich ganz langsam aus der Versenkung auf. Im August bin ich umgezogen und im September hat meine Therapie begonnen. Außerdem durfte ich zusammen mit anderen Bloggern dank Roche nach Stockholm zum diesjährigen EASD reisen!

Im Oktober entschied ich, dass es Zeit ist, sich weniger stressen zu lassen. Ich durfte erneut Gast sein bei der alljährlichen Diabetes Charity Gala, die im Tipi am Kanzleramt stattfand. Ein wundervoller Abend, den ich mit lieben Menschen verbringen durfte. Außerdem betonte ich im Oktober während der Diabetes Blog Woche, wie wichtig mir bestimmte Menschen in meinem Leben sind und warum (Shoutout an Katharina, Bente, Lu und Ilki und all die anderen da draußen - ihr seid großartig!). 1+1=2 und zusammen ist man weniger allein!

Der November war geprägt vom Weltdiabetestag am 14.11. und dem kollektiven Blutzuckermessen, aber auch von den Anschlägen in Paris. Ich habe am 14.11. vier Menschen ohne Diabetes den Blutzucker gemessen und erklärt, was die verschiedenen Zahlen bedeuten.

Im Dezember war ich allumfassend in Weihnachtsstimmung. Trotzdem ging es mir eher schlecht als recht. Und auch über Weihnachten war ich krank. Ich freue mich auf das kommende Jahr und all die Erlebnisse und Abenteuer, die wir gemeinsam haben werden!

Achso, natürlich darf das Essen nicht vergessen werden! :) Auch 2015 habe ich der Welt gezeigt, dass ich als junge Frau mit Typ-1-Diabetes alles essen darf! Und es gab wirklich mal wieder sehr viel hervorragendes Essen in diesem Jahr. Es freut mich außerdem zu sehen, dass auch ihr den Hashtag #icaneateverything fleißig für eure leckeren kulinarischen Ausflüge benutzt. Weiter so! We can eat everything!

xo



Tag Time! Diabetes Type YOU!

Leuteee!
Ihr wisst doch, ich LIEBE Tags!

Ein Tag ist ein kleiner Fragenkatalog zu einem bestimmten Thema, den man beantworten und dann an andere Blogger weitergeben kann, man tagged sich quasi gegenseitig und erfährt mal was Persönliches über die anderen.
Letztes Jahr im März hab ich selbst einen kleinen Diabetes-Tag in die Welt gesetzt.
Im Mai 2014 fühlte ich mich inspiriert, beim "Was ich vermisse"-Tag mitzumachen.
Und im Februar diesen Jahres habe ich mit großem Spaß an Katharinas Hypo-Tag mitgemacht!

Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich endlich zum Type YOU Tag von Sassi und Marcel getagged wurde, nämlich von der liebsten Ilka! DANKE :*

#1 Wie alt bist du und wie lange hast du Diabetes?
Ich bin 25 Jahre alt und habe seit März 2013 Diabetes, also seit bald drei Jahren! Wie die Zeit vergeht. Es ist mir, als wäre es gestern gewesen, dass ich mir zum ersten Mal die Nadel in den Bauch gehauen habe!



#2 Penste noch oder pumpste schon?

Nach wie vor arbeite ich mit Pens. Meine beiden Babies sind die Lilly Humapen Savvio in rosa und hellblau. Zwar bin ich dem Gedanken an eine Pumpe nach wie vor nicht abgeneigt, möchte mich damit aber beschäftigen, wenn ich mich voll und ganz darauf einlassen kann und nicht nebenbei Bachelorarbeit oder Lebensplanung dazwischen schreien. Auch warte ich irgendwie noch auf "mein" Pumpensystem. Alle Pumpen auf dem Markt sind top, keine Frage. Dennoch fehlt mir überall etwas und "die eine Pumpe" lässt nach wie vor auf sich warten. Solange ich also mit den Pens zurecht komme, kann ich noch etwas warten, auch wenn ich von der Therapieform überzeugt bin.

#3 Was war dein schönstes Diabetes-Erlebnis und wie beschreibt sich deine schlimmste Erinnerung?
Wirklich schlimme Erinnerungen habe ich mit meinem Diabetes zum Glück bisher nicht gesammelt. Anfang des Jahres bin ich mal in der Dusche umgekippt, wobei da immer noch im Raum steht, ob das überhaupt eine Hypo war oder nicht. Großartig mehr ist da wirklich noch nicht passiert - ich klopfe auf Holz!
Meine schönsten Erlebnisse schließen immer auch andere Typ-1-Diabetiker mit ein. Zusammen ist man einfach weniger allein - und das ist toll. Egal ob wir zusammen in Hamburg einen Cocktail trinken oder im Flugzeug gemeinsam in ein anderes Land reisen, ohne euch da draußen wäre das alles längst nicht so spaßig. Und jetzt werd ich gleich emotional, deswegen halte ich an dieser Stelle inne ;)

#4 Misst du noch oder scannst du schon?
Das leidige Thema. Im Moment messe ich kaum. Die Routine, der psychische Zustand, ihr habt es mitbekommen.  Da wäre so ein FGM oder CGM ja schon ganz sinnvoll. Leider kann ich mir das als Studentin nicht leisten. CGM übernimmt die Krankenkasse super selten und die Kostenübernahme fürs FGM steht ja ab nächstem Frühjahr schon wieder in den Sternen.
Würde ich denn, wenn ich könnte? Ich war eine der ersten in Deutschland, die das Scan-System testen durften. Es hat mir sehr gefallen. Dennoch ist es mir zusammen mit der nicht verlässlichen Haltbarkeit, dem Bestellsystem und dem Preis einfach in der Gesamtheit zu anstrengend. Da würde ich momentan eher auf ein CGM setzen wollen, welches mich zusätzlich noch vor Hypers und Hypos warnen kann.

#5 Dein liebster Hypohelfer?
Capri Sonne, generell Saft, mag ich gerne für unterwegs. Geht recht schnell und ist ganz einfach. Traubenzucker geht gar nicht, ging noch nie, da stimme ich vielen von euch da draußen zu. Zu Hause, wenn die Hypo kommt, schleich ich mich in die Küche und stopfe zitternd alles in mich hinein, was die kleinen Patscherchen fassen können. Mehr Saft, Brot, Joghurt mit zu viel Honig, Nutella.

#6 Tagebuch schreiben, in einer App dokumentieren oder „Fuck off“?
Im Moment leider definitiv ein sehr lautes "FUCK OFF!", das muss ich allerdings zum neuen Quartal hin dringend ändern. Ich finds ja selbst scheiße. WIE ich das dann mache, muss ich mir noch überlegen.

#7 Familie nervend oder helfend?

Familie macht sich Sorgen. Natürlich. Das rührt mich zu tiefst, aber hilft eigentlich niemandem. Schöner sind die Momente, in denen dein gegenüber wortlos aufsteht und dir Saft holt, weil du grade unterzuckerst.

