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Freitag, 26. August 2016

BE? KE? Ja, was denn nun?

Heute beschäftigt mich ganz offiziell die Frage, ob es denn okay ist, dass ich meine KE BE nenne und wie ihr das da draußen alle so macht.

Seit meiner Diagnose beschäftige ich mich viel mehr mit meinem Essen, als vorher eigentlich schon. Das geht glaube ich den meisten von uns so und ist ja auch ganz normal, schließlich bekommt unsere tägliche Nahrungsaufnahme durch den Diabetes nochmal eine ganz andere Rolle zugesprochen. Essen muss seit dem analysiert und die Inhaltsstoffe im Kopf auseinander genommen werden. Nahrung besteht seit der Diagnose auch noch aus Zahlen.

Eines der ersten Dinge, die ich frisch mit Diabetes im Gepäck gelernt habe, ist die Tatsache, dass wir in unserem Essen die darin enthaltenen Kohlenhydrate schätzen, um dann zu berechnen, wie viel Insulin wir dafür am Ende spritzen müssen. Dafür gibt es verschiedene Systeme, so ungefähr wie es hier Meter und Kilometer und in den USA Fuß und Meile gibt. In diesem Fall nennen sich die Systeme zur Berechnung von Kohlenhydraten in unserer Nahrung Broteinheit und Kohlenhydrateinheit.

Der ganze Einheitskram kann einen zu Beginn der Diagnose ganz schön verwirren...

Eine Broteinheit entspricht 12g Kohlenhydraten. Wenn ein Lebensmittel also auf 100g 12g Kohlenhydrate enthält, haben 100g dieses Lebensmittels eine Broteinheit - 1 BE.
Eine Kohlenhydrateinheit entspricht 10g Kohlenhydraten. Wenn ein Lebensmittel also auf 100g 10g Kohlenhydrate enthält, haben 100g dieses Lebensmittels eine Kohlenhydrateinheit - 1 KE oder 1 KHE.
Bei den Werten beider Systeme direkt nacheinander gelesen fällt auf: die Kohlenhydrateinheit ist im klassischen Dreisatz natürlich erheblich einfacher zu berechnen, als die Broteinheit.

In meiner ersten Schulung, damals vor rund drei Jahren, lernte ich die Broteinheit zu benutzen, wir schätzten dort Broteinheiten von verschiedensten Lebensmitteln und sprachen diverse Essens-Schätz-Szenarien durch. Das war okay für mich, aber schnell lernte ich außerhalb der Schulung, dass man die Kohlenhydrate auch etwas einfacher mit der Kohlenhydrateinheit berechnen kann und diese Form der Berechnung moderner ist. Seit dem berechne ich mit KE, nenne sie aber trotzdem, aus Gewohnheit, weiter Broteinheit. 
Das kann für viele Außenstehende verwirrend wirken, aber mein System funktioniert gut und ich mag das Wort Broteinheit gerne.

Das mein System zu Verwirrungen führen kann, fiel mir bei meinem letzten Diabetes-Dienstag auf Snapchat auf (manchmal mache ich den Diabetes-Dienstag nur dort). Ich erzählte, wie viele Broteinheiten ein Capri-Sonne-Päckchen hat und sprach in meinen Snaps offen von 2 Broteinheiten, obwohl es ganz streng genommen 2 Kohlenhydrateinheiten waren (eine Packung Capri-Sonne Orange á 200ml hat genau 20g Kohlenhydrate, also 2 KE). Danach sah ich mich verpflichtet, meine "komplexeren" Gedankengänge zu erklären.

Um jetzt alles noch komplizierter zu machen: Ich habe gelesen, dass eine Broteinheit in der Schweiz auch 10g Kohlenhydraten entsprechen soll. An die Schweizer: Stimmt das? Vielleicht lebe ich also einfach nur nach dem Schweizer System?

So lange es für mich so funktioniert, ist das cool für mich. 
Aber wie macht ihr das? BE? KE? Durcheinander? Berechnet ihr alles ganz genau, oder seid ihr eher die Schätzer? Und ist es überhaupt am Ende wichtig, ob es BE oder KE heißt?

Lasst es mich wissen!


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PS:
Ich warne euch hiermit: an den anderen Tagen gibt es dort auch Themen fern ab vom Diabetes direkt aus meinem Leben.
Aber wer mir durch meine Diabetes-Dienstage auf Snapchat folgen möchte, darf gerne hier entlang:



Donnerstag, 8. Oktober 2015

Gib dir mehr Zeit für dich!

Stress, Stress, Stress. Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, antworte ich meist ungefähr so: "Och, eigentlich ganz gut, viel Stress zur Zeit...". Irgendwann sagte mir eine Freundin, dass ich ja eigentlich immer im Stress bin. Ich musste darüber nachdenken, und sie hatte Recht. Tatsächlich geht es nicht nur mir permanent so, auch in meinem direkten Umfeld bemerke ich immer öfter, dass viele dauernd im Stress sind. Und so kam ich nicht umhin mich zu fragen, warum wir alle uns diese Scheiße eigentlich nonstop antun? Ich freue mich aufs Älterwerden, wirklich, aber ich möchte nicht die nächsten 40 Jahre permanent unter Stress stehen. Dafür ist mir mein Leben zu kostbar. Dass Dauerstress ein Phänomen unserer Zeit ist, muss ich euch sicher nicht erzählen. Dauerstress wirkt sich fatal auf den Körper und die Psyche aus. Es kann beginnen mit Schlafstörungen und körperlichen Schmerzen aller Art, gefolgt von Energieverlust, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen, über Mehrarbeit ("Ich muss das jetzt alles noch schaffen."), Schuldgefühlen, Stimmungsschwankungen und starken Niedergeschlagenheitsgefühlen bis zu Motivations- und Interessenverlust und suizidalen Gedanken. Leistungs- und Lebensmut schwinden, und man steuert irgendwann auf eine vollkommene Erschöfpung zu. Sehr viele Punkte dieser Liste begleiteten mich über die letzten sieben Monate, viele davon sind nach wie vor in meinem Alltag präsent und hindern mich daran, mich meinen Aufgaben zu stellen. Und ich möchte wirklich nicht, dass es mir jemals wieder so schlecht geht. Zusätzlich kann sich Stress natürlich auch auf den Blutzucker und oder die persönliche Diabetestherapie auswirken. Das konnte ich die letzte Zeit auch sehr gut an mir beobachten und nach wie vor hat mich der Stress komplett aus meiner Routine herausgerissen und fest in seinen Händen.
Genug damit, dachte ich mir. Es reicht. Ich habe mir vorgenommen, den Versuch zu starten und mich ganz bewusst weniger Stress auszusetzen. Blöd nur, dass ich jetzt gerade extrem viel zu tun habe und eigentlich nonstop arbeiten müsste, um mein Pensum zu erfüllen. Dazu kommt, dass ich eine Person bin, die sich leider extrem leicht selbst schwer unter Druck setzen kann und dies auch permanent tut. 
Ich begann vor kurzem zu meditieren. Jeden Morgen 10 Minuten. Atem zählen, das Gewicht des Körpers spüren. Das hier soll jetzt aber kein Meditationsworkshop werden. Bitte lasst mich wissen, wenn euch dieses Thema interessieren sollte. Ich habe das Gefühl, dass das Meditieren mir tatsächlich schon geholfen hat. Ich war den Tag über ausgeglichener, weniger schnell genervt und mutiger. Leider muss ich mir eingestehen, dass die tägliche Meditation ihren Weg bisher nicht in meine nicht vorhandene Alltagsroutine gefunden hat. Ich würde es gerne nochmal versuchen, ich weiß aber nicht, ob ich es schaffen kann. Im Moment ist alles sehr schwer und anstrengend für mich. Selbst die Tatsache, dass sich gerade die Jahreszeit ändert und ich mich plötzlich anders anziehen muss, bereitet mir Bauchschmerzen. Und ich bin gerade wieder gestresster, denn je. Manchmal so sehr, dass ich, wenn ich abends nach Hause komme, absolut nicht zur Ruhe kommen kann. Dazu versuche ich gerade, regelmäßig und gut zu essen. Klappt leider auch nur semi-gut bisher. Ich würde gerne wieder laufen gehen, um einen Ausgleich zu haben und mich auspowern zu können, aber ich habe Angst davor, dass meine Leistung schlecht sein wird (was sie vermutlich auch sein wird), und das demotiviert mich extrem. 
Stress, Stress, Stress. Er ist in meinem Leben, es ist mir bewusst, ich möchte was verändern. Und trotzdem wird es immer mehr. Wie entkommt ihr der Stress-Spirale? 

