Mittwoch, 13. Juli 2016
Spannend hier, aufregend da - Ja, ja. Aber jetzt mal Tacheles.
Ich habe die Schnauze voll. Ich habe sie gehörig voll. Hab genug vom Diabetes und all den Aufgaben, Hürden, der Verantwortung, die diese Krankheit mit sich bringt. Vielleicht ist das nur eine Phase, aber mir reichts gerade. Bis oben hin.
Dreieinhalb Jahre - wann gibt's Urlaub?
Diabetes bekam ich mit 22. Dieses Jahr werde ich 26 Jahre alt. Ich habe vor circa dreieinhalb Jahren Diabetes bekommen. Seit dem 12. März 2013 habe ich 365 Tage im Jahr, 52 Wochen, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag Diabetes. Ich muss immer an meinen Kram denken. Habe ich genug Insulin zu Hause? Sind noch genügend Teststreifen da? Irgendwann wurden aus Teststreifen Sensoren. Habe ich alle Pens bei mir? Auf Reisen genügend Ersatz dabei? Sind ausreichend Nadeln im Koffer? Ist was gegen Unterzucker in der Tasche? Und wenn nicht: was passiert mit mir, wenn ich Dinge zu Hause vergesse oder noch schlimmer: verliere? Darf ich etwas zu Hause vergessen oder verlieren? Nein. Darf ich an etwas nicht denken? NEIN! Darf mir etwas geklaut werden? Nein! Ich muss immer daran denken.
Nicht einen Tag Urlaub darf ich mir gönnen, oder so viele andere Gedanken in meinem Kopf haben, um keinen Platz mehr für das eigentlich Wichtigste zu haben: NIMM DEIN SCHEISS ZEUG MIT! PASS AUF DEN KRAM AUF! DEIN LEBEN HÄNGT DAVON AB!
Und wenn es doch passiert, was dann?
Genau das bekomme ich im Moment sehr deutlich zu spüren. In den letzten 2 Monaten habe ich meine geliebten pastellfarbenen Pens häufiger verloren, als in den gesamten dreieinhalb Jahren zusammen. Ich habe Insulinvorräte für Reisen in diversen Kühlschränken liegen lassen und unterzuckere regelmäßig, weil sich meine Faktoren durch viel Bewegung schnell und stark verändern, da kommen ja fast ein wenig Remissionsgefühl auf. Die Tatsache, dass mein Sensor mich nicht vor Unterzuckerungen bewahrt, frustriert. Alles ist grade ein wenig scheiße. Und jetzt hab ich heute mal wieder meinen Pen verloren, und das aus meiner geliebten und für eigentlich sicher befundenen Bauchtasche, die ich erst einmal wutentbrannt durchs Hotelzimmer schleuderte, als ich den Pen nicht mehr darin gefunden habe. Schon wieder in einer fremden Stadt, wieder auf der Durchreise und kurz vor einem mehrtägigen Musikfestival. Klar habe ich immernoch einen Pen, meinen Basalpen, und kann wechseln. Aber ich muss eben auf den eigentlich unbeschwertesten Tagen des Jahres - so hatte ich sie mir zumindest vorgestellt - jetzt noch stärker nachdenken und noch mehr aufpassen, um mir nicht in einem Moment der Unachtsamkeit das falsche Insulin zu spritzen und womöglich noch eine Katastrophe auszulösen. Es reicht mir einfach grade. Es ist zum Kotzen, dass ich ständig für mein eigenes Überleben verantwortlich sein muss.
Für viele scheint das vielleicht Meckern auf hohem Niveau, aber ich hätte einfach gerne Mal wieder ein paar Tage Urlaub vom Diabetes, vom Planen mit Diabetes, vom Reisen mit Diabetes, vom Leben und Erleben mit Diabetes, vom Essen mit Diabetes. Ein paar normale Tage wie damals vor der Diagnose. Ohne große schwere Tasche. Ohne Angst, weil nichts lebenswichtiges verloren oder vergessen werden kann. Ein paar Tage einfach sein dürfen. Ich wünsche mir gerade nichts lieber. Und ja, auch das ist Realität, zwischen der ganzen nervösen Vorfreude und dem normalen Diabetesalltag. Auch das ist echt und darf und muss auch mal raus.
In diesem Sinne, drückt mir die Daumen für die nächsten Tage auf dem Festival, ich kann es gebrauchen.
Und falls noch jemand einen Pen für die Lilly-Patronen in Leipzig hat, bitte melden!
x
ps: getippt wütend von meinem Handy, wer Fehler findet, darf sie behalten.
Dreieinhalb Jahre - wann gibt's Urlaub?