#8 Warum bloggst du oder liest Diabetes-Blogs?
Ich begann mit dem Bloggen, weil mit meiner Diagnose 2013 viele Fragen aufkamen und ich ein enormes Maß an Austausch-Wut und Schreibwut in mir entflammt habe und es damals nicht super viel anderes auf deutsch zu lesen gab. Ich lese über die Erfahrungen anderer, vergleiche sie mit meinen, kann daraus lernen, vor allem Dinge, über die mir meine Diabetologin vielleicht nicht so viel erzählen kann.
Mein Blog ist meine Spielwiese. Hier entscheide ich, um was es geht, auch wenn die Themen mal unbequem oder nachdenklich sind. Ich will offen mit euch sein und nichts beschönigen, aber auch nichts schlimmer machen, als es ist. Ich möchte euch auch anregen, euch Gedanken über den Umgang mit eurer Krankheit und eurem Körper zu machen und zeigen, dass wir mit Diabetes machen können, was wir wollen. Ich bin eine junge Frau und ich lasse mir von dem Mist nicht mein Leben versauen! Der Diabetes muss mir hinterher laufen, nicht umgekehrt! Diese Reise möchte ich mit euch teilen. Außerdem möchte ich mich für Menschen mit Diabetes einsetzen, Informationen weitergeben und mit euch Essen genießen! :)

#9 Diabetes als Sportbremse? Oder wie vereinigst du die beiden Dinge?
Diabetes und Sport ist eine Wissenschaft für sich, und für jeden anders. Dennoch gilt auch hier: Übung macht den Meister. Sport und Diabetes gehen sehr gut zusammen und wenn man es raus hat, kann es sogar Spaß machen! :)


#10 Wie offensiv gehst du mit deinem Diabetes um?
Hier schließe ich mich Ilkas Antwort an: Hätte ich diesen Blog, wenn ich nicht offen mit meinem Diabetes umgehen würde?
Ich bin definitiv gegen die Methode, den Diabetes aus Angst vor den Reaktionen anderer Menschen zu verstecken. Das tut dir, deiner Psyche und deinem Diabetes nicht gut. Sei informiert, informier andere korrekt. Mach ihnen keine Angst, sondern erkläre ihnen mit Geduld deine Krankheit, wenn sie fragen. Sei nicht bockig, wenn sie etwas nicht sofort verstehen. Keiner verlangt, dass du im Restaurant auf den Tischen tanzend dein Insulin spritzt. Aber versteck dich nicht! Denn du bist du!

#11 Wenn du einen Wunsch frei hättest…
Weihnachten war doch grade erst! ;)
Also das mit der Heilung hab ich mir direkt nach der Diagnose abgeschminkt. Ehrlich gesagt war das aber nie ein Gedanke von mir. Ich war vor zwei Jahren froh, dass ich endlich wusste, was mit mir los war und dass es mir mit Insulin wieder besser ging. Ich wünsche mir, dass jeder Diabetiker auf der Welt die für ihn passende Therapie erhalten kann und naja, lieber Weihnachtsmann, wenn ich mir jetzt noch eine Sache wünschen dürfte, wäre es auf jeden Fall ein CGM-System zum dauerhaft Tragen, dass ohne Murren von meiner Krankenkasse übernommen wird. Das wäre schön.

Ich tagge Matthias von Typ 1 Live und Lea von Insulea
Have fun!


xoxo

Dienstag, 24. März 2015

Meine Bachelorarbeit hat angerufen und sie möchte gerne, dass ich an ihr arbeite.

Moin!

Vielleicht wird's in nächster Zeit manchmal stiller hier. Nö, ich bin nicht weg, wo denkt ihr hin? :D Ich widme mich allerdings nur mal eben die nächsten sechseinhalb Monate meiner Bachelorarbeit! :O Deswegen bin ich zum Beispiel leider dieses Jahr auch nicht beim Lauf zwischen den Meeren dabei.

Demnächst zeig ich euch noch die Bilder meiner Serie zum Thema Diabetes und beglücke euch noch ein wenig mit frischen Säften. Außerdem versuche ich es natürlich anders als alle anderen zu machen und hoffe insgeheim, dass die nächsten Monate durchgeplanter und weniger anti-sozial, als bei meinen ehemaligen MitkommilitonInnen werden und ich auch mal Zeit für nen Blogpost dazwischenschieben kann, wenn ich das möchte.

Achso, und im Mai wartet vermutlich noch was Spannendes auf uns. Ihr konntet es vielleicht schon auf dem ein oder anderen Blog lesen, dass Bente und ich da was planen... :) Da berichte ich natürlich selbstverständlich drüber, sobald es los geht!

Und dann war ja auch noch ein Blogumzug geplant... hachja. Die Zeit, meine Lieben, die Zeit!!!

Bis dahin, meine lieben Krankheits-Buddies -

Drückt mir die Däumchen, dass ich meinen Weg durch das Chaos finde! x


Donnerstag, 12. März 2015

Zwei Jahre!

Hallo!

Heute ist der 12. März 2015, und heute vor zwei Jahren erhielt ich meine Diabetes-Diagnose.
Ich feiere diesen Tag, weil mich ab da ein neues Leben erwartet hat. Es hat alles auf den Kopf gestellt. 
Zwei Jahre, die so schnell an mir vorbeigezogen sind, dass ich erst einmal tief Luft holen muss.

In diesen zwei Jahren habe ich unheimlich viel über mich selbst und meine Krankheit gelernt. Ich hatte das Glück, tolle Menschen kennen zu lernen, die ich mir inzwischen nicht mehr aus meinem Leben wegdenken möchte und Dinge zu erleben, die mir vor diesem Datum nie passiert wären. Zwei Jahre schon schreibe ich all meine Gedanken und Erfahrungen in diesen Blog und bin dadurch im Austausch mit Menschen auf der ganzen Welt. Und inzwischen ist das Thema auch in meinen fotografischen Projekten angekommen.
Für mich ist mein Leben mit Diabetes inzwischen "normal" geworden, ich lebe nicht anders, als ein "gesunder" Mensch. Und meistens fühle ich mich nicht krank. Meistens. (heute morgen zum Beispiel wiederum schon, ich bin mit 399mg/dl aufgewacht, hatte schon beinahe vergessen, dass ich so hoch kommen könnte und fühlte mich entsprechend zum Kotzen)

Ich werde gleich mit meiner lieben Freundin frühstücken gehen und später noch in ein Flugzeug steigen; wohin, erzähle ich euch die Tage :)


Danke, dass ihr mich hier auf meinem Weg begleitet.

&

Ich danke allen, die bei meiner Diagnose beteiligt waren - Frauenärztin, Hausärztin und Dia-Beraterin. :D
Danke an die lieben Menschen um mich herum, die mich so annehmen und unterstützen, wie ich bin.
Danke an meine zwei tollen Fotografen-Kollegen mit Typ 1, die mir immer zeigen, dass mit Diabetes alles möglich sein kann (, z.B. auch in der Ukraine mitten im Geschehen fotografieren).
Und danke fürs Insulin, Herr Banting.


Auf viele weitere bunte Jahre!

x

Montag, 2. März 2015

Abfinden vs. Annehmen - der Spaß geht weiter

Moin ihr, die Frau Oberlehrerin ist wieder da!

Bald muss ich mich verstecken, weil ihrs nicht mehr lesen könnt xD
Inzwischen wisst ihr ja bereits, dass manche Worte viel stärkere Bedeutungen haben, als wir vielleicht auf den ersten Blick denken und dass es mir besonders wichtig ist, dass wir Menschen mit Diabetes da auch mal drüber nachdenken und reflektieren, vor allem seit der Diskussion zum Thema Diabetes in den Medien beim Type 1 Day in Berlin vergangenen Januar.

Ich hatte selbst schon drüber geschrieben, was teilweise von euch sehr kritisch gesehen wurde. Außerdem habe ich mehrfach auf Renzas Blogposts (englisch!) aufmerksam gemacht, weil sie schon öfter darüber gesprochen hat, warum es wichtig ist, mal über die Bedeutung mancher Worte nachzudenken und sie vielleicht so nicht mehr so zu benutzen, wie man es gewohnt ist (man kann sich halt auch Mist angewöhnen!). Und zu guter Letzt kann sich jeder 24/7 bei den Leidmedien, einem großartigen Projekt der Sozialhelden, schlau machen.

Wer nicht drüber nachdenkt, darf sich echt nicht beschweren. 