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Donnerstag, 5. Februar 2015

Da soll sich Zukunfts-Tine drum kümmern...

Moin!

Meine aktuelle Woche besteht aus einem 6-Tägigen Volle-Power-Existenzgründungskurs. Wie ihr vielleicht wisst, studiere ich Fotografie. Das heißt, ich setze mich künstlerisch mit der Fotografie auseinander. Fotografie ist mein Medium, um mich nach außen zu kommunizieren. Ich habe es schon sehr lange als Teil von mir angesehen. Dennoch: Lange habe ich gebraucht um zu akzeptieren, dass Zukunfts-Tine vermutlich irgendwann Freiberuflerin und Künstlerin sein wird, aber so langsam wird es wirklich erschreckend real und ich freue mich irgendwie darauf. Meinen Abschluss werde ich im Sommer machen und die Pläne für die Zeit danach werden im Moment geschmiedet. 

Wenn man sich mit Existenzgründung und Freiberuflichkeit auseinandersetzt, kommen automatisch diverse Begriffe auf, wie zum Beispiel Künstlersozialkasse und Berufsunfähigkeitsversicherung, zu denen ich als junge Frau mit einer chronischen Krankheit Fragen und auch Ängste habe und auf die mir teilweise die Ansprechpersonen direkt auch keine richtigen Antworten geben können. Mein Dozent ist Jurist und Freiberufler, er weiß sehr sehr viel, aber für chronisch Kranke Menschen gelten teilweise eben leider doch noch einmal andere Regeln in dieser Welt.

Da leider auch ich nicht alles sofort wissen kann und auch die Infos im Internet und von den Krankenkassen irgendwann nur noch wenig hergeben, suche ich Leute, mit denen ich mich zu diesem Thema untereinander austauschen kann. Deswegen ist das hier jetzt mein Aufruf. Ich suche Menschen mit Typ 1 Diabetes, die Freiberufler und in der Künstlersozialkasse sind zum gemeinsamen Austausch.
Wie macht ihr das? Welche Fehler soll ich vermeiden und was könnt ihr empfehlen?

Ich bitte um fleißiges Teilen meines Aufrufes, damit vielleicht ein kleines Netzwerk entstehen kann, das wäre toll!

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Freitag, 1. August 2014

Über den Diabetes bloggen: Gefährlich? Lebensgefährlich?

Moin zusammen!

Nach dem CAMP D habe ich mir in letzter Zeit sehr viele Gedanken gemacht zum Thema bloggen und mit Diabetes online sein.
Es war absolut genial, ein Teil des CAMP Ds 2014 gewesen sein zu dürfen und mit so vielen tollen, engagierten Menschen sprechen zu können. Gleichzeitig fiel mir allerdings auf, dass sich die wenigsten online über ihren Diabetes austauschen, wissen, dass man in Blogs seine Erlebnisse und Erfahrungen mit anderen Teilen kann und bei "uns" in der #dedoc hier online im Moment sehr viel passiert. Woran liegts?
Auf dem Workshop, den ich auf dem CAMP D besucht habe, bekam ich bereits eine erste Ahnung. Eigentlich ging es darum, wie man sein Tagebuch am besten mit seinem Diabetologen vernetzen kann. Plötzlich stand das Thema Blogs im Raum. Ein junger Herr aus dem Publikum brachte es ins Rollen: Diabetesblogs sind gefährlich, weil sich Patienten potentielle Erfahrungen und Ideen der jeweiligen Blogger für ihre eigene Therapie zu Eigen machen könnten und dann schlimme Dinge passieren könnten. Breites Nicken. Ähm. Hallo, 2014. In der ersten Reihe waren 5 oder 6 Blogs persönlich vertreten. Wir konnten nur schmunzeln.
Die Blogs entstehen, weil Patienten ihre Erfahrungen, Erlebnisse, Ideen und Geschichten mit Diabetes mit anderen Diabetikern teilen möchten, nicht weil wir die regelmäßigen Therapiegespräche mit euren Diabetologen ersetzen oder Sprechstunden unnötig machen wollen. Bente bloggt zum Beispiel, weil sie Diabetikern zeigen möchte, dass Reisen und Typ 1 Diabetes funktioniert! Man muss nur wissen, wie. Oder Ilka & Finn schreiben, weil sie zeigen möchten, dass heutzutage ein fast normales Leben mit der Krankheit möglich ist. Und sie waren lange allein auf weiter Flur.
Das sind Erlebnisse und Geschichten, die euch kein Arzt (vor allem kein Diabetologe, der selber keinen Diabetes hat) geben kann, und es gibt sie hier, online. Nichts, was wir verfassen, sind Therapieempfehlungen für euch. Alles, worüber ich hier schreibe, setzt sich aus meinen eigenen Erlebnissen und Erfahrungen zusammen. Unsere Blogs sollen, wollen und dürfen keine medizinischen Ratschläge geben. Und selbst wenn sie sie geben dürften und würden: Würdet ihr einfach so ohne Absprache mit eurem Diabetologen eine Methode an euch anwenden, die ihr auf einem Blog aufgeschnappt habt? Ich denke ihr verfügt über einen gesunden Menschenverstand. Hier gehts um Austausch, um gleich sein, ums Teilen und gemeinsam Ähnliches erleben. Hier gehts um uns, um das #WIR.

