Montag, 2. März 2015

Abfinden vs. Annehmen - der Spaß geht weiter

Moin ihr, die Frau Oberlehrerin ist wieder da!

Bald muss ich mich verstecken, weil ihrs nicht mehr lesen könnt xD
Inzwischen wisst ihr ja bereits, dass manche Worte viel stärkere Bedeutungen haben, als wir vielleicht auf den ersten Blick denken und dass es mir besonders wichtig ist, dass wir Menschen mit Diabetes da auch mal drüber nachdenken und reflektieren, vor allem seit der Diskussion zum Thema Diabetes in den Medien beim Type 1 Day in Berlin vergangenen Januar.

Ich hatte selbst schon drüber geschrieben, was teilweise von euch sehr kritisch gesehen wurde. Außerdem habe ich mehrfach auf Renzas Blogposts (englisch!) aufmerksam gemacht, weil sie schon öfter darüber gesprochen hat, warum es wichtig ist, mal über die Bedeutung mancher Worte nachzudenken und sie vielleicht so nicht mehr so zu benutzen, wie man es gewohnt ist (man kann sich halt auch Mist angewöhnen!). Und zu guter Letzt kann sich jeder 24/7 bei den Leidmedien, einem großartigen Projekt der Sozialhelden, schlau machen.

Wer nicht drüber nachdenkt, darf sich echt nicht beschweren. 

Ich weiß, viele von euch sagen sich: Ich hab andere Probleme, was interessieren mich Bedeutungen von Worten? Aber beschwert euch dann bitte nicht, wenn der nächste schlecht verfasste Artikel zu einem Menschen mit Typ-1-Diabetes in eurer Tageszeitung steht oder sich Hänsel im Film Insulin spritzen muss, weil er als Kind zu viele Süßigkeiten von der Hexe bekommen hat . Das hängt im großen Medienuniversum alles irgendwie miteinander zusammen.

Heute wollte ich euch sehr gerne mal ein Beispiel aufzeigen und ich denke, an diesem sieht man relativ klar, was hinter Worten steckt. Und wahrscheinlich werdet ihr den Unterschied sehen, mir aber vielleicht auch nicht in allen Punkten zustimmen. Das ist voll okay, hört bitte auf immer zu denken, dass Diskussionen etwas Schlimmes sind! Lasst uns in eine Diskussion mit verschiedenen Meinungen starten und endlich mal drüber reflektieren! Ich würde mich freuen.

 
Abfinden (Ich habe mich mit meinem Diabetes abgefunden) vs. Annehmen (Ich habe meinen Diabetes angenommen)

ab|fin|den
  1. durch eine einmalige Geldzahlung, Sachleistung für etwas [teilweise] entschädigen
    1. sich einigen, vergleichen
    2. sich mit jemandem, etwas zufriedengeben; sich in etwas fügen 


an|neh|men
    1. etwas [gerne, ohne Bedenken] entgegennehmen, nicht zurückweisen
    2. mit etwas einverstanden sein, mit etwas übereinstimmen
    3. übernehmen
  1. seine Zustimmung geben, billigen
    1. sich etwas zu eigen machen, zulegen
    2. verblasst in Verbindung mit Substantiven, drückt aus, dass sich etwas in bestimmter Weise verändert, entwickelt
    1. aufnehmen, zulassen
    2. (umgangssprachlich) adoptieren
    3. (Zoologie) ein neugeborenes Junges als eigenes ansehen und ein entsprechendes Verhalten zeigen
  2. eindringen, haften lassen
    1. vermuten, meinen, glauben
    2. voraussetzen
  3. sich um jemanden, etwas kümmern
  4. (Sport) den zugespielten Ball in seinen Besitz, unter Kontrolle bringen
(danke, Duden.)


Ich weiß gerade ehrlichgesagt gar nicht, ob ich das jetzt erst mal so stehen lassen und gucken soll, was ihr dazu sagt, oder ob ich direkt meinen Senf zugeben soll.
Okay, heute mal kurz und knapp: Ich will mich nicht dem Diabetes fügen müssen, ich will ihn mir zu eigen machen, zulassen, mich drum kümmern, mich weiterentwickeln und es unter Kontrolle bringen. Macht Sinn, oder?

Lassen wir das für heute mal so stehen. 
Ich hoffe, ihr versteht meinen Gedankengang.

Danke für die Inspiration, R. :)

Bis bald!
x
 

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