Ich weiß, viele von euch sagen sich: Ich hab andere Probleme, was interessieren mich Bedeutungen von Worten? Aber beschwert euch dann bitte nicht, wenn der nächste schlecht verfasste Artikel zu einem Menschen mit Typ-1-Diabetes in eurer Tageszeitung steht oder sich Hänsel im Film Insulin spritzen muss, weil er als Kind zu viele Süßigkeiten von der Hexe bekommen hat . Das hängt im großen Medienuniversum alles irgendwie miteinander zusammen.

Heute wollte ich euch sehr gerne mal ein Beispiel aufzeigen und ich denke, an diesem sieht man relativ klar, was hinter Worten steckt. Und wahrscheinlich werdet ihr den Unterschied sehen, mir aber vielleicht auch nicht in allen Punkten zustimmen. Das ist voll okay, hört bitte auf immer zu denken, dass Diskussionen etwas Schlimmes sind! Lasst uns in eine Diskussion mit verschiedenen Meinungen starten und endlich mal drüber reflektieren! Ich würde mich freuen.

 
Abfinden (Ich habe mich mit meinem Diabetes abgefunden) vs. Annehmen (Ich habe meinen Diabetes angenommen)

ab|fin|den
  1. durch eine einmalige Geldzahlung, Sachleistung für etwas [teilweise] entschädigen
    1. sich einigen, vergleichen
    2. sich mit jemandem, etwas zufriedengeben; sich in etwas fügen 


an|neh|men
    1. etwas [gerne, ohne Bedenken] entgegennehmen, nicht zurückweisen
    2. mit etwas einverstanden sein, mit etwas übereinstimmen
    3. übernehmen
  1. seine Zustimmung geben, billigen
    1. sich etwas zu eigen machen, zulegen
    2. verblasst in Verbindung mit Substantiven, drückt aus, dass sich etwas in bestimmter Weise verändert, entwickelt
    1. aufnehmen, zulassen
    2. (umgangssprachlich) adoptieren
    3. (Zoologie) ein neugeborenes Junges als eigenes ansehen und ein entsprechendes Verhalten zeigen
  2. eindringen, haften lassen
    1. vermuten, meinen, glauben
    2. voraussetzen
  3. sich um jemanden, etwas kümmern
  4. (Sport) den zugespielten Ball in seinen Besitz, unter Kontrolle bringen
(danke, Duden.)


Ich weiß gerade ehrlichgesagt gar nicht, ob ich das jetzt erst mal so stehen lassen und gucken soll, was ihr dazu sagt, oder ob ich direkt meinen Senf zugeben soll.
Okay, heute mal kurz und knapp: Ich will mich nicht dem Diabetes fügen müssen, ich will ihn mir zu eigen machen, zulassen, mich drum kümmern, mich weiterentwickeln und es unter Kontrolle bringen. Macht Sinn, oder?

Lassen wir das für heute mal so stehen. 
Ich hoffe, ihr versteht meinen Gedankengang.

Danke für die Inspiration, R. :)

Bis bald!
x
 

Donnerstag, 12. Februar 2015

Blumen verwelken... was WIR tun können:

Moin!

-Animas hat zwei Übernachtungen in Wien für mich übernommen. Es steht mir dennoch wrei, ob und wie ich über unser Zusammentreffen schreibe.-

Heute möchte ich euch auf eine Kampagne aufmerksam machen, die Spenden sammelt, um Kindern Insulin zukommen zu lassen.
Kennen gelernt habe ich diese Kampagne bereits letztes Jahr im September, als ich in Wien mit Animas beim European Blogger Summit sein durfte.

Die Gruppe in Wien bestand aus Menschen mit Diabetes aus aller Welt: Teil des Summits waren Finn & Ilka von mein-diabetes-blog.com, Renza von Diabetogenic, Kerri von Sixuntilme, Bagiao und Daniela aus Italien, Chris von The grumpy pumper, Annie von Understudy Pancreas, Anna von Insulinindependent und meine Wenigkeit. Die Diabetescommunity ist ein internationaler Haufen, von dem wir alle profitieren können, über Tweetchats und auf den Social-Media-Plattformen treffen wir uns und tauschen uns aus, und ich kann meine Kollegen nur empfehlen. Ich finde es ja immer spannend zu hören, wie es anderen Menschen überall auf der Welt mit Diabetes so geht und wie sie ihre Blogs schreiben.
Ich hatte letztes Jahr im September zum ersten Mal die Gelegenheit, Teil des Blogger Summits sein zu dürfen und es war ein tolles Erlebnis für mich.



Es ging viel um das Thema Diabetescommunity und was wir tun können, um unsere große Community zu stärken.
Ilka erzählte vom Lauf zwischen den Meeren und wie sie mit ihrer Arbeit bei mySugr quasi ihre Krankheit zum Beruf gemacht hat. Außerdem stellten wir fest, dass die deutsche Diabetes-Community größer und größer wird, ganz rapide. Biagio erzählte von seiner Kampagne #ShowMeYourDiabetes, bei der er Twitter als Plattform für einen Wandel sieht. Jeden Tag sollen Bilder gepostet werden, die zeigen, wie ein Leben MIT Diabetes aussieht. Hast du eine Pumpe? Nutzt du deinen Bolusrechner? Wie siehst du aus, wenn du deinen Blutzucker misst? Zeig der Welt unter #ShowMeYourDiabetes, was es bedeutet, Mensch mit Diabetes zu sein. Renza war von Diabetes Australia und ihrem Blog Diabetogenic mit an Bord. Sie berichtete auch darüber, wie es ist, in Australien Mensch mit Diabetes zu sein, was ich sehr interessant finde (großes Land mit relativ kleiner Bevölkerung). Chris und Annie berichteten über ihre intensive Arbeit mit Diabetes UK und JDRF. Und Anna berichtete von ihrem neuen Projekt Adventure D, welches Sport und Community verbindet.
Es kommt nicht häufig vor, dass sich die internationale Diabetescommunity so intensiv treffen kann, daher habe ich die Vorträge aufgesaugt und war gespannt, was ich in Zukunft tun kann... Und inzwischen bin ich sogar an einem Projekt dran. Mehr dazu bald :)
Think global - act local!
Beim gemeinsamen Essen konnten wir noch etwas privater schnacken und ich habe da wirklich eine tolle Truppe um mich gehabt. Und auch hier habe ich wieder gespürt: In Deutschland kann noch so viel mehr passieren. Die kleinen Projekte werden im Ausland viel eher von den großen Diabetesorganisationen unterstützt, als es hier der Fall ist. In Deutschland sind wir meist
auf uns allein gestellt, wenn wir coole Typ1-Projekte an den Start bringen wollen.

Zum Schluss möchte ich euch jetzt das Projekt vorstellen, welches gerade wieder ganz aktuell ist und zum kommenden Valentinstag passt. Kerri hat damals die Ergebnisse von 2014 präsentiert und es war toll zu sehen, was erreicht wurde.

Wie wäre es denn, zum Valentinstag das Geld, welches man in sonst vielleicht verwelkende Rosen für den oder die Geliebte/r stecken würde, zusammen spendet? In vielen Ländern der Erde sterben Kinder mit Diabetes, weil sie entweder keinen, oder nicht genügend Zugang zu Insulin haben, anders als wir hier in Deutschland. Die Lebenserwartung für ein Kind, das frisch mit Diabetes diagnostiziert wurde, beträgt in einigen Regionen dieser Erde weniger als ein Jahr.
Unsere Community kann helfen, das zu verändern.
Mit der Spare a Rose, Save a Child-Kampagne sollen Spenden für Life for A Child gesammelt werden, einem Programm der International Diabetes Federation (IDF), welches Kindern in Entwicklungsländern lebenswichtige Diabetes-Versorgung bietet, und ihnen Medikamente und Schulungen bereit stellt.
 
