Dienstag, 24. Februar 2015

Über Ohnmacht, Beulen und die Angst.

Moin ihr!


Ich hatte gestern ein etwas angsteinflößendes Erlebnis im Badezimmer.
Nachmittags stand ich unter der Dusche, als mir schrecklich schwindelig wurde. So ein Gefühl hatte ich noch nie. Ich ging direkt raus aus der Wanne (haben ne klassische Wannendusche) und rief meinen Freund um Hilfe. Er kam, ich erzählte, wir schlussfolgerten und daraufhin rannte er wie ein Gestörter durch die Wohnung auf der Suche nach Süßkram. Zurück kam er mit einer angefangenen Rolle Traubenzucker, die ich direkt verschlang, während ich auf dem Badezimmerboden kniete. Es ging langsam etwas besser, er ging erneut auf die Suche nach Süßkram, ich rief: "Nimm doch einfach deine Cola, verdammt!" (, aber die war leer... ).

Weil ich so schwach war, setzte ich mich kurzerhand auf die Wannenkante und ehe ich mich versah, wurde mir alles schwarz vor Augen. Scheiße, ich wurde ohnmächtig. Aufgewacht bin ich dann in der Wanne liegend, die Füße oben über der Kante, andere Hände an meinen Händen, während ich meinen Namen immer wieder gehört habe. Das war wie an die Wasseroberfläche zu tauchen, aber in einem bunten, lauten, düsteren, verwirrenden Trip.
In einen Bademantel gewickelt hab ich mich erstmal hingelegt, und dann meinen Blutzucker gemessen: 237mg/dl. Keine Pointe.

Ich habe keinen Schimmer, ob das ne Unterzuckerung war oder nicht. Mit einem Libre oder einem CGM könnte ich das jetzt feststellen, verrückt, oder? Ich meine, der Blutzucker kann ja wegen 1000 Dingen 237mg/dl hoch sein. Adrenalin, wirkender Zucker, UZ, keine UZ, wer weiß das im Nachhinein schon?
Jetzt habe ich eine blöde, richtig fette, schmerzhafte Beule am Hinterkopf und ein paar Prellungen im Rücken-Rippenbereich. Außerdem gabs gratis dazu noch ein richtig ungutes Gefühl und irgendwie ein wenig mehr Angst, als vorher. Angst davor, was alles so passieren kann. Sie liegt wie ein schwarzer Matschfleck direkt zwischen meinen Rippen.
Task 1 nach dem Vorfall wird definitiv erst einmal sein, eine gut sichtbare Hypo-Ecke in der Wohnung einzurichten. Wo ist die denn bitte in den letzten Monaten hingekrochen? Ich hatte doch immer alles da?! Joa, aber wenn man halt nie Hypos hat, eigentlich, dann gerät das halt doch in Vergessenheit. Gleiches bei allen, die so mit einem zusammenwohnen. Passiert nie was, ist man im Ernstfall nicht vorbereitet und hat viel mehr Panik, als vielleicht sein müsste. Jetzt bin ich definitiv wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen und ich habe keine Lust, so etwas bald nochmal zu erleben.

Hmm.
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Montag, 16. Februar 2015

Immer wieder sonntags

Moin zusammen und liebe Grüße aus...  Hamburg!

Heute mal wieder live aus der Hansestadt und ich würde gerne von hier aus heute meinen Sonntagspost nachholen.

Was ist in letzter Zeit so passiert?
Ich habe mir vor eineinhalb Wochen einen Entsafter gekauft und letzte Woche hauptsächlich Saftfasten gemacht.
Falls ihr dazu einen Erfahrungsbericht möchtet sowie eine Review zum Entsafter, sagt Bescheid, das steht schon in den Startlöchern! Durch das Saftfasten haben sich meine Werte übrigens seeehr stabil gehalten - ein tolles Gefühl!
In Hamburg wird am nächsten Projekt gearbeitet und ein wenig entspannt, ihr wisst es ja inzwischen - es ist mein zweites zu Hause.

|Gesehen| NHK's Begin Japanology, japanische Soap Operas
|Gelesen| Bedienungsanleitungen und Rezepte.
|Gehört| Kante, Wanda, Annabelle Lui, Love
|Gegessen| Bananenbrot, Gemüsecurry, Moffles, Rote-Beete-Hummus
|Getrunken| Wasser, viel viel Wasser und viel frischer Saft in allen Sorten
|Getan| viel gebummelt, viel geschlafen -> während eines Saftfastens kann man nicht soo viel machen
|Gedacht| Hamburg macht Dinge mit mir.
|Gefreut| Am Freitag "The Rocky Horror Show" endlich live gesehen!
|Geärgert| Warum bin ich so, wie ich bin?
|Gewünscht| mehr Sonne für Hamburg!
|Gekauft| Obst, Gemüse und Kräuter zum Entsaften, Klamotten, Briefpapierkram
|Geklickt| Tweetdeck, Netflix, Youtube

Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche begleiten, ein Foto ist schneller gepostet :)


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Donnerstag, 12. Februar 2015

Blumen verwelken... was WIR tun können:

Moin!

