Dienstag, 12. November 2019

Tag 12 - Vierundsiebzig

Zum Diabetesmonat hat Sofia Larsson-Stern, euch vielleicht auch bekannt unter dem Namen Diabetesia, zusammen mit Pioneers Young, einer schwedischen Onlinecommunity für Menschen mit Diabetes die #sTr1peD Kampagne ins Leben gerufen. Diese soll den mentalen Aspekt des Diabetes in den Fokus nehmen.

Es geht ganz einfach: Für jeden Gedanken zum Diabetes, den ich an einem Tag habe, male ich mir einen Strich auf meinen Handrücken. Am Ende des Tages entsteht ein Eindruck von der Ladung an zusätzlicher Arbeit, die wir Menschen mit Diabetes jeden Tag haben. Wer auch noch was Gutes tun will, lädt ein Foto der Hand auf Instagram mit dem Hashtag hoch. Die Firma hinter Pioneers Young spendet pro hochgeladenem Foto 10SEK (knapp 1€) an T1International, die ich hier letztens bereits verlinkt habe. Ich möchte auf diese Aktion aufmerksam machen, weil ich sie richtig gut finde.


Dieses Foto habe ich zur Aktion hochgeladen. Es zeigt 74 Striche. Vierundsiebzig. Letztens habe ich irgendwo gelesen, dass Menschen mit Diabetes im Durchschnitt 180 diabetesbezogene Entscheidungen treffen. Bei mir ist die Zahl jeden Tag unterschiedlich. An manchen Tagen denke ich weniger an meinen Diabetes und er hat fast keine Relevanz für mich. An anderen Tagen denke ich ständig daran und es kostet mich viel Zeit und Arbeit, meinen Blutzucker zu managen. An wieder anderen Tagen ist es irgendwo dazwischen. Und viele dieser Gedanken gehen in der Routine sicherlich auch verloren, so dass die eigentliche Zahl vermutlich immer ein wenig höher ist.

Was ich so großartig an der #sTr1peD Aktion finde? Sie gibt uns die Möglichkeit unsere tägliche Ladung mentaler Arbeit zu visualisieren. Für uns selbst ist das interessant, weil wir mal direkt vor Augen haben, wie viel Arbeit uns der Diabetes macht und was wir eigentlich alles so zusätzlich leisten im Alltag. Auf die Schulter klopfen ist wichtig!

Außerdem gibt sie Außenstehenden einen Eindruck davon was es bedeutet, mit Diabetes zu leben. Ein solches Foto macht einen winzigen Teil aus meinem Alltag mit Diabetes sichtbar und vielleicht besser Verständlich für Menschen ohne Diabetes.

Ich bin allen, die diese Kampagne ins Leben gerufen haben so dankbar dafür. Aspekte einer Krankheit verständlich zu visualisieren, bringt uns alle einen Schritt weiter, glaube ich. Wenn ihr den Raum dafür habt, macht doch mit und schlagt direkt mehrere Fliegen mit einer klappe! 

Bis morgen!

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