Es funktioniert super einfach: Kaufe eine Rose weniger für deinen Valentinsstrauß und spende den Betrag für diese Rose an Kinder mit Diabetes.
Eine Rose bedeutet einen Monat Leben. Ein Dutzend Rosen heißt ein ganzes Jahr Leben für ein Kind mit Diabetes.
Es kann so einfach sein.
Mehr Infos gibt es hier.


Danke auch nochmals an Animas für die produktiven und erkenntnisreichen Tage in Wien. Es hat Spaß gemacht und war mir eine große Ehre!

Mittwoch, 11. Februar 2015

#trotzDiabetes

Wieso sollten wir uns in der Öffentlichkeit als Menschen mit Diabetes sehen, statt vielleicht als Diabetiker? Wieso wollen wir uns in den Medien nicht als "leidende Opfer" sehen und warum können wir reisen, schwimmen, essen MIT Diabetes und nicht trotz?

In den letzten Wochen habe ich aufmerksam die Nachrichten verfolgt und immer wieder Artikel gefunden, in denen Menschen mit Diabetes zum Beispiel als sportlich trotz und nicht sportlich mit Diabetes beschrieben wurden und habe daraufhin immer wieder begonnen, kleinere Diskussionen zu starten. Zwischen trotz und mit ist ein gewaltiger sprachlicher Unterschied, der vielen eher egal zu sein scheint, vor allem den Erkrankten selbst. So kleine Worte allerdings können einen journalistischen Artikel bereits in der Grundschwingung beeinflussen, was dann wiederum dazu führt, dass wir uns gemeinsam später online über Artikel aufregen, die zum Thema Diabetes in den öffentlichen Medien erscheinen. Und die Spirale geht von vorne los.

Wir müssen bei uns selbst anfangen

Eine mögliche Lösung des Problems könnte es sein, wenn wir bei uns selbst anfangen und unseren Sprachgebrauch und unsere Art und Weise, wie wir andere, wenn sie nachfragen, zum Thema aufklären, beobachten. Nehmen wir uns selbst ernst, wissen über unsere Krankheit Bescheid, sind offen und positiv, so fließt das automatisch auch in unsere persönliche "Aufklärungsarbeit", die wir vielleicht bei Freunden oder Bekannten betreiben und setzt sich auch mit einer ganz anderen Grundstimmung in deren Köpfe fest. Wenn wir sagen, wir "leiden" an Diabetes, wird durch die Wortwahl ein universelles Leiden unterstellt. Wenn jemand schreibt, dass "trotz" Diabetes eine Reise gemacht werden kann, kann ich nur sagen: ich habe noch nie jemanden trotz seines Diabetes reisen gesehen. Genauso sind die anderen nicht die "Normalen", die Vorstellung einer fixen Normalität finde ich fragwürdig und keiner weiß, wo Normalität beginnt und wo sie aufhört.

Sei nicht so kleinlich! - Kleinvieh macht aber auch Mist

Ihr seht - der kleine Unterschied macht es, damit wir uns ernstgenommener fühlen, aber auch ernster genommen werden können. Das hat nichts mit Kleinlichkeit zu tun, sondern mit gegenseitigem Respekt und Reflektierung. Übrigens kann ich Journalisten nur weiter die Leidmedien zum Nachschlagen und Umdenken empfehlen!

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Donnerstag, 5. Februar 2015

Da soll sich Zukunfts-Tine drum kümmern...

Moin!

Meine aktuelle Woche besteht aus einem 6-Tägigen Volle-Power-Existenzgründungskurs. Wie ihr vielleicht wisst, studiere ich Fotografie. Das heißt, ich setze mich künstlerisch mit der Fotografie auseinander. Fotografie ist mein Medium, um mich nach außen zu kommunizieren. Ich habe es schon sehr lange als Teil von mir angesehen. Dennoch: Lange habe ich gebraucht um zu akzeptieren, dass Zukunfts-Tine vermutlich irgendwann Freiberuflerin und Künstlerin sein wird, aber so langsam wird es wirklich erschreckend real und ich freue mich irgendwie darauf. Meinen Abschluss werde ich im Sommer machen und die Pläne für die Zeit danach werden im Moment geschmiedet. 

Wenn man sich mit Existenzgründung und Freiberuflichkeit auseinandersetzt, kommen automatisch diverse Begriffe auf, wie zum Beispiel Künstlersozialkasse und Berufsunfähigkeitsversicherung, zu denen ich als junge Frau mit einer chronischen Krankheit Fragen und auch Ängste habe und auf die mir teilweise die Ansprechpersonen direkt auch keine richtigen Antworten geben können. Mein Dozent ist Jurist und Freiberufler, er weiß sehr sehr viel, aber für chronisch Kranke Menschen gelten teilweise eben leider doch noch einmal andere Regeln in dieser Welt.

Da leider auch ich nicht alles sofort wissen kann und auch die Infos im Internet und von den Krankenkassen irgendwann nur noch wenig hergeben, suche ich Leute, mit denen ich mich zu diesem Thema untereinander austauschen kann. Deswegen ist das hier jetzt mein Aufruf. Ich suche Menschen mit Typ 1 Diabetes, die Freiberufler und in der Künstlersozialkasse sind zum gemeinsamen Austausch.
Wie macht ihr das? Welche Fehler soll ich vermeiden und was könnt ihr empfehlen?

Ich bitte um fleißiges Teilen meines Aufrufes, damit vielleicht ein kleines Netzwerk entstehen kann, das wäre toll!

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Montag, 26. Januar 2015

T1Day 2015 - Ein Tag wieder nur für uns!

Moin!


Gestern war ich Gast beim 2. T1Day in Berlin. Bereits letztes Jahr fand dieser Tag nur für uns Typ-1-er in einem Konferenzhotel am Alexanderplatz statt, und jetzt, wo ich wieder fest in Berlin verankert bin, konnte ich mir das natürlich nicht entgehen lassen.
Der T1Day findet immer am Sonntag nach dem DiaTec, einer Veranstaltung ausschließlich für Ärzte und DiabetesberaterInnen, statt.

Dieses Mal waren wir mehr als doppelt so viele wie letztes Jahr.
Es hat mich wahnsinnig gefreut, so viele aus der Community und der Dia-Szene wieder zu treffen oder zum ersten Mal live zu sehen. Ich war etwas müde von den letzten Wochen und der BloodSugarLounge-Party am Vorabend, aber das hat mich nicht davon abgehalten, den Tag zu genießen. Das Programm war straff, aber interessant. Abends war mein Kopf voll und ich habe viel mit euch zu diskutieren in nächster Zeit, unter anderem zum Thema "Diabetes in den Medien", Blogposts folgen.

Probleme von Angehörigen werden Wahrgenommen 

Ganz besonders fand ich es, dass in diesem Jahr zum ersten mal auch sehr auf die Typ F Diabetiker - Freunde und Familie, Angehörige von Menschen mit Diabetes - fokussiert wurde. In Studien fand man heraus, dass Angehörige oft noch stärker vom Diabetes des Freundes/Schwester/Kindes/Partner/Mutter/etc. gestresst und mitgenommen werden, als die eigentlichen Patienten. Es muss in Zukunft auch auf den Anhang geachtet werden, der bei der Therapie oft vergessen wird. Irgendwie auch logisch, oder?

Mikroberichterstattung über Twitter - die #dedoc ist am Start!

