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Freitag, 26. September 2014

F-G-M, A-B-C und O-M-G! M-F-G, mit freundlichen Grüßen, die Werte liegen uns zu Füßen, denn wir stehen drauf!

Moin zusammen!


Ich will gar nicht allzu lange drumherumreden. Ich habe das Libre-System von Abbot kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt bekommen. Das Abbott FreeStyle Libre ist der talk of the diabetes town und ich hab euch lange mit Fotos geteased. Das lag aber nicht daran, dass ich nichts schreiben DURFTE (mann, die Gerüchteküche brodelt echt immer sofort, wa? :D), sondern schlichtweg einfach die circa drei Stunden, die ich pro Tag so übrig hatte in den letzten zwei Wochen, für ein wenig Schlaf nutzen wollte ;) Auch Diabetiker brauchen ihren Schlaf!
Außerdem war das Symposium von Abbott am Montag des EASD 2014 und ab da erreichten offiziell zum ersten Mal Infos zum Libre die Öffentlichkeit.
Hier ist also mein Erlebnis- und Erfahrungsbericht zum Flash Glucose Monitoring von Abbott. ACHTUNG - Es folgt Text.

WARNUNG: BITTE NICHT MIT EINEM CGM VERGLEICHEN!














Seit 6. September trage ich das Ding nun mit mir herum, mit einer kleinen Pause dazwischen. Abbott lud mich und einige andere Peeps im Rahmen des Launches in sieben Ländern und unter anderem eben Deutschland ein, das Libre gemeinsam mit Ihnen anzusetzen, zu testen und bei einem Wochenende in Berlin dann auszuwerten. Ich denke, ich habe jetzt genug Zeit damit verbracht und kann meine Beurteilung abgeben.



Die Technik, die begeistert
Das FreeStyle Libre (im Folgenden nur noch Libre genannt) soll kein billiges CGM sein oder durch günstigere Preise das CGM untergraben. Das Libre soll die Blutzuckermessung revolutionieren, das übliche Pieksen und die Teststreifen versuchen nach und nach zu ersetzen. Es ist die Zukunft, Leute! Aber mal zurück zum Anfang. Das Flash Glucose Monitoring Messsystem ist mit dem eines CGM zu vergleichen. Auch hier wird der Glukosewert mit einem kleinen "Messdraht" (5,0mmx0,4mm) im Zwischenzellwasser gemessen, nicht im Blut selbst. Das bedeutet, der gemessene Wert hinkt dem aktuellen BZ-Wert immer um plusminus fünf Minuten hinterher. Allerdings überträgt das Libre die Daten nicht permanent an den Empfänger, sondern nur bei Bedarf, das heißt, wenn man mit dem Empfänger über den Sensor scannt. Dafür speichert der Sensor die permanent gemessenen Werte für bis zu 8 Stunden und beim nächsten Scan hat man eine wundervolle Wertkurve auf dem Display. Den Trend kann das Libre genauso anzeigen, wie ein CGM, man hat also eine gute Übersicht über die aktuellen Werte und den Weg, den sie gehen.  Gescannt werden kann auch durch Kleidung.  
Im Moment ist es offiziell nur für Personen über 18 Jahre zugelassen. Die Studien für unter 18-Jährige sollen nächstes Jahr beginnen.

I want my diabetes gadgets to look pretty!
Wie sieht das Libre aus? Der Sensor an sich ist kaum größer als eine 2-Euro-Münze und weiß. Das Messgerät erinnert mich an das FreeStyle Insulinx, ist aber insgesamt wertiger, liegt bequemer in der Hand und fühlt sich auch besser an, das Display ist flexibel und glänzt ^^. Grau und weiß, naja, immerhin nicht orange.
Das Starterkit kommt mit zwei Sensoren für ca. 170 Euro und ein Sensor kostet ca 60 Euro. Abbott wird das System ausschließlich über einen eigenen Onlineshop vertreiben. Wer ein Jahresabo Sensoren kauft, spart pro Sensor ein paar Euro. Die Sensoren können dann in verschiedenen Intervallen zugesendet werden, womit sich dann auch die Menge an Versandkosten entsprechend vergrößert oder verkleinert. An sich eine gute Idee, aber ich bin noch skeptisch im Bezug auf die Haltbarkeit der Sensoren (dazu mehr weiter unten).
Der Sensor kommt einzeln verpackt zusammen mit der Setzhilfe, die aussieht wie ein umgedrehter Eierbecher. Dazu viele Bedienungsanleitungen und zum Gerät auch noch ein USB-Kabel und Adapter.

Let's do it! Und: wie fühlt es sich an?
Ich gebe zu, das Setzen machte mir zunächst kurz Angst. Ich habe sowas als Nicht-Pumpenträgerin noch nie vorher gesehen. Es hat was von.... Stempeln, aber wenn man drunter guckt, sieht man die Nadel. Man setzt den Sensor auf die Setzhilfe und drückt dann die Setzhilfe runter auf die Haut und zack - der Sensor sitzt am Arm (bisher ist er nur dort zugelassen!)! Kaum gespürt. Cool! Geht (vermutlich) auch mit Links! Das Pflaster klebt. Ich frage mich nur direkt von Beginn an: wie lange? Der Sensor an sich hat eine Tragedauer von BIS ZU 14 Tagen. Ich betone das so, weil er nicht verlängert werden kann (ich kenn doch eure Gedanken!). Ich war skeptisch. Das Pflaster selbst ragt nur wenige Milimeter um den Sensor herum heraus, fragwürdig, wie sich das im Zweifel zusätzlich fixieren lassen könnte. Ich hab das Ding aber direkt nach dem Setzen quasi vergessen, es trägt sich sehr angenehm. Wider Erwarten bin ich bisher auch kein einziges Mal daran hängen geblieben. Vermutlich ist er wirklich einfach flach!

