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Mittwoch, 8. Februar 2017

Bewussteres Essen und Leben - 12 Punkte

Wir sind bereits schon lange im neuen Jahr angekommen. Na, wen von euch hat der Alltag schneller eingeholt, als ihm lieb ist? Wer isst in der Mittagspause seinen #saddesklunch wieder alleine vor dem Bildschirm, während die Arbeit weiterhin die Aufmerksamkeit braucht? Wer nimmt schon wieder den Fahrstuhl statt der Treppen?
Wer meinen letzten Post (den mit der Gif) aufmerksam gelesen hat, dem wird aufgefallen sein, dass ich im Moment zwar meine Diabetestherapie ganz allgemein verbessern konnte und mich über bessere Werte freuen darf (alles hart erarbeitet), aber sich das natürlich auch an der Lieblingsjeans bemerkbar macht. Wer nämlich lange Zeit mit eher bescheidenen Werten zu kämpfen hatte, verliert schneller an Gewicht, als er "Milchbrötchen" sagen kann. Und wenn's mit den Werten dann endlich wieder klappt, holt der Körper sich alles im Eiltempo zurück - und oft noch mehr, das berühmte Polster für schlechte Zeiten, ihr kennt das sicher.

Deswegen mache ich mir im Moment mal wieder sehr viele Gedanken um meinen Alltag und meine Ernährung (Oh, wie kann man ein Thema so lieben und gleichzeitig so hassen?). Denn wie ich schon im letzten Post schrieb: Egal, wie okay du mit dir selbst bist, wie body-positiv du dich durchs Leben kämpfst, wie sehr du versuchst, ein gutes Beispiel für andere zu sein: wenn die Lieblingshose kneift, ist das alles ganz schnell Nebensache. Denn schließlich ist es genau diese eine Hose, die immer, immer, immer so gut passte und die so natürlich nicht mehr hergestellt wird.

Viele Bücher habe ich über die Jahre schon zu dem Thema gewälzt und auf zu vielen Seiten im Internet recherchiert. Ich glaube nicht an Diäten und kurzfristige Erfolge oder ominöse Tipps um schneller Fett zu verbrennen. Schon gar nicht, wenn eine Diät mir Lebensmittel verbietet oder vorschreibt. Ich glaube an ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst und wenig bis keinen tierischen Produkten, wenn dann soweit es einem möglich ist von guter Qualität. Ich glaube an bewusstes Essen und bewusstes Leben. Ich glaube nicht an Verbote. Ich möchte keine Kalorien oder Punkte zählen. Schließlich ist das Thema Essen dank Diabetes sowieso schon mit zählen und Bewerten vergiftet. Und inzwischen gibt es auch genügend Studien zu all diesen Themen, die mich in meinem Glauben bestätigen.

Was mache ich also jetzt? Ich habe bemerkt, dass ich mich mit der Zeit, obwohl ich bessere Werte habe, vom bewussten Essen und Leben im Alltag ein wenig entfernt habe, und da können mir vielleicht viele von euch zustimmen. In der heutigen Zeit sitzt man halt mittags mal mit dem Handy über dem Schreibtisch-Mittagessen, rennt von A nach B, während man schnell den Snack in sich reinstopft oder vergisst, genügend Wasser zu trinken. Und ich habe jetzt entschieden, mich dem bewussten Essen und Leben wieder mehr zu widmen, um wieder ein besseres Gefühl für all das zu erlangen.

Es sind eben am Ende jeden Tages die kleinen Dinge, die ich mir aber doch oft im Alltag bewusst machen muss. Jeden Tag wieder. Die aber am Ende einen kleinen Unterschied machen können. Ich habe nachfolgend 12 Punkte versammelt, die euch alle bekannt sein dürften. 12 Punkte, die die meisten von uns im Alltag vielleicht oft ignorieren oder vergessen oder für die schlichtweg keine Zeit im stressigen Alltag ist. 12 Punkte, die wir uns immer wieder bewusst machen sollten. Denn du bist nicht nur, was du isst, du bist auch, wie du isst:

1. Regelmäßig essen, keine Mahlzeiten auslassen
Hunger macht unproduktiv und grummelig, der Körper schaltet auf Sparflamme und das Gehirn kann nicht richtig arbeiten. 

2. Saisonal und regional bevorzugen, die eigene Geschmacks-Palette vergrößern
Kauf mal ein Gemüse, mit dem du noch nie oder selten gekocht hast und experimentiere mit neuen Geschmacksrichtungen. Kulinarische Langeweile führt zu ungesundem Essen.
Grade zum Beispiel haben Feldsalat, Grünkohl, Schwarzwurzeln, Radicchio, Rosenkohl, Rote Beete, Steckrüben und Porree Saison.

3. Frühstück wie ein König

4. Nicht hungrig einkaufen, einen Einkaufszettel schreiben und sich daran halten

5. Mahlzeiten selbst zubereiten. Weniger Zusatzstoffe und Fertigessen. Wer unter der Woche keine Zeit hat, macht am Wochenende Meal-Prep. Mit 1-2 Stunden Vorbereitung kann man das Essen für eine ganze Woche vorbereiten.

6. Immer am Tisch essen. Keine Ablenkungen, denn die führen dazu, dass wir unser Sättigungsgefühl nicht spüren können und mehr essen, als wir benötigen. Kein Handy, keine Zeitung, kein Fernseher, kein Laptop. 

7. Gut und viel und langsam kauen. 

8. Viel Wasser trinken und das den ganzen Tag über. Eigenes Körpergewicht durch 30 ist etwa eine angemessene Menge pro Tag. Wer Wasser nicht mag, trinkt ungesüßte Tees oder macht sein Wasser schicker mit ein paar Zitronenscheiben und Minze, Gurke oder ähnlichem.