Auch toll fand ich, dass die Berichterstattung über Twitter mit den Hashtags #dedoc und #t1day so zahlreich mitverfolgt wurde und bunt war. Teilweise haben Besucher wichtige Anstöße gegeben, es war ne schöne runde Sache online. Leider wurde während der Veranstaltung die vorher angekündigte Twitterwall etwas vernachlässigt, bzw. kaum gezeigt, weswegen offline live vor Ort nicht auf die Diskussionsansätze online eingegangen werden konnte. Nächstes Mal!
Schön war die Vielfalt an Themen, und auch das Essen war definitiv vegetarierfreundlicher als letztes Jahr ;) Super, dass Verbesserungsvorschläge angenommen und aus Bisherigem gelernt wurde, um die Veranstaltung noch runder zu machen.
Also, ich bereite jetzt noch meine nächste Ausstellung vor, und dann sehen wir uns beim nächsten Artikel, ich bin gespannt, was ihr sagt.
Und nächstes Jahr sind wir drei mal so viele auf dem T1Day in Berlin! :)

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Mittwoch, 31. Dezember 2014

Zum letzten Mal 2014...

Ihr da draußen,
ich wollte gerne am letzten Tag im Jahr 2014 noch DANKE an euch sagen.

DANKE für ein großartiges Jahr 2014 und dass ihr mit dabei wart.  
DANKE, dass ihr 2014 mit mir durch Höhen und Tiefen gegangen seid und mich auf meinem Weg begleitet habt. 
DANKE an alle, die mitlesen, kommentieren, mitdiskutieren, Infos teilen.
DANKE für die tollen Events und Tagungen, bei denen ich dabei sein durfte.  
DANKE für alles, was ich lernen und neu erleben konnte.
DANKE an alle Blogger aus der #dedoc und dafür, dass wir immer mehr werden.

Ich will nichts von dem, was dieses Jahr passiert ist, rückgängig machen. Alles war ausnahmslos gut so, egal ob die schlechten oder tollen Erfahrungen und Erlebnisse. Manchmal weiß man das erst hinterher zu schätzen.
Es ist ein Geschenk, sich in so einer tollen Community bewegen zu dürfen! #dedoc #WIR
Ich hoffe, wir bewahren uns das Besondere und bin gespannt, was wir im nächsten Jahr so erleben.

So, und jetzt halte ich die Fingerchen still und melde mich erst wieder im neuen Jahr. Versprochen!
DANKE!
Grüße und Küsschen.
Bis nächstes Jahr!
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Dienstag, 30. Dezember 2014

Jahresrückblick 2014

Hallo!
Wow. Im Dezember 2013 haben die gute Bente von Reisen mit Typ 1 und ich prognostiziert, dass 2014 ein ganz besonderes Jahr für uns werden wird. Und was soll ich sagen? So war es, oder Bente? :)
Besonders spannend, besonders anstrengend, besonders stressig, besonders lustig, besonders besonders in jeder Hinsicht und anders, als alle Jahre davor. Mit Diabetes.

Zum neuen Jahr hab ich unten nochmal 2014 in Blogposts zusammengefasst.
Und jetzt HAPPY NEW YEAR!




Im Januar fand erstmals der Type 1 Day in Berlin statt. Ein aufregender Tag nur für uns Typ-1-er mit vielen Vorträgen und guten Gesprächen. Ich war noch in Hamburg, aber bin trotzdem für das Wochenende zurückgefahren. Hat sich gelohnt. Außerdem habe ich darüber geschrieben, was Bloggen für mich an Bedeutung hat und habe es euch wärmstens empfohlen. Super, inzwischen gibt es weit über 50 deutschsprachige Diabetesblogs in der deutschen Diabetes Online Community, eine tolle  Entwicklung!!!
Im Februar habe ich Chiasamen entdeckt und den Monat zum Trainieren für den Lauf zwischen den Meeren im Mai genutzt. Hat super funktioniert und war eine tolle Zeit. Außerdem war ich mit myLife in der Schweiz unterwegs.
Der März war eigentlich als mein letzter Hamburgmonat gedacht, eigentlich. Es war mein 1. Diajubiläum und gleichzeitig mein 1. Bloggeburtstag hier und es gab ordentlich was zu feiern.
Im April hab ich viel gearbeitet, immernoch in Hamburg und habe dort weiter Trainiert. Mein Lauftagebuch wurde in dieser Zeit gut bestückt.  
Juni und Juli habe ich mit vielen anderen Bloggern an der BloodSugarLounge gearbeitet, die inzwischen online ist. Außerdem war meine CGM-Zeit um und ich schrieb einen sehr ausführlichen Erfahrungsbericht, ich durfte Gast im diesjährigen CAMP D sein und mit Ole Plogstedt kochen und auf Grund von Miss Idaho ging es der Hashtag #showmeyourpump rum, den ich kurzerhand zu #showmeyourpens umfunktioniert habe :)
Im August rief ich zum kollektiven Monster-Hugging auf.
Der September stand ganz im Zeichen des EASD in Wien und des Flash Glucose Monitorings/ der FlashWG von Abbott (meinen Erfahrungsbericht findet ihr hier). Außerdem fand zum ersten mal die deutschsprachige Diabetes-Blog-Woche statt!
Im Oktober hat die Uni für mich wieder begonnen und ich habe mir viele Gedanken zu den Themen "Typ 1, Typ 2""Ist Diabetes unsichtbar? Und wie gut gehts uns damit?" und "den Schalter auch mal umlegen" gemacht und viele tolle Diskussionen mit euch darüber geführt. Ich durfte zusammen mit myLife in die Toskana reisen und den aktuellen Stand der Dinge dort erfahren (der Blogpost dazu hängt noch immer in meiner Pipeline fest).
Der November stand ganz im Zeichen von #UNS! Es war Diabetes-Awareness-Month und am 14. November auch Weltdiabetestag. Ich war am deswegen blau angestrahlten Brandenburger Tor und hab dort Oliver Kahn gewunken und war in Leizpig zur offiziellen Veranstaltung zum Weltdiabetestag. Außerdem habe ich einen Brief an Frederick geschrieben, mich euch näher vorgestellt und euch ganz ehrlich erzählt, warum es mir im Moment einfach nicht so gut geht. Wegen einiger Diskussionen hatte ich auch noch ein persönliches Mitteilungsbedürfnis im Bezug zum Thema "Bloggern und ihrer eigenen Meinung".
Im Dezember habe ich mich selbst ein wenig aus allem herausgehalten und etwas zurückgezogen, einfach, weil ich (und ihr sicher auch) gemerkt habe, dass ich es brauchte.

Dazwischen ist natürlich noch viel viel mehr passiert. Aber das passt alles gar nicht in einen Blogpost ;)



Ich wünsch euch einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr 2015. Auf dass es ein weiteres super interessantes Jahr wird.
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Freitag, 14. November 2014

#dedoc Blogparade: Hallo, ich bin Tine und ich feiere den #WDT!

Dieses Jahr zur #dedoc Blogparade zum Weltdiabetestag soll es um uns gehen, denn #WIR sind die #dedoc!
Es wird also persönlich heute.