Und dann?
Dann wird der Sensor mit Hilfe des Messgerätes aktiviert und nach einer Stunde kann man dann die ersten Werte scannen. Eine Stunde hat noch nie so lange gedauert!!! Haha. Aber in der Zwischenzeit kann man sich mit der Bedienungsanleitung anfreunden, Töne, Datum, Uhrzeit, Zielwerte und so weiter einstellen und sich freuen. Alles lässt sich übrigens ziemlich intuitiv, easy und schnell bedienen (sagt jemand, der vermutlich die Mehrheit eines Tages an elektronischen Geräten verbringt). Der Sceen könnte manchmal auf den Fingerdruck besser reagieren, aber damit kommt man klar.
Das Scannen geht super easy. Gerät an - scan - und TADAAA: Wert und Trend. Man muss das Gerät vor dem Scannen anschalten, dann scannen. Ich mach das stellenweise bis zu 40 Mal am Tag. Wer von euch würde sich 40 Mal am Tag in den Finger stechen? Ich auch nicht freiwillig. Aber mit dem Ding gehts so einfach, als würde man mal eben auf dem Handy die Uhrzeit checken. Eben mal schnell den Glukosewert checken. Mir ist es manchmal passiert, dass ich aus Versehen mit meinem Handy scannen wollte. Die Zukunft ist näher als wir denken... ;) Praktisch ist auch einfach die kontinuierliche Kurve. Zum Therapie überprüfen, anpassen und Werte im Zaun halten optimal.

Sagt es denn die Wahrheit?

Abbott selbst sagt, dass das Gerät nach einem Tag Einlegephase seine Genauigkeit erreicht hat. Bei mir war es immer mal so und mal so. Generell bin ich sehr zufrieden mit den Werten des Libre, ich habe am Anfang oft gegengemessen aber vertraue inzwischen dem Scan (nur bei zu hohen oder zu niedrigen Werten wird nachgemessen. Das kann der Empfänger übrigens auch.Und Ketone messen auch. Aber ich muss zugeben, ich mag die Teststreifen einfach nicht. Die verbrauchen mir zu viel Blut. Wobei, wenn man eh so selten messen muss.... meh. Ich weiß nicht.).



Wie lange hält er durch?
Also. Hm. Das ist eine der schwierigsten Fragen bei diesem Thema. Abbot sagt, der Sensor hält BIS ZU 14 Tage. Und das ist hauttypabhängig, was enttäuschen kann, wenn man so ne Kandidatin ist, wie ich. Das Pflaster begann sich direkt in den ersten Tagen leicht drumherum zu lösen, aber zunächst nichts dramatisches. Mein erster Sensor fiel dann nach 10 Tagen ab, und ich hab nicht mal jeden Tag geduscht und extra keinen Sport getrieben, weil ich vorsichtig mit dem Libre sein wollte. Tja, war dem relativ egal. Da war ich grade in Wien und hätte mir eigentlich gewünscht, dass er auf so ner stressigen Reise, wo ich nicht oft zum Messen komme, eher durchhält als abfällt. Mein zweiter sitzt jetzt aktuell seit 6 Tagen. An dem aktuellen Sensor musste ich am zweiten Tag tapen (siehe Bild). Ich gebe zu, er wurde durch das Event in Berlin extrem strapaziert. Ich saß zwei Stunden im Whirlpool. Zwar hatte ich den Arm die größte Zeit aus dem Wasser gehalten, dennoch - ein Experiment, dass leider nicht so richtig funktioniert hat. Abbot selbst gibt dem Sensor 30 Minuten unter Wasser bei 1m Tiefe. Als ich wieder in unserer #flashwg ankam, löste sich das Pflaster unten und man konnte unter den Sensor gucken. Ich habe mich entschieden es mit Tape zu versuchen und die Werte zu vergleichen und zu beobachten. Aber das ist eben das Gefährliche: Löst sich das Pflaster an einer Stelle, kann beim Duschen Wasser unter den Sensor laufen und den Kleber lösen. Und dann? Was, wenn das am dritten Tag passiert? Hmmm.

Tapey Tapey
Ich weiß von anderen Mitbloggern und auch von Abbott, dass ich da wohl eine der Ausnahmekandidatinnen sei und das Pflaster in der Regel gut bis sehr gut auf der Haut hält (und während ich meinem ersten Sensor noch hinterherwinke versuchen die anderen eine Methode zu finden, wie man das Pflaster lange nach Sport und Sauna ohne Klebereste von der Haut bekommt!).





PRO'S & CON'S und mein Fazit

PRO'S
-machen wir uns nichts vor: mit dem Libre kann man bequem, diskret, schmerzfrei und hygienisch seinen aktuellen Glukosewert ermitteln
-ich kann so oft messen, wie ich will
-ich bin mir meiner Werte sicherer, weil ich eine Wertekurve habe und nicht mehr nur einen herausgepickten Wert
-ich kann meine Therapie verbessern und analysieren, was welchen Einfluss auf meinen Blutzuckerwert hat
-es ist vergleichbar günstig
-es benötigt keine Kalibrierung, weil es schon In-House kalibriert wurde
-es ist einfach zu benutzen
-die Auslesesoftware ist einfach herunterzuladen, für Windows und Mac nutzbar, ganz gut auszulesen (aber ich möchte an dieser Stelle nicht genauer darauf eingehen)


CON'S
-wenn du mal länger als 8h schläfst, gehen dir Werte verloren
-ich muss trotzdem in gewissen Situationen noch meinen Wert mit Teststreifen und Blut bestimmen
-das Messgerät kann zwar Blutzucker und Ketone testen, aber es werden keine Stechhilfe, Ketonteststreifen oder Blutzuckerteststreifen mitgeliefert
-nicht viele verschiedene Tabellenansichten, nicht so detailliert wie gewünscht
-Messgerät hat eine einzige Helligkeitsstufe von der ich mich permanent "angeschrien" fühle
-lässt sich leider mit keiner Pumpe verbinden
-es gibt (noch) keine Hüllen, Schutzfolien, Taschen, Accessoires... Das Display und das Gerät sind nach wenigen Tagen herumtragen zerkratzt
-Kontrollzwang kann begünstigt werden
-ist das Pflaster durch, ist das Pflaster durch
-Sensor kann nicht verlängert werden

