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Freitag, 2. März 2018

Ich halte es nicht mehr aus...

Ich kann nicht fassen, dass ich gerade tatsächlich an diesem Text sitze. Aber mir reicht's. Mir reicht es ein für alle Mal, auf so vielen Ebenen. Ich muss mich wirklich extrem zurückhalten, diesen Text klar zu verfassen und hier nicht noch 10 andere Themen mit einzuweben, die mich im Bezug auf die Diabetescommunity und unsere Gesellschaft momentan auch noch bewegen und mein Blut regelmäßig zum Überkochen bringen (Beispiele: Körper, Diäten, mentale Gesundheit, Ageism,...). Aber okay, nun mal zurück zum heutigen Thema und von vorne...



Die olle Kamelle: DIABETIKER ODER MENSCH MIT DIABETES?


Ich höre euer Seufzen bis hier her. Ja, sie schreibt schon wieder darüber. Denn selbst innerhalb der Community ist diese Frage, die bei einigen von euch in regelmäßigen Abständen Augenrollen hervorruft, nicht geklärt. Ich rede mir schon eine Weile den Mund fusselig, was diese Debatte angeht und muss immer wieder erleben, wie Menschen mit und ohne Diabetes auf Veranstaltungen in meiner Gegenwart das Wort "Diabetiker" benutzen und mich dabei aus der Ferne hämisch angrinsen. Oh, so radikal.


Ja, leider muss ich dabei aber auch immer wieder feststellen, dass diese und viele andere Menschen offenbar nicht genau verstanden haben, worum es in dieser Debatte wirklich geht. Es geht um Sprache. Und zwar nicht um die, die wir Menschen mit Diabetes für uns nutzen. Sondern die, die Menschen ohne Diabetes von außen auf uns Patienten "anwenden" und was das bedeuten kann, in welches Licht uns das rücken kann in den Medien, bei Ärzten und Gesundheitsexperten und der Gesellschaft. Und genau deswegen rollen sich bei mir die Fußnägel jedes Mal wieder komplett hoch wenn ich irgendwo von einem alten weißen Mann geschrieben lesen muss, dass man "keinesfalls "Diabetiker" als Diskriminierung kennzeichen" dürfe oder sich davon gefälligst nicht angegriffen zu fühlen hat, weil man sonst dann auch generell keinen Spaß verstehe, weil political correctness ist ja so anstrengend! 

Herrje, Leute, und wieder merke ich: wir haben noch einen weiten Weg zu gehen.


Ich bin wirklich total für das Motto "Mein Diabetes, meine Regeln" zu haben. Dein Diabetes, deine Regeln. Wenn du dich als DiabetikerIn bezeichnen möchtest, sei es, weil du es passend findest oder weil ein Wort nicht so anstrengend für dich ist wie drei, dann ist das absolut cool. Wenn du Mensch mit Diabetes bist, auch cool. Du könntest dich von mir aus auch als Diabanane bezeichnen, wenn das für dich in Ordnung ist. Es geht bei dieser Diskussion nicht darum, Menschen mit Diabetes vorzuhalten, dass sie gefälligst mit ihrer Selbstbezeichnung aufpassen sollen. Es geht darum, wie über uns gesprochen oder geschrieben wird - vielleicht gerade auch, wenn wir nicht mit im Raum sitzen oder auf uns geschaut wird. Und genau deswegen ist es umso wichtiger, dass wir in eben diesen Räumen sitzen. Auf den Konferenzen. In den Vorträgen. Dass wir zuhören und unsere Stimme erheben, wenn diskriminierend über uns gesprochen wird. (Aber ob und wie wir tatsächlich einen Platz dort bekommen, das soll nochmal eine andere Geschichte sein, darum geht es hier nicht, und ich habe gesagt, ich halte mich heute klar an mein Thema, habe aber hier auch schon darüber geschrieben.)


Stellt euch vor, ihr sitzt in einem Vortrag zum Thema "Warum Diabetiker immer noch keine perfekten Werte haben". Und der Mensch, der den Vortrag hält, berichtet dort von seiner Studie mit Diabetikern und erzählt, dass er nicht versteht, warum sie sich gefälligst im Alltag nicht um ihren Diabetes kümmern können und wie enttäuschend das für die Studie ist. Natürlich ist das ein übertriebenes Beispiel, aber ich hoffe, dass es euch gerade genauso kalt den Rücken hinunter gelaufen ist wie mir. Mit dem Wort Diabetiker von außen benutzt geht einher, dass wir sonst nichts sind. Keine Menschen mit verschiedenen Leben, in denen verschiedene andere Dinge Prioritäten haben. Keine Menschen, denen es vielleicht aus diversen Gründen schwerer fällt, sich um sich und eine oder mehrere chronische Krankheiten zu kümmern. Es degradiert uns in einem Rahmen, in dem lediglich ÜBER uns gesprochen wird und nicht MIT uns, zu Diabetikern, die gefälligst auch als diese funktionieren sollen. Und das ist diskriminierend. 

Es geht darum, Worte zu finden, die diskriminierend und herablassend sind und sie nach und nach zu ersetzen mit Worten, die inkludierend, weniger verurteilend sind. Das Urteilen an der Tür abzulegen, bevor ein Raum betreten wird.

Es wird immer noch diskriminierend und verurteilend über Menschen mit Diabetes gesprochen. In den Medien, in Vorträgen und auf Kongressen, auf denen es um uns geht. Wo ist der Respekt? Wo wird so über und mit uns gesprochen, dass Vorurteile beseitigt werden können? Überall lese ich, dass Menschen mit Diabetes sich über Vorurteile beschweren, denen sie im Alltag begegnen und gleichzeitig lese ich, dass sich aufgeregt wird, weil alle Diabetiker nur noch "Mensch mit Diabetes" genannt werden sollen und der Grund dahinter nicht einmal klar zu sein scheint.

Genauso wie ich der Meinung bin, dass Blutzuckerwerten keine Farben oder Attribute wie "gut" oder "schlecht" zugeteilt werden sollten, fühle ich mich auch gegenüber dem Wort "Diabetikerin". Die Debatte ist eben noch so viel größer und vielschichtiger, und wenn ihr wirklich echtes Interesse daran habt, Vorurteile aus dem Weg zu räumen und Stigmen zu beseitigen, dann müsst ihr euch auch ehrlich damit beschäftigen und verstehen, dass es einen Unterschied macht, ob mein Arzt über mich als Diabetikerin oder Frau mit Diabetes spricht.

