Donnerstag, 12. März 2015

Zwei Jahre!

Hallo!

Heute ist der 12. März 2015, und heute vor zwei Jahren erhielt ich meine Diabetes-Diagnose.
Ich feiere diesen Tag, weil mich ab da ein neues Leben erwartet hat. Es hat alles auf den Kopf gestellt. 
Zwei Jahre, die so schnell an mir vorbeigezogen sind, dass ich erst einmal tief Luft holen muss.

In diesen zwei Jahren habe ich unheimlich viel über mich selbst und meine Krankheit gelernt. Ich hatte das Glück, tolle Menschen kennen zu lernen, die ich mir inzwischen nicht mehr aus meinem Leben wegdenken möchte und Dinge zu erleben, die mir vor diesem Datum nie passiert wären. Zwei Jahre schon schreibe ich all meine Gedanken und Erfahrungen in diesen Blog und bin dadurch im Austausch mit Menschen auf der ganzen Welt. Und inzwischen ist das Thema auch in meinen fotografischen Projekten angekommen.
Für mich ist mein Leben mit Diabetes inzwischen "normal" geworden, ich lebe nicht anders, als ein "gesunder" Mensch. Und meistens fühle ich mich nicht krank. Meistens. (heute morgen zum Beispiel wiederum schon, ich bin mit 399mg/dl aufgewacht, hatte schon beinahe vergessen, dass ich so hoch kommen könnte und fühlte mich entsprechend zum Kotzen)

Ich werde gleich mit meiner lieben Freundin frühstücken gehen und später noch in ein Flugzeug steigen; wohin, erzähle ich euch die Tage :)


Danke, dass ihr mich hier auf meinem Weg begleitet.

&

Ich danke allen, die bei meiner Diagnose beteiligt waren - Frauenärztin, Hausärztin und Dia-Beraterin. :D
Danke an die lieben Menschen um mich herum, die mich so annehmen und unterstützen, wie ich bin.
Danke an meine zwei tollen Fotografen-Kollegen mit Typ 1, die mir immer zeigen, dass mit Diabetes alles möglich sein kann (, z.B. auch in der Ukraine mitten im Geschehen fotografieren).
Und danke fürs Insulin, Herr Banting.


Auf viele weitere bunte Jahre!

x

1 Kommentar:

  1. Hallo Tine,

    meinen Glückwusch für die bisher überstandene Zeit und alles Beste für mindestens „Zwei-hoch-fünf“ weitere bunt-erfüllte Jahre !!!

    mich hat Diabetes-Typ-1 mit fast 56 Jahren („LADA-Typ-1“) am 01.09.2014 kalt erwischt. Seitdem und bis heute schiebe ich blanke Panik, da ich bereits langjährig unter drei weiteren Autoimmun-Erkrankungen leide (Zöliakie, primär biliäre Leberzirrhose, Hashimoto). Durch die bis heute nicht wirklich „einstellbare“ Schilddrüsen-Erkrankung habe ich binnen 10 Jahren runde 35 Kilo zugelegt. Mit dem Diabetes ist eine weitere „negative Ergänzung“ hinzu gekommen, zumal sich ab ca. 10 Wochen seit Beginn der Insulintherapie starke Herz-Rhythmusstörungen und schlimme Magen-Darm-Probleme einstellten. Wenn ich mal so richtig gut drauf bin, sage ich mir, dass ich schon vor 54 Jahren fast an (der damals nahezu unbekannten) Zöliakie gestorben wäre und 52 Jahre Leben ein recht großzügiges Geschenk sind -- aber bei der aktuell vorherrschenden Todesangst gelingt mir dieses „Positiv“ eher selten.

    Heute entdeckte ich Deinen tollen Blog und bin begeistert -- über Deine Texte und Fotos! Wirklich dankbar bin ich Dir vor allem für Deine Beschreibung des „Full-Time-Job“ (genauso empfinde ich es) sowie „Wenn ich von anderen höre, dass man mit Diabetes gut leben kann, wenn man KORREKT eingestellt ist, muss ich ein Bisschen kichern“

    Ich selbst fühle mich nach solchen Aussagen eher verletzt bis sehr wütend und möchte lieber schreien als kichern. Am schlimmsten sind für mich Sätze wie „Das Wichtigste ist, dass Du gut eingestellt WIRST“. Von einem Arzt, der kaum mehr getan hat, als mir anfangs einen Dosis-Plan die Hand zu drücken und nach kaum drei Wochen erstaunt fragte, warum ich „noch“ Probleme mit der Erkrankung hätte !!?? Letztlich habe ICH meine Ernährungsgewohnheiten ziemlich umgekrempelt und es mit umständlicher Berechnung von BE‘s und Insulindosis auf einen HbA1c von 5,3 innerhalb der letzten 7 Monate geschafft. Nun erst sagt mir dieser Mensch, der Wert sei zu niedrig, damit wäre ich in Gefahr, eine „Hypo-Glykämie-Wahrnehmungsstörung“ (was für ein Wort-Monster) zu entwickeln.

    Was mich aber vor allem geschockt hat: Dass mein Leben jegliche Freiheitsgrade verlor. Ich war noch nie ein disziplinierter Alltagsmensch, aber jetzt muss ich es weitgehend sein. Immerhin machen mir keinerlei Bolus-relevante Mahlzeiten zu beliebiger Uhrzeit bzw. ohne Spritzen mittlerweile nicht mehr viel aus -- ich esse nur noch zweimal täglich etwas Bolus-Relevantes (dazwischen Kohl, Salat, Tomaten), spritze zur Nacht einmal Basal.

    Aber Essen bei Freunden oder im Restaurant und von nun auf jetzt zu reisen ist nicht mehr. Das zusammensuchen der benötigten „Utensilien“ nervt mich so, dass ich lieber zu hause bleibe.

    Am Schlimmsten ist die Mühseligkeit mit dem Sport: Im Sommer nachts um fünf nicht einfach mal zum nahegelegenen Badesee fahren und anderthalb Stunden in den Sonnenaufgang schwimmen können, ist für mich die absolute Katastrophe. Mein Mann und ich schwimmen leidenschaftlich gerne, liebten bislang Urlaube an Küsten, die „Langstrecken-Schnorcheln“ erlauben -- aber bis zu acht Kilometer in bis zu viereinhalb Stunden geht gar nicht mehr.

    Ich habe ansonsten gigantische Angst vor den vielfach beschworenen „Lipo-Hypertrophien“ und hätte dazu eine Frage: Es gibt wohl Tattoo- bzw. Henna-Stifte, die für ein paar Tage auch unter der Dusche bzw. beim Schwimmen oder Saunagängen halten. Im Netz tummelt sich da einiges, aber vielleicht hättest Du einen erprobten Tipp. Bislang male ich die letzten 10 bis 15 Injektionsstellen immer wieder mit Kuli nach, bevor ich dusche oder schwimme, aber das ist recht zeitaufwändig und auf Dauer auch hautschädlich. Wie machst Du es?

    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen !

    Alles erdenklich Gute für Dich, gutes Vorankommen und viel Erfolg bei Deiner Bachelor-Arbeit, wünscht Dir Ina

    AntwortenLöschen