Hallo, ich bin Tine!
Ich bin so vieles. Im Moment Studentin, Fotografin, Fotoredakteurin und Bloggerin. Außerdem bin ich 24 Jahre alt und wohne in Berlin, obwohl mein Kopf sich meistens über den Wolken in Hamburg befindet. Ich bin leidenschaftliche Köchin, backe unheimlich gerne und selbstverständlich esse ich für mein Leben gerne. Genuss ist mir ganz wichtig. Ich bin Social Media-Suchti und immer auf der Suche nach der perfekten Zimtschnecke. Ich bin kritisch, vermutlich bin ich auch meine allergrößste Kritikerin. Ich provoziere gerne. Aber irgendeiner muss diesen Job ja übernehmen. Ich bin leise, aber ich höre gut zu. Ich komme nicht an rotem Lippenstift vorbei. Ich laufe regelmäßig, am liebsten morgens, da ist die Luft noch so schön klar. Ich habe 10000 Baustellen und Probleme im Leben, wie man das eben so hat als heranwachsende junge Frau. Achso, und ich habe Diabetes Typ 1. Letztes Jahr im März kam die Diagnose, da war ich 22. Ich hatte die Symptome, nachdem ich im Herbst 2012 von NYC nach Berlin zurückkam, monatelang ignoriert oder besser: in mein Leben integriert. Inzwischen lebe ich froh und frei mit der Autoimmunkrankheit, nicht zuletzt dank dem Internet und der #dedoc. Es geht mir gut, ich habe hier mit dem Blog meinen eigenen Raum im Netz, in den ich meine Meinung und meine Erlebnisse hineinwerfen kann.

Heute zum Weltdiabetestag ist hier und überall sonst, wo sich Menschen online mit Diabetes vernetzen, viel los. Brauchen wir einen Tag für uns? Noch einen weiteren Tag im Jahr, an dem wir alle mit unseren Themen vollspammen können? Lasst es euch von einer Frau mit Diabetes sagen: JA. Wir wissen am Besten, wie die Realität aussieht. Was gemacht werden muss, wo dringend mehr diskutiert werden sollte. Wir brauchen diesen Tag, um zu zeigen, wie das echte Leben mit Diabetes aussieht. Wir müssen es nach draußen tragen: wie es uns wirklich geht, und warum das so ist. Wir können berichten, wie es uns nach einer schlimmen Hypo geht, wie scheiße es sich anfühlt, auch wenn wir danach wieder aussehen, als wäre nichts. Man sieht es uns nicht an, aber wir müssen davon erzählen. Damit die Menschen um uns herum wissen, was bei uns los ist. Damit sie wissen, dass wir nicht geheilt wären, wenn wir einfach unser Leben lang nur noch Salat essen würden. Damit man uns helfen kann, sollten wir uns nicht selbst helfen können. Damit unsere Ärzte wissen, dass eben nicht immer alles okay ist, obwohl wir in den 15 Minuten gegenüber von ihnen sitzen und lächeln.


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Weißt du, Frederick,...

Weißt du, Frederick, der Tag meiner Diagnose ist wie mein zweiter Geburtstag im Jahr. Und der heutige Weltdiabetestag ist ein weiterer wichtiger Tag, dem ich mich gerne annehme und den ich mit anderen Typ-1-Diabetikern zelebriere. Ein Tag, der genutzt werden soll, um die Gesellschaft weiter aufzuklären und Menschen zu danken, denen wir unser Leben zu verdanken haben.
Weißt du, Frederick, durch deine Neugier und dein großes Interesse für die Krankheit Diabetes Mellitus bist du nicht einfach nur der jüngste Medizinnobelpreisträger aller Zeiten geworden, nein, du hast dafür gesorg, dass wir alle weiterleben können. Du hast alles aufgegeben, um Tag und Nacht Versuche durchzuführen, wie ein Wahnsinniger auf der Suche nach diesem Hormon, welches den Blutzucker reguliert. Und das zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wow!
Weißt du, Frederick, wo ich ohne Insulin wäre? Nicht hier. Was würden mir meine Pens oder mein Messgerät ohne Insulin bringen? Nichts. Früher hätte ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Aber so ist das ja immer: erst, wenn es einen selbst betrifft, denkt man mal drüber nach. Und genau deswegen müssen wir uns der Sache annehmen und gegen Stigmen und Vorurteile ankämpfen, informieren und uns vernetzwerken, denn gemeinsam können wir einiges erreichen.
Weißt du, Frederick, wenn ich dich heute treffen könnte, würde ich dir vermutlich nicht einmal wissenschaftliche Fragen stellen - ich wäre viel zu nervös. Ich würde dich zu einem gemeinsamen Blutzuckermessen auffordern und du würdest vermutlich gewinnen, weil du näher am Zielwert wärst, und dann würden wir lachen.
Weißt du, Frederick, ich wünsche mir, dass es auch weiterhin solche hartnäckigen Forscher wie dich gibt und geben wird. Forscher, die nicht aufhören zu suchen, bis sie Lösungen gefunden haben.




Frederick Banting war zu Beginn des 20. Jahrhunderts Arzt in Kanada. Er gilt zusammen mit Charles Best als Entdecker des Hormons Insulin. Er ist bis heute jüngster Medizinnobelpreisträger.

dbw


Dienstag, 11. November 2014

Pillowtalk// Re: Die eigene Meinung

Heute mal pillow talk - Bild von Matthias Lindl - typ1live.de
"Blogger sind beeinflusst von den Firmen.", "Blogger lassen sich kaufen.","Blogger schreiben nicht mehr ihre eigene Meinung, und schon gar nicht, wenn sie etwas zugeschickt bekommen."

Sätze, die ich in letzter Zeit öfter lesen muss. Muss, weil ich nicht an ihnen vorbeikomme. Es schmerzt. Ich kann sie nicht überlesen.
Anscheinend mochtet ihr "unsere" Beiträge zum Freestyle Libre nicht so gerne. Anders kann ich es mir nicht erklären. Aber woran lag es?

Ich lasse mich nicht gerne von außen verpauschalisieren. Ich blogge, weil ICH das möchte.

Das Bloggen habe ich zwei Wochen nach meiner Typ-1-Diagnose im letzten Jahr begonnen. Es musste sein. Die neuen Erlebnisse, Erkenntnisse und Erfahrungen mussten raus in die Welt. Alles war neu, alles frisch. Und so kam ich total blauäugig in die bunte Welt der Bloggerszene. Seit dem schreibe ich aus vollem Herzblut. Ja, ich schreibe, in meiner Freizeit, weil es mir Spaß macht, weil mich euer Feedback und unser Austausch berührt und weil wir zusammen coole Dinge an den Start bringen können. Manchmal sollte man sich in schwierigen Zeiten die Gründe ins Gedächtnis rufen, sie sind da, die guten Gründe.
Dass ich zufällig in einer wachsenden Bloggerszene flaniere, die gerade von sämtlichen Firmen zum ersten Mal Aufmerksamkeit zu bekommen scheint und sich generell viel im Diabetesbereich tut, ist Zufall. Ihr habt das sicher mitbekommen, #WIR wachsen, #WIR werden mehr. Die #dedoc wird immer größer. Nicht nur die Anzahl der Blogger wächst, sondern auch die Leserschaften und die Anzahl derer, die im großen See der Menschen mit Diabetes was bewirken wollen. Was heißt das? Das heißt zum Beispiel, dass wir mehr Leute sind, zum Beispiel beim Weltdiabetestag in Leipzig oder beim Stammtisch in Hamburg. Das heißt auch, dass mehr Autoren im #dedoc Openblog verzeichnet sind und auch, dass Firmen zu Events einladen um uns "Experten" kennen zu lernen, uns neue ungelaunchte Produkte zu zeigen oder uns auch mal kontaktieren um uns etwas zuzuschicken.

Was ich euch jetzt sage, kommt vielleicht erschreckend, ist aber die Wahrheit - ICH entscheide, über was ich schreibe und wie.  ICH entscheide, OB ich ein Thema überhaupt behandle, ICH denke mir die Blogposts aus, ICH sitze an der Tastatur und ICH zahle für meine Domain und alles, was zum Blog dazugehört, ICH setze die Prioritäten. Das hier ist mein Baby und niemand sonst darf hier werkeln. Ich darf auch kritisch sein oder provokant, oder auch mal schlecht gelaunt, weil die Werte zu hoch waren.