9. Treppe statt Fahrstuhl. Jeden Tag ein paar Schritte mehr gehen, weiter weg parken, eine Haltestelle früher aussteigen. 

10. Immer einen guten Snack in der Tasche haben, damit du bei plötzlichem Hüngerchen nicht gezwungen bist, dir Mist im Kiosk zu kaufen.

11. Vielfältig, verschiedenes und in angemessenen Portionen essen. Mehrere kleine Portionen führen am Ende auch zu sattem Gefühl. Es ist, als würden wir zu Hause "3-Gänge-Menü" spielen. Eintönigkeit führt zu Langeweile führt dazu, dass wir anders befriedigt werden müssen: nämlich mit Masse.

12. Mit allen fünf Sinnen essen. Riechen, schmecken, sehen, fühlen, hören. Genießen.



Freitag, 30. Dezember 2016

Raus mit dir 2016 - jetzt ist wirklich Ende!

Moin zusammen!

Ich hoffe euch geht es allen ganz gut, ihr habt die Feiertage überstanden und fiebert, genauso wie ich, dem Jahreswechsel entgegen. Mann, oh mann, 2016 hatte es in sich, sowohl für meine persönliche Entwicklung, meine Therapie und mein Leben, als auch für die Leben meiner Liebsten und die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der gesamten Welt.
Vom ersten Tag an bis jetzt zum Ende hin wurde 2016 überflutet von schlechten Vibes und Nachrichten. Teilweise hat mich das alles ganz schön mitgenommen, und viele Tage dieses Jahres waren mit Tränen oder Wut gefüllt.
Aber 2016 hatte auch seine schönen Momente. Ich habe viel gesehen, erlebt, einen großen Teil meiner Zeit in die Heilung meiner eigenen Wunden gesteckt und erste Erfolge gesehen. 2016 war ein Jahr in dem ich enorm viel an mir selbst gearbeitet habe und arbeiten durfte. Das macht mich unwahrscheinlich dankbar. In diesem Jahr habe ich auch extrem viel über mich und andere und unsere Beziehungen zueinander gelernt. Ich habe gelernt, dass ich niemandem hinterherlaufen muss. Ich habe wieder gelernt mehr auf mich und meinen Körper zu hören und gut auf mich aufzupassen. Ich habe gelernt wirklich wertzuschätzen, was ich in meinem Leben habe.

Auch mit dem Diabetes und dem Blog gab es viel zu tun. Es war zwar Blogpostmäßig nach wie vor etwas stiller, aber nicht mehr ganz so still um mich wie 2015. Ich habe nun auch eine eigene Kolumne im Diabetes-Journal (KRASS, ODER?) und schreibe nach wie vor regelmäßig für die Blood Sugar Lounge. Ich trage seit Februar 2016 durchgehend Sensoren und arbeite endlich wieder eifrig an meiner Therapie.

Ich freue mich auf 2017. Auch wenn dieses Jahr einen fahlen Beigeschmack im Mund zurück lässt, bin ich trotzdem gespannt darauf, was da so kommen wird. Auf dass es ein besseres Jahr wird!

Was sonst in 2016 so rund um meinen Diabetes und den Blog passierte, das könnt ihr jetzt in meinem kleinen Insta-Jahresrückblick lesen und sehen:

JANUAR: Der Type 1 Day lud wieder zum gemeinsamen erleben nach Berlin ein. Ich kaufte mir Sensoren und wurde stolze Scannerin. Meine Tipps zum Tapen des Sensors habe ich damals hier niedergeschrieben.

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FEBRUAR: Im Februar habe ich über Nadeln und Nadellängen gesprochen und durfte mit Roche nach Mailand zum ATTD-Kongress fliegen, Pasta herstellen und alles zum Eversense-Sensor erfahren! Außerdem hat mir meine Krankenkasse die Übernahme der Sensoren genehmigt - ein extrem guter Start ins Diabetes-Jahr, oder?


MÄRZ: Im März habe ich den internationalen Frauentag mit viel Musik gefeiert. Auch stand mein dritter Diabetesgeburtstag an. Ich freue mich so sehr zu sehen, dass immer mehr von euch ihren Diaversary freudig feiern und das mit der Welt teilen! Außerdem bin ich einfach sehr dankbar dafür, dass ich ein Teil dieser Community sein darf! Über drei Jahre in der Diabetes-Online-Community hinterlassen ihre Spuren. Es ist ein Privileg, so viele Menschen mit Typ-1-Diabetes zu kennen und sich mit ihnen vernetzen zu können! Einige unterschätzen das etwas. So eine Community entsteht nicht von heute auf morgen. Sie wächst aus sich heraus und über sich hinaus. Wer das ausnutzt, zerstört es. Ich habe mich kurz zum Thema ungekennzeichnete Werbung geärgert. Außerdem durfte ich im März wieder teil des Social-Media-Dialoges von Roche in Bayern sein und flog zusammen mit myLife nach Rotterdam, wo wir die Stadt erkundeten und über Diabetes-Apps sprachen.



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APRIL: Im April habe ich meinen dritten Bloggeburtstag (24.3.) nachgefeiert und darüber nachgedacht, was ich durchs Bloggen alles gelernt habe (hint: ganz schön viel!). Außerdem war ich in einem meiner liebsten Freizeitparks Gast und habe Maultaschen to go gegessen.


MAI: Im Mai ging es für mich wieder zur Re:publica!

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JUNI: Im Juni war ich zur Fußballeuropameisterschaft zusammen mit diabetesDE auf der Fanmeile in Berlin unterwegs, um auf die Gefahren des Diabetes Typ 2 aufmerksam zu machen! Meine erste Kolumne wurde im Diabetes-Journal veröffentlicht! Ich schrieb darüber, warum wir nicht unbedingt Freunde sein müssen, nur weil wir beide Diabetes haben und wieso ich bewusstes Essen für sinnvoll halte. Außerdem verschlief ich dauernd Unterzuckerungen und es ging mir extrem auf die Nerven!