Ich bin vollkommen davon überzeugt, dass das unsere sehr nahe Messzukunft sein kann. Das Libre ist toll! Vom ersten Tag an haben wir uns gut verstanden und es hat mir geholfen, meine Werte besser zu kontrollieren. Es hat mich flexibler gemacht (und mir wieder einen neuen Gesprächsstarter mit an den Arm gegeben ;) ).
Soweit kann es aber nur kommen, wenn ein solch komfortables Gerät der Masse zugänglich gemacht wird. Und auch wenn der Anschaffungspreis recht günstig ist - ich als Studentin habe nicht eben mal 120 Euro im Monat übrig, um mir davon die Sensoren leisten zu können. Und stellt euch dann dazu das Szenario vor, wenn dann der Sensor nicht 14 Tage durchhalten würde...
Das Libre ist noch nicht gelaunched (apropos: Der Shop soll zwischen Anfang und Mitte Oktober online gehen. Wenn ich ein genaues Datum hätte, würde ich es euch geben!), und bei den Krankenkassen ist es noch lange nicht angekommen. Wie lange das dauert und ob die Krankenkassen es in naher Zukunft übernehmen wollen, ist fraglich.
Mein Sensor ist getaped, und dennoch gehe ich im Moment jeden Tag davon aus, dass er nicht durchhält. Hält er durch, ist es ein tolles Gerät von dessen Message und Funktion ich überzeugt/ absolut geflashed bin!
Ich kann euch nur empfehlen, das System auf jeden Fall zu testen, sobald ihr könnt und zu schauen, wie eure Haut auf das Pflaster und das Scannsystem reagiert. Ich war fast die einzige unserer Gruppe, in der sich das Pflaster derart fix gelöst hat und auch Abbott meinte, das ist nach ihren Beobachtungen eher die Ausnahme. Vielleicht hab ich also einfach ne schwierige Haut.
Wie ich getaped habt, sehr ihr übrigens auf dem Bild oben nochmal.

So, sollten noch irgendwelche Fragen sein, haltet euch bitte nicht zurück!!!
Danke für die Aufmerksamkeit und "YEAH!" an alle, die es bis hierher geschafft haben!

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Sonntag, 21. September 2014

Let's start a Revolution - Wir lernen das Abbott Flash Glucose Monitoring in der #flashwg kennen!

Moin zusammen!

-Die Übernachtungskosten wurden für mich von Abbott übernommen. Anreisekosten entstanden keine, weil ich in Berlin lebe. Das Libre-System habe ich kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt bekommen.-

Solltet ihr es bis hier her noch nicht gewusst haben: Ich habe Diabetes Mellitus Typ 1. Deswegen muss ich mehrfach am Tag, zum Beispiel bevor ich essen oder Sport machen will und optimalerweise bevor ich schlafen gehe auch nochmal, meinen Zuckerwert bestimmen. Die gängigste Art und Weise, dies so schnell und unkompliziert es geht über die Bühne zu bringen, war bisher: Fingerpieks, Teststreifen, Bluttropfen, 5, 4, 3, 2, 1, ... im Gegensatz zu früheren Messsystemen super (und ich lernte ja die Therapien von vor 20 Jahren nie kennen!..). Das coole aber ist... es wird tatsächlich aber immer weiter an neuen Technologien und Gerätscaften geforscht, und manchmal schaffen es Produkte auf den Markt, die vielleicht kleine Revolutionen auslösen könnten. So wie jetzt Abbott.
Diesen Herbst kommt das FreeStyle Libre Flash Glucose Monitoring System auf den Markt. Ein System fernab von Fingerpieksen und auch CGM, welches das Leben vieler Diabetiker positiv beeinflussen könnte.
Ich habe die große Ehre (zusammen mit einigen anderen wundervollen Bloggern) das Gerät vor Markteinführung und EASD Mediensymposium in Wien zu sehen, anzufassen und es auch am eigenen Leib zu testen, kosten- und bedingungslos. Bekommen haben wir es alle circa 1-2 Wochen vor diesem Wochenende, wo wir uns in Berlin getroffen, um es wirklich auf Herz und Nieren zu belasten.

Bitte beachtet: Ich weiß: Erfahrungsberichte zum Libre werden heißblütig erwartet. Mein Erfahrungsbericht mit dem Libre folgt nächste Woche endlich. Ich möchte einen sehr ausführlichen Bericht schreiben und sowas braucht eben nun mal Zeit (Tragezeit und Recherchezeit).

