Sonntag, 28. August 2016

Immer wieder sonntags...

Hot, hot, hot!
Diese Woche hatten wir wieder hochsommerliche Temperaturen hier in Berlin. Einerseits geht es mir direkt gut, wenn ich sehe, dass die Sonne scheint, der Himmel blau ist und draußen kein graues Matsch-Wetter herrscht. Andererseits kommt mein Körper leider überhaupt nicht auf die Hitze klar. Ich funktioniere einfach nicht, wenn es draußen buchstäblich brennt. Ich wäre dann also jetzt bereit für einen goldenen Spätsommer. Nicht mehr ganz so heiß und trotzdem sonnig.
Auch kulinarisch kriegt mich der Spätsommer oder Frühherbst einfach. Ich habe Lust auf Kürbissuppe, deftige Eintöpfe und Suppen und kann kauf abwarten, dass die Temperaturen draußen sich endlich etwas abkühlen, damit ich mich zu Hause mit Kürbissen einschließen und non-stop kochen kann. Bis dahin dauert es aber noch ein wenig.

In ein paar Tagen habe ich Geburtstag und werde diesen Tag endlich mal wieder nicht in Deutschland verbringen. Darauf freue ich mich schon sehr. Wohin es geht, konnte man auf Twitter vielleicht schon dezent erahnen...

Anschließend findet der diesjährige EASD in München statt, auf den ich schon extrem gespannt bin. Und ihr könnt auch gespannt sein: Ich wurde dieses Jahr wieder zu einigen interessanten Events eingeladen und werde natürlich berichten. Die Agenda für die paar Tage München ist voll bepackt.

|Gesehen| Chef's Table
|Gelesen| Bad Feminist von Roxane Gay
|Gehört| Frank Oceans neues Album rauf und runter
|Gegessen| selbst gemachtes Kimchi, frische Croissants, Bruschetta, Reis
|Getrunken| Wasser, Orangensaft, Eiskaffee
|Getan| Viel gelesen, im Schienenersatzverkehr unter der Hitze gelitten, Freunde besucht, Kimchi selbst gemacht
|Gedacht| redet mit euren Liebsten! Schluckt nichts hinunter. Es kann so viel kaputt machen (bei euch und ihnen)
|Gefreut| Bald Geburtstag!
|Geärgert| Es muss halt auch innen und im Hintergrund alles stimmen. Wenn nur die Wirkung nach außen perfekt ist, hat das absolut keinen Mehrwert.
|Gewünscht| Endlich einen gut sitzenden Bikini finden
|Gekauft| Essen, ein Paar tolle Fundstücke im Secondhandladen
|Geklickt| Twitter, Youtube, Instagram


Bei Instagram (@saytine) könnt ihr mich auch immer durch meine Woche begleiten, ein Foto ist schneller gepostet :)

Noch schneller bin ich allerdings bei Snapchat unter kaesefondue!


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Freitag, 26. August 2016

BE? KE? Ja, was denn nun?

Heute beschäftigt mich ganz offiziell die Frage, ob es denn okay ist, dass ich meine KE BE nenne und wie ihr das da draußen alle so macht.

Seit meiner Diagnose beschäftige ich mich viel mehr mit meinem Essen, als vorher eigentlich schon. Das geht glaube ich den meisten von uns so und ist ja auch ganz normal, schließlich bekommt unsere tägliche Nahrungsaufnahme durch den Diabetes nochmal eine ganz andere Rolle zugesprochen. Essen muss seit dem analysiert und die Inhaltsstoffe im Kopf auseinander genommen werden. Nahrung besteht seit der Diagnose auch noch aus Zahlen.

Eines der ersten Dinge, die ich frisch mit Diabetes im Gepäck gelernt habe, ist die Tatsache, dass wir in unserem Essen die darin enthaltenen Kohlenhydrate schätzen, um dann zu berechnen, wie viel Insulin wir dafür am Ende spritzen müssen. Dafür gibt es verschiedene Systeme, so ungefähr wie es hier Meter und Kilometer und in den USA Fuß und Meile gibt. In diesem Fall nennen sich die Systeme zur Berechnung von Kohlenhydraten in unserer Nahrung Broteinheit und Kohlenhydrateinheit.

Der ganze Einheitskram kann einen zu Beginn der Diagnose ganz schön verwirren...

Eine Broteinheit entspricht 12g Kohlenhydraten. Wenn ein Lebensmittel also auf 100g 12g Kohlenhydrate enthält, haben 100g dieses Lebensmittels eine Broteinheit - 1 BE.
Eine Kohlenhydrateinheit entspricht 10g Kohlenhydraten. Wenn ein Lebensmittel also auf 100g 10g Kohlenhydrate enthält, haben 100g dieses Lebensmittels eine Kohlenhydrateinheit - 1 KE oder 1 KHE.
Bei den Werten beider Systeme direkt nacheinander gelesen fällt auf: die Kohlenhydrateinheit ist im klassischen Dreisatz natürlich erheblich einfacher zu berechnen, als die Broteinheit.

In meiner ersten Schulung, damals vor rund drei Jahren, lernte ich die Broteinheit zu benutzen, wir schätzten dort Broteinheiten von verschiedensten Lebensmitteln und sprachen diverse Essens-Schätz-Szenarien durch. Das war okay für mich, aber schnell lernte ich außerhalb der Schulung, dass man die Kohlenhydrate auch etwas einfacher mit der Kohlenhydrateinheit berechnen kann und diese Form der Berechnung moderner ist. Seit dem berechne ich mit KE, nenne sie aber trotzdem, aus Gewohnheit, weiter Broteinheit. 
Das kann für viele Außenstehende verwirrend wirken, aber mein System funktioniert gut und ich mag das Wort Broteinheit gerne.

