Sonntag, 24. August 2014

Immer wieder sonntags...

Moin, moin!

Während dieser Post online geht, sitze ich im Zug zurück nach Berlin. Es war schön bei Mama, aber jetzt reichts mir auch wieder mit dem Kleinstadtleben. Nächste Woche gehts dann auch mal zur Abwechslung wieder nach...na? Richtig, Hamburg. Unter anderem zum Dia-Stammtisch mit meinen Buddies, ich freu mich.
Ansonsten gibts grade nichts Neues zu berichten, glaube ich...




|Gesehen| The Real Housewives of New York City, Kabelfernsehen (guck ich zu Hause sonst nie)
|Gelesen| Filmtheoriebücher für meine Hausarbeiten
|Gehört| FKA Twigs, Sun Ra, Fiona Apple, Fleetwood Mac, Nouvelle Vague, 80er One-Hit-Wonder
|Gegessen| Schnitzel, frische Pasta mit Pfifferlingen, Butterbrezeln, Fisch, Pizza, Burger
|Getrunken| Viel Wasser, Sekt, Alster, Milch 43
|Getan| Lange und viel Zug gefahren, mich durch Mamas Platten gewühlt, wieder 13 gewesen
|Gedacht| Ich bin komplett wahnsinnig.
|Gefreut| darüber, meine Mama wieder zu sehen!
|Geärgert| über meine eigene Angst. Man steht sich immer selbst im Weg.
|Gewünscht| Geburtstag in Hamburg UND Berlin - der Wunsch geht sogar in Erfüllung :)
|Gekauft| neue Birkenstocks, Essen
|Geklickt| Amazon, Youtube, das Übliche


Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche begleiten :)

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Die Eheringe meiner Großeltern
Schnitzelparty!

BUTTERBREZELN!!!!

Süße Maulbeeren

Slice of Love

#traveltine

Samstag, 23. August 2014

Freitagnachtgedanken

© Rüdiger Beckmann, pixelwelten.de
Es ist Freitag und ich besuche im Moment meine Mutter (Hallo Mama! Ich weiß, dass du das liest.) in meiner alten "Heimat". Das Wort in Anführungszeichen. In den letzten 4 Jahren hat sich hier viel getan und alles ist mir fremder als zuvor. Es gibt hier zum Beispiel plötzlich eine Stadtbahn und die hat auch noch Toiletten drin. Wenn ich da an die S-Bahnen in Berlin denke... 

Hier mit Diabetes im Gepäck zu sein ist komisch, weil ich hier nie mit Diabetes gelebt habe. Das letzte Mal war ich hier im Februar 2013, kurz vor meiner Diagnose, mit viel Durst und einigen Kilos weniger, den Symptomen wegen. In diesen Tagen hier habe ich viel Zeit zu reflektieren und über einiges nachzudenken. Und dann ist plötzlich Freitagnacht und ich beginne zu schreiben.

 

Vor rund 18 Monaten hat sich mein Leben komplett auf den Kopf gestellt.
Ich bekam die Diagnose Diabetes Typ 1, ich war 22 Jahre alt.
Ich hatte Panik, habe aufgehört das zu tun, was ich liebe. Ich begann, über Diabetes zu schreiben, habe versucht, neu anzufangen und die Krankheit so schnell es geht zu akzeptieren und das Monster in mein Boot zu holen. Und das hat auch soweit gut geklappt.

Nach einem halben Jahr mit Diabetes ging ich spontan nach Hamburg. Es war schön zu sehen, dass man mit Diabetes spontan sein kann! Ich habe viel gearbeitet, viel Neues gelernt, mich selbst besser kennen gelernt und hatte auch noch verboten viel Spaß dabei. Ich habe entschieden: Nichts, was in dieser Zeit passiert ist, möchte ich heute missen. Eigentlich waren nur drei Monate für Hamburg eingeplant. 
Ich blieb 10, und das war gut so.