Am Freitag am späten Nachmittag gegen 5 trafen wir alle in einer Ferienremise in Schöneberg ein, unsere #flashwf. Ich hatte glaube ich den kürzesten Anreiseweg - in die S1 einsteigen und einmal von Norden nach Süden bis zur Julius-Leber-Brücke fahren :)
Die Überthemen für das Wochenende waren a) WG-Leben imitieren und b) das Flash Glucose Monitoring von Abbott zusammen zu tragen und zu testen. Auch sollte ich endlich auch noch einen Sensor bekommen, da mein erster ja in Wien abgefallen war.
Da WGs manchmal auch zusammen kochen, entschied das Team Abbott uns am ersten Abend gleich mit mehreren Gängen zu versorgen. Es gab superleckere Bruschetta, Nudeln mit Pesto und Tomatensoße und einen wundervollen Kokospudding zum Abschluss - alles vegan! Ich fand es toll, für viele war es etwas ungewöhnlich. ;)
In einer Ansprache wurde klar, dass das Team Abbott an diesem Wochenende nicht nur als Marketingteam in Berlin vertreten sein würde, nein, ab Freitag war direkt der "Papa des Flash Glucose Monitorings" - Jeff Halpern, selbst Typ-1-Diabetiker, da und Samstagabend sollte der Arzt von Abbott bei uns vorbeischauen. Wir haben uns gefraut, dass wir als Blogger so ernst genommen werden und man wirklich versuchte, all unsere Fragen rund um das System zu beantworten.
Samstagfrüh nach dem Frühstück hatten wir einen kurzen Workshop mit Abbott, in dem uns nochmal die Kampange zum Gerät in Deutschland vorgestellt wurde. "Ich kann das" soll motivieren, überall den Zuckerwert zu scannen, weil es eben so einfach ins Leben integrierbar ist.
Mittags ging es zum Markt am Winterfeldplatz, wo Bente und ich für das Einkaufen des Abendessens verantwortlich waren, denn es sollten abends einige von uns den Rest der WG bekochen. Wir entschieden uns für ein veganes Gemüsecurry, welches bei Bedarf noch mit Hühnchen oder Räuchertofu gepimpt werden konnte. Der Zeitplan war straff - aber das war gut, denn so wurde es nie langweilig. Außerdem hat man nochmal gesehen, wie einfach es doch wirklich ist, zwischendurch den Zuckerwert zu "erscannen", auch in stressigen Situationen.
Nach der Marktgeschichte kamen wir zum für mich persönlich zunächst schlimmsten Teil des Tages - einer Fahrradtour durch Berlin. Ihr müsst wissen, ich hatte vor drei Jahren einen Fahrradunfall am Potsdamer Platz und bin seitdem kein Fahrrad mehr gefahren. Das heißt auch, dass ich bis dato nicht als Diabetikerin Fahrrad gefahren bin. Hmm. Ein wenig Angst hatte ich schon. Aber unser Guide war sehr sympatisch und in der Gruppe bekam ich schnell eine gewisse Sicherheit, so dass meine Angst relativ fix verflog. Ich hab jetzt sogar wieder Lust, in Berlin Fahrrad zu fahren! Auch mit den Werten hat es währenddessen gut gepasst. Wir hielten oft an interessanten Schauplätzen an, wo der Guide uns einiges zu erzählen hatte und wir schnell - ohne viel Aufwand - unsere Zuckerwerte checken konnten. Die Tour endete an Gendarmenmarkt, wo wir dreieinhalb Stunden Zeit in einem großen Fitnessstudio hatten. Was soll ich sagen? Ich war ausgepowert. In Wien schon keinen Schlaf, kommt bei mir jetzt am Wochenende alles zusammen. Für mich und das Flash Glucose Monitoring System hieß es also Whirlpool, und das für gute eineinhalb bis zwei Stunden. Das hatte allerdings auch zur folge, dass ich danach den Flash mit Tape getapet habe, denn das Pflaster löste sich, und nochmal wollte ich so schnell keinen vorzeitigen Abschied nehmen.




















Gut, dass sowohl Jeff als auch Torsten Berg, der Arzt von Abbott an diesem Samstagabend am Start waren, um auch solche Fragen eben einerseits für sie aufzunehmen und andererseits uns versuchen zu beantworten. Denn das Flash Glucose Monitoring System ist neu, und Abbott über jedes Feedback, positiv wie negativ, happy.
Bente, Ilka und ich machten uns dann ans Kochen und hatten viel Spaß dabei :) Ich glaube auch, letztendlich hat es allen geschmeckt. Nach dem Essen wurde der Abend gemütlich ausklingen lassen mit viel Erfahrungsaustausch und den üblichen Verdächtigen, die bis ganz zum Schluss am Tisch sitzen und reden.
Jetzt ist es 9 Uhr. Gleich gibt es unten Frühstück und dann müssen wir unsere WG reine machen und das Wochenende noch einmal Revue passieren lassen. Ansgar Resch, General Manager Deutschland, wird dazu auch nochmal vorbeischauen und mit uns die letzten Tage mit dem System und das Wochenende besprechen. Ich bin sehr gespannt auf dieses Abschlussgespräch, denn mit unserer Bloggerrunde kommen eigentlich immer superinteressante Diskussionen zu Stande.



Ich gebe zu - ich war skeptisch, aber am Ende war es echt schön!


Und damit neigt sich das Wochenende dem Ende zu.
Es ist toll zu sehen, dass wir als deutsche Diabetes-Bloggercommunity die Gelegenheit bekommen haben, das FreeStyle Libre als einer der ersten hier in Deutschland testen zu dürfen und jetzt an diesem tollen Wochenende in Berlin die Gelegenheit bekommen haben, alle Fragen dazu zu stellen, die uns auf dem Herzen brennen.
Danke an dieser Stelle an Basti, Finn und Abbott für das schöne Wochenende. Ich bin gespannt, wie unsere Erfahrungsberichte im einzelnen ankommen werden und wie die deutschen Diabetiker das Gerät im Herbst aufnehmen. Bei einem bin ich mir sicher - es IST eine Revolution in der Zuckermessung, das kann keiner bestreiten.

Noch mehr Fotos vom Wochenende gibt es übrigens auf Instagram unter dem #flashwg!

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Donnerstag, 12. Juni 2014

CGM im Test - Dexcom G4 - Meinung, Erfahrungen, Pro's & Con's

Moin!


Heute ist es endlich so weit.. ich bringe meine 20 Tage Dexcom-Erfahrung zu virtuellem Papier.

-Ich habe das Dexcom-System inkl. 2 Sensoren kosten- und bedingungslos im Rahmen des Laufs zwischen den Meeren zur Verfügung gestellt bekommen.-

Was ist das Dexcom G4?
Es handelt sich hierbei um ein Kontinuierliches Glucose-Messsystem, welches im Groben aus einem Sensor, einem Transmitter und einem Empfänger besteht. Der Sensor wird mit einer Setzhilfe platziert. Das feine Sensorhaar sitzt dann in der Haut, obendrauf klebt das Pflaster, der Chip und die Halterung für den Transmitter, der dort hineingesetzt wird und dann mit dem Empfänger kommuniziert. Ein kontinuierliches Glucose-Messsystem misst, wie der Name sagt, kontinuierlich den Gewebszucker. Der Gewebszucker ist immer etwas weiter in der Vergangenheit als der Blutzucker. Dadurch, dass so ein CGM allerdings kontinuierlich misst, kann man auf dem Empfänger den Glucoseverlauf als Kurve betrachten und - das Tollste - man sieht, wohin der Trend geht und kann entsprechend handeln. Statt täglich ca. 6 gemessenen Blutzuckerwerten hat man so am Ende ca. 300 Werte am Tag.