-Animas hat zwei Übernachtungen in Wien für mich übernommen. Es steht mir dennoch wrei, ob und wie ich über unser Zusammentreffen schreibe.-

Heute möchte ich euch auf eine Kampagne aufmerksam machen, die Spenden sammelt, um Kindern Insulin zukommen zu lassen.
Kennen gelernt habe ich diese Kampagne bereits letztes Jahr im September, als ich in Wien mit Animas beim European Blogger Summit sein durfte.

Die Gruppe in Wien bestand aus Menschen mit Diabetes aus aller Welt: Teil des Summits waren Finn & Ilka von mein-diabetes-blog.com, Renza von Diabetogenic, Kerri von Sixuntilme, Bagiao und Daniela aus Italien, Chris von The grumpy pumper, Annie von Understudy Pancreas, Anna von Insulinindependent und meine Wenigkeit. Die Diabetescommunity ist ein internationaler Haufen, von dem wir alle profitieren können, über Tweetchats und auf den Social-Media-Plattformen treffen wir uns und tauschen uns aus, und ich kann meine Kollegen nur empfehlen. Ich finde es ja immer spannend zu hören, wie es anderen Menschen überall auf der Welt mit Diabetes so geht und wie sie ihre Blogs schreiben.
Ich hatte letztes Jahr im September zum ersten Mal die Gelegenheit, Teil des Blogger Summits sein zu dürfen und es war ein tolles Erlebnis für mich.



Es ging viel um das Thema Diabetescommunity und was wir tun können, um unsere große Community zu stärken.
Ilka erzählte vom Lauf zwischen den Meeren und wie sie mit ihrer Arbeit bei mySugr quasi ihre Krankheit zum Beruf gemacht hat. Außerdem stellten wir fest, dass die deutsche Diabetes-Community größer und größer wird, ganz rapide. Biagio erzählte von seiner Kampagne #ShowMeYourDiabetes, bei der er Twitter als Plattform für einen Wandel sieht. Jeden Tag sollen Bilder gepostet werden, die zeigen, wie ein Leben MIT Diabetes aussieht. Hast du eine Pumpe? Nutzt du deinen Bolusrechner? Wie siehst du aus, wenn du deinen Blutzucker misst? Zeig der Welt unter #ShowMeYourDiabetes, was es bedeutet, Mensch mit Diabetes zu sein. Renza war von Diabetes Australia und ihrem Blog Diabetogenic mit an Bord. Sie berichtete auch darüber, wie es ist, in Australien Mensch mit Diabetes zu sein, was ich sehr interessant finde (großes Land mit relativ kleiner Bevölkerung). Chris und Annie berichteten über ihre intensive Arbeit mit Diabetes UK und JDRF. Und Anna berichtete von ihrem neuen Projekt Adventure D, welches Sport und Community verbindet.
Es kommt nicht häufig vor, dass sich die internationale Diabetescommunity so intensiv treffen kann, daher habe ich die Vorträge aufgesaugt und war gespannt, was ich in Zukunft tun kann... Und inzwischen bin ich sogar an einem Projekt dran. Mehr dazu bald :)
Think global - act local!
Beim gemeinsamen Essen konnten wir noch etwas privater schnacken und ich habe da wirklich eine tolle Truppe um mich gehabt. Und auch hier habe ich wieder gespürt: In Deutschland kann noch so viel mehr passieren. Die kleinen Projekte werden im Ausland viel eher von den großen Diabetesorganisationen unterstützt, als es hier der Fall ist. In Deutschland sind wir meist
auf uns allein gestellt, wenn wir coole Typ1-Projekte an den Start bringen wollen.

Zum Schluss möchte ich euch jetzt das Projekt vorstellen, welches gerade wieder ganz aktuell ist und zum kommenden Valentinstag passt. Kerri hat damals die Ergebnisse von 2014 präsentiert und es war toll zu sehen, was erreicht wurde.

Wie wäre es denn, zum Valentinstag das Geld, welches man in sonst vielleicht verwelkende Rosen für den oder die Geliebte/r stecken würde, zusammen spendet? In vielen Ländern der Erde sterben Kinder mit Diabetes, weil sie entweder keinen, oder nicht genügend Zugang zu Insulin haben, anders als wir hier in Deutschland. Die Lebenserwartung für ein Kind, das frisch mit Diabetes diagnostiziert wurde, beträgt in einigen Regionen dieser Erde weniger als ein Jahr.
Unsere Community kann helfen, das zu verändern.
Mit der Spare a Rose, Save a Child-Kampagne sollen Spenden für Life for A Child gesammelt werden, einem Programm der International Diabetes Federation (IDF), welches Kindern in Entwicklungsländern lebenswichtige Diabetes-Versorgung bietet, und ihnen Medikamente und Schulungen bereit stellt.
 
Es funktioniert super einfach: Kaufe eine Rose weniger für deinen Valentinsstrauß und spende den Betrag für diese Rose an Kinder mit Diabetes.
Eine Rose bedeutet einen Monat Leben. Ein Dutzend Rosen heißt ein ganzes Jahr Leben für ein Kind mit Diabetes.
Es kann so einfach sein.
Mehr Infos gibt es hier.


Danke auch nochmals an Animas für die produktiven und erkenntnisreichen Tage in Wien. Es hat Spaß gemacht und war mir eine große Ehre!