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JULI: Im Sommermonat Juli ging es für mich um Reisen und Musik. Ich besuchte zum ersten Mal ein Musikfestival mit Diabetes im Gepäck, habe Rihanna und Beyoncé gesehen. Im Vorfeld war ich extrem nervös deswegen. Außerdem bin ich endlich wieder regelmäßig gelaufen, was mir super gut tat. Ich hatte zum ersten mal eine riesengroße Wut gegenüber meines Diabetes und bemerkte, was in Extremsituationen wichtig ist: runterfahren, entspannen und sich selbst und seinen eigenen Fähigkeiten mehr vertrauen. Ich fragte euch: WAS WÄRE, WENN?

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AUGUST: Im August beschäftigte ich mich mit BE und KE, nahm zum ersten mal an einer Briefwahl teil und bereitete mich auf meine Reisen im September vor.


SEPTEMBER: Ein Hauptthema des Monats waren zufällige Begegnungen mit Menschen mit Diabetes überall in meiner Stadt. Im September hatte ich auch Geburtstag und reiste in dieser Woche nach Bologna, was sehr schön war. Außerdem markiert der September den Beginn des Diabetesherbstes und ich durfte zum EASD nach München reisen.


OKTOBER: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint: im Oktober sprach ich über 5 Kommentare, die wir Menschen mit chronischen Krankheiten nicht mehr hören können. Im Oktober fieberten wir außerdem gemeinsam dem Diabetesmonat November entgegen und ich schrieb über 9 Wege, wie wir den Diabetesmonat besonders gut nutzen können. Ich beschloss in Zukunft auf spätes Essen zu verzichten - meiner Kurve zuliebe! Außerdem hatte ich für diesen Monat meine EASD-Posts vorbereitet und zum ersten Mal auch Videos für euch gedreht.
EASD München Recap 1 + Video
10 Beobachtungen und Gedanken zum EASD
Passen wir Patienten überhaupt auf einen Fachkongress?
Interview mit Kaleido-Direktor Tim Oakes
EASD München - Diabetes-Zukunft: Alles App oder was? 
Im Oktober war ich auch wieder zu Gast bei der alljährlichen Diabetes-Charitygala in Berlin!


NOVEMBER: Im November drehte sich, wie eigentlich immer, alles auch um Diabetes. Nur irgendwie noch mehr. Der November ist nämlich der Diabetesmonat und am 14. findet jedes Jahr der Weltdiabetestag statt. Menschen in aller Welt nutzen diese Zeit, um auf Diabetes aufmerksam zu machen. Warum das wichtig ist, schrieb ich hier.

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DEZEMBER: Im Dezember habe ich es ruhiger angehen lassen. Der letzte Monat im Jahr gab mir nach all den Monaten ein Bisschen Kraft zurück. Ich habe Familie besucht und entspannt die Feiertage verbracht, bevor es im Januar dann hoffentlich mit mehr Kraft weitergehen kann.



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Donnerstag, 29. Dezember 2016

#icaneateverything 2016


Guten Hunger! Auch 2016 habe ich der Welt wieder gezeigt, dass ich als junge Frau mit Typ-1-Diabetes alles essen darf! Dieses Jahr gab es aber auch wirklich ganz ausgesprochen tolle Dinge zu kochen und zu essen!
Auf noch mehr leckeres, bewusstes Essen in 2017! 

(All das und noch viel mehr gibt's auf Instagram unter dem Hashtag #icaneateverything)

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Samstag, 8. Oktober 2016

10 winzige Beobachtungen und Gedanken - EASD & München 2016


-Die Reise- und Übernachtungskosten wurden von Roche übernommen und auch mein Ticket zum EASD wurde von Roche organisiert. Ich darf frei entscheiden, ob und wie ich über dieses Event berichte.-


Drei Tage volles Stressprogramm in München hinterlassen Spuren. Da half auch nicht, dass ich direkt davor im Urlaub war. Und da ich ansonsten sowieso permanent zwischen Hamburg und Berlin hin und her pendle und immer unterwegs bin, brauche ich oft eine Weile, bis ich mich wieder so sammeln kann, dass ich Erlebtes zusammenfassen und niederschreiben möchte und kann. Weiter geht's also jetzt mit meiner nachträglichen EASD-Berichterstattung aus meiner Sicht als Patientin und junge Frau mit Typ 1.

Der EASD (European Association for the Study of Diabetes) trifft sich einmal im Jahr in einer europäischen Stadt zum großen Meetup in der jeweiligen Messe, wo es dann in wissenschaftlichen Sitzungen um neuste Studienerkenntnisse geht, es Vorträge, eine Posterausstellung zu Studien und eine große Industrieausstellung gibt. Dieses Jahr fand der EASD in München statt.

Normalerweise ist der EASD eine Veranstaltung für Fachpublikum. Glücklicherweise bekam ich trotzdem inzwischen schon zum dritten Mal die Möglichkeit, Teil des Ganzen zu werden, weil Firmen den Rahmen des EASD nutzen, um Bloggerevents oder Pressekonferenzen zu veranstalten und mich einige davon erneut dazu eingeladen haben.

Hier ein paar kleine Anekdoten, Beobachtungen und Gedanken rund um den EASD und München:

1. Wenn man in der Woche, in der das Oktoberfest beginnt, im Dirndl durch München rennt, fällt man nicht besonders auf.



2. Ich habe trotz Stadtrallye leider fast nichts von München gesehen. Menschen sagen mir aber, die Stadt sei wirklich sehr schön, und ich hoffe, ich kann Minga irgendwann nochmal in Ruhe erkunden und kulinarisch voll auskosten (vielleicht nicht gerade zur Oktoberfestzeit, die Stadt war nämlich randvoll!). Dafür kenn ich das Münchner Messegelände jetzt gut!