Ich mache das hier nicht, weil ich scharf bin auf Money & Fame - LOL, alleine so etwas zu behaupten, ist der Hammer- , sondern weil ich BOCK habe. Kommt nicht oft vor anscheinend, sonst würden mich diese oben genannten Sätze nicht erreichen. Wenn ich etwas zugeschickt bekomme, entscheide ich selbst, ob und wie ich darüber schreibe. Und wer an der Authentizität meiner Posts zweifelt, darf gerne nachfragen, aber nicht uns alle über einen Kamm scheren oder einfach Dinge behaupten, die nicht stimmen.

In diesem Sinne.


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Sonntag, 9. November 2014

Immer wieder sonntags...

Moin und Grüße aus Hamburg!

Endlich habe ich es mal wieder geschafft, in meine zweite Heimat zu fahren. Ein Treffen mit meinen Blogbuddies war der Grund, und so kam ich nach exakt zwei Monaten Hamburg-Pause endlich wieder in die Hansestadt. Ich war ganz schön aufgeregt und habe mich wahnsinnig gefreut. Wie ein kleiner Trip raus aus dem echten Leben war das. Ein Bisschen Kraft tanken, wenig schlafen und so. :) Bis morgen bleib ich noch, und dann geht es wieder ab in die Realität nach Berlin.
Zum Weltdiabetestag bin ich übrigens jetzt wirklich zur großen Veranstaltung in Leizig, und ich hoffe, einige von euch dort zu sehen! Also sagt mir Bescheid, wenn ihr auch in Leipzig sein solltet.


|Gesehen| Hamburg
|Gelesen| Mails, Schiller
|Gehört| Midi Maxi & Efti, The Knife, The Feelies, The Cleaners from Venus
|Gegessen| Gemüsesuppe, Ravioli mit Walnüssen, Kürbissuppe, portugiesische Croissants
|Getrunken| Wasser, grünen Tee, Kaffee, Bier
|Getan| Hamburg besucht, Ausstellungen besucht
|Gedacht| Ich hab dich ganz schön vermisst, Hamburg
|Gefreut| alle Menschen wieder zu sehen
|Geärgert| über die Kälte
|Gewünscht| dass Wünsche und Pläne mal in Erfüllung gehen
|Gekauft| Essen, Essen, Essen
|Geklickt| Twitter



Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche begleiten, ein Foto ist schneller gepostet :)
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endlich wieder gute Morgenwerte

Teststreifen überall!
Buh!



Montag, 3. November 2014

Immer wieder montags...

Hi!

Es ist November. Und schon sind die vier ersten Wochen des Semesters durch. Wenn das so weitergeht, komme ich in ernsthafte Zeitprobleme.
Bald ist Weltdiabetestag und der November ist Diabetes-Awareness-Month!
Ich habe (offensichtlich) nichts Blaues anzuziehen, aber ich bin natürlich trotzdem dabei.

Seit zwei Monaten bin ich offiziell wieder in Berlin, und die Prioritäten liegen anders, als ich mir das für meine Idealvorstellung wünschen würde. Leider hat man oft die Hände nicht mit im Spiel und es kommt eh immer anders, als man denkt.
Deswegen kommt der Sonntagspost auch erst heute. Aber ihr seid das ja schon gewohnt von mir ;) Ich habe momentan sooo viele Posts in der Pipeline, ich bräuchte mal ne Woche Auszeit, damit ich die niederschreiben kann!

Wünsche euch eine schöne Woche!

|Gesehen| Blow Up 
|Gelesen| Freud
|Gehört| Cleaners from Venus, Avi Buffalo, The Knife, Bowie
|Gegessen| Ofengemüse, Burger, zu viel!!, Pochierte Eier
|Getrunken| Wasser,  grünen Tee (chin. und jap.), Kaffee
|Getan| trotz Kranksein viel an Unikram gearbeitet, viel Zeit in der Uni verbracht, die C/O besucht, viel gelaufen
|Gedacht| gutes Semester
|Gefreut| auf Donnerstag
|Geärgert| Über Menschen, die sich einfach nicht in andere Menschen hineinversetzen können oder wollen.
|Gewünscht| dass die Geschichte sich nicht wiederholt 
|Gekauft| mehr grünen Tee und ein Teethermometer, Schuhe
|Geklickt| Twitter, #dedoc, http://www.meetup.com/meetup

war nicht wieder irgendwie jeder krank diese woche?
Herbstliches Ofengemüse


Mittwoch, 29. Oktober 2014

Hier hat sich das keiner ausgesucht...

Typ 1, Typ 2, Typ x. Diabetes kommt in vielen Formen und Farben. Ich lese immer wieder in Facebook-Gruppen und sonstigen dunklen Ecken des WWW, dass sich Menschen mit Typ-1-Diabetes über Menschen mit Typ-2-Diabetes aufregen und sie öffentlich diskriminieren. Und ich möchte heute mal was klarstellen und hau es direkt raus:
KEINER HAT ES SICH AUSGESUCHT.

Diabetes kommt schleichend und unbemerkt und niemand hat ihn vorher persönlich zu sich eingeladen.
Wir sollten dringend aufhören, unsere Typen gegeneinander auszuspielen, unseren Typ als den "besseren" darzustellen oder Menschen mit einem anderen als unserem eigenen Typ Diabetes öffentlich zu diskriminieren.
Stattdessen sollten wir an einigen Punkten arbeiten:

1. Weiter sachlich und nicht wertend aufklären.
Wenn wir anderen von unserem Diabetes erzählen, können wir die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Typen aufzeigen, von Alltag berichten, Fragen beantworten.

2. Menschen mit Typ 2 nicht die Schuld in die Schuhe schieben.
Genauso wie wir uns das nicht ausgesucht haben, haben sich das Menschen mit Typ-2-Diabetes auch nicht ausgesucht. Schaltet mal euer Gehirn an, bevor ihr den Mund aufmacht oder in die Tasten haut. Und Menschen mit Typ-2-Diabetes können übrigens auch nichts dafür, dass sich die Nicht-Diabetiker in eurem eigenen Umfeld nicht mit Diabetes auskennen und deshalb falsche Aussagen machen. Da kann keiner was dafür, vielleicht allerhöchstens ihr selbst, weil ihr nicht genug aufklärt -> Siehe Punkt 1.

3. Gemeinsam handeln.
Es gibt rund 350.000 Menschen mit Typ 1 in Deutschland und ungefär 7 Mio. Menschen mit Typ 2. Für beide Typen gelten teilweise unterschiedliche Ziele in Therapie und Leben, teilweise ähnliche - aber nur, wenn wir versuchen, uns in eine gleiche Richtung zu begeben und zusammenzuschließen, anstatt uns gegenseitig zu diskriminieren, können wir uns Gehör da draußen verschaffen, was wichtig ist.

Bin gespannt, was ihr dazu sagt.
In diesem Sinne, bis bald!
 