Was meint ihr? Woran liegt es, dass der Onlineaustausch vielleicht so verpöhnt ist? Wir machen mittlerweile alles online - warum nicht über unsere Krankheit sprechen?


:)

Sonntag, 20. Juli 2014

Saftsaftsaftsaftsaftsaftsaft

Moin!

In letzter Zeit versuche ich mich an das Thema Saft heranzuforschen.
Ich habe gemerkt, dass es mir gut tut, morgens nen Liter frischen Saft zu frühstücken, anstatt Brötchen oder sonstiges. Der schnelle Fruchtzucker wird gut aufgenommen, gleichzeitig hydriere ich meinen körper und bekomme Energie.
Das Problem an der Sache ist allerdings, wie man damit umgeht, um hohe Spitzen im BZ möglichst vermeiden zu können.
Daran versuche ich mich im Moment. Und hier fällt mir wieder auf: Das Insulin ist gar nicht SO schnell. Schon in meinen 20 Tagen mit CGM fiel es mir auf...
Saft ist schneller :D
Was also tun? Ich hab ein paar Sachen versucht. 15 Minuten vorher spritzen zum Beispiel, in zwei Phasen spritzen und in zwei Phasen trinken. Aber irgendwann sind die Möglichkeiten einer ICT leider wirklich ausgeschöpft, das wird mir im Moment wirklich immer häufiger klar. Und nein, deswegen möchte ich NICHT auf Saft verzichten.
Wo stehe ich also heute mit meinen "Ermittlungen"?
Ich habe ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass viele Typ1er sich bewusst in eine Unterzuckerung spritzen um sich dann mit dem Saft, den sie sowieso trinken wollen, wieder herauszuholen. Puh, das klingt erstmal irgendwie Wahnsinnig, "sich absichtlich in eine Unterzuckerung spritzen".
Ich habe mich also langsam herangetastet und hab mir ca ne halbe Stunde bevor ich den Saft trinken wollte meine ganzen Einheiten für die Portion Saft gespritzt. Aufregend. Sofort, als ich das erste Unwohlsein gespürt habe, trank ich den Saft. Und was ist passiert? Ca. ne Stunde danach war ich bei um 100mg/dl. Funktioniert also. Ist aber nicht die sicherste Non-Plus-Ultra-Methode. Und besonders flexibel bin ich damit leider auch nicht. Also werde ich vermutlich im Moment mit ICT nicht um die Spitzen im BZ herumkommen, wenn ich nicht ständig auf gefährlichem Fuß leben möchte.
Habt ihr da andere Erfahrungen? Wie behandelt ihr Saft?

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Donnerstag, 26. Juni 2014

Ja, nein, vielleicht, jein?!

Moin ihr!

In letzter Zeit machte ich mir immer öfter Gedanken zum Thema 'Behindertenausweis'.
Ich hab noch keinen, aber oft schon mitbekommen, wie jemand den Versuch startete, ihn zu beantragen. Habt ihr einen?
Im Moment bin ich Studentin. Das wird noch eine Weile so andauern und ich rechne damit, danach Selbstständig sein zu müssen. Das bringt der Job einfach automatisch mit. Aber wie ist es da - bringt es mir etwas?

Und möchte ich überhaupt einen Behindertenausweis? Möchte ich das?

Möchte ich überhaupt den Stress entgegennehmen, den es anzunehmen gilt, wenn man ihn beantragt?



Ich würde mich freuen, wenn hier eine kleine Diskussion zum Thema entstehen würde und ihr mir von euren Erfahrungen berichtet!


In diesem Sinne,

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Sonntag, 4. Mai 2014

Ein Wort zum Sonntag: Motivation, Akzeptanz, Zukunft

Moin, meine Lieben!

Aus aktuellem Anlass machte ich mir die letzten Tage ein paar Gedanken. Nach einer kleinen Diskussion in einer der bekannten Facebook-Gruppen zum Thema Diabetes wurde ich privat von einer jungen Dame angeschrieben. Sie beschwerte sich bei mir, war genervt davon, dass ich den Diabetes anscheinend durch eine "rosa Brille" sehe. Sie sagte mir, dass Diabetes verdammt nochmal eine Krankheit ist und das Leben damit sehr qualvoll enden wird. Man kann noch so gut damit umgehen, es werden höchstwahrscheinlich immer Folgeschäden auftreten. Sie kann dem Ganzen absolut nichts Gutes abgewinnen. Neulinge würden generell auch viel zu positiv damit umgehen. Okaaay...
Ich wollte mit ihr an dieser Stelle ersteinmal nicht weiter diskutieren, da ich den Eindruck hatte, dass sie in ihren Meinungen sehr gefestigt ist.

Dennoch möchte ich es euch als Diskussionsgrundlage geben und mir weiter dazu meine Gedanken machen.
Bei mir ist die Diagnose nun etwas über ein Jahr her, ich zähle also vermutlich noch zu den Neulingen, kenne aber mittlerweile Diabetiker, die haben schon über fünf, zehn oder schon über 20 Jahre lang diese Krankheit an ihrer Seite. Das sind definitiv keine Neulinge mehr. Natürlich geht der Gedanke an Folgeschäden immer mit auf unseren Wegen, egal, wie lange der Diabetes schon mit dabei ist. Dennoch versucht jeder von uns die Krankheit zu akzeptieren und sie als Teil des Lebens zu sehen, mit all ihren Problemen und Situationen.
Sollte es mir als Neuling, die 22 Jahre lang ohne Krankheit gelebt hat, nicht viel schwerer fallen, mein neues Leben zu akzeptieren? Und verdammt - trotzdem freue ich mich meines Lebens. Scheiße :D Wenn ich jetzt erzähle, dass ich damit sogar gut lebe, nach wie vor nicht den Spaß und die Leidenschaft am Kochen verloren habe und mich davon nicht in meinen Träumen und Plänen beeinflussen lasse, müsste man vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Durch die "rosa Brille" schaue ich nicht. Aber man muss ja auch nicht jeden verdammten Tag an den eigenen Tod denken und darüber philosophieren, wie es einem mit 40, 50 oder 70 vermutlich gehen wird. Und man muss sich erst Recht nicht einschränken und selbst limitieren. Lieber lasse ich es mir gut gehen, versuche meine Therapie so gut wie möglich an mein Leben anzupassen und meine Werte im Auge zu behalten, alles mit regelmäßiger Absprache mit den Ärzten.
Und, hey - trotzdem kann man es auch einfach mal laufen lassen. Ein Jahr auf Weltreise, mal ein halbes Jahr nicht beim Doc, es geht alles, wenn man auf sich hört und auf sich Acht gibt.
Ich finde, es gibt wirklich schlimmere Krankheiten, die einen treffen können. Und ich finde erst recht, dass ich mir davon nicht mein Leben kaputt machen lassen sollte. Ich lebe, ich treibe Sport, ich schlemme, ich reise, ich lache. MIT Diabetes.