Begebenheiten:
Ich hatte die Möglichkeit, vor, während und nach dem Lauf ein Dexcom G4 zu tragen. Was soll ich sagen? Es war ein ganz tolles neues Lebensgefühl, immerzu Blutzucker-TV gucken zu können.
Die ersten Stunden damit fühlten sich natürlich ein wenig ungewohnt an. Ich trug den Sensor am linken hinteren Oberarm, entschied mich bewusst gegen die Bauchregion, da ich ausschließlich sehr hoch geschnittene Hosen und Strumpfhosen trage und nicht wollte, dass ich mit meiner Kleidung daran reiße. Trotzdem solltet ihr wissen, dass der Sensor momentan bei Erwachsenen offiziell nur in der Bauchregion zugelassen ist.
Nach dem Setzen braucht der Sensor zwei Stunden Eingroove-Zeit und danach zwei Kalibrierungs-Werte, dann später alle 12 Stunden einen Wert.
Ich wollte, dass der Sensor so lange wie möglich hält. Und er hielt tatsächlich 20 Tage durch (und vermutlich auch noch länger. Ich sags euch... nen funktionierenden Sensor wegschmeißen - das tut extrem weh!).
Ich trug also diesen Sensor 20 Tage, in Hamburg und Berlin und Schleswig, beim Laufen, Arbeiten, Einkaufen, Schlafen, und konnte zum ersten Mal nach der Diagnose meinen Blutzucker im Verlauf und mit Trend sehen.





Was ist toll:
Haha, so Einiges!
Wie gesagt - den Blutzucker im Verlauf und mit Trend sehen. Wo stehe ich gerade? Gehe ich zu hoch oder bin ich zu niedrig? Man kann wunderbar gegensteuern. Außerdem kann man mal sehen, wie lange das Insulin eigentlich braucht, bis es wirkt. Teilweise hat es mich richtig geärgert, weil das Insulin so verdammt langsam ist! Aber jetzt habe ich die Wirkkurven wenigstens sehen können.
Alles ist sehr klein. Ich für meinen Teil hatte bisher nur einmal einen Dummy-Pod zur Probe getragen. Ansonsten kenne ich dieses Gefühl von "Ich hab da was am Körper" eher nicht. Daher: Bravo. Der Dexcom ist klein. Sowohl der Transmitter als auch der Empfänger haben eine tolle Größe, mit der man wirklich leben kann! Der Sensor hat mich nie gestört. Ich wurde öfter gefragt, was das ist, und durfte dann mein Blutzucker-TV präsentieren. Aber gestört hat mich das nie. Auch bin ich damit nie an Kleidungsstücken hängen geblieben. Eventuell saß er einfach ziemlich, ziemlich gut (Danke Basti!).
Eines der allertollsten Dinge daran: dass man von dem Ding alarmiert wird, wenn der Blutzucker außerhalb des selbst eingestellten Norm-Bereiches liegt. Ich wurde zwei Mal nachts geweckt, weil ich unterzuckerte. Das hätte ich so vermutlich nie gemerkt! So, so gut!
Der Sensor war bei mir sehr genau und man kann den Empfänger super easy per USB laden, der Akku hält gute drei Tage. Es war echt toll, auch mal zu sehen, dass ich mit Faktoren, Basal etc. meist richtig liege. So ein CGM ist nämlich auch klasse, um mal an der Einstellung zu schrauben.
Ja, ich habe mich sicherer gefühlt und ja, die Werte waren wirklich besser, als ohne. Das kann ich definitiv bestätigen.
Es hat sich toll angefühlt, so eine kleine Gewebszuckerpolizei am Arm zu tragen. Man kann übrigens gut damit duschen! Ich hatte zunächst Angst, aber alles unbegründet!


Was ist nicht so toll:
Eigentlich fallen mir hier momentan nur drei Sachen ein, die an sich nichts mit der Funktionalität und Wirkung des CGMs zu tun haben.

Der Empfänger empfängt die Werte nur, wenn er sich im Umkreis von max. 6m zum Transmitter befindet. Wenn ich in meiner Wohnung mal schnell vom Wohnzimmer aufs Klo gehe oder in die Küche, fehlen mir Werte, weil das über 6m sind. Das ist extrem schade. Und leider habe ich nicht immer Hosentaschen an mir.
Die Software zum Auslesen der Daten läuft nur auf Windows. WTF, Leute? Ernsthaft. Sowas darf heutzutage eigentlich nicht mehr sein. Die Software müsste mindestens für Windows, MAC OSX und wenigstens auch noch Linux laufen. Einfach, WEIL. Weil Menschen unterschiedliche Systeme besitzen und mir jetzt im Nachhinein leider die Werte fehlen, weil ich das Ding wegschicken musste, zwei Tage bevor ich den Termin mit meiner Diaberaterin hatte. Und nein, ich möchte eigentlich nicht erst mit der CD zu Freunden gehen, nur damit ich die Daten auslesen kann. Ärgerlich.
Und zu guter Letzt: Der Preis. Der Preis für dieses System. Denn das CGM ist nach wie vor nicht im Hilfsmittelkatalog des MDK angekommen, was SEHR SCHADE ist.
Ich kann hier nur ungefähre Preise nennen.
System ca 1500€
Transmitter ca 399€ (Batterielaufzeit mind. 6 Monate, danach Wechsel)
Ein Sensor 70€
So viel kann ich momentan weder sparen noch von meiner Familie verlangen, auch, wenn es um meine Gesundheit geht - nur automatisch deswegen hat man leider nicht mehr Geld zur Verfügung. Ich bin Studentin ohne regelmäßiges normales Einkommen - keine Chance.

Die Qualität des Pflasters kann ich leider nicht wirklich beurteilen, da ich immer noch alles mit Kinesiotape abgetaped hatte. Aber sagen wir so: Am letzten Tag hat es noch ziemlich gut geklebt!