Ich kann es euch nicht mehr auf dem Silbertablett präsentieren, als ich es euch in diesem Text versucht habe zu erklären. Und ich hoffe, dass es bei einigen vielleicht klick gemacht hat. Ihr könnt euch selbst nennen, wie ihr wollt. Aber wenn wir sprachlich aufmerksamer und sensibler werden, dann färbt das auch auf die Umwelt ab. Wenn wir verlangen, auf Kongressen und in Vorträgen zu sitzen und eine Stimme zu haben und laut sind, werden wir auch gehört. Und nur so können wir nach und nach Vorurteile abbauen. Ende.




Dienstag, 1. November 2016

Nachtrag: Warum es wichtig ist!

Der November ist eigentlich nicht für uns Menschen mit Diabetes wichtig, wir sind bereits aufmerksam geworden auf die Krankheit und ihre Möglichen Auswirkungen. Zum Glück. Er ist für alle diejenigen wichtig, die überhaupt keine Ahnung von Diabetes oder dem Leben mit Diabetes haben. Nicht umsonst heißt dieser Monat Diabetes Awareness Month. Wir sind schon aufmerksam geworden auf den Diabetes. Wir alle haben ihn. Im November ist es aber wichtig, endlich anderen Menschen zu vermitteln, was es bedeutet, ein Leben mit Diabetes, Typ 1 oder Typ 2, zu führen und was sie selbst tun können, um bei sich oder geliebten Menschen das Risiko für Typ 2 zu verkleinern.

Deswegen ist es wichtig unsere Geschichten zu teilen. Menschen in Gespräche zu verwickeln. Zu informieren. Deswegen habe ich letzte Woche Tipps dafür zusammen getragen, wie jeder einzelne von uns auf unterschiedliche Arten Aufmerksamkeit generieren kann. Ganz einfach im Alltag.

Lasst diesen Monat nicht ungenutzt an euch vorbeiziehen. Macht was, so dass jemand anders vielleicht nicht 6 Monate oder länger mit undiagnostizierten Symptomen herumlaufen muss. Macht was, so dass jemand anders vielleicht genau jetzt seinen Lebensstil ändert, damit das Risiko an Typ 2 zu erkranken für diese Person sinken kann.

Erklärt jemandem den Unterschied zwischen Typ 1 und Typ 2, so dass es auch verstanden wird.
Erklärt jemandem, wieso es scheiße ist, wenn man ein Foto von einem großen Kuchen sieht und dann sagt "Das ist so süß, ich krieg gleich Diabetes!".
Erklärt jemandem, dass Diabetes die Krankheit ist, die ihr habt, und nicht das, definiert, was ihr seid.
Erklärt jemandem, was es bedeutet, einen Alltag mit Diabetes zu leben.

Nutzt eure Follower und Gruppen, die (noch) keinen Diabetes haben und vielleicht niemanden außer euch mit Diabetes kennen.

Lasst uns diesen Monat nutzen, um Aufmerksamkeit zu schaffen und um endlich etwas zu verändern!
Sprecht über euren Diabetes.

Ich werde auf jeden Fall die nächsten 30 Tage täglich Fakten auf Twitter teilen (#30Tage30Fakten), werde beim #projectbluenovember auf Instagram mitmachen, bin für den November Host auf der Blood-Sugar-Lounge und werde versuchen, mehr meiner Follower und Freunde ohne Diabetes für diese Themen zu interessieren. Und ich hab noch so einiges anderes in meiner Pipeline, aber alles verraten wäre ja langweilig!

Was sind eure Pläne für den November? x




Donnerstag, 27. Oktober 2016

Der Diabetesmonat kommt! 9 Wege, den Monat zu nutzen und zu genießen

Der November ist der Monat zur Diabetes-Aufklärung und am 14. November ist Weltdiabetestag. 

Wenn diese beiden Fakten jetzt für Überraschung bei euch sorgen sollten, dann seid ihr an dieser Stelle genau richtig! Und auch wenn ihr das alles bereits wusstet. Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wie jedes Jahr dreht sich der November ganz um den Diabetes und die Diabetesaufklärung. Heute möchte ich euch, extra mit ein wenig Vorlauf, 9 ganz verschiedene Wege vorstellen, wie jeder von uns im Diabetesmonat November Mitmenschen über das Thema Diabetes aufklären kann, vielleicht selbst als Mensch mit Diabetes besser leben oder/und auf das Thema Aufmerksamkeit ziehen kann, damit in Zukunft mehr Menschen über die Krankheit und ihre verschiedenen Typen und Verläufe Bescheid wissen, schneller geholfen werden kann und wir den für uns ganz besonderen Monat gemeinsam genießen können!

1. Ganz nebenbei eine Unterhaltung starten
Beim Mittagessen mit den Kollegen, am Wochenende beim Feiern im Club, beim Sonntagsessen mit den Großeltern, beim gemeinsamen Kochen in der WG - egal! Immer, wenn ihr irgendwo mit Freunden, Bekannten oder der Familie zusammen seid und eurem Diabetesalltag nachgehen müsst - also messen, rechnen und spritzen - versucht ihm Gespräch ein paar seichte Fakten zum Thema Diabetes einfließen zu lassen. Es gibt ungefähr 450.000 Menschen mit Typ-1-Diabetes in Deutschland. Zum Mittagessen einen Wert von 122mg/dl, das ist gut, weil... Nein, wir müssen nicht nur ein Mal am Tag euren Blutzucker messen, weil... Beantwortet geduldig Fragen, die dann gestellt werden oder lenkt das Thema etwas um, um euren Liebsten ganz nebenbei ein paar Fakten näherbringen zu können, ohne ein großes Fass auf zu machen. Dabei cool bleiben. Keine Frage ist dumm und nur, weil eure Liebsten etwas nicht wissen, lieben sie euch nicht weniger.

2. Trage blau!
Den ganzen Monat über an jedem Freitag und zusätzlich und ganz besonders am Weltdiabetestag tragen Menschen auf der ganzen Welt Kleidung in der Farbe blau, machen Fotos von sich und laden sie mit dem Hashtag #bluefridays hoch, um auf Diabetes aufmerksam zu machen. Seid ihr dabei? Habt ihr was Blaues zum Anziehen (ich habe ein Oberteil und eine Jeans!)?
Blau ist die Farbe des blue circle, des internationalen Zeichens für Diabetes. Das Blau steht für den Himmel und die Flagge der Vereinten Nationen.


