3. Wenn bei Sitzungen oder Vorträgen bekannt wird, dass Patienten mit im Raum sitzen, sieht man, wie das Fachpublikum oft in einem Schockzustand verfällt. Dabei ist das sogar eigentlich etwas Gutes, was viel mehr angenommen und begrüßt werden sollte. Hm.


4. Ich kann euch nicht jeden einzigen Aspekt, Vortrag, gesprochenen Satz des EASD präsentieren, das ist einfach nicht im Rahmen meiner Möglichkeiten. Aber ich kann euch ein Stück weit mitnehmen und euch an meinen Gedanken teilhaben lassen. Ich bin nicht hier, um euch Fachliteratur zu liefern. Die findet ihr an anderer Stelle.

5. Der EASD ist kein Garant für gute Blutzuckerwerte. Nur weil es überall um Diabetes geht, heißt das nicht, dass der Diabetes auch immer mit geht.

6. Ich kann meine Stirn doch in Falten legen, zumindest ein Bisschen (mit Hilfe von Grumps geht das am Besten)! Ernsthaft: Der regelmäßige Austausch mit einer internationalen Gruppe von Menschen mit Diabetes ist mir unheimlich wichtig und bereichert meinen Alltag ungemein. Wenn ihr mit der Englischen Sprache umgehen könnt, lest auf jeden Fall auch mal in englischsprachige Diabetes-Blogs rein! Eine Empfehlung von mir ist da Renza aus Australien mit ihrem Blog Diabetogenic! Mit ihr teile ich die passionierte Meinung darüber, das Sprache wichtig ist und verletzend sein kann, während in Studien Patienten immer noch als "Objekte" betitelt werden. Außerdem lieben wir beide rote Lippenstifte.



7. Wenn man versucht, den EASD und das Drumherum in drei Tagen wirklich zu erfassen, aber dann merkt, dass ein Tag nur 24h hat und man doch nicht alle Vorträge sehen kann: 


8. Dieser Moment, wenn tolle neue Produkte vorgestellt werden und diese am Ende doch keine Innovation mit sich bringen, ist irgendwie unbeschreiblich enttäuschend: "Oh, toll, ein neuer, grauer Pen, der -was?- Insulin spritzen kann, wow, danke, wie... innovativ!"


9. Umso toller ist es, wenn man tatsächlich wirkliche Neuerungen, Weiterentwicklung, Innovationen, News und tolle Studienergebnisse sehen kann!


10. Sogar am Flughafen schmeckt die Weißwurst. Mein Ernst. Und ich konnte München doch nicht verlassen, ohne einmal Weißwürste dort gegessen zu haben.



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Sonntag, 4. September 2016

Immer wieder sonntags... Aufregung am Start!



Diese Woche war ganz schön aufregend. Im Moment versuche ich mich wieder mehr und regelmäßiger mit meinen Freunden zu treffen, was manchmal besser und manchmal schlechter funktioniert. Außerdem habe ich die Hausaufgabe bekommen, mal etwas unpünktlicher zu sein, als sonst, damit ich, was das angeht, in Zukunft etwas entspannter werde.
Generell habe ich diese Woche sehr, sehr wenig Schlaf bekommen und ich denke, dass das die nächsten zwei Wochen nicht anders werden wird. Packen werde ich in der kommenden Woche für meine Reise nach Bologna, Italien. Ich freue mich darauf schon sehr lange: Für meinen Geburtstag gibts also gutes Essen, wunderschöne Altstadt und la dolce vita.

Morgen gibt's an dieser Stelle eine wichtige Ankündigung von mir. Dies ist quasi die Vorankündigung zur Ankündigung. Ich hoffe, ihr schaut rein! :)

|Gesehen| Adventure Time, MTV VMAs
|Gelesen| Bad Feminist von Roxane Gay
|Gehört| Frank Oceans Blond, Beyoncé, NAOs For all we know, Abras Princess
|Gegessen| Kimchi und Croissants, Hagebuttenmarmelade, Reis mit Gemüse, indisch selbstgekocht von einer Freundin, Pavlova mit Erdbeeren
|Getrunken| Wasser, Orangensaft, Bier
|Getan| auf meinen Urlaub gefreut, Geburtstagspakete in Empfang genommen, viel geplant und organisiert, mit Freunden gekocht
|Gedacht| Kommunikation ist der Schlüssel 
|Gefreut| Geburtstagswoche beginnt! Musste/ Durfte ein Geschenk schon öffnen und es war das BESTE (Ein Tshirt mit Beyoncé und Nicki Minaj aus dem "Feeling myself"-Video vorne drauf)
|Geärgert| höchstens über mich selbst
|Gewünscht| Dass mein Urlaub spitze wird!
|Gekauft| Essen, einen Kristallbaum, eine Sonnenbrille, Notizbuchkram
|Geklickt| Twitter, Youtube (Casey Neistat) , Instagram
|Geschrieben| Sie sind überall...


Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche begleiten, ein Foto ist schneller gepostet :)

Noch schneller bin ich allerdings bei Snapchat unter kaesefondue!


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Sonntag, 28. August 2016

Immer wieder sonntags...

Hot, hot, hot!
Diese Woche hatten wir wieder hochsommerliche Temperaturen hier in Berlin. Einerseits geht es mir direkt gut, wenn ich sehe, dass die Sonne scheint, der Himmel blau ist und draußen kein graues Matsch-Wetter herrscht. Andererseits kommt mein Körper leider überhaupt nicht auf die Hitze klar. Ich funktioniere einfach nicht, wenn es draußen buchstäblich brennt. Ich wäre dann also jetzt bereit für einen goldenen Spätsommer. Nicht mehr ganz so heiß und trotzdem sonnig.
Auch kulinarisch kriegt mich der Spätsommer oder Frühherbst einfach. Ich habe Lust auf Kürbissuppe, deftige Eintöpfe und Suppen und kann kauf abwarten, dass die Temperaturen draußen sich endlich etwas abkühlen, damit ich mich zu Hause mit Kürbissen einschließen und non-stop kochen kann. Bis dahin dauert es aber noch ein wenig.