Nachdem ich das CGM wieder abgegeben hatte, fühlte ich mich extrem nackt und musste mich erst einmal wieder entwöhnen. Einerseits bin ich unheimlich dankbar dafür, dass ich es ausprobieren durfte. Andererseits fühle ich mich zur Zeit ein wenig verloren, so ohne dieses Ding. Aber ich wusste ja, dass der Tag kommen würde.

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinem kleinen Bericht helfen.
Habt ihr selbst ein CGM, vielleicht sogar das Dexcom? Oder habt ihr schon versucht, eines zu beantragen?

Einen ersten Eindruck von Ilka aus dem Jahr 2012 könnt ihr hier noch nachlesen.

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Montag, 26. Mai 2014

Läuft! Teil 2 - Der Wert will nicht hoch!!! - Lauf zwischen den Meeren 2014

Moin!

Gestern hatte ich euch ja hier von meinem tollen vergangenen Wochenende und dem Lauf erzählt.

Da ich die Möglichkeit hatte, vor, während und nach des Laufs ein CGM (nicht irgendeins, sondern das Dexcom G4!) tragen und mit 2 Sensoren kosten- und bedingungslos testen zu können, möchte ich jetzt aber noch detailierter über meinen Blutzuckerverlauf vor, während und nach meiner Strecke berichten.

Samstag früh wachte ich mit einem guten BZ von 110mg/dl auf. Ich hatte zum Frühstück ein Körnerbrötchen (laaange KH), für das ich keinen Bolus gespritzt hatte. Der Plan war, dass ich bis zu meinem Startpunkt am Nachmittag auf ca 200mg/dl komme und konstant bleibe, um Unterzucker sowie stärkere Überzucker zu vermeiden.
Und was soll ich sagen? Es hat erstmal überhaupt gar nicht funktioniert. Den ganzen Morgen und Vormittag über habe ich mir nach dem Frühstück Süßigkeiten, Saft und Obst reingestopft und war fast am Verzweifeln. Mein Wert wollte nichtmal über 130mg/dl gehen! Im Gegenteil - die meiste Zeit wabberte ich so um die 90mg/dl herum oder sogar darunter - Werte mit denen ich auf keinen Fall starten wollte.

Starke Nervosität löst bei mir vermutlich abfallenden Blutzucker aus. So ganz kenne ich mich auch nach einem Jahr noch nicht in jeder beliebigen Situation. Das war mir neu. Und es machte mich NOCH NERVÖSER!
Man riet mir, noch ein normales Brötchen zu essen und das tat ich dann auch, bevor wir zu meinem Startpunkt gefahren sind.
Bis nach Fahrdorf hat sich mein Blutzucker langsam im 200er-Bereich angesiedelt und blieb dort auch erstmal.
Und dann? Hat plötzlich alles wunderbar geklappt. WOOP WOOP! Während des Laufes bin ich konstant bei etwa 200mg/dl geblieben, nur zum Ende hin, als es nochmal richtig anstrengend wurde, hatte ich einen Anstieg auf 250mg/dl und dann nach dem Zieleinlauf einen direkten leichten Abfall auf ca 150mg/dl. Ich habe keine extra Sport-BEs benötigt und konnte den BZ gut hoch halten. Wow - ich bin immernoch verblüfft darüber, wie gut das geklappt hat!
Diesen Verlauf SO genau sehen zu können brachte mir unheimlich viel. Ich musste während des Laufes nicht messen, hatte unfassbare Sicherheit, weil ich die Tage vorher schon mit dem CGM üben konnte - einfach klasse!
Jetzt wünschte ich mir nur, dass dieses Teil für immer bei mir bleiben könnte...

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Dienstag, 6. August 2013

Tine testet - Der OmniPod und das Tragegefühl


Moin moin Welt!

Und da haut sie einen Test nach dem nächsten raus, als wären sie umsonst! Vor einiger Zeit hab ich mir hier kostenlos einen OmniPod Dummy bestellt. Jeder kann ihn sich gratis auf der mylife-Website bestellen.

Der OmniPod ist sehr kurz gesagt eine schlauchlose Insulinpumpe.
Da ich mich dem Gedanken, später mal eine Pumpe zu tragen, immer mehr nähern will,  dachte ich, es wäre nicht falsch, mal das Tragen eines solchen Teils am eigenen Körper zu spüren.

Der Dummy enthält weder Insulin noch ist ne Nadel dran oder ein PDM (ein kleiner Computer zum Managen des Ganzen) dabei.  Das heißt, klebt man sich den Dummy einmal für 3 Tage auf (so lange trägt man den OmniPod normalerweise), geht es rein ums Tragegefühl und Gefühl für die Größe des Dings bekommen. Und das war perfekt für mich, hatte ich doch sonst noch gar keine Berührung mit so einem schlauchlosen Etwas. Alle Pumper, die ich kenne, haben Pumpen mit Schlauch, und zwar so viele verschiedene, dass ich mich da schon irgendwie ganz gut informiert fühle. Aber einen OmniPod hat keiner.

Der Omnipod kam zu mir in einem kleinen Päckchen mit Anleitung und ein Bisschen Infos.  

Ich war zunächst skeptisch beim Auspacken und erwartete eine RIESIGE Pumpe. Aber der ist ja ganz klein! Das hat mich sehr überrascht und auch gefreut.
Am vergangenen Mittwoch Morgen hab ich ihn mir also so auf den Bauch platziert, wie mir das die Anleitung gesagt hat. Ohne Nadel, ohne Insulin. Nur raufgeklebt. Hab natürlich gleich mal ne beschissene Stelle gewählt, wo normalerweise immer meine Hosen-/Rockbünde sitzen. Hatte kurz Panik, da ich den Kleber nicht ablösen wollte um die volle Haltbarkeit dessen zu testen. Und meine Panik hat sich auch nicht bestätigt. Der OmniPod ist so flach, dass das wirklich total egal ist, wo der sitzt. Ich weiß nicht, ob ich ihn mir unbedingt an den Po setzen würde oder an den Oberschenkel, wenn man ne lange Hose tragen will. Aber in der Bauch- und auch in der Armgegend kann ich ihn mir weiterhin sehr gut vorstellen. Er ist wirklich sehr flach, so flach, dass er mir unter meinen Klamotten nicht mal mehr aufgefallen ist und ich ihn vergessen konnte (was mit PDM sicher nicht passieren würde ;) ).
Er ist auch sonst niemandem aufgefallen, hätte ich ihn nicht jedem stolz gezeigt, hätte ihn vermutlich keiner gesehen.
Und sogar schlafen konnte ich auf dem Ding. Ich bin normalerweise Hardcore-Bauchschläfer. Der OmniPod hat das ausgehalten, und ich auch!
Und selbst Sport und heiße Sommertage mit Schwitzen hat der Kleber an dem Teil gut ausgehalten. Hab ihn am Ende kaum abbekommen und die Klebespuren musste ich wegschrubben. ^^