3. Versuche dir einen Monat lang eine neue Angewohnheit anzueignen
Du vergisst ständig dein Basalinsulin? Deine Werte nach dem Essen sind eine Katastrophe, weil du eigentlich einen Spritz-Ess-Abstand einhalten solltest? Den Basalratentest wolltest du wirklich schon sehr lange machen? Du misst tagsüber viel zu selten deinen Blutzucker? Du wolltest schon immer mal sehen, wie blutzuckerfreundliches Essen sich langfristig auf deinen Blutzucker auswirken könnte? Du wolltest eigentlich vor Wochen schon wieder mit dem Laufen loslegen?
Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt! Versuche den November auch für dich persönlich zu nutzen. Wir müssen auch an uns selbst arbeiten, sonst verlieren wir die Kraft, etwas für andere zu tun. Nach 30 Tagen hat der Mensch etwas zur Routine gemacht, und dafür eignet sich der November doch perfekt! Wer's nicht ausprobiert, kann nie was dazu sagen.

4. Das diesjährige Motto wörtlich nehmen
Das Motto für den Weltdiabetestag 2016 ist "Augen auf den Diabetes". Mal ehrlich: Wann wart ihr das letzte Mal beim Augen-Screening? Wenn ihr dieses Jahr noch keinen Termin beim Augenarzt hattet, nutzt den November um einen Termin zu machen. Eure Augen werden es euch danken.
Und: Habt ihr Menschen in eurer Umgebung, bei denen ihr vielleicht Diabetes vermuten würdet? Auch dafür gibt es spezielle Screenings. Gerade Typ-2-Diabetes wird häufig gut 10 Jahre zu spät bei den Patienten entdeckt. Sprecht liebevoll mit eventuell Erkrankten. Weist sie auf den dife-Test hin. Bietet ihnen an, den Test mit ihnen zusammen zu machen. Es ist jetzt die Zeit, nicht mehr wegzuschauen!

5. Sei Teil eines Spendenlaufs zum Thema
Wenn ihr um den 06.11. in und um Hannover seid, schaut vorbei beim 1. Diabetes-Spendenlauf! Startet selbst (das Startgeld unterstützt das Closed-Look-Forschungsprojekt von Prof. Dr. Thomas Danne!) oder feuert die Läufer an - egal ob mit Diabetes oder ohne! Staeff vom Blog Diabetes-Leben hat diesen Lauf organisiert.

6. Lern was Neues über deinen Diabetes!
Du weißt schon alles über deinen Diabetes? Bestimmt wissen wir alle vieles, aber nicht alles. Also recherchier mal die Antwort auf eine Frage, die dir schon lange auf der Zunge brennt und ich wette mit dir, dass du etwas Neues herausfinden wirst!

7. Tu dich zusammen mit anderen Menschen mit Diabetes!
Egal ob du dich offline mit Freunden oder Bekannten triffst, die auch Diabetes haben, oder ob du dich auf Blogs, in Tweetchats oder auf Facebook online mit deinen Diabetes-Freunden austauschst, kommt zusammen! Seid im November besonders füreinander da, klärt gemeinsam auf oder geht zusammen auf eine Veranstaltung zum WDT in eurer Nähe! Gemeinsam sind wir stärker!

8. Teile kurze Facts über Diabetes in deinem Twitterfeed
& kläre deine Follower ein Bisschen mehr über Diabetes auf. 30 Tage, 30 Facts, je 140 Zeichen.

9. Zeige der Welt dein Leben mit Diabetes auf Instagram
Unter dem Hashtag #projectbluenovember teilen Menschen aus der ganzen Welt einen Monat lang auf Instagram Momente aus ihrem Leben mit Diabetes. 30 Tage lang gibt es jeden Tag ein anderes Thema, unter dem Hashtag finden sich alle zusammen!




















Habt ihr noch weitere Ideen?
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Montag, 10. Oktober 2016

Passen "wir" da überhaupt rein? - EASD 2016


-Die Reise- und Übernachtungskosten wurden von Roche übernommen und auch mein Ticket zum EASD wurde von Roche organisiert. Ich darf frei entscheiden, ob und wie ich über dieses Event berichte.-


Der EASD (European Association for the Study of Diabetes) trifft sich einmal im Jahr in einer europäischen Stadt zum großen Meetup in der jeweiligen Messe, wo es dann in wissenschaftlichen Sitzungen um neuste Studienerkenntnisse geht, es Vorträge, eine Posterausstellung zu Studien und eine große Industrieausstellung gibt. Dieses Jahr fand der EASD in München statt.

Normalerweise ist der EASD eine Veranstaltung für Fachpublikum. Glücklicherweise bekam ich trotzdem inzwischen schon zum dritten Mal die Möglichkeit, Teil des Ganzen zu werden, weil Firmen den Rahmen des EASD nutzen, um Bloggerevents oder Pressekonferenzen zu veranstalten und mich einige davon erneut dazu eingeladen haben.

Wollen die uns überhaupt?

Jedes Jahr zum EASD mache ich mir aber wieder die gleichen Gedanken: Wollen "die" "uns" Patienten überhaupt dort vor Ort haben, beim EASD? Wie schon gesagt, eigentlich ist es eine Veranstaltung nur für Fachpublikum: Ärzte, Medizinjournalisten, Pharmaindustrie, etc. Das bin ich alles nicht, und das werde ich auch nie sein, da das schlichtweg einfach nicht meinem Berufsfeld entspricht. Und ich möchte auch nicht so tun, als wäre ich das alles. Aber was mache ich dann da beim EASD, jedes Jahr wieder? Warum ist es so interessant für mich, warum sollte ich dort vor Ort sein? Wenn ich teilweise nicht mal verstehe, worum es in den Vorträgen oder wissenschaftlichen Sitzungen überhaupt geht, obwohl es mich betrifft, warum sollte ich in ein Flugzeug steigen und den EASD besuchen?

Es gibt zusätzlich zum EASD ein immer größeres, den EASD begleitendes Programm, welches Patientenvertreter, Blogger, und Verbraucher auf vielen Ebenen am Ort des Geschehens zusammenbringt. München war ein paar Tage lang eine Stadt voller Gleichgesinnter. Und ich merke: Ich muss mir keine Gedanken machen, denn es ist richtig und wichtig, dass ich hier bin!

Es ist 2016 und wir brauchen den Austausch!

Hallo, es mittlerweile 2016 und ich bin nicht mehr gewillt Gräben zu graben und von "denen" und "uns" zu sprechen. Denn um die Therapie voranbringen zu können braucht es mehr, wir müssen aufeinander zugehen. Nicht mehr von oben herab auf Patienten schauen, sondern sich auf eine Ebene stellen und reden. Es braucht den Austausch und die Diskussion zwischen Fachpublikum und Menschen mit Diabetes, um einen entscheidenden Schritt weiter gehen zu können. Wer das noch nicht verstanden hat, ist nicht nur ein kleines Bisschen spät dran. Und deswegen passe ich dort rein. Denn je größer der Haufen passionierter, dynamischer und engagierter Menschen mit Diabetes aus aller Welt wird, der mit dem Fachpublikum regelmäßig in Kontakt kommt und für das einsteht, was Menschen mit Diabetes im echten Leben brauchen, desto erfolgreicher bringen wir alle gemeinsam unsere Therapie und die Forschung rund um Diabetes voran.

