Samstag, 17. Mai 2014

Was ich vermisse... -TAG

Moin ihr!

Ich habe jetzt etwas über ein Jahr Diabetes Typ 1. In den 22 Jahren bis zur Diagnose habe ich ein "normales" Leben gelebt.
Manchmal denke ich auch an die Zeit davor zurück, auch, wenn ich versuche, das Leben so zu genießen, wie es jetzt ist.

Es ist nicht alles immer rosig bei mir mit dem Typ 1,
auch wenn einige das gerne aus meinen Posts herauszulesen versuchen, nur, weil ich erzähle, wie ich die Krankheit in meinem Leben akzeptiert habe.

Renza hat nach 16 Jahren mit Diabetes Typ 1 davon berichtet, was sie alles vermisst. Ich finde das sehr spannend, da ich Diabetes erst mit 22 bekommen habe und davor eben, wie gesagt, "normal" gelebt habe.
Und ich dachte, ich fasse es mal als TAG für uns auf und beginne. Sicherlich kein superfröhlicher, aber umso spannender TAG. Natürlich ist das für jeden anders, je nach dem, wann er oder sie die Diagnose bekam. Einiges wird sich sicher überschneiden. Ich bin gespannt!

Wer mitmachen will, auf einem Blog, auf FB oder per Mail, soll sich bitte getagged fühlen. Los geht's.


Was ich vermisse...
  • Ich vermisse, dass ich mal vergesslich sein darf
  • Ich vermisse, dass mein Bauch und meine Schenkel frei von blauen Flecken sind
  • Ich vermisse, dass ich mal nicht wusste (und nicht wissen musste), wie viele Kohlenhydrate in einem Essen sind
  • Ich vermisse, dass ich mir nie Sorgen über meinen Blutzucker machen musste
  • Ich vermisse, dass ich nicht immer gleich, wenn es mir schlecht geht, denke: Wie gehts meinem Blutzucker?
  • Ich vermisse, dass ich nicht als erstes denke, dass der Diabetes daran Schuld ist, wenn es mir mal schlecht geht
  • Ich vermisse mein Vertrauen gegenüber Schwestern und Ärzten. Meistens weiß ich jetzt eben doch besser über meinen Diabetes Bescheid.
  • Ich vermisse, dass Tage, an denen ich krank bin, einfach bedeuten, dass ich krank bin, ohne Verbindung zu unerklärlich hohen Blutzuckerwerten oder Ketonen
  • Ich vermisse, dass mein Leben sich weniger um Zahlen dreht. Kohlenhydrate, Blutzuckerwerte, Gewicht, Insulineinheiten... Ich hasse Zahlen!
  • Ich vermisse, dass ich auch mal allein sein kann. Ohne Diabetes.

 Da gibt's sicher noch so einiges mehr...


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Kommentare:

  1. oh, Tine...irgendwie macht mich das traurig, wenn ich das lese :(
    Das sind so Gedanken, die ich gerade im Jahr der Diagnose, als ich mich so bestraft gefühlt habe, hatte. Mir fällt spontan nichts ein, was ich wirklich vermisse. Es ist einfach viel zu normal geworden, und das nach zwei Jahren. Ich denke gar nicht mehr an die nicht Typ1-Zeit und ihre Vorteile zurück. Da trägt die Pumpe auch ihren großen Beitrag dazu bei. :) LG Nicole

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  2. Hey Nicole. Das muss dich überhaupt nicht traurig machen :) Ich hab mich nie bestraft gefühlt und habe nach der Diagnose sehr schnell mein neues Leben akzeptiert. Es IST Normalität geworden. Trotzdem, Diabetes HAT mein Leben verändert und ich werde nicht vergessen, wer ich vor der Diagnose war :)
    Ich finde, der TAG ist eine gute Gelegenheit, mal schnell drüber nachzudenken, was einen vielleicht manchmal nervt und es zusammenzufassen und rauszulassen.

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  3. Hm.... ja, den ein oder anderen Punkt würde ich auch auf meine Liste setzen. Denn die gibt es!

    Was ich vermisse. ..
    ... nicht jede stimmungsschwangkung, jedes zittern mit dem DM zu verbinden
    .... einfach krank sein, wenn ich krank bin und nicht noch an den DM denken oder bei magenschmerzen spitzen müssen usw.
    .... ohne essen in der Tasche durch die Gegend zu laufen, zu arbeiten, zu tanzen
    .... nach einer durchtanzten Nacht nach Haus kommen und literweise o-saft trinken
    .... die frage "was magst du essen? ". Jetzt heißt es immer, "was darfst du essen?
    ... Datteln! (Ich habs nicht so mit dem Maß halten)

    Bestimmt nicht alles, aber aktuell die Dinge, die ich vermisse. Fast 1, 5 Jahresisind seit der Diagnose vergangenen und ich habe es akzeptiert. Aber hin und wieder hab ich das Recht etwas zu vermissen oder von etwas genervt zu sein. Ich bin Diabetikerin, aber nebenbei auch nur ein Mensch ;)

    Gruß, Anja

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