In ein paar Tagen habe ich Geburtstag und werde diesen Tag endlich mal wieder nicht in Deutschland verbringen. Darauf freue ich mich schon sehr. Wohin es geht, konnte man auf Twitter vielleicht schon dezent erahnen...

Anschließend findet der diesjährige EASD in München statt, auf den ich schon extrem gespannt bin. Und ihr könnt auch gespannt sein: Ich wurde dieses Jahr wieder zu einigen interessanten Events eingeladen und werde natürlich berichten. Die Agenda für die paar Tage München ist voll bepackt.

|Gesehen| Chef's Table
|Gelesen| Bad Feminist von Roxane Gay
|Gehört| Frank Oceans neues Album rauf und runter
|Gegessen| selbst gemachtes Kimchi, frische Croissants, Bruschetta, Reis
|Getrunken| Wasser, Orangensaft, Eiskaffee
|Getan| Viel gelesen, im Schienenersatzverkehr unter der Hitze gelitten, Freunde besucht, Kimchi selbst gemacht
|Gedacht| redet mit euren Liebsten! Schluckt nichts hinunter. Es kann so viel kaputt machen (bei euch und ihnen)
|Gefreut| Bald Geburtstag!
|Geärgert| Es muss halt auch innen und im Hintergrund alles stimmen. Wenn nur die Wirkung nach außen perfekt ist, hat das absolut keinen Mehrwert.
|Gewünscht| Endlich einen gut sitzenden Bikini finden
|Gekauft| Essen, ein Paar tolle Fundstücke im Secondhandladen
|Geklickt| Twitter, Youtube, Instagram


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Freitag, 26. August 2016

BE? KE? Ja, was denn nun?

Heute beschäftigt mich ganz offiziell die Frage, ob es denn okay ist, dass ich meine KE BE nenne und wie ihr das da draußen alle so macht.

Seit meiner Diagnose beschäftige ich mich viel mehr mit meinem Essen, als vorher eigentlich schon. Das geht glaube ich den meisten von uns so und ist ja auch ganz normal, schließlich bekommt unsere tägliche Nahrungsaufnahme durch den Diabetes nochmal eine ganz andere Rolle zugesprochen. Essen muss seit dem analysiert und die Inhaltsstoffe im Kopf auseinander genommen werden. Nahrung besteht seit der Diagnose auch noch aus Zahlen.

Eines der ersten Dinge, die ich frisch mit Diabetes im Gepäck gelernt habe, ist die Tatsache, dass wir in unserem Essen die darin enthaltenen Kohlenhydrate schätzen, um dann zu berechnen, wie viel Insulin wir dafür am Ende spritzen müssen. Dafür gibt es verschiedene Systeme, so ungefähr wie es hier Meter und Kilometer und in den USA Fuß und Meile gibt. In diesem Fall nennen sich die Systeme zur Berechnung von Kohlenhydraten in unserer Nahrung Broteinheit und Kohlenhydrateinheit.

Der ganze Einheitskram kann einen zu Beginn der Diagnose ganz schön verwirren...

Eine Broteinheit entspricht 12g Kohlenhydraten. Wenn ein Lebensmittel also auf 100g 12g Kohlenhydrate enthält, haben 100g dieses Lebensmittels eine Broteinheit - 1 BE.
Eine Kohlenhydrateinheit entspricht 10g Kohlenhydraten. Wenn ein Lebensmittel also auf 100g 10g Kohlenhydrate enthält, haben 100g dieses Lebensmittels eine Kohlenhydrateinheit - 1 KE oder 1 KHE.
Bei den Werten beider Systeme direkt nacheinander gelesen fällt auf: die Kohlenhydrateinheit ist im klassischen Dreisatz natürlich erheblich einfacher zu berechnen, als die Broteinheit.

In meiner ersten Schulung, damals vor rund drei Jahren, lernte ich die Broteinheit zu benutzen, wir schätzten dort Broteinheiten von verschiedensten Lebensmitteln und sprachen diverse Essens-Schätz-Szenarien durch. Das war okay für mich, aber schnell lernte ich außerhalb der Schulung, dass man die Kohlenhydrate auch etwas einfacher mit der Kohlenhydrateinheit berechnen kann und diese Form der Berechnung moderner ist. Seit dem berechne ich mit KE, nenne sie aber trotzdem, aus Gewohnheit, weiter Broteinheit. 
Das kann für viele Außenstehende verwirrend wirken, aber mein System funktioniert gut und ich mag das Wort Broteinheit gerne.

Das mein System zu Verwirrungen führen kann, fiel mir bei meinem letzten Diabetes-Dienstag auf Snapchat auf (manchmal mache ich den Diabetes-Dienstag nur dort). Ich erzählte, wie viele Broteinheiten ein Capri-Sonne-Päckchen hat und sprach in meinen Snaps offen von 2 Broteinheiten, obwohl es ganz streng genommen 2 Kohlenhydrateinheiten waren (eine Packung Capri-Sonne Orange á 200ml hat genau 20g Kohlenhydrate, also 2 KE). Danach sah ich mich verpflichtet, meine "komplexeren" Gedankengänge zu erklären.

Um jetzt alles noch komplizierter zu machen: Ich habe gelesen, dass eine Broteinheit in der Schweiz auch 10g Kohlenhydraten entsprechen soll. An die Schweizer: Stimmt das? Vielleicht lebe ich also einfach nur nach dem Schweizer System?

So lange es für mich so funktioniert, ist das cool für mich. 
Aber wie macht ihr das? BE? KE? Durcheinander? Berechnet ihr alles ganz genau, oder seid ihr eher die Schätzer? Und ist es überhaupt am Ende wichtig, ob es BE oder KE heißt?