Vielleicht fühle ich mich manchmal nicht unbedingt gewollt auf einer solchen Veranstaltung. Ich habe oft das Gefühl, dass Ärzte, Journalisten oder anderes Fachpublikum ein wenig Scheu vor Bloggern und aktiven, lauten, engagierten und passionierten Patienten im Raum haben. Denn die können schnell mal unbequeme Fragen stellen oder herausfordernd sein.
Auch wenn sie kein Fachpublikum sind, sind Menschen mit Diabetes vor Ort bei solchen Events wichtig! Und auch, wenn "wir Blogger" euch da draußen am Ende vielleicht nur einen kleinen Bruchteil dessen zeigen können, was in solchen aufregenden Tagen passiert, versuchen wir es wenigstens, euch Leser da draußen mitzunehmen. Ich kann und will euch nicht jeden einzelnen Vortrag und jede neue Studienerkenntnis präsentieren. Ich kann und will euch mitnehmen auf meine Reise und mit euch zusammen jeden Tag versuchen, etwas an der Kommunikation zwischen Pharma, Arzt und Patient zu verbessern. Kleine Schritte.

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Samstag, 8. Oktober 2016

10 winzige Beobachtungen und Gedanken - EASD & München 2016


-Die Reise- und Übernachtungskosten wurden von Roche übernommen und auch mein Ticket zum EASD wurde von Roche organisiert. Ich darf frei entscheiden, ob und wie ich über dieses Event berichte.-


Drei Tage volles Stressprogramm in München hinterlassen Spuren. Da half auch nicht, dass ich direkt davor im Urlaub war. Und da ich ansonsten sowieso permanent zwischen Hamburg und Berlin hin und her pendle und immer unterwegs bin, brauche ich oft eine Weile, bis ich mich wieder so sammeln kann, dass ich Erlebtes zusammenfassen und niederschreiben möchte und kann. Weiter geht's also jetzt mit meiner nachträglichen EASD-Berichterstattung aus meiner Sicht als Patientin und junge Frau mit Typ 1.

Der EASD (European Association for the Study of Diabetes) trifft sich einmal im Jahr in einer europäischen Stadt zum großen Meetup in der jeweiligen Messe, wo es dann in wissenschaftlichen Sitzungen um neuste Studienerkenntnisse geht, es Vorträge, eine Posterausstellung zu Studien und eine große Industrieausstellung gibt. Dieses Jahr fand der EASD in München statt.

Normalerweise ist der EASD eine Veranstaltung für Fachpublikum. Glücklicherweise bekam ich trotzdem inzwischen schon zum dritten Mal die Möglichkeit, Teil des Ganzen zu werden, weil Firmen den Rahmen des EASD nutzen, um Bloggerevents oder Pressekonferenzen zu veranstalten und mich einige davon erneut dazu eingeladen haben.

Hier ein paar kleine Anekdoten, Beobachtungen und Gedanken rund um den EASD und München:

1. Wenn man in der Woche, in der das Oktoberfest beginnt, im Dirndl durch München rennt, fällt man nicht besonders auf.



2. Ich habe trotz Stadtrallye leider fast nichts von München gesehen. Menschen sagen mir aber, die Stadt sei wirklich sehr schön, und ich hoffe, ich kann Minga irgendwann nochmal in Ruhe erkunden und kulinarisch voll auskosten (vielleicht nicht gerade zur Oktoberfestzeit, die Stadt war nämlich randvoll!). Dafür kenn ich das Münchner Messegelände jetzt gut!

3. Wenn bei Sitzungen oder Vorträgen bekannt wird, dass Patienten mit im Raum sitzen, sieht man, wie das Fachpublikum oft in einem Schockzustand verfällt. Dabei ist das sogar eigentlich etwas Gutes, was viel mehr angenommen und begrüßt werden sollte. Hm.


4. Ich kann euch nicht jeden einzigen Aspekt, Vortrag, gesprochenen Satz des EASD präsentieren, das ist einfach nicht im Rahmen meiner Möglichkeiten. Aber ich kann euch ein Stück weit mitnehmen und euch an meinen Gedanken teilhaben lassen. Ich bin nicht hier, um euch Fachliteratur zu liefern. Die findet ihr an anderer Stelle.

5. Der EASD ist kein Garant für gute Blutzuckerwerte. Nur weil es überall um Diabetes geht, heißt das nicht, dass der Diabetes auch immer mit geht.

6. Ich kann meine Stirn doch in Falten legen, zumindest ein Bisschen (mit Hilfe von Grumps geht das am Besten)! Ernsthaft: Der regelmäßige Austausch mit einer internationalen Gruppe von Menschen mit Diabetes ist mir unheimlich wichtig und bereichert meinen Alltag ungemein. Wenn ihr mit der Englischen Sprache umgehen könnt, lest auf jeden Fall auch mal in englischsprachige Diabetes-Blogs rein! Eine Empfehlung von mir ist da Renza aus Australien mit ihrem Blog Diabetogenic! Mit ihr teile ich die passionierte Meinung darüber, das Sprache wichtig ist und verletzend sein kann, während in Studien Patienten immer noch als "Objekte" betitelt werden. Außerdem lieben wir beide rote Lippenstifte.



7. Wenn man versucht, den EASD und das Drumherum in drei Tagen wirklich zu erfassen, aber dann merkt, dass ein Tag nur 24h hat und man doch nicht alle Vorträge sehen kann: 


8. Dieser Moment, wenn tolle neue Produkte vorgestellt werden und diese am Ende doch keine Innovation mit sich bringen, ist irgendwie unbeschreiblich enttäuschend: "Oh, toll, ein neuer, grauer Pen, der -was?- Insulin spritzen kann, wow, danke, wie... innovativ!"


9. Umso toller ist es, wenn man tatsächlich wirkliche Neuerungen, Weiterentwicklung, Innovationen, News und tolle Studienergebnisse sehen kann!


10. Sogar am Flughafen schmeckt die Weißwurst. Mein Ernst. Und ich konnte München doch nicht verlassen, ohne einmal Weißwürste dort gegessen zu haben.



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Mittwoch, 30. Dezember 2015

Tschüssi 2015! Reicht jetzt auch mit dir!

Hey hey alle zusammen!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, der Jahreswechsel ist nicht mehr aufzuhalten. Zu Silvester hin werde ich immer extrem nachdenklich und melancholisch. Ich lasse das vergangene Jahr Revue passieren und frage mich, was das kommende Jahr für mich zu bieten hat.