Was denkt ihr darüber? Wie lebt ihr mit Diabetes? Findet ihr, ich sehe das alles zu positiv? Müsste ich mich täglich an meinen vermutlich qualvollen Tod erinnern?
Ich bin gespannt auf eure Gedanken, bitte teilt sie mit mir!

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Dienstag, 4. März 2014

It ain't over till it's over...

Moin ihr!

Woran merkt man, dass die Remission vermutlich dann bald vorbei ist?
Daran, dass die Werte mit dem üblichen Spritzen immer unansehnlicher werden und man mehr und mehr korrigieren muss.

Top.

Ich vermute ja, dass das Levemir meine restlichen Zellen getötet hat :D Wissenschaftlich natürlich nicht bestätigt. Aber vielleicht hat mir meine DiaBeraterin mit dem Wechsel einen Gefallen getan.
Das ist ja aber auch genau das, was ich mir schon so lange wünsche. Endlich keine Remission mehr... Aber! Pünktlich zum ersten Geburtstag meines Diabetes Mellitus Typ 1 darf ich jetzt quasi Faktoren neu bestimmen, Basal austesten, BE-Wirkung und IE-Wirkung analysieren. Alles neu!
Dafür bräuchte ich ungefähr eine Woche Urlaub und gute Nerven. Nur blöd, dass ich mir die Zeit dafür aktuell nicht nehmen kann, und auch was Nerven angeht, ist mein Regal grade ziemlich leer. Dazu kommt, dass, wenn ich jetzt alles austesten würde, es sich vielleicht in ein paar Wochen wieder alles ändert, weil dann noch weitere Zellen gestorben sind.

Ichweißnichtwasichtunsoll :(
Die Frage ist jetzt also:
Was tun? Einfach weiterspritzen, bis die Zeit da ist? Wann merkt man, dass die Zeit da ist? Immer weiter blauäugig drauflos schätzen, ob es dieses Mal reicht und dann bei Bedarf korrigieren? Wie habt ihr das so gemacht? War euer Remissions-Ende aprupt, so dass ihr akut handeln musstet?
Erzählt mir mehr... ich hab keine Ahnung, wie ich jetzt vorgehen soll...

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Montag, 3. März 2014

Tag time!

Moin!

I'ts tag time baby!

Im Internet schwirren immer mal wieder sogenannte Tags rum. Ein kleiner Fragenkatalog zu einem bestimmten Thema, den man beantworten und dann an andere Blogger weitergeben kann, man tagged sich quasi gegenseitig und erfährt mal was von den anderen.

Ihr wisst ja, dass ihr auch immer recht herzlich zum Diabetes-Dienstag eingeladen seid.

Da mir so ein konkreter Tag in der #dedoc-blogger-Welt noch nicht über den Weg gelaufen ist, dachte ich mir, ich starte heute mal einen recht allgemeinen Dia-Tag, werfe ihn in die Welt hinaus und freue mich auf zahlreiche Mittagger. Geboten wird eine lockere Mischung aus einem Entweder-Oder-Tag und einem Tag mit persönlichen Fragen. Los geht's - 15 Fragen - erzählt uns was über euch!


1. Wann wurde dein Typ 1 diagnostiziert?
Am 12.03.2013, vormittags

2. Wie alt warst du da?
22 Jahre alt

3. Machst du eine Pen- oder Pumpentherapie?
Ich bin nach wie vor der ICT treu, Pumpentherapie gegenüber aber nicht abgeneigt.

4. Messgerät of choice?
Aktuell das Accu Check Aviva Nano - Klein, nett, handlich.


5. Zuckerfreie Lebensmittel oder keine Kompromisse?
Eigentlich mach ich keine Kompromisse und will nicht verzichten müssen. Aber wenn ein neues Getränk zuckerfrei auf den Markt kommt, muss ich es natürlich probieren.

6. Lieber höherer oder niedriger BZ?
Ich laufe tendentiell lieber mit einem etwas höheren BZ herum, um die Gefahr zu unterzuckern etwas geringer zu halten. Finde es anstrengender, in einer UZ zu sein, in der ich vermutlich auch noch Hilfe benötige, als einen höheren Wert runterzubekommen.

7. Höchster BZ an den du dich noch erinnern kannst?
Hi. Muss vor der Diagnose mit Werten weit über 1000mg/dl rumgerannt sein.

8. Niedrigster BZ, den du jemals gemessen hast?
27mg/dl.

9. Hast du Verwandte mit Diabetes?
Jap.

10. Hast du Freunde mit Diabetes außerhalb der Doc?
Außerhalb der #doc : Ja, mehrere. Aber die gehen vollkommen anders mit ihrem Typ 1 um, als ich.

11. Nach dem BZ-Messen: Blut wegwischen oder ablecken?
Geht beides.

12. Kohlenhydrate: BE oder KE?
Ich nenne es BE, ich überschlage es meistens mit irgendeinem Wert aus BE und KE xD

13. Mg/dl oder mmol/l?
mg/dl. Kann aber inzwischen auch umrechnen, wenns sein muss :D

14. Offen mit Typ 1 umgehen oder lieber verstecken?
Ich bin von anfang an sehr offen mit meinem Diabetes umgegangen und möchte mich unter gar keinen Umständen jemals verstecken müssen.

15. Siehst du Diabetes als Störfaktor im Leben oder als Bereicherung?
Mittlerweile sehe ich es als Bereicherung, trotz des Störfaktors ;) Mit Diabetes passieren Dinge, die sich ohne niemals bewegt hätten. Ich muss mehr auf meinen Körper achten, was ihm nur gut tut, lerne tolle Menschen kennen und darf an schöne Orte fahren, um über interessante Sachen zu sprechen. Definitiv eine Bereicherung.


Ich tagge:
Nicole
Chris (darfst auch gerne nen Vlog drüber drehen)
Katrin
Matthias
& alle anderen, die Lust haben, ein Bisschen was von sich zu erzählen! :)

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Dienstag, 11. Februar 2014

mg/dl oder mmol/L? Does it make a difference?

Moin ihr!

Inspiriert von einem Blogpost von Marcel möchte ich heute kurz über die Frage nach dem mg/dl oder dem mmol/L nachdenken.