Was also das reine Tragegefühl im Alltag angeht, kann ich mir langsam ein wenig mehr vorstellen, wie es sich mit so einer schlauchlosen Pumpe lebt. Hab mir oft überlegt, wie es sich mit Nadel und PDM anfühlt und nochmal einige Reviews dazu gelesen.
Ob es jemals eine in Frage kommende Alternative zur Schlauchpumpe oder überhaupt zur ICT für mich sein wird, das werden wir irgendwann ja sicher sehen... Damit soll sich Zukunftstine beschäftigen!


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Sonntag, 4. August 2013

Tine testet - FreeStyle InsuLinx - Review und Meinung

Die Welle von Reviews geht weiter... :D
Heute möchte ich euch nach einer Woche Testphase meine Meinung zu dem Messgerät FreeStyle InsuLinx sagen und euch erzählen, wie es mir die Woche über so damit ging.
Aktuell kann sich jeder das FSIL (so kürze ich jetzt mal ab) online kostenlos zum Testen zuschicken lassen, und dieses Gelegenheit habe ich genutzt. Solltet ihr also nach dem Lesen meines kleinen Berichtes Lust bekommen, selber zu testen, dann schaut einfach mal hier.

Das FreeStyle InsuLinx wird als Gerät für Diabetes-Management der neusten Generation gehandelt und hat 2012 den Plus X Award als bestes Produkt des Jahres gewonnen. Ich war also trotz der vielen Meinungen, die ich online schon darüber gelesen hatte, sehr gespannt darauf.
Im Grunde erwarte ich nicht viel von einem Messgerät. Es soll präzise und möglichst genau meinen Blutzucker messen, das Messen soll mir so einfach wie möglich gemacht werden, das Gerät sollte handlich sein und mich nicht mit zu viel Drumherum nerven. Mein momentanes Messgerät ist nach wie vor das Accu check Aviva Nano. Bitte bedenkt beim Lesen, dass dies mein einziges Referenz-Gerät ist, mit dem ich Messerfahrung habe. Mit dem bin ich auch ganz zufrieden. Es ist klein, handlich, genau, praktisch. Trotzdem gab es einige Dinge, die mir am FSIL besser gefielen und die ich mir für mein Accu Check wünschen würde. Genauso gab es aber auch einige Minuspunkte.
Ich werde im Folgenden auch über Lapalien wie Teststreifen sprechen, denn wie ihr bereits wisst, möchte ich mich bei meinem Diabetes nicht über Kleinigkeiten aufregen sondern das benutzen, was meine Laune dem Ganzen gegenüber hält. Diejengen, die solche Kleinigkeiten zu schätzen wissen, werden im Verlauf merken, was ich meine... 


Das Setting: Das Messgerät kommt neben vielen Anleitungen in allen Sprachen zusammen mit einer kleinen, üblichen Tasche, wie man sie für kleine Messgeräte dieser Art kennen mag. Dazu eine kleine blaue Stechhilfe (die mir auf den ersten Blick gefiel, weil sie so klein ist, leider blieb es aber nicht dabei), Lanzetten dafür, die 50 Teststreifen in der Dose, und einem USB-Mini-USB-Kabel. Das dunkelgraue Gerät an sich ist etwa 3/4 so lang wie ein iPhone 5 und etwas weniger breit. Unten rechts gibt es den einzigen Knopf, daneben ist der Einschub für die Teststreifen.
Es wirkt erst einmal sehr billig verarbeitet. Das FSIL ist sehr leicht und irgendwas kleines scheppert ein wenig IM Gerät drinnen, so dass es wirklich keinen hochwertigen Eindruck macht. Ich weiß nicht, ob das so sein muss oder ob ich da nur Pech habe.

Der Pieker: Leider macht die Stechhilfe auf den zweiten Blick einen nicht so guten Eindruck, obwohl ich mich zu Beginn über eine kleinere Stechhilfe gefreut hatte. Während ich bei meiner Accu-Check-Stechhilfe kleine Trommeln mit je 6 Nadelchen einlege, muss man hier einzelne Nadeln anbringen. Das führt dazu, dass man dementsprechend viele davon mit sich herum tragen muss und ständig am Nadel wechseln ist. Noch dazu halte ich es für weniger schlau, dass man eine Schutzkappe von der Nadel ziehen muss und sie dann offen vor sich hat. Da kann schneller mal was kaputt gehen als bei den gut verpackten 6-er-Trommeln. Auch den Stich empfinde ich als unangenehmer und schmerzhafter als den von meiner Accu-Check-Stechhilfe.