2016 wird wirklich spannend. Werde ich irgendwann hoffentlich endlich meine Bachelorarbeit abgegeben haben (bitte fragt nicht mehr, ich sag euch auf allen Kanälen, wenns soweit ist, das verspreche ich hoch und heilig :D), stehe ich vor einem komplett leeren Blatt. Das ist super spannend, aber auch total angsteinflößend.
Das Jahr 2015 bot große Aufs und Abs für mich. Ich bin durch gefühlt alle möglichen Emotionen und Phasen durch und so langsam geht es wieder bergauf für mich. Ganz langsam, Schritt für Schritt. Ich bin dieses Jahr dankbarer denn je für mein kleines, feines Supportnetz und die Menschen darin, mit denen ich zu tun haben darf. Nun freue ich mich sehr, dass das Jahr endlich bald vorbei ist und hoffe, dass sich mit dem neuen Jahr einiges ändern kann. Ich möchte das alte Jahr abschütteln und wie ein Phönix aus der Asche steigen. Ich will wieder Routine in meinem Leben, für meinen Diabetes und mich. Denn das letzte Jahr hat weder mir noch meiner Therapie gut getan.

Ein weiteres, dieses Mal eher leises Blogjahr vergeht. Trotzdem war ich keinesfalls still. Ich hatte viel zu sagen, auch einiges unbequemes in diesem Jahr. Dennoch freue ich mich, dass ihr weiterhin mit mir auf meiner Reise dabei wart und seid. Und wie an jedem Jahresende möchte ich euch kurz vor Schluss noch meinen Jahresrückblick auftischen.

Ich wünsche mir und euch ein großartiges neues Jahr!  Auf dass es mal wieder alles, was bisher passiert ist, toppen kann!





Im Januar war ich wieder zu Gast auf dem T1Day in Berlin.

Autsch! Im Februar bin ich in der Dusche umgekippt, habe beschlossen, dass wir bei uns selbst anfangen müssen, wenn wir wollen, dass über Diabetes in den Medien korrekt berichtet wird und habe Leute gesucht, die künstlerisch freiberuflich arbeiten UND Diabetes haben (suche ich übrigens immer noch!!!)!
Außerdem habe ich mein Bananenbrotrezept perfektioniert! OMNOMNOM!

Im März habe ich meinen zweiten Diabetesgeburtstag gefeiert. Schön zu sehen, dass viele von euch diesen Spaß inzwischen auch für sich angenommen haben und mitmachen! :) Außerdem war ich mit Roche in Bayern beim alljährlichen Mediendialog, wo zum ersten Mal auch Blogger mit von der Partie waren! Es war ein super interessantes Wochenende und eine tolle Möglichkeit, mit dem Team von Roche in Kontakt zu kommen!
Den Diabetes annehmen vs. sich damit abfinden - auch darüber habe ich im März philosophiert! Und hatte viele spannende Diskussionen mit euch! Danke!

"Auf auf in die Schweiz!", hieß es im April - dort war ich mit den anderen Mitgliedern des #mylifeDN unterwegs, um die Produktionsstätte der bald erscheinenden Ypsopump zu besuchen!

Im Juni tauchte ich ganz langsam aus der Versenkung auf. Im August bin ich umgezogen und im September hat meine Therapie begonnen. Außerdem durfte ich zusammen mit anderen Bloggern dank Roche nach Stockholm zum diesjährigen EASD reisen!

Im Oktober entschied ich, dass es Zeit ist, sich weniger stressen zu lassen. Ich durfte erneut Gast sein bei der alljährlichen Diabetes Charity Gala, die im Tipi am Kanzleramt stattfand. Ein wundervoller Abend, den ich mit lieben Menschen verbringen durfte. Außerdem betonte ich im Oktober während der Diabetes Blog Woche, wie wichtig mir bestimmte Menschen in meinem Leben sind und warum (Shoutout an Katharina, Bente, Lu und Ilki und all die anderen da draußen - ihr seid großartig!). 1+1=2 und zusammen ist man weniger allein!

Der November war geprägt vom Weltdiabetestag am 14.11. und dem kollektiven Blutzuckermessen, aber auch von den Anschlägen in Paris. Ich habe am 14.11. vier Menschen ohne Diabetes den Blutzucker gemessen und erklärt, was die verschiedenen Zahlen bedeuten.

Im Dezember war ich allumfassend in Weihnachtsstimmung. Trotzdem ging es mir eher schlecht als recht. Und auch über Weihnachten war ich krank. Ich freue mich auf das kommende Jahr und all die Erlebnisse und Abenteuer, die wir gemeinsam haben werden!

Achso, natürlich darf das Essen nicht vergessen werden! :) Auch 2015 habe ich der Welt gezeigt, dass ich als junge Frau mit Typ-1-Diabetes alles essen darf! Und es gab wirklich mal wieder sehr viel hervorragendes Essen in diesem Jahr. Es freut mich außerdem zu sehen, dass auch ihr den Hashtag #icaneateverything fleißig für eure leckeren kulinarischen Ausflüge benutzt. Weiter so! We can eat everything!

xo



Dienstag, 20. Oktober 2015

Was denkst du dazu, Zukunftstine?

Diabetes im Jahre 2025... Was könnte bis dahin anders, was gleich sein? Wie könnten die Entwicklungen aussehen, und wie unsere Community? Das ist heute das Thema in der Diabetes-Blog-Woche. Ich träume ja gerne, also mal schauen, wie ich mir die Zukunft mit meinem Diabetes vorstelle. Weg ist er dann jedenfalls bestimmt nicht.

Ich lege meine Hoffnung lieber in eine gute Therapie

Niemand hat mir bei meiner Diagnose etwas von Heilung versprochen. Ich las bereits von vielen von euch, die vor 10, 15 oder 20 Jahren die Diagnose Diabetes Mellitus Typ 1 erhalten haben, dass es wohl "damals" gang und gebe war, eine Heilung in naher Zukunft vorauszusagen. Heutzutage macht man das (glücklicherweise?) wohl nicht mehr. Versteht mich nicht falsch, ich wäre meinen Diabetes gerne los. Ich möchte nur meine Kraft lieber in meine echte Therapie und mich als echten Menschen investieren, als mir etwas vorzumachen. Denn von einer kompletten Heilung sind wir noch entfernt. Fakt ist: Weder Zimt noch Handauflegen wird uns von unserem "Schicksal" befreien.

Was soll denn dann im Jahre 2025 so anders sein? Ich würde gerne Verbesserungen in der Therapie sehen. Ich würde gerne erleben, wie mehr auf den Patienten als Individuum eingegangen werden kann. Wie individuelle Bedürfnisse in einem wirklich schnellen Tempo erkannt und befriedigt werden können. 