Ich messe in mg/dl.
Warum?
Weil mir das am ersten Tag meiner Diagnose letztes Jahr so beigebracht wurde.
Da waren mir Begriffe wie Remission, Ketoazidose oder auch mmol/L noch vollkommen fremd. 

So lernte ich letztes Jahr, meinen Blutzucker zu messen und zu analysieren und es läuft seit dem gut. Die Werte machen Sinn in meinem Kopf. Mehr brauche ich aktuell nicht.
Mittlerweile weiß ich auch, dass ich einen mmol/L-Wert mit 18 multiplizieren muss, um den etwaigen mg/dl-Wert zu bekommen. Trotzdem... ich messe in mg/dl.
Hier in der Community kenne ich die meisten, die genau wie ich mit mg/dl messen. Manchmal stechen einige mit dem mmol/L heraus. Beim #bzbingo mittwochs beim Tweetchat sind die Zielwerte momentan immer noch nur in mg/dl angegeben. Alles andere wird umgerechnet.


Wie seht ihr das? Messt ihr in mg/dl oder in mmol/L?
Werde ich, wenn ich weiterhin bei mg/dl bleibe, irgendwann die einzige sein?
Und warum misst man überhaupt in zwei verschiedenen Einheiten?


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Freitag, 7. Februar 2014

Prost, Kumpel Blutzucker!

Moin Leute!

Gestern Abend war ich zum Essen bei Freunden eingeladen. Es gab herrlichste, selbstgebackene Pizzen in allen möglichen Varianten, ich fühlte mich wie im italienischen Paradies.
Dazu gab es super köstlichen trockenen Rotwein und am Ende des Abends auch noch ein Glas Vodka-O, weil der Wein leer war und die Unterhaltungen zu gut.

Dank meiner gesammelten Erfahrungen zum Thema Diabetes und Alkohol, wusste ich, dass ich nichtmal für die Pizza Insulin spritzen würde, erst Recht nicht für den Osaft. Denn der trockene Wein und der Vodka würden schon noch ihre Wirkung zeigen und auch meine BSD hilft ja bei mir aktuell gerne nochmal mit.

Heute morgen nach dem Aufstehen habe ich den Blutzucker gemessen: 315mg/dl! Oh. Nicht gut, dachte ich, da hatte der Alkohol wohl doch keine so große Wirkung, wie ich gedacht hatte und auch die BSD hat lieber durchgeschlafen als mitgeholfen. Nachmessung bestätigt den hohen Wert, man kann sich ja manchmal auch irren.
Blöd gelaufen, dachte ich mir, und rechnete meine Korrektureinheiten durch, die ich mir gleich spritzen würde: Nach Korrekturschema und Faktoren, hätte ich mir 9IE spritzen müssen. Gespritzt habe ich 5IE. Ich konnte einfach noch nicht glauben, dass der Alkohol wirklich schon durch sein sollte und war vorsichtig. Zum Glück! Auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn wurde mir plötzlich warm und ich begann zu zittern. Okay, dachte ich mir, zum Messen ists jetzt zu eng in der Bahn, erster Weg geht gleich ohne Umwege zur Kantine. Natürlich hatte ich nämlich keine Hypo-Retter dabei. Also langsamer geatmet und ausgestiegen und sofort in die Kantine geeilt. Dann hoch zu den Kollegen, total verschwitzt und durch den Wind. Nachdem die Hypo-Retter vernichtet wurden, wollte ich dann ne Viertelstunde später gerne meinen Blutzucker messen. 114mg/dl, okay, ich war wohl schon wirklich tief vorher. Und woran lag das nun? Der Alkohol hat nachgewirkt, natürlich. Es dauert schon gut 6-8 Stunden, bis diese Wirkung eintritt. Und vielleicht wollte die BSD dann doch nochmal mitarbeiten, macht sie ja gern überraschender Weise. Aber bei einem Wert von 315mg/dl ist man natürlich in Alarmbereitschaft und will den Wert schnellstmöglich wieder runter bekommen.

Ich weiß immer noch nicht, wie ich das finden soll: Trinken, und dafür zunächst hohe Werte in Kauf nehmen? Oder alles wegspritzen und die Gefahr einer stärkeren Unterzuckerung eingehen?
Wie macht ihr das? Jeder Körper reagiert da ja anders...

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Dienstag, 4. Februar 2014

Pieksstellen - Ich brauche Tipps, glaube ich...

Moin ihr!

Momentan mache ich mir sehr viele Gedanken über meine Pieksstellen fürs Blutzuckermessen.
Ich habe das Gefühl, dass ich mir mit der Stechhilfe immer an die gleichen Stellen pieke und ich weiß nicht, ob das gut ist.

Analysieren wir mal meine Vermutungen anhand meiner bevorzugten Pieksstellen.
Zuallererst gibt es da ja nur sechs Finger, die in Frage kommen. Mittel-, Ring-, und kleiner Finger und das jeweils an der rechten und an der linken Hand. Zeigefinger und Daumen bleiben verschont. Die Finger versuche ich regelmäßig durchzuwechseln. Ich habe da jetzt kein großartiges Schema oder einen Zählreim, aber ich versuche wirklich durchzuwechseln.
Der Piek wird direkt in die Seite der Fingerbeere gesetzt. Nicht direkt oben an der Fingerkuppe - da sitzen so viele Nerven, die brauch ich noch zum Tasten :) .

Jetzt habe ich aber das Gefühl, dass eben diese Seiten der Fingerkuppe von mir zu sehr ausgereizt werden, weil ich nämlich nur an der oberen Hälfte ohne starkes Drücken und ohne große Anstrengungen eine geeignete Menge Blut bekomme. Ich zeichne euch das nochmal auf:

 
Macht das Sinn für euch? Bisschen krakelig, aber ich hoffe, ihr versteht es. Auf jeden Fall habe ich das Gefühl, dass ich die Seiten meiner Finger noch besser ausnutzen könnte. Oft fallen mir nämlich die kleinen dunklen Punkte aka abheilende Piekser auf. Und dann denke ich zurück an den Satz der Frau, die mir mein erstes Messgerät gegeben hat: "Guck mal, meine Hände. Ich bin jetzt 20 Jahre lang Diabetikerin und meine Hände sind immer noch weich und man sieht ihnen nichts an!" 

Jetzt meine Frage an euch: Mach ich das richtig? Macht ihr das genauso? Welche Tipps habt ihr noch für mich? 
Nach über 10 Monaten habe ich immer noch nicht das Gefühl, hier 100% Profi zu sein. Aber ich habe einfach die Befürchtung, dass ich nur aus den Stellen ordentlich Blut bekomme, ohne mir einen abzuquetschen. 
Gerne lese ich, was ihr dazu zu sagen habt.
Danke.