Das mein System zu Verwirrungen führen kann, fiel mir bei meinem letzten Diabetes-Dienstag auf Snapchat auf (manchmal mache ich den Diabetes-Dienstag nur dort). Ich erzählte, wie viele Broteinheiten ein Capri-Sonne-Päckchen hat und sprach in meinen Snaps offen von 2 Broteinheiten, obwohl es ganz streng genommen 2 Kohlenhydrateinheiten waren (eine Packung Capri-Sonne Orange á 200ml hat genau 20g Kohlenhydrate, also 2 KE). Danach sah ich mich verpflichtet, meine "komplexeren" Gedankengänge zu erklären.

Um jetzt alles noch komplizierter zu machen: Ich habe gelesen, dass eine Broteinheit in der Schweiz auch 10g Kohlenhydraten entsprechen soll. An die Schweizer: Stimmt das? Vielleicht lebe ich also einfach nur nach dem Schweizer System?

So lange es für mich so funktioniert, ist das cool für mich. 
Aber wie macht ihr das? BE? KE? Durcheinander? Berechnet ihr alles ganz genau, oder seid ihr eher die Schätzer? Und ist es überhaupt am Ende wichtig, ob es BE oder KE heißt?

Lasst es mich wissen!


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PS:
Ich warne euch hiermit: an den anderen Tagen gibt es dort auch Themen fern ab vom Diabetes direkt aus meinem Leben.
Aber wer mir durch meine Diabetes-Dienstage auf Snapchat folgen möchte, darf gerne hier entlang:



Freitag, 22. Juli 2016

Was wäre, wenn...


Was wäre, wenn ich nie die Diagnose Typ 1 Diabetes bekommen hätte? Wenn der Bluttest von vor dreienhalb Jahren rein gar nichts ausgesagt hätte? Wenn ich einfach nur eine dumme Erkältung gehabt und einfach so aus Jux 15 Kilogramm abgenommen hätte? Wenn das viele Trinken doch nur eine Phase gewesen wäre? Was wäre dann?

Ich stelle mir gerade vor, dass mein Leben heute natürlich ganz, ganz anders aussehen würde, hätte ich nur nie die Diagnose Diabetes bekommen. Wie das wohl so wäre, Mitte 20 ohne Diabetes. Essen, Kochen, neue Menschen kennen lernen, feiern, leben ohne Diabetes? Vermutlich wäre es in vielen Bereichen tatsächlich ein ganz anderes Leben. In einer Menge anderer Abteilungen meines Lebens würde es aber vermutlich ähnlich oder genau so aussehen, wie es das jetzt gerade in diesem Moment auch tut. Oder nicht? Oder doch? Nee? Oder?

So genau sagen kann das natürlich keiner. Niemand kann mir genau erzählen "was wäre, wenn...", keiner hat eine "Was-wäre-wenn-Maschine" mit der ich in alternative Gegenwarten schauen kann und ich werde es vermutlich auch nie selbst herausfinden können, so sehr ich es versuche.
Egal ob es hierbei um uns selbst als Diabetes-Patienten geht, um unsere Liebsten, Freunde, Bekannte oder um die eigenen Kinder mit Typ 1: Wir dürfen uns nicht verrückt machen und uns immer und immer wieder "Was wäre, wenn...?" fragen, auch wenn es schwer fällt, denn es hilft niemandem! Nicht uns, die wir uns die Gedanken machen, nicht denen, die es betrifft und nicht die Menschen, die uns sonst im Alltag begleiten. Im Gegenteil. Fragen wir uns permanent, was wir hätten anders oder besser machen können, um vielleicht die Diagnose gar nicht erst in unserem Leben zu haben, oder fragen wir uns, was wir jetzt wohl für eine ganz tolle andere Person mit einem viel leichteren Leben wären, wenn Diabetes nicht in unserem Alltag existieren würde, so verschwenden wir geraderaus unsere Lebensenergie und -zeit (beides sehr kostbare Dinge, übrigens).

Wir leben jetzt und hier und heute mit Diabetes in unserem Leben und unserem Alltag und müssen das Beste daraus machen. Jeder Tag, den wir mit Grübeln verschwenden, ist ein für uns verlorener Tag. Unsere Zeit auf der Erde ist begrenzt und wir wollen sie nutzen, und zwar mit dem, was uns eben für diese Zeit gegeben wurde. Passt auf euch und euren Körper auf, nehmt seine Bedürfnisse ernst aber vergesst niemals, dass ihr einzigartig seid und es von euch nur eine einzige Ausgabe auf dieser Welt gibt.

Aber was wäre, wenn...? Nix da! Leb im hier und jetzt, und versuch, das aller Beste zu geben und aus dir zu machen. Die beste Version von dir selbst zu sein. MIT DIABETES IM ALLTAG. Es ist eine Aufgabe, aber sie ist zu meistern. Niemand interessiert sich für dein Was-wäre-wenn-Ich. Wir wollen dein Hier-und-jetzt-Ich sehen, erleben, fühlen! An der Situation ändern können wir erst einmal nichts, denn der Diabetes ist da. Hier. In unserem Leben. Jetzt gerade in diesem Moment. Und er bleibt.

Stoppt das Grübeln und nehmt das Leben an die Hand.

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