Diabetes bekam ich mit 22. Dieses Jahr werde ich 26 Jahre alt. Ich habe vor circa dreieinhalb Jahren Diabetes bekommen. Seit dem 12. März 2013 habe ich 365 Tage im Jahr, 52 Wochen, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag Diabetes. Ich muss immer an meinen Kram denken. Habe ich genug Insulin zu Hause? Sind noch genügend Teststreifen da? Irgendwann wurden aus Teststreifen Sensoren. Habe ich alle Pens bei mir? Auf Reisen genügend Ersatz dabei? Sind ausreichend Nadeln im Koffer? Ist was gegen Unterzucker in der Tasche? Und wenn nicht: was passiert mit mir, wenn ich Dinge zu Hause vergesse oder noch schlimmer: verliere? Darf ich etwas zu Hause vergessen oder verlieren? Nein. Darf ich an etwas nicht denken? NEIN! Darf mir etwas geklaut werden? Nein! Ich muss immer daran denken.
Nicht einen Tag Urlaub darf ich mir gönnen, oder so viele andere Gedanken in meinem Kopf haben, um keinen Platz mehr für das eigentlich Wichtigste zu haben: NIMM DEIN SCHEISS ZEUG MIT! PASS AUF DEN KRAM AUF! DEIN LEBEN HÄNGT DAVON AB!
Und wenn es doch passiert, was dann?
Genau das bekomme ich im Moment sehr deutlich zu spüren. In den letzten 2 Monaten habe ich meine geliebten pastellfarbenen Pens häufiger verloren, als in den gesamten dreieinhalb Jahren zusammen. Ich habe Insulinvorräte für Reisen in diversen Kühlschränken liegen lassen und unterzuckere regelmäßig, weil sich meine Faktoren durch viel Bewegung schnell und stark verändern, da kommen ja fast ein wenig Remissionsgefühl auf. Die Tatsache, dass mein Sensor mich nicht vor Unterzuckerungen bewahrt, frustriert. Alles ist grade ein wenig scheiße. Und jetzt hab ich heute mal wieder meinen Pen verloren, und das aus meiner geliebten und für eigentlich sicher befundenen Bauchtasche, die ich erst einmal wutentbrannt durchs Hotelzimmer schleuderte, als ich den Pen nicht mehr darin gefunden habe. Schon wieder in einer fremden Stadt, wieder auf der Durchreise und kurz vor einem mehrtägigen Musikfestival. Klar habe ich immernoch einen Pen, meinen Basalpen, und kann wechseln. Aber ich muss eben auf den eigentlich unbeschwertesten Tagen des Jahres - so hatte ich sie mir zumindest vorgestellt - jetzt noch stärker nachdenken und noch mehr aufpassen, um mir nicht in einem Moment der Unachtsamkeit das falsche Insulin zu spritzen und womöglich noch eine Katastrophe auszulösen. Es reicht mir einfach grade. Es ist zum Kotzen, dass ich ständig für mein eigenes Überleben verantwortlich sein muss.
Für viele scheint das vielleicht Meckern auf hohem Niveau, aber ich hätte einfach gerne Mal wieder ein paar Tage Urlaub vom Diabetes, vom Planen mit Diabetes, vom Reisen mit Diabetes, vom Leben und Erleben mit Diabetes, vom Essen mit Diabetes. Ein paar normale Tage wie damals vor der Diagnose. Ohne große schwere Tasche. Ohne Angst, weil nichts lebenswichtiges verloren oder vergessen werden kann. Ein paar Tage einfach sein dürfen. Ich wünsche mir gerade nichts lieber. Und ja, auch das ist Realität, zwischen der ganzen nervösen Vorfreude und dem normalen Diabetesalltag. Auch das ist echt und darf und muss auch mal raus.
In diesem Sinne, drückt mir die Daumen für die nächsten Tage auf dem Festival, ich kann es gebrauchen.
Und falls noch jemand einen Pen für die Lilly-Patronen in Leipzig hat, bitte melden!
x
ps: getippt wütend von meinem Handy, wer Fehler findet, darf sie behalten.
Sonntag, 10. Juli 2016
Immer wieder sonntags...
Puh, das war ne spannende Woche!
Das Wetter war zwar extrem durchwachsen, aber ansonsten war die Woche echt heftig für mich.