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Montag, 3. Februar 2014

Hallo, neuer Freund!

Moin!


Letzte Woche hatte ich endlich Mal wieder die Möglichkeit, bei meiner lieben Diaberaterin vorbeizuschauen, denn ich war ja in Berlin.
Ich hatte viel zu erzählen, schließlich war ich das letzte Mal im September bei ihr. Auch mein HbA1c wurde gemessen (7,1) und ich bin schön im Labor unterzuckert, woraufhin ich mit Apfelsaft und einem Keks im Wartezimmer von neidischen Blicken umgeben war xD

Zurück zum Thema: Hatte wie gesagt viel zu erzählen, vom WDD, vom T1Day, vom Bloggen, von mir... und natürlich wollte sie sich auch meine Werte anschauen und ich erwähnte die UZ in der Nacht.
Sie meinte nach Überblicken meiner Werte bei mySugr, es wäre jetzt soweit, eine andere Basalversorgung auszuprobieren und schlug Levemir vor, ein Analoginsulin, bei welchem der Pen zufällig super zu meinem Geldbeutel passt :P


Meine Diaberaterin erzählte mir, dass Levemir eine gleichmäßigere Wirkungskurve hätte und ich so eventuell besser durch die Nacht käme und mit gleichmäßigeren Werten zu rechnen hätte. Außerdem ist die Wirkungsdauer eine längere.
Was hatte ich zu verlieren?
Sie gab mir zwei Fertigpens Levemir mit und bat mich, Bescheid zu geben, wenn mir etwas positiv auffallen sollte. Ansonsten sollte ich bei Huminsulin Basal bleiben (einen neuen Basalpen brauche ich dann so oder so).
Bisher spritzte ich 11 IE Huminsulin Basal abends gegen 23Uhr. Und genau so sollte ich es mit Levemir machen.
Da ich gerade krank bin und die Werte etwas verrückt spielen, konnte ich noch nicht wirklich viel bemerken. Allerdings sind mir zumindest zwischen Dienstag und Freitag gute Nüchternwerte aufgefallen. Und das ist ja immer positiv.
So werde ich jetzt weiter testen, bis die Pens leer sind, und dann schauen, was ich machen werde. Ich halte euch mit Sicherheit auf dem Laufenden.

Habt ihr Erfahrungen mit Levemir oder Tipps für mich?
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Donnerstag, 23. Januar 2014

Blutzucker und Stress - Reaktion gleich Null

Moin!

Mir ist heute morgen der Haustürschlüssel im Schloss abgebrochen, ein guter Start in den Tag! *Ironie aus*
Mittlerweile ist alles geregelt und übern Berg. Ich hab wieder nen Schlüssel und den nettesten Schlosser der Welt gefunden.

Interessant zu sehen war für mich allerdings, wie mein BZ einfach mal null auf den Stress und das Hin-und Herrennen reagiert hat. Ich bin morgens aufgewacht mit einem Wert von 88mg/dl. Eher ein tieferer Morgenwert für mich, aber okay. Dann raus, Schlüssel abgebrochen und los ging es. Zwischendurch hab ich eine Kichererbsenfrikadelle gefuttert. Irgendwann war das Schlüsselproblem gelöst und ich happy und auf dem Weg zur Arbeit.
Hier gemessen: 180mg/dl. Leichter Anstieg von der Frikadelle (und einer Nougatstange), Remission hat sicher auch mitgeholfen. Aber ich hätte da eigentlich einen höheren Wert erwartet, da ich oft lese, dass Srtress bei vielen den Blutzucker wahnsinnig in die Höhe schießen lässt. Oder ich hätte eine Unterzuckerung erwartet...

Wie ist das bei euch?
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Mittwoch, 15. Januar 2014

Spritzen könnte ich mich ja nie!

...,das hätte ich früher wohl auch gesagt. Mittlerweile weiß ich, dass ich ohne nicht überleben würde und da denkt man nicht zwei Mal nach, lasst euch das gesagt sein!


Moin ihr Lieben!

Als ich mir heute morgen die Bolusspritze gesetzt hatte, um den Frühstücksbolus abzugeben, und die Nadel sich furchtbar kalt anfühlte und das Insulin an der Stelle brannte, wusste ich, ich möchte heute etwas näher auf das Thema Insulin spritzen eingehen.





Jeder Typ 1 Diabetiker muss sich in irgendeiner Art und Weise ständig, täglich, Insulin zuführen. Das ist leider die schmerzliche Wahrheit.
Sei es mit einem Pen und den Spritzennadeln oder mit einer Pumpe und den Kathetern. Gespritzt werden muss mehrmals täglich, so einen Katheter setzt man alle zwei bis drei Tage neu. Der Diabetiker und sein Körper kommen ständig in Kontakt mit dem Pieks (das ist übrigens nicht die einzige Sorte von Pieks, den er ertragen muss). Und da gibt es einige nervige Faktoren oder Sachen, die blöd laufen können, an denen man im Laufe der Zeit arbeiten kann und von denen ich nie im Leben gedacht hätte, dass ich mir darüber Mal Gedanken machen müsste.

Ich bin jetzt seit gut 10 Monaten dabei, meine Spritzgewohnheiten zu perfektionieren. Seit der ersten Spritze am 12.03.2013. Davor hätte ich auch nie gedacht, dass ich mir mal täglich mehrfach Spritzen setzen würde. Aber es geht irgendwie klar jetzt. Es muss ja. Ich würde mich dabei als semi-erfolgreich bezeichnen.
Manchmal kommt nach dem Spritzen ein großer, dunkler Tropfen Blut aus der Spritzstelle. Das ist irgendwie scheiße. Ich weiß nicht woran das liegt, aber ich beobachte es. Vermutlich hab ich dann ne blöde Ader getroffen.
Und manchmal lag der Pen die Nacht über in Fensternähe und das Insulin ist ein Bisschen kühler morgens. So wie heute. Dann spüre ich richtig, wie die Nadel in die Haut eindringt und das Insulin brennt ziemlich doll an der Einstichstelle. Als würde man reinen Alkohol auf eine offene Wunde geben. Das hätte vermieden werden können, ich gebe es ja schon zu.
Manchmal benutze ich eine Nadel zu lange, sei es, weil ich einfach nicht drüber nachdenke, aus Versehen keine Ersatznadeln dabei habe oder denke "Ach, ein Mal schafft sie noch! Go, kleine Nadel!" - Und dann schmerzt es am Ende doch und ich bereue es ziemlich. Dabei hab ich Nadeln im Überfluss vorrätig bis zum Sankt-Nimmerleinstag, das ist also eigentlich auch Schwachsinn.
Manchmal bin ich total begeistert davon, wie eine frische Nadel wie durch Butter in die Haut einsticht und ich absolut nichts davon spüre, obwohl ich es ja sehe. Das sind die Momente, in denen es gut klappt und in denen die Temperatur, Nadelfrische und Körperstelle einfach mal passen und ich mich sogar darüber freue.
Und manchmal bildet sich an der Spritzstelle ein kleiner blauer Fleck und ich frage mich, was ich wohl falsch gemacht habe und wenn ich dann meinen Bauch anschaue, dann sehe ich auf der weißen Haut diesen lila-blauen Fleck so wie ein Fleck Blaubeermarmelade auf einer weißen Stoffserviette, und der Fleck sagt mir einfach rein gar nichts.
Manchmal hab ich echte Probleme, mir das Basal in den Oberschenkel zu spritzen. Ich kriege nie eine gute Hautfalte am Schenkel hin, ich weiß nicht, wie andere Diabetiker das machen. Am Schenkel tut es auch meistens mehr weh, als sonst irgendwo am Körper. Und in den Po spritzen geht schon gar nicht, das funktioniert irgendwie einfach nicht.