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Montag, 27. Oktober 2014

Unsichtbar/ Gar nicht so unsichtbar... oder einfach mal das glatte Image glattes Image sein lassen und Mensch werden

Grün gepunktete Menschen mit Diabetes?
Gibts nicht :D
Foto von mir beim Spritzen: Kaspar Achenbach,
grüne Punkte von mir :)
Wenn ich erzähle, dass ich Diabetes habe, kommt meistens von meinem Gegenüber der Satz:"Echt? Du siehst gar nicht so aus!". Wie sieht man denn mit Diabetes aus? Grün gepunktet, blau gestreift oder mit ganz ganz kleinen Mündern? Soll man damit auffallen, womöglich noch ein Warnschild um den Hals tragen? Echt mal, Diabetes sieht man einem Menschen eben nicht einfach so an. Das beginnt schon, bevor man überhaupt die Diagnose erhalten hat. Diabetes schleicht sich ungefragt in dein Leben ein, egal ob Typ 1 oder 2. Ich habe über drei Monate mit den Symptomen gelebt und sie in mein Leben integriert, bevor ich langsam (als letzte Person in meinem Umfeld) skeptisch wurde und zum Arzt ging. Die Symptome sind unsichtbar. Man sieht halt einfach nicht krank aus. Und jetzt kann man es die meiste Zeit immernoch nicht sehen. Es ist unsichtbar, aber wenn ich mich nicht richtig therapiere, kann es zu fiesen Komplikationen kommen.
Manchmal, für eine kurze Zeit, wird es sichtbarer. Wenn ich zum Beispiel meinen Blutzucker messe oder mir Insulin spritze.  Hätte ich eine Pumpe, wäre es noch ein wenig sichtbarer. Manche sind strikt gegen Pumpen, weil sie nach Außen hin nicht krank aussehen wollen. Aber ganz ehrlich, wer ist heutzutage eigentlich nicht irgendwie krank oder hat irgendwas? Ich kenne niemanden, der nicht irgendeine Nahrungsmittelunverträglichkeit, ständige Erkältung, Knie- oder Handgelenksprobleme, Rückenprobleme, schlechte Augen, schlechten Schlaf, Depressionen oder sonst irgendwas hat. Wir wollen nach außen hin immer unser perfektes glattes Image wahren und können so nie wir selbst sein, nur allein unter unserer Decke, das ist doch traurig. Ich will keine glatten Oberflächen. Ich will bergige Hügel voller Geschichten, die es zu erforschen gilt und mit denen man kommunizieren kann. Ich will, dass mich die Menschen um mich herum so akzeptieren, wie ich bin. Und ich möchte sie so akzeptieren, wie sie sind. Sie sollen ganz offen mit mir sein und ich versuche, so offen wie möglich mit ihnen zu sein. Und wenn das nicht funktioniert, dann interessieren mich diese Menschen einfach nicht großartig. Ist doch viel cooler, zu zeigen, dass man mit einer Krankheit leben kann und aktiv sein kann, als die Krankheit nach außenhin zu verstecken. Wir als Menschen mit Diabetes können das auch echt als Stärke nutzen! Wir sind selbstständig, arbeiten 24/7, kennen uns mit den Inhaltsstoffen in unserem Essen aus und sind Experten im Wissen zu Insulin und co - und werden dafür nicht einmal bezahlt.
Ein Freund von mir hat Thrombose, und er hat es mir erst dieses Wochenende erzählt. Ich wusste gar nicht so viel darüber, aber jetzt weiß ich wieder ein wenig mehr und ich danke ihm dafür, dass er es mir erzählt hat. Und Thrombose kann man auch nicht sehen.

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Sonntag, 26. Oktober 2014

Immer wieder sonntags...

Hallo!

Eine stressige Woche geht zu Ende mit einem wundervollen Wochenende. Ich war am Wochenende Gast auf dem legendären Community Camp und habe viel zum Thema Social Media & Community von echten Profis gelernt. Der Austausch war super, und mein Kopf ist voll. Heute reichts nur noch für Pizza bestellen und Füße hochlegen.
Ich hoffe, euch gehts gut. Wenigstens spielt mein Blutzucker in solchen Zeiten mit. Da sind wir halt irgendwie doch schon ein Team :)

PS: Bald ist Weltdiabetestag! Wer plant denn, zur Veranstaltung nach Leipzig zu kommen?


|Gesehen| FKA Twigs in concert
|Gelesen| Schiller
|Gehört| Vampyros Lesbos OST, FKA Twigs, David Bowie
|Gegessen| Schokokuchen, schlimmes Food-Court-Essen, Kürbissuppe
|Getrunken| Wasser, grünen Tee, Kaffee
|Getan| viel für die Uni gemacht, oft laufen gewesen, das grandiose Community Camp in Berlin besucht, Ausstellungen besucht (es ist gerade der Europäische Monat der Fotografie hier in Berlin!)
|Gedacht| Ich will mehr wissen.
|Gefreut| über ein superspannendes Wochenende
|Geärgert| mal wieder über mich selbst.
|Gewünscht| dass ich mein neugewonnenes Wissen anwenden kann
|Gekauft| einen Rock, Essen, grünen Tee (Gyokuro)
|Geklickt| Twitter



Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche begleiten, ein Foto ist schneller gepostet :)
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Super selbstgebasteltes Namensschild beim Community Camp in Berlin

Schokokuchen muss manchmal auch als Abendessen herhalten

Leckere Kürbissuppe - Herbst halt, wa?

Immer laufen

Dienstag, 21. Oktober 2014

Den Schalter auch mal umlegen (können)...

Moin, moin zusammen!

Über den Titel des heutigen Posts bin ich irgendwie heute morgen gestoßen.
"Den Schalter auch mal umlegen...".
Ich denke viel und oft und lange und gerne über Diabetes-Themen nach. Viele Tage sind voll davon. Sei es wegen bald stattfindenden Events, einer Textidee, weil ich mit einem meiner Diapeeps telefoniere, mit meiner Beraterin gesprochen habe, die Werte nicht so wollen oder ich eine Projektidee habe.

Im Moment fällt es mir schwer, mir dafür im Alltag Zeit zu nehmen, eigentlich möchte ich Blog und die Endphase des Studiums irgendwie verbinden, meinen eigenen künstlerischen Standpunkt erarbeiten und dann eigentlich auch noch regulär arbeiten und ups, ääähm, ja, stimmt, ein Privatleben hab ich ja eigentlich auch noch. Am Besten soll dabei nichts auf der Strecke bleiben. Würde es aber. Ich brauche viel Vertrauen in generell alles, um die Kontrolle mal loszulassen, beziehungsweise den Schalter mal umzulegen und es einfach mal gut sein zu lassen. Vielleicht MUSS ich gar nicht ständig über Diabetes nachdenken?! Ich habe entschieden, dass es mir damit im Moment sehr gut geht und es okay ist, wenn ich mal nicht 24/7 an Themen rund um Diabetes denke.
Ich habe letzte Woche einen Masterstudenten kennengelernt (Hallo Kevin!), der gerade in Berlin seinen Master in Visueller Kommunikation macht, selbst seit vielen Jahren Typ-1-er ist und an einem Projekt für Menschen mit Diabetes arbeitet. Total interessant, dazu aber sicher an anderer Stelle mehr, ist nämlich alles noch in der Entwicklung. Als ich ihm von meiner Diagnose und dem Blog erzählt habe, konnte er nicht fassen, dass ich mir das Thema Diabetes auch noch in meinen privaten Alltag geholt habe. "Du hast ja nie Pause!", sagte er. Und damit hat er irgendwie Recht. Nie Pause vom Thema, aber auch verdammt viel Spaß dabei... Zum ersten Mal jetzt kann ich allerdings gerade gar keinen Einfluss darauf nehmen, wie viel Zeit ich mir für dieses Thema nehme oder nicht. Und damit muss ich erst einmal klar kommen. Habe ich kurz Zeit, schreibe ich eine Blogpost-Idee nieder. Bin ich zufrieden, veröffentliche ich sie direkt. Alles andere bleibt gerade mal ein wenig auf der Strecke, aber das ist okay, ich gebe die Kontrolle ab. Die Werte passen und mir tut es vielleicht auch mal gut, den Schalter auch mal umzulegen und die Gedanken dazu auszuschalten.

Legt den Schalter auch mal um, ist okay!

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