Lasst es mich wissen!


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PS:
Ich warne euch hiermit: an den anderen Tagen gibt es dort auch Themen fern ab vom Diabetes direkt aus meinem Leben.
Aber wer mir durch meine Diabetes-Dienstage auf Snapchat folgen möchte, darf gerne hier entlang:



Sonntag, 10. Juli 2016

Immer wieder sonntags...

Puh, das war ne spannende Woche!
Das Wetter war zwar extrem durchwachsen, aber ansonsten war die Woche echt heftig für mich.
Wie sehr ich im Moment mit Unterzuckerungen kämpfen muss, dazu mehr am Dienstag. Es folgt an dieser Stelle: mein kleiner persönlicher Wochenrückblick. Heute mit wenig Worten und Bildern, da nur vom Handy getippt... Los geht's!

|GesehenZootopia
|Gelesen| Spring Magazine Nr. 13
|Gehört| Diskografien von Rihanna und Beyoncé- Vorbereitung für die Konzerte :)
|Gegessen| Selbstgemachte Piroggen mit Sauerkraut, Aprikosenkuchen, viel Salat
|Getrunken| Wasser, Milch, Kaffee
|Getan| Jeden Tag Sport gemacht, gepackt für Städte und Festival, Rihanna in Concert gesehen
|Gedacht| Minischritte zeigen endlich ihre Wirkung, endlich bald Fußballpause (ich freunde mich damit an, aber Bundesliga UND EM ist einfach noch zu viel für mich)
|Gefreut| Konzerte, Konzerte, Konzerte!
|Geärgert| Warum benehmen sich Menschen in Gruppen immer so scheiße?
|Gewünschtmehr Sonne, mehr Sommer!
|Gekauft| Essen
|Geklickt| Twitter

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Noch schneller bin ich allerdings bei Snapchat unter kaesefondue!


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oh baby 👌 @badgalriri #antiworldtour #rihanna

Ein von tine (@saytine) gepostetes Foto am




love on the brain @badgalriri #antiworldtour #rihanna

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Sonntag, 3. Juli 2016

Immer wieder sonntags

Für mehr Regelmäßigkeit und Routine!
Möglicherweise habt ihr mitbekommen, dass ich an meinem Alltag und meiner Routine arbeite. Denn Routine ist wichtig im Leben, zumindest für mich jetzt gerade im Moment. Routine bietet ein gewisses Netz an Struktur, an dem man sich durch die Woche hangeln kann. Und um langsam zu meinem alten Netz zurückzukehren, habe ich noch zwei weitere Dinge -neben dem täglichen Laufen - beschlossen. 1. Tadaa, der Sonntagspost kommt zurück und 2. der Diabetes-Dienstag kommt ebenfalls zurück! Und zwar auf dem Blog und auf Snapchat! Das bedeutet, dass meine Snaps ab jetzt jeden Dienstag Diabetes-Themen beinhalten werden, den ganzen Tag, 24h lang. Könnt ihr euch jetzt nicht vorstellen? Ich zeig euch das am Dienstag auf Snapchat (Name findet ihr untern!)!

Jetzt gibt's erstmal wieder den Sonntagspost! Ich freu mich.
Falls ihr meine Sonntagsposts bisher noch nicht kanntet oder meine Diabetes-Dienstage euch fremd sind, schaut doch einfach mal hier oder hier.

|Gesehen| Just add magic (ein Amazon Prime VIdeo Exclusive), Spiele der Euro 2016
|Gelesen| viele Postkarten, die mich diese Woche erreichten
|Gehört| Das neue Album 'Freetown Sound' von Blood Orange rauf und runter



|Gegessen| Pommes frites, selbstgemachtes Kimchi, Reiskuchen mit scharfer Soße (ddeokbokki), Reispfanne, viel viel Reis diese Woche
|Getrunken| Wasser und Gösser Radler
|Getan| viel gelaufen, mit dem Rad gefahren, auf der Fanmeile gearbeitet, viel geschrieben
|Gedacht| wie viel weniger Insulin brauche ich jetzt?
|Gefreut| bald beginnt eine der krassesten Wochen des Jahres
|Geärgert| wann wird das Wetter wieder besser? Ich möchte den Sommer genießen!
|Gewünscht| dass Menschen wieder mehr selber kreativ werden und sich nicht mehr so stark von anderen 'inspirieren lassen', dass Menschen wieder ehrlicher werden, ehrlicher und ungekünstelt.
|Gekauft| Ponytail Rettich Kimchi, Reiskuchen beim Asiasupermarkt
|Geklickt| diverse Blogs

Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche in Bildern begleiten.
Auf Snapchat findet ihr mich unter dem Namen kaesefondue, dort gibt es Bilder und Videos von mir.

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koreanischer Reiskuchen mit scharfer Soße


Arbeiten auf der Fanmeile

Post!
Ausgepowert vom Laufen

Montag, 6. Juni 2016

Über Ernährungsbesserwisser, Bananenbrot und wieso ich es trotzdem esse

Mein Rezept für Bananenbrot war mein erstes, selbst kreiertes und funktionierendes Backrezept. Stolz wie Bolle war ich, als ich letztes Jahr das Rezept niederschrieb. Dennoch wunderten sich Leute. Krass, das isst du? Ist das nicht viel zu viel Zucker? Ich frage mich wirklich immer wieder, warum so viele Menschen Angst vor Zucker haben und wie Menschen, die sich scheinbar selbst "irgendwie" zum Beispiel nur mit Low-Carb-Ernährung in Kombination mit Diabetes auseinander gesetzt haben, Zucker so verurteilen können, als hätten sie da einen Tunnelblick drauf und alles andere existiert plötzlich nicht mehr.