Wie sehr ich im Moment mit Unterzuckerungen kämpfen muss, dazu mehr am Dienstag. Es folgt an dieser Stelle: mein kleiner persönlicher Wochenrückblick. Heute mit wenig Worten und Bildern, da nur vom Handy getippt... Los geht's!
|Gesehen| Zootopia
|Gelesen| Spring Magazine Nr. 13
|Gehört| Diskografien von Rihanna und Beyoncé- Vorbereitung für die Konzerte :)
|Gegessen| Selbstgemachte Piroggen mit Sauerkraut, Aprikosenkuchen, viel Salat
|Getrunken| Wasser, Milch, Kaffee
|Getan| Jeden Tag Sport gemacht, gepackt für Städte und Festival, Rihanna in Concert gesehen
|Gedacht| Minischritte zeigen endlich ihre Wirkung, endlich bald Fußballpause (ich freunde mich damit an, aber Bundesliga UND EM ist einfach noch zu viel für mich)
|Gefreut| Konzerte, Konzerte, Konzerte!
|Geärgert| Warum benehmen sich Menschen in Gruppen immer so scheiße?
|Gewünscht| mehr Sonne, mehr Sommer!
|Gekauft| Essen
|Geklickt| Twitter
Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche begleiten, ein Foto ist schneller gepostet :)
Noch schneller bin ich allerdings bei Snapchat unter kaesefondue!
x
Das Wetter war zwar extrem durchwachsen, aber ansonsten war die Woche echt heftig für mich.
Wie sehr ich im Moment mit Unterzuckerungen kämpfen muss, dazu mehr am Dienstag. Es folgt an dieser Stelle: mein kleiner persönlicher Wochenrückblick. Heute mit wenig Worten und Bildern, da nur vom Handy getippt... Los geht's!
|Gesehen| Zootopia
|Gelesen| Spring Magazine Nr. 13
|Gehört| Diskografien von Rihanna und Beyoncé- Vorbereitung für die Konzerte :)
|Gegessen| Selbstgemachte Piroggen mit Sauerkraut, Aprikosenkuchen, viel Salat
|Getrunken| Wasser, Milch, Kaffee
|Getan| Jeden Tag Sport gemacht, gepackt für Städte und Festival, Rihanna in Concert gesehen
|Gedacht| Minischritte zeigen endlich ihre Wirkung, endlich bald Fußballpause (ich freunde mich damit an, aber Bundesliga UND EM ist einfach noch zu viel für mich)
|Gefreut| Konzerte, Konzerte, Konzerte!
|Geärgert| Warum benehmen sich Menschen in Gruppen immer so scheiße?
|Gewünscht| mehr Sonne, mehr Sommer!
|Gekauft| Essen
|Geklickt| Twitter
Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche begleiten, ein Foto ist schneller gepostet :)
Noch schneller bin ich allerdings bei Snapchat unter kaesefondue!
x
A photo posted by tine (@saytine) on
A photo posted by tine (@saytine) on
Mittwoch, 6. Juli 2016
Hilfe! Ich bin ein nervöses Stück Toast!
Die nächsten Tage werden hart. Sehr hart, aber mit Sicherheit auch wunderschön. Denn in den nächsten 12 Tagen werde ich zwei sehr große Konzerte besuchen, drei verschiedene Städte und ein Musikfestival. Das Programm ist also gefüllt. Und ich bin nervös.
Ich bin ein nervöses Stück Toast und ich drehe gleich durch.
Aber warum eigentlich?
Ach ja, richtig. Zunächst versuche ich normalerweise zu vermeiden, mich auf Großveranstaltungen mit extrem vielen Menschen aufzuhalten. Ich mag das nämlich eigentlich gar nicht so gerne. Das ist mir alles zu viel. Wo viele Menschen sind, passieren auch viele unvorhersehbare Dinge. Dinge, die ich nicht kontrollieren kann und ertragen muss, solange sie andauern. Situationen, bei denen ich cool bleiben muss und trotzdem nicht den Spaß an der Sache verlieren darf. Menschen werden in großen Gruppen dumm und ignorant, und das bereitet mir bisweilen oft Probleme und macht mich wütend. Aber für die Künstler, die ich sehen und hören und erleben werde, versuch ich mal halbwegs cool zu bleiben, was das angeht...
Dazu kommt aber noch: Ich werde zum ersten Mal mit Diabetes zwei richtig, richtig große Konzerte besuchen und zum ersten Mal mit Diabetes auf ein Festival gehen. Und das lässt mir wirklich den Arsch auf Grundeis gehen! Es ist Sommer. Noch dazu sehr komisches Wetter im Moment. Sonne, heiß, Regen, kalt. Ein Bisschen wie April. Auf dem Festival muss ich mein Insulin bei Temperaturschwankungen im Zelt lassen. Ich muss vertrauen haben. In meine Kühltasche und den Rest der Menschheit. In meinen Sensor. In das Kinesiotape. Muss loslassen können, damit ich die Zeit durchweg genießen kann. Das ist etwas, was ich möchte und was ich mir verdient habe. Von alldem gibt es kein Entkommen, sollte ich erstmal dort sein. Und ich will wirklich gut vorbereitet sein. Möglicherweise zu gut. Und nebenbei sollte das mit den Werten natürlich noch okay gut klappen, denn wer will schon auf einem Festival oder während eines Konzertes unter- oder stark überzuckern? Richtig, niemand.