Die Teststreifen: Die Teststreifendose ist viel kleiner als meine üblichen. Das mochte ich, denn die klobigen Dosen gehen mir manchmal auf die Nerven. Die Streifen an sich sind mir von Anfang an suspekt. Immer, wenn ich einen greife, fühlt es sich für mich an, als hätte ich zwei in der Hand. Das kommt durch den Aufbau der Streifen, die aus zwei Teilen zusammengeklebt sind, die man am oberen Rand eben spürt, was sich somit immer wie zwei Streifen für mich anfühlt und mich verunsichert, vor allem bei Dämmerung. Hab ich jetzt einen oder zwei Streifen herausgefischt? Wenn zwei, wo ist der eine hin? Man kann es sich ja auch nicht leisten, einfach mal so Teststreifen zu verlieren. Daher finde ich allein schon etwas, was mir das Gefühl gibt, ich könnte einen verlieren, weil ich einen zu viel erwischt habe, unangenehm. Das mag jetzt penibel wirken aber es passierte mir wirklich bei jeder Teststreifenentnahme bisher und es ist auf dauer einfach ein komisches Beigefühl. Ansonsten sind die Streifen viel kleiner als das, was ich bisher gewöhnt war. Auch sollen sie statt 0,6μ nur 0,3μ Blut für einen Test benötigen, also die Hälfte weniger. Ich war wirklich gespannt, hab ich doch manchmal immernoch Probleme mir Blut zu entlocken.


Der Messvorgang:  Zum Blutzuckermessen steckt man am Besten zuerst einen Teststreifen in die Öffnung, dies schaltet auch das Gerät ein. Dann wird man auf dem Bildschirm aufgefordert, Blut auf den Streifen aufzutragen. Dabei fällt mir schon das erste auf. Bei meinen üblichen Teststreifen wird das Blut regelrecht eingesaugt. Das gibt Sicherheit. Ich weiß mittlerweile, bis wohin der Streifen gefüllt werden MUSS, damit die Messung beginnt. Das Einsaugen des Blutes zu sehen ist auch eine Bestätigung: Hier wird jetzt gemessen! Aber leider hat man hier auch praktisch keine Zeit, fehlendes Blut nachzutragen und der Messstreifen vom Accu Check wird schnell ungültig. Beim FSIL ist es jeweils umgekehrt. Es gibt keinerlei Anzeichen, dass das Blut aufgenommen wird. Ich halte den Teststreifen an den Bluttropfen, der sich daraufhin kaum verändert (liegt wohl an der geringen Menge Blut, die benötigt wird). Ich muss ständig genau gucken und abwarten, dass auch wirklich genug Blut an den Teststreifen gekommen ist. Aber, das ist das Tolle, selbst wenn mal zu wenig rankam, hat man 15s Zeit um Blut nachzutragen!!! FÜNFZEHN SEKUNDEN! Da war ich wirklich beeindruckt. Etwas anderes Gutes ist, dass man die Teststreifenöffnung beleuchten kann. Das kann wirklich grade im Dunkeln sehr sehr praktisch sein und ist etwas, was ich beim Accu Check Aviva Nano vermisse.
Der Messvorgang dauert nicht lang und die ersten Ergebnisse stimmten mit meinen Testmessungen vom Accu Check Aviva Nano überein.

Was das Teil sonst noch so kann: In einem Protokoll speichert das Gerät sämtliche Messungen. Man kann es über das USB-Kabel mit dem MAC/PC verbinden und über ein mitgeliefertes Programm weitere Einstellungen vornehmen oder Berichte auslesen.
Und dann ist da noch die Insulineinheitenrechner-Einstellung, die so toll sein soll, aber die ich persönlich gar nicht genutzt habe. Denn was solche tieferen Einstellungen angeht, soll man zunächst alles über den Arzt laufen lassen. Der Arzt soll alles einstellen und Pin-Codes erstellen. Und ich sag euch mal eins: Das nervt. Ich will ein selbstständiger Typ 1 er werden. Wenn ich bei meinem DiaDoc oder meiner DiaBeraterin bin, hab ich andere Probleme als die beiden meinen neuen Bolusrechner einstellen zu lassen. Ich meine, die Vorstellung ist klasse, yeah, alles in einem Gerät.. Aber ich liebe mein Handy, habe es sowieso immer dabei und benutze es gern. Und dann kann ich auch mal schnell, wenn ich zu doof bin, am Handyrechner den Bolus ausrechnen lassen. Außerdem liegt mein Handy sowieso beim BZ-Messen und Spritzen bereit, da ich alles bei mySugr eintrage, wieso sollte ich es dann nochmal in mein kleines Gerät mit schwarz-weiß Touchscreen eintragen? Fakt ist, diese Funktion brauche ich nicht. Ich habe bereits Progrmme und Geräte, mit denen ich genau die gleichen Dinge notieren kann und ausrechnen kann, und sie gefallen mir besser. Dementsprechend nutze ich auch die ganzen Personalisierungseinstellungen nicht. Zum Beispiel kann man persönliche Bilder in das Gerät laden und diese in 1000-Mal schlechterer Qualität beim BZ-Messvorgng anzeigen lassen. Wozu?

The Pro's, the Con's:
PRO: Das Gerät hat kleinere Teststreifen, die Teststreifenöffnung ist beleuchtet, man kann lange Blut nachtragen, es misst genau, tut was es soll.
CON: Die Teststreifen fühlen sich komisch an, das Gerät kann Dinge, die mySugr und das Internet besser können, ohne, dass ich meinen Doc damit belästigen muss, die mitgelieferte Stechhilfe ist scheiße unpraktisch, es fühlt sich billig verarbeitet an.

Das Fazit: Ich werde das Gerät noch nutzen, bis die Teststreifen komplett aufgebraucht sind. Die Stechhilfe werde ich jedoch nicht mehr benutzen. Alles in allem hat das Gerät einige Vorzüge, die ich an meinem Accu Check Aviva Nano vermisse, aher mein Nano ist mir trotzdem 1000-Mal sympathischer.

Auch mein #diabro Matthias hat das Gerät jetzt eine Woche getestet, wenn ihr lesen wollt, wie es ihm gefällt, schaut mal hier bei ihm vorbei.
Habt ihr das FreeStyle InsuLinx schon getestet?
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Freitag, 26. Juli 2013

Tine testet - FreeStyle InsuLinx

Moin Welt!


Dieses Päckchen erreichte mich heute! Habe mich sehr gefreut, dass das FreeStyle InsuLinx jetzt bei mir eingezogen ist. Man kann es momentan kostenlos zum Testen anfordern und das habe ich getan. Ich bin sehr gespannt auf das Gerät und was mich erwarten wird.  Der Testbericht folgt natürlich bald.

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