Warum verurteilen wir uns permanent gegenseitig?

Natürlich werde ich krank, wenn ich jeden Tag 5Kg Raffinadezucker esse. Aber wieso will jeder von uns immer Recht haben und denkt, die eine eigene Lösung ist die Beste für alle? Wir sagen doch selbst immer, dass wir keine Maschinen sind. Und dann widersprechen wir uns doch wieder. Wenn es um Ernährung geht, soll sich plötzlich jeder Mensch das gleiche in den Mund schieben.
Habt ihr euch mal genauer mit den Funktionen von Zucker in unserem Körper beschäftigt? Habt ihr euch angeschaut, wie gut Menschen zum Beispiel mit einer High-Carb-Low-Fat-Ernährungsweise leben oder wie viel besser es manchen geht, wenn sie außschließlich Obst und Gemüse zu sich nehmen (ich verweise an dieser Stelle auch immer gerne an den Mindful Diabetic Robby)?

Mit der Ernährung ist es wie mit dem Reisen

Erweitert euren Horizont. Nicht jede Lebensweise ist für jeden geeignet. Hört auf, eure Sichtweise auf andere Menschen in völlig anderen Lebenssituationen übertragen zu wollen. Zeigt nicht immer mit erhobenem Finger auf andere. Kehrt vor eurer eigenen Haustür. Informiert euch, wie andere Menschen in aller Welt sich ernähren. Und bleibt höflich, verdammt nochmal!
Mit dem Wissen über Ernährung ist es ein wenig wie mit dem Reisen. Wer viel in verschiedene Orte der Welt reist, lernt andere Kulturen kennen und wird aufgeschlossener und toleranter anderen Lebensweisen gegenüber. Wer sich mit dem Thema Ernährung beschäftigt, beginnt zu verstehen, dass auch hier nicht ein Weg der richtige für alle ist und findet vielleicht neue Lösungen für alte Probleme. Erinnert ihr euch noch daran, was ich immer sage? Wir sind keine Maschinen, wir sind Menschen. Jeder von uns ist anders, wir sind alle Individuen und jeder Typ-1-Diabetiker hat einen anderen Diabetes. Jeder Körper ist anders und daher können wir nicht alle gleich trainieren, können besser oder schlechter mit Stress umgehen, als andere oder reagieren anders auf verschiedene Ernährungsweisen.

Meine Lösung: Bewusstes essen

Ich habe für mich festgestellt, dass ich in meinem Alltag mit auf mich zugeschnittener bewusster High-Carb-Low-Fat-Ernährung am besten zurecht komme. Es tut mir gut. HCLF bedeutet vegan, viel Reis, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte. Das schaffe ich mal mehr, mal weniger. Mache mir da aber auch keinen Druck. Zwischendurch gibt es mein geliebtes Rührei, oder eben Bananenbrot, wenn die Bananen so dunkel und weich sind, dass sie beinahe triefen. Aber alles bewusst. Unterwegs oder am Wochenende gibt es alles Mögliche. Ich folge hier auch keinem strikten Ernährungsplan, sondern versuche einfach auf meinen Körper zu hören. Wenn ich unter der Woche für mich koche, ist es oft simpel. Ich möchte mein Gemüse nicht überwürzen und meine Geschmacksknospen austricksen. Ich möchte schmecken, wie die Kartoffel oder die Tomate schmeckt.  Simpel ist hier mein Trick. Was gibt mir die Meiste Energie? Was wird gut verdaut? Was klappt vielleicht auch mit dem Blutzucker am Besten? Das alles immer unter der Prämisse, mir nichts zu verbieten oder mir keine allzu großen Gedanken um Essen zu machen. Essen soll Freund sein, nicht Feind.

Ab und an empfiehlt es sich auch, mal in anderen Landesküchen vorbeizuschauen. Im Moment koche ich viel koreanisch vegan (Reis, Kimchi und großartig zubereitetes Gemüse) oder israelisch! Das inspiriert für die eigene Küche und öffnet zusätzlich nochmal die Augen.

Das alles ist aber nur MEINE Lösung. Bei euch und eurem Alltag in Kombination mit dem Diabetes könnte es schon wieder ganz anders aussehen. 
Hört auf, mit dem Finger auf andere zu zeigen, nur weil sie sich anders ernähren, als ihr. Informiert euch. Seid aufgeschlossen und hört auf euren Körper. Kehrt vor eurer eigenen Haustür. Kocht und esst mit BEWUSSTSEIN! Und dann backe ich euch vielleicht auch mal ein Bananenbrot.

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Samstag, 12. März 2016

Happy Birthday to me!

Hallo!


Wenn ihr diesen Post lest, bin ich gerade mit dem internationalen myLife-Diabetesnetzwerk in Rotterdam unterwegs. Dieser Post wird also automatisch gepostet. Denn er muss heute raus zu euch, komme, was wolle: Heute ist mein drittes Diabetesjubiläum!  Und wie ihr mittlerweile vielleicht wisst, ist der 12.3. ein ganz besonderer Tag für mich. Es ist wie mein zweiter Geburtstag, der Tag, an dem ein ganz neues Leben für mich begann. Daher feiere ich diesen Tag. Ausgiebig. Mit Kuchen. Und anderen Dingen. Ihr fragt euch, ob ihr mir dazu gratulieren dürft, ob das angemessen ist? JA, IST ES! Es ist der Tag meiner Typ-1-Diagnose und die hat alles auf den Kopf gestellt. Und daran möchte ich mich erinnern und mich selbst, die Arbeit, die ich jeden Tag leiste und mein Erlebtes feiern. Aber nicht mit Selbstmitleid, sondern mit guter Laune und viel, viel Essen! 