Ich muss für drei Städte, zwei Konzerte und ein Festival packen und es kommt mir vor, als wäre es das Schwerste auf der Welt.
Ich habe keine Ahnung, wie die lokalen Securities jeweils auf Diabetiker und die Utensilien, die ich so mit mir herumtrage reagieren.
Ich habe keine Ahnung, ob ich genügend einpacke. Genügend Insulin? Genügend Ersatzsensoren? Genügend Tape? Genügend Nadeln? Genügend Teststreifen?
Wenn ihr Erfahrungen mit dem Volksparkstadion in Hamburg oder der Esprit-Arena in Düsseldorf oder den Securities beim Melt! Festival habt, oder auch sonstige Konzert- oder Festival- oder Großveranstaltungstipps mit mir teilen könnt, wäre ich euch sehr dankbar!
Ich werde mein Insulin auf dem Festival in meiner Friotasche aufbewahren. Ansonsten... keine Ahnung, Leute.
Ansonsten drückt mir die Daumen. Dass ich das nochmal erleben darf...
x
Ich bin ein nervöses Stück Toast und ich drehe gleich durch.
Aber warum eigentlich?
Ach ja, richtig. Zunächst versuche ich normalerweise zu vermeiden, mich auf Großveranstaltungen mit extrem vielen Menschen aufzuhalten. Ich mag das nämlich eigentlich gar nicht so gerne. Das ist mir alles zu viel. Wo viele Menschen sind, passieren auch viele unvorhersehbare Dinge. Dinge, die ich nicht kontrollieren kann und ertragen muss, solange sie andauern. Situationen, bei denen ich cool bleiben muss und trotzdem nicht den Spaß an der Sache verlieren darf. Menschen werden in großen Gruppen dumm und ignorant, und das bereitet mir bisweilen oft Probleme und macht mich wütend. Aber für die Künstler, die ich sehen und hören und erleben werde, versuch ich mal halbwegs cool zu bleiben, was das angeht...
Dazu kommt aber noch: Ich werde zum ersten Mal mit Diabetes zwei richtig, richtig große Konzerte besuchen und zum ersten Mal mit Diabetes auf ein Festival gehen. Und das lässt mir wirklich den Arsch auf Grundeis gehen! Es ist Sommer. Noch dazu sehr komisches Wetter im Moment. Sonne, heiß, Regen, kalt. Ein Bisschen wie April. Auf dem Festival muss ich mein Insulin bei Temperaturschwankungen im Zelt lassen. Ich muss vertrauen haben. In meine Kühltasche und den Rest der Menschheit. In meinen Sensor. In das Kinesiotape. Muss loslassen können, damit ich die Zeit durchweg genießen kann. Das ist etwas, was ich möchte und was ich mir verdient habe. Von alldem gibt es kein Entkommen, sollte ich erstmal dort sein. Und ich will wirklich gut vorbereitet sein. Möglicherweise zu gut. Und nebenbei sollte das mit den Werten natürlich noch okay gut klappen, denn wer will schon auf einem Festival oder während eines Konzertes unter- oder stark überzuckern? Richtig, niemand.
Ich muss für drei Städte, zwei Konzerte und ein Festival packen und es kommt mir vor, als wäre es das Schwerste auf der Welt.
Ich habe keine Ahnung, wie die lokalen Securities jeweils auf Diabetiker und die Utensilien, die ich so mit mir herumtrage reagieren.
Ich habe keine Ahnung, ob ich genügend einpacke. Genügend Insulin? Genügend Ersatzsensoren? Genügend Tape? Genügend Nadeln? Genügend Teststreifen?
Wenn ihr Erfahrungen mit dem Volksparkstadion in Hamburg oder der Esprit-Arena in Düsseldorf oder den Securities beim Melt! Festival habt, oder auch sonstige Konzert- oder Festival- oder Großveranstaltungstipps mit mir teilen könnt, wäre ich euch sehr dankbar!
Ich werde mein Insulin auf dem Festival in meiner Friotasche aufbewahren. Ansonsten... keine Ahnung, Leute.
Ansonsten drückt mir die Daumen. Dass ich das nochmal erleben darf...
x
Abonnieren
Posts (Atom)