Verständnis und der Patient als Individuum

Ich erhoffe mir für die Zukunft mehr Verständnis von den Ärzten und Krankenkassen (Stichwort CGM, etc.), aber gleichzeitig auch informiertere und selbstständige Patienten in allen Reihen. Ein gegenseitiges Geben und Nehmen, das wär's. Außerdem hoffe ich, dass wir als Patienten weiterhin an der De-Stigmatisierung unserer Krankheit arbeiten. Dass sich niemand mehr auf der Toilette Insulin spritzen muss, weil er oder sie sich schämt. Dass bei einem Bewerbungsgespräch offen mit dem Arbeitgeber gesprochen werden kann, und er oder sie unsere Stärken sieht, aber auch fähig ist zu verstehen, was es bedeutet, Mensch mit Diabetes zu sein. Dass niemand von uns mehr mit blöden Sprüchen konfrontiert wird. Dass wir zu starken, selbstbewussten Menschen heranwachsen, die sich und ihre Krankheit so akzeptieren und respektieren, wie sie sind. Ich wünsche mir, dass unsere Community über die nächsten 10 Jahre ein selbstbewusster, zusammenhaltender Haufen wird, der gegenüber dem Rest der Welt, den Ärzten, den Pharmas, wirklich etwas zu sagen hat und wirklich wirklich mit in Entscheidungen einbezogen wird, weil alle merken werden, dass es verdammt nochmal höchst relevant ist, was aus den Köpfen der Patienten so sprießen kann. Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam Projekte angehen und gemeinsam etwas bewegen können.

Ende der Durchsage.


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diabetes-blog-woche



Freitag, 16. Oktober 2015

Mach mit! - Über kollektives Blutzuckermessen (Diabetes Charity Gala 2015)

Hallo Welt!

Gestern war es mal wieder Zeit, mich in meinen schicken Fummel zu werfen: Die alljährliche Diabetes Charity Gala fand in Berlin statt und es war ein bunter Abend mit vielen bekannten Gesichtern, moderiert von Franziska Schenk.
Das für mich Besondere an dem Abend war, dass zum ersten Mal ein großer Teil der #dedoc° die Möglichkeit bekommen hat, Teil des Galaabends zu werden. Ich sprach kurz mit Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin DiabetesDe Deutsche Diabeteshilfe, darüber und auch sie stellte fest: Wir werden mehr, die Community ist wichtig, und auch sie muss bei solchen Veranstaltungen vertreten sein. Schön zu sehen, welch starke Außenwirkung wir als Community haben können. Alles in Allem war es wieder ein toller Abend, vielen Dank für die Einladung. Ich habe mich wieder sehr wohl gefühlt. Aber ich möchte gar nicht allzu viel auf die Gala eingehen, da gibts die Tage bestimmt auf einigen Blogs was zu lesen. Ich möchte nur auf einen Punkt hinweisen: Prof. Dr. Danne hat in seiner kurzen Ansprache die Kampagne "Deutschland misst! Blutzuckerbingo" vorgestellt.

Für die gute Sache: Deutschland misst! Blutzuckerbingo

"Deutschland misst! - Blutzuckerbingo" ist die Kampagne zum Weltdiabetestag am 14. November! Quasi jeder kennt den Weltaidstag, aber was ist mit dem Weltdiabetestag? Etwa ZWEI Millionen Menschen haben in Deutschland Diabetes, ohne davon zu wissen, ohne diagnostiziert worden zu sein. Das ist furchtbar schlimm. Deswegen versucht die Kampagne "Deutschland misst! - Blutzuckerbingo" Aufmerksamkeit auf diese Dunkelziffer zu lenken. Zum allerersten Mal wurde die Kampagne nämlich am gestrigen Galaabend der öffentlichkeit vorgestellt, und das positive Echo war groß. Die Kampagne soll dazu aufrufen, am 14. November landesweit kollektiv Blutzucker zu messen, egal ob Typ 1, Typ 2 oder Nichtdiabetiker, Familie oder Freunde. Sie will auf den Weltdiabetestag aufmerksam machen, über Diabetes und seine Formen aufklären, Nichtdiabetikern ihr eventuelles Diabetesrisiko näherbringen und präventiv gegen Typ-2-Diabetes vorzugehen.

Am 14. November kollektiv Blutzuckermessen - und dabei Gutes tun und darüber sprechen! 

Am Weltdiabetestag wollen wir gemeinsam unseren Blutzucker messen. Den Wert könnt ihr auf der Website oder per Telefon eintragen. Für jeden Wert spenden die Partner der Kampagne 1,-€ an Kinderfreizeiten für Kinder mit Diabetes. Cool, oder? Am Brandenburger Tor gibt es am 14.11. um 14.11Uhr einen gemeinsamen Messmob, bei dem so vielen Menschen wie möglich der Blutzuckerwert gemessen werden soll. Auch ihr könnt den Messmob in eure Stadt, eure Praxis holen, mit euren Freunden und Familien an diesem Tag über das unsichtbare Risiko Diabetes sprechen und das Wort teilen. Und das war's noch nicht. Es steckt noch so viel mehr hinter der Kampagne. Weitere Infos bekommt ihr über blutzuckerbingo.de!

Ich freue mich dieses Jahr sehr auf den Weltdiabetestag. Endlich kommt mal was in Bewegung!

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Montag, 2. März 2015

Abfinden vs. Annehmen - der Spaß geht weiter

Moin ihr, die Frau Oberlehrerin ist wieder da!

Bald muss ich mich verstecken, weil ihrs nicht mehr lesen könnt xD
Inzwischen wisst ihr ja bereits, dass manche Worte viel stärkere Bedeutungen haben, als wir vielleicht auf den ersten Blick denken und dass es mir besonders wichtig ist, dass wir Menschen mit Diabetes da auch mal drüber nachdenken und reflektieren, vor allem seit der Diskussion zum Thema Diabetes in den Medien beim Type 1 Day in Berlin vergangenen Januar.

Ich hatte selbst schon drüber geschrieben, was teilweise von euch sehr kritisch gesehen wurde. Außerdem habe ich mehrfach auf Renzas Blogposts (englisch!) aufmerksam gemacht, weil sie schon öfter darüber gesprochen hat, warum es wichtig ist, mal über die Bedeutung mancher Worte nachzudenken und sie vielleicht so nicht mehr so zu benutzen, wie man es gewohnt ist (man kann sich halt auch Mist angewöhnen!). Und zu guter Letzt kann sich jeder 24/7 bei den Leidmedien, einem großartigen Projekt der Sozialhelden, schlau machen.

Wer nicht drüber nachdenkt, darf sich echt nicht beschweren. 