Ich bin absolut froh, dass meine Nadeln winzig sind und ich keine Glasspritzen auskochen muss.  Dennoch gibt es immer wieder Erlebnisse und Momente im Alltag, die irgendwie nerven und über die sich ein Nicht-Diabetiker einfach keine Gedanken machen muss. Klar, versuche ich so gut es geht damit klarzukommen, aber es ist eben doch ein zusätzlicher Fulltimejob, für den ich leider keinen Lohn erhalte (außer mein Leben, haha)!

Was sind so eure alltäglichen Kleinigkeiten, die euch am Spritzen nerven?

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Donnerstag, 9. Januar 2014

Meine Hypo - Wie fühlt sich das an?


Moin Welt!

Ich finde es immer wieder interessant, wie unterschiedlich und doch wie gleich sich Diabetes Typ 1 bei uns verhält.
Grade zum Beispiel, wenn ich mit Leuten über das Gefühl einer Hypo spreche, fällt mir das auf. Und immer wieder erwische ich mich dabei, Nicht-Diabetikern das Gefühl meiner Hypo zu beschreiben, weil sie wissen wollen, wie sich sowas anfühlt.
Ich erkläre das immer mit einer kleinen Geschichte über eine Heimfahrt in einem zu vollen Bus.

Meine Hypo – wie fühlt sich das an?

Stell dir vor, du fährst nach der Arbeit mit dem Bus nach Hause. Aber nicht einfach so. Stell dir vor, du musst stehen, weil der Bus so unfassbar voll ist mit Menschen. Es ist stickig, es stinkt, die Temperatur steigt langsam an und dir wird warm. Dazu kommt, dass du den ganzen Tag noch nichts gegessen hast, da wirst du dann irgendwann immer kraftlos. Du stehst also hungrig und zitternd im Bus, umgeben von all diesen Menschen. Deine Schultern berühren andere Schultern, es ist eng,  kalter Schweiß kriecht dir auf deine Stirn und dir wird ein Bisschen übel. Es fühlt sich an, als würdest du gleich umkippen. Auch deine Beine zittern langsam. Du kannst keinen klaren Gedanken mehr fassen.

So fühlt sich meine Hypo an.

Wie fühlt sich eure an?

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Dienstag, 5. November 2013

Weekendkitchen - Was kommt? Was kann? (Eine Zukunftsprognose)

Moin!

Auch die Weekendkitchen musste in den letzten Wochen zu meinem Unmut zurückstecken. Das liegt generell erstmal an zwei Dingen:

1. wurde der Blog von mir sowieso recht wenig beachtet (wie unschwer zu bemerken war)
2. koche ich extrem wenig, seit dem ich in Hamburg bin. Und es ärgert mich sehr.

Die Pläne wurden groß geschmiedet vor meinem Umzug. Endlich kann ich frei und froh Brokkoli verbraten, wie ich möchte (Freunds Hassgemüse). Endlich kann ich den ganzen Kram kochen, den ich schon immer mal probieren wollte, ich hab ja Zeit... Herausgestellt hat sich dann, dass ich zwar Zeit habe, diese aber mit dem guten alten Reallife verbringe und der sich nicht so gerne in Küchen aufhält.  Außerdem ist es schwierig für mich, ohne mein gewohntes zurechtgelegtes Equipment zu kochen/ backen. Grade backen ist schwer, wenn man an seinen einen scheiß Ofen gewöhnt ist, und der neue Ofen plötzlich heißer ist oder gar nicht richtig funktioniert.
Noch ein Grund, weswegen ich so wenig koche, ist: Ich esse im Gegensatz zu früher jetzt Mittags warm. Die Kantine hier ist gut, die Auswahl kann was, und ich krieg das Essen als Praktikantin geschenkt. Wieso also nicht? Aber dann die Motivation, Lust und vor Allem den Hunger zu haben, um Abends nochmal zu kochen... ist oft nicht drin. Entweder gibts dann also Abends schnöden Salat, oder Ofengemüse, oder ich geh tatsächlich noch irgendwo mit irgendwem irgendwas essen. Aber die Küche? Die bleibt kalt und einsam.
Und am Wochenende schlaf ich, gehe mit irgendwem irgendwohin essen oder koche bei Freunden. Oder bin zu beschäftigt für alles.
Das könnte ihr schnöder Salat sein!


Wie sieht also die Zukunft meines kleinen Wochenendprojekts aus? Ich hab große Lust zu backen. In den letzten Wochen haben sich viele Rezepte bei mir angesammelt, die ich gerne ausprobieren möchte. Und da ich hier viele Kollegen und Mitbewohner habe, würde das Zeug sogar ausnahmsweise mal gegessen werden, bevor es schlecht wird. Außerdem kommt bald die Phase der Weihnachtsbäckerei, und ich würde da endlich mal gerne mitmischen.

Jetzt ist nur die Frage: Habt ihr Lust auf semi-regelmäßige, kleine Backprojekte? Die nächsten zwei Wochenenden bin ich in Berlin, mit meinem gewohnten Equipment und großer Backlust. Es könnte also gut werden.

Bleibt gespannt, wie ich! :)

#icaneateverything

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Mittwoch, 9. Oktober 2013

Kollegen informieren - eine Lebensaufgabe!?

Moin ihr Süßen!

Ich hatte es ja gestern schon dezent angedeutet - meine Kollegen wissen noch nix!
Hä? Wie jetzt? Ich geh so offen mit allem um, aber um mich rum weiß noch keiner Bescheid?