Drei Jahre sind wahnsinnig schnell vergangen und ich kann es kaum glauben, dass ich jetzt wirklich schon drei ganze Jahre mit im Club der Menschen mit Typ-1-Diabetes bin. In diesen drei Jahren habe ich sehr viel Blutzucker gemessen, Insulin gespritzt, gebloggt, gegessen, gekocht, Menschen meine Krankheit erklärt und viel Gutes und Schlechtes mit dem Diabetes erlebt. Ich bin letztes Jahr umgezogen, an mir selbst gescheitert und versuche mich gerade wieder auf den richtigen Weg zurück zu schieben (da gibt es ja noch diese Bachelorarbeit...). Ich bekomme seit diesem Jahr endlich das Libre von meiner Kasse bezahlt und habe es seitdem wieder am linken Arm kleben.

Drei Jahre in der Diabetes-Online-Community hinterlassen ihre Spuren und ich fühle mich nach wie vor höchst geehrt, ein Teil davon zu sein. Es ist ein Privileg, so viele Menschen mit Typ-1-Diabetes zu kennen und sich mit ihnen vernetzen zu können! Einige da draußen unterschätzen das etwas. So eine Community entsteht nicht von heute auf morgen. Sie wächst aus sich heraus. Und es war großartig, das über die letzten drei Jahre beobachten zu dürfen. Viele Menschen aus der Community möchte ich aus meinem Leben nicht mehr wegdenken. Einige sind zu Freunden geworden, die mir nach diesen drei Jahren sehr wichtig sind. Auch komme ich mit dem Diabetes im Gepäck ganz schön rum. Ich durfte bereits in die verschneiten Schweizer Berge, nach Stockholm, nach Wien, in die Toskana, nach Mailand und jetzt nach Rotterdam, durfte mit Pharmafirmen sprechen und meine Meinung zu Produkten direkt mit den Entwicklern persönlich diskutieren und das alles nur wegen des Diabetes, meiner Passion und mir! Ich bin gespannt, was die nächsten Jahre noch so auf mich zukommen wird.


Still a rookie

Das Leben mit Diabetes ist für mich zwar schon irgendwie normal geworden, trotzdem fühle ich mich noch wie der absolute Rookie, was die Krankheit angeht. Ich erinnere mich noch daran, dass ich mich im ersten Jahr mit Diabetes oft gefragt habe, wie lange man "Anfänger" sein darf. Ich musste lernen, dass Diabetes eine ganz individuelle Sache ist. My Diabetes is none of your business. Was bei dir funktioniert, kann bei mir schon wieder ganz anders sein. Also musste ich sehr viel über meinen eigenen Diabetes lernen und akzeptieren, dass mein Körper keine Maschine ist. Nach wie vor gibt es jeden Tag Neues zu erfahren, zu lernen, neue Fragen, neue Reaktionen meines Körpers auf alte und neue Gewohnheiten. Kein Tag mit Diabetes ist wie der andere und die Krankheit hält mich immer auf Trab. Trotzdem fühle ich mich in erster Linie nicht krank. Ist mein Blutzucker okay, geht es mir - meistens - auch okay. Das heißt aber nicht, dass es mir nie schlecht geht oder dass ich dann nicht an den Diabetes denke. Das tu ich nämlich 24/7. Er ist mein More-Than-Fulltime-Job. Mal verfluche ich den Diabetes, mal hab ich gar keinen Bock auf alles. Mal fühle ich mich wie die Blutzucker-Queen und feiere meinen 111mg/dl-Wert.

Was ich mir wünsche:
Dass Menschen mit Diabetes auf der ganzen Welt Zugang zu Insulin, Schulungen, Ärzten und Diabetesutensilien bekommen.
Dass meine Mitmenschen sich besser über meine Krankheit informieren und sich weniger Sorgen um mich machen, weil sie Situationen fast so gut wie ich einschätzen können.
Dass meine Mitmenschen verstehen, wenn es mir wegen Blutzuckerwerten scheiße geht und das einfach akzeptieren.
Dass Pharmafirmen schneller und moderner entwickeln und neue, coole Produkte schneller auf den Markt kommen können.
Dass neue Produkte in Zukunft meinen Alltag noch weiter erleichtern können.
Dass Menschen mit Diabetes aufhören, anderen Menschen mit Diabetes ständig vorzuschreiben, was sie tun und lassen sollen. 
Dass niemals der Diabetes meinen Alltag bestimmt, sondern ich!

Dem Diabetes auch Mal den Mittelfinger zeigen

Für viele von euch da draußen klingt es sicher immer noch komisch, dass ich diesen Tag so ausgelassen feiere und mir das Feiern dieses Tages so extrem wichtig ist. Ich feiere nicht die Diagnose Typ 1. Aber ich feiere den Tag, an dem mir eine neue Chance gegeben wurde, ein ganz neues Leben. Ich bin dankbar für alle, die mich auf diesem Weg begleitet haben und begleiten. Ich wäre jetzt nicht hier, wo ich stehe, wenn es die Diagnose nicht für mich gegeben hätte. Heute geht es um mich und die Arbeit, die ich jeden Tag leiste. Um mich, die jeden Tag mit dem Diabetes leben und damit zurecht kommen muss, um ein halbwegs normales Leben zu führen. Heute bekommt der Diabetes meinen Mittelfinger mit Partyhut direkt ins Gesicht! Ich bin nämlich nicht bossy, ich bin der fucking BOSS hier! Und ich darf mich verdammt nochmal feiern, wie ich, während ich ganz nebenbei versuche, das Leben einer 25-Jährigen Frau in Berlin zu führen, mich selbst um mich und meinen Stoffwechsel kümmere, nur weil meine Bauchspeicheldrüse keinen Bock mehr hatte. Und das kann ein Mensch ohne Diabetes nicht. Feiert euch mal für die Scheiße, die ihr jeden Tag machen müsst - ihr habt es verdient! Und jetzt: Kuchen! 




PS: Mein Blog wird übrigens in 12 Tagen auch drei Jahre alt...