Ich weiß, viele von euch sagen sich: Ich hab andere Probleme, was interessieren mich Bedeutungen von Worten? Aber beschwert euch dann bitte nicht, wenn der nächste schlecht verfasste Artikel zu einem Menschen mit Typ-1-Diabetes in eurer Tageszeitung steht oder sich Hänsel im Film Insulin spritzen muss, weil er als Kind zu viele Süßigkeiten von der Hexe bekommen hat . Das hängt im großen Medienuniversum alles irgendwie miteinander zusammen.

Heute wollte ich euch sehr gerne mal ein Beispiel aufzeigen und ich denke, an diesem sieht man relativ klar, was hinter Worten steckt. Und wahrscheinlich werdet ihr den Unterschied sehen, mir aber vielleicht auch nicht in allen Punkten zustimmen. Das ist voll okay, hört bitte auf immer zu denken, dass Diskussionen etwas Schlimmes sind! Lasst uns in eine Diskussion mit verschiedenen Meinungen starten und endlich mal drüber reflektieren! Ich würde mich freuen.

 
Abfinden (Ich habe mich mit meinem Diabetes abgefunden) vs. Annehmen (Ich habe meinen Diabetes angenommen)

ab|fin|den
  1. durch eine einmalige Geldzahlung, Sachleistung für etwas [teilweise] entschädigen
    1. sich einigen, vergleichen
    2. sich mit jemandem, etwas zufriedengeben; sich in etwas fügen 


an|neh|men
    1. etwas [gerne, ohne Bedenken] entgegennehmen, nicht zurückweisen
    2. mit etwas einverstanden sein, mit etwas übereinstimmen
    3. übernehmen
  1. seine Zustimmung geben, billigen
    1. sich etwas zu eigen machen, zulegen
    2. verblasst in Verbindung mit Substantiven, drückt aus, dass sich etwas in bestimmter Weise verändert, entwickelt
    1. aufnehmen, zulassen
    2. (umgangssprachlich) adoptieren
    3. (Zoologie) ein neugeborenes Junges als eigenes ansehen und ein entsprechendes Verhalten zeigen
  2. eindringen, haften lassen
    1. vermuten, meinen, glauben
    2. voraussetzen
  3. sich um jemanden, etwas kümmern
  4. (Sport) den zugespielten Ball in seinen Besitz, unter Kontrolle bringen
(danke, Duden.)


Ich weiß gerade ehrlichgesagt gar nicht, ob ich das jetzt erst mal so stehen lassen und gucken soll, was ihr dazu sagt, oder ob ich direkt meinen Senf zugeben soll.
Okay, heute mal kurz und knapp: Ich will mich nicht dem Diabetes fügen müssen, ich will ihn mir zu eigen machen, zulassen, mich drum kümmern, mich weiterentwickeln und es unter Kontrolle bringen. Macht Sinn, oder?

Lassen wir das für heute mal so stehen. 
Ich hoffe, ihr versteht meinen Gedankengang.

Danke für die Inspiration, R. :)

Bis bald!
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Donnerstag, 12. Februar 2015

Blumen verwelken... was WIR tun können:

Moin!

-Animas hat zwei Übernachtungen in Wien für mich übernommen. Es steht mir dennoch wrei, ob und wie ich über unser Zusammentreffen schreibe.-

Heute möchte ich euch auf eine Kampagne aufmerksam machen, die Spenden sammelt, um Kindern Insulin zukommen zu lassen.
Kennen gelernt habe ich diese Kampagne bereits letztes Jahr im September, als ich in Wien mit Animas beim European Blogger Summit sein durfte.

Die Gruppe in Wien bestand aus Menschen mit Diabetes aus aller Welt: Teil des Summits waren Finn & Ilka von mein-diabetes-blog.com, Renza von Diabetogenic, Kerri von Sixuntilme, Bagiao und Daniela aus Italien, Chris von The grumpy pumper, Annie von Understudy Pancreas, Anna von Insulinindependent und meine Wenigkeit. Die Diabetescommunity ist ein internationaler Haufen, von dem wir alle profitieren können, über Tweetchats und auf den Social-Media-Plattformen treffen wir uns und tauschen uns aus, und ich kann meine Kollegen nur empfehlen. Ich finde es ja immer spannend zu hören, wie es anderen Menschen überall auf der Welt mit Diabetes so geht und wie sie ihre Blogs schreiben.
Ich hatte letztes Jahr im September zum ersten Mal die Gelegenheit, Teil des Blogger Summits sein zu dürfen und es war ein tolles Erlebnis für mich.



Es ging viel um das Thema Diabetescommunity und was wir tun können, um unsere große Community zu stärken.
Ilka erzählte vom Lauf zwischen den Meeren und wie sie mit ihrer Arbeit bei mySugr quasi ihre Krankheit zum Beruf gemacht hat. Außerdem stellten wir fest, dass die deutsche Diabetes-Community größer und größer wird, ganz rapide. Biagio erzählte von seiner Kampagne #ShowMeYourDiabetes, bei der er Twitter als Plattform für einen Wandel sieht. Jeden Tag sollen Bilder gepostet werden, die zeigen, wie ein Leben MIT Diabetes aussieht. Hast du eine Pumpe? Nutzt du deinen Bolusrechner? Wie siehst du aus, wenn du deinen Blutzucker misst? Zeig der Welt unter #ShowMeYourDiabetes, was es bedeutet, Mensch mit Diabetes zu sein. Renza war von Diabetes Australia und ihrem Blog Diabetogenic mit an Bord. Sie berichtete auch darüber, wie es ist, in Australien Mensch mit Diabetes zu sein, was ich sehr interessant finde (großes Land mit relativ kleiner Bevölkerung). Chris und Annie berichteten über ihre intensive Arbeit mit Diabetes UK und JDRF. Und Anna berichtete von ihrem neuen Projekt Adventure D, welches Sport und Community verbindet.
Es kommt nicht häufig vor, dass sich die internationale Diabetescommunity so intensiv treffen kann, daher habe ich die Vorträge aufgesaugt und war gespannt, was ich in Zukunft tun kann... Und inzwischen bin ich sogar an einem Projekt dran. Mehr dazu bald :)
Think global - act local!
Beim gemeinsamen Essen konnten wir noch etwas privater schnacken und ich habe da wirklich eine tolle Truppe um mich gehabt. Und auch hier habe ich wieder gespürt: In Deutschland kann noch so viel mehr passieren. Die kleinen Projekte werden im Ausland viel eher von den großen Diabetesorganisationen unterstützt, als es hier der Fall ist. In Deutschland sind wir meist
auf uns allein gestellt, wenn wir coole Typ1-Projekte an den Start bringen wollen.