Alles nicht so easy...
Etwas mehr als eine Woche bin ich jetzt Praktikantin. Eine Zeit, in der ich viel gelernt hab, mir viel beigebracht wurde, ich viel wegen Problemlösungen und Aufgaben mit meiner Chefin und meinen Kollegen gesprochen habe. Aber nie war dieser Moment, wo wirklich Zeit war, über was privates zu sprechen und Fragen zu beantworten. Und ich weiß, dass da Fragen kommen werden.
Die liebe Praktikantin vom Stern, mit der ich immer zu Mittag esse, weiß inzwischen Bescheid. Wir haben bestimmt ne Stunde drüber geredet und sie hat viele Fragen gestellt und ich hab sie beantwortet.
Soviel Zeit hab ich momentan mit meinen Kollegen nicht. Und ich will es nicht zwischen Tür und Angel raushauen, dafür ist es mir zu wichtig. Ich will wenn, dann schon auch gleich ein wenig informieren und ich hab bei meinen Kollegen auch das Gefühl, dass sie dann informiert werden wollen. Und das ist grade zeitlich im Arbeitsalltag einfach nicht drin.
Ob sich das je ändern wird oder sie mich einfach auch mal sehen, während ich mich spritze, und ich dann doch kurz damit rausrücken muss, kann ich nicht sagen.
Klingt das jetzt sehr doof? Ich will sie gern informieren aber es passte halt noch nicht.

Wie habt ihr das gemacht?

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Montag, 23. September 2013

Tagebuch führen... Wie motiviert ihr euch immer wieder?

Hallo ihr da draußen vor euren eigenen Bildschirmen!

Heute will ich mal ein Thema ansprechen, welches mich die letzten Wochen immer wieder sehr beschäftigt hat.
Thema: Tagebuch führen.
Es sei jetzt mal außen vor, ob ihr klassisch mit Stift und Büchlein Tagebuch führt, eine Software oder eine App habt.
Aber wie schafft ihr es, euch immer wieder zum Tagebuchschreiben zu motivieren?

Letzte 24 Stunden - Nüscht eingetragen.
Ich bin nach wie vor großer Fan von der App mySugr, das habt ihr, wenn ihr schon ein Weilchen mitlest, sicher auch mitbekommen. Habe mir die App selbst gekauft.
Mein Monster hat einen Namen, es macht mir Spaß, dort Werte und anderes einzutragen, Punkte zu sammeln. Und trotzdem erwische ich mich dabei, wie ich mal einen Tag komplett verpeilt habe, etwas einzugeben. Manchmal hab ich sogar ein paar Tage oder eine Woche, in der ich nichts eingetragen habe, und erschrecke dann ein wenig, wenn ich es bemerke. Oft ertappe ich mich in einem Gespräch mit jemandem, während ich messe, und denke mir dann "Ach, ich hol jetzt nicht mein Handy raus, das wäre unfreundlich, ich mach es später!" - mach es dann aber nicht.
Gut, das BZ-Messgerät speichert ja die gemessenen Werte immer eine Weile. Aber was nützt es mir, am Ende nur die BZ-Werte ohne IE oder BE oder Stimmung nachzutragen? Denn das sind Faktoren, die sich nicht im Messgerät abspeichern und die ich nach ein paar Stunden oft auch schon vergessen habe, sollte ich sie nicht notiert haben. Und dann? Dann sind diese Infos weg, und sollte ich in ein paar Monaten mal genau diese Infos brauchen (sei es für einen Pumpenantrag oder Ähnliches), muss ich mir Werte aus der Nase ziehen und hat dann irgendjemand was davon? Ich, und zwar nen Haufen Arbeit. Mindestens.

Na los, Tiffy will einen Eintrag sehen!
Es nervt mich auf Dauer wirklich selbst, und trotzdem schaff ich es, nicht immer gleich meine Werte in die App einzutragen. Manchmal läufts tagelang gut, und dann irgendwie verlier ich doch wieder den Faden.
Also was machen? Sich abends den Wecker stellen und alles nachtragen? Schonungslos nach jeder Messung einfach das Tagebuch/ die App hervorholen und einfach mal machen? Wie schafft man es dauerhaft, das Tagebuchführen in seine Routine einzubetten, über einen großen Zeitraum? Gibt es hier wirklich Tipps, oder ist am Ende doch jeder einzelne dafür verantwortlich und muss sich jedes Mal selbst in den Allerwertesten treten, damit es funktioniert?  Wie macht ihr das? Wie machen das Leute, die Softwares oder echte Tagebücher benutzen? Ich würde wirklich gern mal was zu eurer Routine oder Erfahrung hören.
In diesem Sinne, ich hoffe, ihr bringt die Tastaturen zum Glühen!

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Dienstag, 17. September 2013

Diabetes Dienstag

Hallo ihr da draußen!

Wie geht es euch und eurem Monster? Tiffy und mir geht es ganz gut, ich kränkel nur in letzter Zeit etwas (was wohl daher rührt, dass ich mich nur mit kranken Menschen umgebe... danke fürs anstecken!). Ich hoffe, ich werd die kommenden Tage in Hamburg nicht noch kränker. Ansonsten schleif ich mich in die Kuscheldecke eingewickelt zum Stammtisch am Freitag, das Restaurant ist glücklicherweise nur ein paar Häuser von mir entfernt. :)
So oder so, ich freu mich und es war ne gute Woche mit Tiffy und mir.

Was mir öfter aufgefallen ist: Wenn ich morgens nichts esse, oder mittags, tendiert der BZ häufig im Zusammenhang mit Bewegung Richtung UZ. Ist das ein Zeichen dafür, dass mein Basal zu viel ist? Sollte ich doch wieder von 10IE auf 9IE runterdrehen?

Welches war dein höchster Wert in den letzten 7 Tagen und warum? 239mg/dl gestern nach meinem riesigen Becher Soja-Chai, den ich nicht gespritzt hatte.

Welcher war dein niedrigster Wert in den letzten 7 Tagen und warum?
79mg/dl, wie oben beschrieben um die Mittagszeit rum, hatte noch nichts gegessen.

Wie ging es dir die letzten 7 Tage über? Ganz gut, bis auf dass ich etwas kränkel und seit einiger Zeit mit Magenverstimmungen leben muss (werde in nächster Zeit versuchen auf Käse, Fettiges, Schweres, zu Salziges verzichten.. dem Magen zu liebe)

Was waren die am schwersten einschätzbaren Broteinheiten diese Woche? Keiiiiine Ahnung mehr... vielleicht das Koreanische am Freitag mit Lena

Wie aktiv warst du die letzten 7 Tage? War letzten Donnerstag zum letzten Mal aktiv im Fitnessstudio, wie gesagt gehts mir grade nicht so gut, leider...

Welche Schwierigkeiten könnten in den nächsten 7 Tagen auf dich zukommen?  Die Zeit in Hamburg.

Was war am schönsten diese Woche? Zeit haben und mich freuen.



Wie immer würde ich mich freuen, noch andere Diabetes Dienstage zu lesen ;) Auch am Mittwoch ^^

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