Jetzt bin ich offiziell zurück in Berlin und versuche langsam wieder in den Studentenalltag zu finden, meinen Schreibtisch aufräumen, Hausarbeiten schreiben und mich mental darauf vorbereiten, dass ich bald wieder dieses Ding Namens Fotografie machen möchte/ will/ soll/ versuche - etwas, was ich mein ganzes Leben lang liebte und immer noch liebe. Dennoch,... Seit eineinhalb Jahren habe ich keine ernsthafte Fotografie betrieben. Für mich und auch für die Fotografieszene ist das eine verdammt lange Zeit. Da, wo meine Mitstudenten sich endlich gefunden und voll in ihrem fotografischen Ding ausgelebt haben, habe ich mich komplett aus allem herausgenommen. Ich habe vermieden darüber zu sprechen und darüber nachzudenken, so gut es ging. Ich habe es verdrängt, bis jetzt. Mir fehlen eineinhalb Jahre Fotografie, fotografische Prozesse. Und genau da, wo ich eigentlich dachte, ich wäre persönlich auch erstmal "fertig", musste ich mich auf etwas komplett Neues einstellen.
Mann, ich sehe mich im Moment noch nicht zurück an der Uni im Oktober. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich wieder so sehr, mit ganzem Ich, auf die Fotografie konzentrieren kann, wie früher. 
Ich habe viel gewonnen, aber ich habe auch viel Zeit verloren in den letzten Monaten. 


Ich hoffe, ich kann all diese Panik, Zweifel, Gedanken in irgendetwas Gutes verwandeln und damit etwas kreieren, was das Anschauen wieder wert ist, denn ab Oktober geht es in die Endphase. 


Achso, und dabei die Werte im Auge behalten wäre nett.
Oh mann.



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Montag, 18. August 2014

Hug your monster!

Moin zusammen!

Letzten Freitag habe ich mich mit der lieben Janina zum Essen getroffen. Jetzt, wo ich wieder in Berlin bin, kann ich mich auch wieder der DOC on- und offline hier widmen und einige sehen, für die ich lange keine Zeit hatte. Das tut gut!
Janina ist eine sehr positive Person, die mich mit ihren Worten immer zum Nachdenken anregt und so war es auch am Freitag. Wir unterhielten uns über Motivation und Diabetes und Janina hat einen Satz zu mir gesagt, der mich seit dem nicht mehr losgelassen hat:

"Setz dich zu deinem Monster ins Boot und höre auf, gegen den Diabetes zu kämpfen!" 

Und wie Recht sie damit hat!



Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunkrankheit, die uns vermutlich unser Leben lang begleitet. Das wissen wir. Warum also sollten wir gegen die Krankheit ankämpfen? Warum gegen etwas ankämpfen, was seit der Diagnose ein Teil von uns geworden ist? Warum sollten wir gegen etwas kämpfen, was wir nicht loswerden können?

Ich habe in den letzten Monaten mit so vielen Diabetikern gesprochen, geschrieben, die permanent das Gefühl haben, sie müssten gegen ihren Diabetes kämpfen. Meist geht es ihnen damit nicht mal gut. Das dauerhafte Ankämpfen führt zu enormem Stress im Körper, Panik, was sich wiederum im ganzen Körper bemerkbar macht und auf die Werte, die Wirkung des Insulins und noch ganz andere Dinge anschlägt. Warum also nicht mal was Neues versuchen, sich mit dem Diabetes in ein Boot setzen und zusammen den Fluss runterfahren? Warum den "Feind" nicht umarmen und ihn auf seine Seite ziehen, um ihn für sich arbeiten zu lassen? Warum nicht ein Team mit dem Diabetes bilden, sich gegenseitig kennen lernen und gemeinsam stärker werden?
Keiner Verlangt von euch, dass ihr den Diabetes gar toll oder cool finden sollt. Diabetes ist eine der einzigen Krankheiten, bei der sich die Patienten selbstständig ihr Medikament verabreichen, wobei sie die Menge vorher allein berechnet haben, und bei falscher selbstständiger Dosierung kann es fatale Folgen haben. Eine ernstzunehmende Krankheit, die bei inkorrektem Umgang massive Folgeschäden am Körper verursachen kann.
Aber wir sollten von dem Gedanken abkommen, dass wir Einzelkämpfer sind, die mit Schild und Schwert den Diabetes unbedingt bekämpfen müssen. Stattdessen Freundschaft mit dem Ding schließen und zusammen versuchen, an guten Werten zu arbeiten. Loswerden klappt eh nicht mehr. Diabetes hängt an dir und lässt dich nicht mehr los.

Ich sage bewusst "an guten Werten arbeiten". Denn nur, weil man seine Krankheit mit ins Boot holt, wird das nicht automatisch etwas ändern. Aber es kann euch leichter fallen, an eurer Therapie zu arbeiten, weil ihr nicht mehr ständig gegen euch selbst ankämpfen müsst. Es kann euch ein besseres, leichteres Gefühl geben und vielleicht sogar eure Motivation steigern, der Stress lässt nach und vielleicht lernt ihr euch selbst noch besser verstehen.

Hug your Monster! Ihr könnt damit nur gewinnen.
#diabrofist


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