Zum Schluss möchte ich euch jetzt das Projekt vorstellen, welches gerade wieder ganz aktuell ist und zum kommenden Valentinstag passt. Kerri hat damals die Ergebnisse von 2014 präsentiert und es war toll zu sehen, was erreicht wurde.

Wie wäre es denn, zum Valentinstag das Geld, welches man in sonst vielleicht verwelkende Rosen für den oder die Geliebte/r stecken würde, zusammen spendet? In vielen Ländern der Erde sterben Kinder mit Diabetes, weil sie entweder keinen, oder nicht genügend Zugang zu Insulin haben, anders als wir hier in Deutschland. Die Lebenserwartung für ein Kind, das frisch mit Diabetes diagnostiziert wurde, beträgt in einigen Regionen dieser Erde weniger als ein Jahr.
Unsere Community kann helfen, das zu verändern.
Mit der Spare a Rose, Save a Child-Kampagne sollen Spenden für Life for A Child gesammelt werden, einem Programm der International Diabetes Federation (IDF), welches Kindern in Entwicklungsländern lebenswichtige Diabetes-Versorgung bietet, und ihnen Medikamente und Schulungen bereit stellt.
 
Es funktioniert super einfach: Kaufe eine Rose weniger für deinen Valentinsstrauß und spende den Betrag für diese Rose an Kinder mit Diabetes.
Eine Rose bedeutet einen Monat Leben. Ein Dutzend Rosen heißt ein ganzes Jahr Leben für ein Kind mit Diabetes.
Es kann so einfach sein.
Mehr Infos gibt es hier.


Danke auch nochmals an Animas für die produktiven und erkenntnisreichen Tage in Wien. Es hat Spaß gemacht und war mir eine große Ehre!

Sonntag, 16. November 2014

Immer wieder sonntags...

Moin allerseits!

Ich kann es kaum fassen, dass es schon wieder eine Woche her ist, seit dem ich in Hamburg war. Wieso vergeht die Zeit im Moment bitte so schnell? In zwei Wochen ist bereits der erste Advent. Oh je.
Am Freitag war mein zweiter Weltdiabetestag. Ich war mit ein paar Menschen am Donnerstag am Brandenburger Tor und hab mir das kleine Spektakel zum WDT angesehen und werde nächste Woche in Leipzig unterwegs sein.
Was macht ihr denn? Schon auf den ersten Weihnachtsmärkten unterwegs? Ich habe ja das Gefühl, dass es in Berlin nie früh genug losgehen kann. Seit mindestens zwei Wochen schon steht am Potsdamer Platz der Weihnachtsmarkt, bisher konnte ich mich noch zurückhalten. Dieses Jahr gibt es unter anderem auch einen japanischen Weihnachtsmarkt, den ich sicher besuchen werde.
Die nächsten Wochen werden kalt und stressig, und dazu kommt, dass ich es momentan sehr hasse zu spritzen. Es ist nicht so, dass ich mich weigern würde, weil ich keinen Bock habe, sondern eher so: Okay, ich könnte jetzt auch ne Pumpe haben und es wäre irgendwie cooler. Ich denke, ihr wisst wo es hinführt: Über kurz oder lang komme ich nicht daran vorbei.



|Gesehen| The Mind of a Chef
|Gelesen| Mails
|Gehört| Unknown Mortal Orchestra, ABC, Group of Four
|Gegessen| Thai, Vietnamesisch, Sandwiches, Gemüsesuppe mit Ingwer, Kekse
|Getrunken| Wasser, grünen Tee, Kaffee
|Getan| mit dem ZDF einen Beitrag zum Weltdiabetestag gedreht, Kekse gebacken, den Weltdiabetestag gefeiert
|Gedacht| Meine Gedanken kreisten in und um Hamburg
|Gefreut| dass der Beitrag so gut bei euch ankam
|Geärgert| darüber, dass ich noch keinen Wintermantel habe
|Gewünscht| alles kommt sowieso immer anders, als man denkt
|Gekauft| Essen
|Geklickt| Twitter


Nachgucken kann man den TV-Beitrag vom 14.11. bei ZDF Volle Kanne übrigens hier.

Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche begleiten, ein Foto ist schneller gepostet :)
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zum WDT in Berlin

Sandwich-Baby


Mami, ich war im Fernsehen!


Mittwoch, 29. Oktober 2014

Hier hat sich das keiner ausgesucht...

Typ 1, Typ 2, Typ x. Diabetes kommt in vielen Formen und Farben. Ich lese immer wieder in Facebook-Gruppen und sonstigen dunklen Ecken des WWW, dass sich Menschen mit Typ-1-Diabetes über Menschen mit Typ-2-Diabetes aufregen und sie öffentlich diskriminieren. Und ich möchte heute mal was klarstellen und hau es direkt raus:
KEINER HAT ES SICH AUSGESUCHT.

Diabetes kommt schleichend und unbemerkt und niemand hat ihn vorher persönlich zu sich eingeladen.
Wir sollten dringend aufhören, unsere Typen gegeneinander auszuspielen, unseren Typ als den "besseren" darzustellen oder Menschen mit einem anderen als unserem eigenen Typ Diabetes öffentlich zu diskriminieren.
Stattdessen sollten wir an einigen Punkten arbeiten:

1. Weiter sachlich und nicht wertend aufklären.
Wenn wir anderen von unserem Diabetes erzählen, können wir die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Typen aufzeigen, von Alltag berichten, Fragen beantworten.

2. Menschen mit Typ 2 nicht die Schuld in die Schuhe schieben.
Genauso wie wir uns das nicht ausgesucht haben, haben sich das Menschen mit Typ-2-Diabetes auch nicht ausgesucht. Schaltet mal euer Gehirn an, bevor ihr den Mund aufmacht oder in die Tasten haut. Und Menschen mit Typ-2-Diabetes können übrigens auch nichts dafür, dass sich die Nicht-Diabetiker in eurem eigenen Umfeld nicht mit Diabetes auskennen und deshalb falsche Aussagen machen. Da kann keiner was dafür, vielleicht allerhöchstens ihr selbst, weil ihr nicht genug aufklärt -> Siehe Punkt 1.

3. Gemeinsam handeln.
Es gibt rund 350.000 Menschen mit Typ 1 in Deutschland und ungefär 7 Mio. Menschen mit Typ 2. Für beide Typen gelten teilweise unterschiedliche Ziele in Therapie und Leben, teilweise ähnliche - aber nur, wenn wir versuchen, uns in eine gleiche Richtung zu begeben und zusammenzuschließen, anstatt uns gegenseitig zu diskriminieren, können wir uns Gehör da draußen verschaffen, was wichtig ist.

Bin gespannt, was ihr dazu sagt.
In diesem Sinne, bis bald!
 


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